Hallo Jürgen,
Als ich die Artenzahl las,
musste ich mal darüber nachdenken, wie sinnvoll es eigentlich ist, mit
Rekordzahlen auftrumpfen zu wollen. Letztes Jahr auf unserer
NABU-Pilzaustellung war bei den Teilnehmern auch so ein
"Rekorddenken" spürbar (fast 400 Arten kamen da zusammen!).
Tatsache ist, dass die Besucher damit überfordert sind; hoffnungslos! Ein
paar weniger Arten tuns auch, und man kann den Leuten mehr Allgemeines
über Pilze erzählen. 251 ist aber noch ne "gute Zahl".
was die Rekordzahlen um des "Rekords willen" angeht, muß ich Dir recht geben. Trotzdem bin ich nicht ganz Deiner Meinung. Ich finde es schon schön, wenn man viele Arten zusammenbringt. Wir hatten in München bei unserer Ausstellung ca. 423 Arten und ich denke nicht, daß das zuviel ist.
Es ist ja so, daß wir nicht bloß für die 80% Speisepilzsammler ausstellen, es kommen ja auch viele Hobbymykologen, die über die Artenvielfalt sehr froh sind und auf so einer Ausstellung entdeckt jeder für sich selbst wieder etwas, was ihn sehr interessiert. Auch wir hatten wieder seltene Arten dabei, die ich "live" noch nie zu Gesicht bekommen hatte.
Einzig die Ausstellung von halbvergammelten Pilzen zur Erhöhung der rekordverdächtigen Artenzahl halte ich für daneben. Arten können es für mich eigentlich gar nicht genug sein. Dabei möchte ich natürlich anmerken, daß bei 200 Arten genauso viele wunderschöne Seltenheiten dabei sein können, wie bei 400. Nur ist halt das, was der Einzelne noch nie gesehen hat und interessant findet auch sehr unterschiedlich. Deswegen glaube ich auch, daß fast jede unserer Arten von irgendjemandem irgendwann mal auf der Ausstellung Beachtung fand - und das war es dann doch wert.
Außerdem war es trotz allem so, daß wir normalerweise häufige Arten nicht oder nur in sehr wenigen Exemplaren hatten. Z.B. hatten wir am ersten Tag erst mal keinen stinknormalen Pfifferling.
Viele Grüße,
Werner