rotfüße

Uli Prokop, (vor 9518 Tagen)

hallo,

noch etwas zu diesem thema, ich hoff es hängt nicht schon allen zum hals heraus.

ich finde heuer ( seit etwa zwei wochen ) wieder eine wuchsform des rotfußröhrlings, die sich doch erheblich von der nominatform unterscheidet. außerdem wächst im selben wald sowohl die standardform, als auch die abweichende, allerdings nicht aus demselben myzel.
zuletzt fand ich diese wuchsform in diesem wald 1986! damals wurde von tschernobyl - rotfüßchen gewitzelt.

der pilz ist gedrungen, kompakt, festfleischig, selbst die älteren exemplare.
der hut ist samtig,dunkelbraun,trocken; er ist wenig gerissen, an den fraßrändern rötlich.
der stiel ist sehr kurz, dick, braunfaserig längsgestreift mit rötlichem hauch, gegen die basis hin rötlich; er ist weder gedreht noch gewunden.
die röhren sind eng, ziegenlippengelb, konkav, leicht am stiel herablaufend - ältere exemplare schmutziggrün.
das fleisch ist deutlich gelblich, angenehm schnittfest, bei älteren exemplaren leicht bläuend.
der geruch ist schwach, hat aber nicht das säuerlich muffige des rotfußröhrlings.

die pilze wachsen auf saurem boden in einem unterholzreichen mischwald am östlichen stadtrand von graz.

ich könnte mir vorstellen, dass diese wuchsform von werner ( bitte bestätigen, wenn es so ist! ) in seiner variante 3 "ich weiß, dass ich nichts weiß!"
beschrieben wurde.

grüße aus graz

uli

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Herbstrotfuß

Birgit, (vor 9518 Tagen) @ Uli Prokop

Hallo uli,

was hältst du von dem von mir als Antwort auf Werners Beitrag beschriebenen Herbstrotfuß (X. chrysenteron Varietät = X. pruinatus = Boletellus pruinatus (z.B. in Dähnckes 1200 Pilze so beschrieben, S.20f, meine gefundenen Exemplare glichen diesen fotografierten aufs Haar genau, allerdings hatten meine kein rotes Stielfleisch wie dort beschrieben))? Bis auf den von mir beschriebenen gelben Stiel und den von mir nicht eindeutig als sauer zu bezeichnenden Standort (ein paar m weiter wachsen sowohl kalkliebende Herbsttrompeten und Semmelstoppel, aber auch säureliebende Flockis und Maronen) paßt deine Beschreibung gut.

Ich glaub inzwischen vom Rotfuß gibts ziemlich viele Erscheinungsformen, ähnlich z.B. wie beim netzstieligen Hexenröhrling oder abgemindert bei Maronen, da können sich dann die Experten streiten, ob das alles verschiedene Arten oder nur verschiedene Erscheinungsformen sind. Ich halt eher wenig davon alles in verschiedene durch winzige oder gar nur mikroskopische Details unterscheidbare Arten aufzuspalten.

Gruß

Birgit

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Re: Herbstrotfuß

Uli Prokop, (vor 9518 Tagen) @ Birgit

Hallo uli,
Herbstrotfuß (X. chrysenteron Varietät = X. pruinatus = Boletellus
pruinatus

hallo birgit,

ich hab so eine dunkle erinnerung an das buch der dähncke - ich besaß es einmal, aber irgendwie kam es mir abhanden.
war darin nicht irgendeine nordamerikanische rotfußabart abgebildet? an die erinnert mich der von mir beschriebene pilz.

jedenfalls die gelben einschlüsse im deutlich braun längsfaserigen( und wenig rötlichen ) stiel sind auch in meinen exemplaren zu erwähnen.

vielleicht noch etwas: ich schau den pilz gerne an und greif ihn gerne an, bei der nominatform hab ich diese freude eigentlich nicht.

grüße,
uli

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Re: Herbstrotfuß

Werner, (vor 9518 Tagen) @ Uli Prokop

Richtig, das hoert sich nach 'meinem' Rotfuss Nr. 3 an. Das auffaelligste jedoch im Gegensatz zum normalen Rotfuss war, dass der Stiel irgendwo zwischen Maronen- und Steinpilzdicke war. Und dann halt noch die Kappe. Die normalen Rotfuesse haben ja Stengelchen im Vergleich dazu.

Gruss,

Werner

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Hallo Rotfußexperten

Hajo, (vor 9517 Tagen) @ Uli Prokop

Hi,
ich habe auch schon so merkwürdige Wuchsformen vom Rotfuß gefunden und teilweise sogar Probleme diese von Maronen zu unterscheiden. Könnt Ihr mir einen Tipp geben, wie man solche Rotfüße eindeutig von Maronen unterscheidet?
Vielen Dank,
Hajo.

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Re: Hallo Rotfußexperten

Uli Prokop, (vor 9517 Tagen) @ Hajo

wie man solche Rotfüße eindeutig von Maronen

unterscheidet?
Vielen Dank,
Hajo.

hallo hajo,

exemplare, die mich in eine solche verlegenheit gebracht hätten, fand ich bislang noch nicht, aber das mag schon noch kommen, veränderbar genug ist die ganze xerocomengruppe offenbar.
dennoch dürften hutform und ~haut, die röhrenfarbe und die am stiel deutlich eingebuchteten röhren den maronenröhrling doch verlässlich kennzeichnen, wenn der gesamteindruck zweifel aufkommen lässt.

grüße uli.

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mannigfaltige Rotfüsse

Knud L., (vor 9517 Tagen) @ Uli Prokop

Hi Uli,

das was du da beschreibst, habe ich heute auch erst wieder gefunden. Nur im Fichtenwald, ein Kollege von mir meint, es handelt sich um eine Unterart mit dem deutschen Namen Herbstrotfussröhrling.
Eine weitere Variante hat nicht den Samtigen dunkelbraunen Hut, sondern einen zwar dunkelbraunen aber glatten (wie Marone) Hut. Mir sind auch schon Rotfussröhrlinge ohne den roten Farbstoff in die Finger gekommen und welche bei denen die Hutfarbe genauso aussieht wie eine nasse Marone die auf einer Waldwiese wächst also hellbraun glänzend.
Mit dicken und dünnen, kurzen und langen Stielen. usw.

Da ich nun schon seit fast drei Jahrzehnten regelmässig sammeln gehe, kann ich Dich insoweit beruhigen dass es nichts mit dem Reaktorunfall zu tun hat, da ich solche Rotfüsse auch schon davor gefunden habe.

Ich beziehe mich nochmals auf Hennig, der dem Rotfussröhrling, der mannigfaltigsten Erscheinungsformen bezichtigt, und das seit 1958.

Hoffe nur es kommt niemand auf die Idee den Rotfuss-R. in zig Unterarten wie z. B. den Birkenpilz einzuteilen. Man kennt sich ja jetzt schon nicht mehr aus.

Viel Spass beim Pilzesammeln
wünscht Dir Knud

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Re: mannigfaltige Rotfüsse

Wolfgang F., (vor 9514 Tagen) @ Knud L.

Hoffe nur es kommt niemand auf die Idee den Rotfuss-R. in zig Unterarten wie
z. B. den Birkenpilz einzuteilen. Man kennt sich ja jetzt schon nicht mehr
aus.

Zu spät, die Systematiker sind schon am Werk! Allerdings ist mir dabei nur schleierhaft, wie Pilz-"experten" jahrzehntelang den Herbstrotfuß (Boletellus pruinatus) und den Rotfuß (Xerocomus chrysenteron) in einen Topf werfen konnten - die Pilze haben ja wirklich außer den roten Pigmenten nicht miteinander gemeinsam und werden heute sogar in verschiedene Gattungen gestellt. Das allerdings ist fraglich, denn das Gattungs-Trennmerkmal, die "gestreiften" (besser: gerillten) Sporen sind kein gutes Merkmal, weil es Übergangsformen gibt.

Was uns beim Rotfuß im weiteren Sinne noch erwartet, weiß ich auch nicht (sicher mehr als eine Art, jedenfalls gibt es solche mit weißem und andere mit gelbem Basismyzel), aber der Herbstrotfuß ist auch für die nicht-Mikroskopierer durch den sehr dunklen Hut, das feste, stets madenfreie blaßgelbe Fleisch gut von anderen Xerocomus-Arten abzugrenzen.

Wolfgang F.