Neue Giftanfrage: Panther?

Trüffel, (vor 7332 Tagen)

Hallo Pilzfreune,
ich hab schon wieder eine Frage wegen Vergiftungen. Diesmal aber nicht zu den Folgen, sondern zur Vorbeugung.
Vor etwa 10 Jahren hatte ich durch Zufall mitbekommen, daß im Urlaub meine damals etwa 3-jährige jüngste Tochter in einen Pantherpilz gebissen hatte. Ich hatte gleich den Notarzt gerufen und sie wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Dem Krankenwagen hatte ich noch einen Rest des Pilzes mitgegeben, das war allerdings nur der Stiel samt Knolle. Meine Kleine hatte ein Stück vom Hut abgebissen. Darauf bin ich nur gekommen, weil mir kurz davor vor dem Bungalow ein Pantherpilz aufgefallen war. Als dann die Kleine mit weißen Fasern um den Mund ankam, die nach Pilz aussahen, rannte ich sofort zu dem Panther, da fehlte der Hut. Daraus mußte ich schlußfolgern, daß sie mindestens davon abgebissen haben mußte, bzw. ich mußte damit rechnen, daß sie den Hut vielleicht ganz verzehrt hatte. Auf meine Fragen, ob sie das wirklich gegessen oder ausgespuckt hatte, gab sie widersprüchliche Antworten. Versuche, sie zum Brechen zu bringen, scheiterten.
Bei einem Anruf in der Klinik wurde ich aufgefordert, einen weiteren Pilz zu schicken, weil die Reste angeblich nicht für die Bestimmung ausreichen würden. Doppelter Blödsinn: Erstens deutete die Knolle eindeutig auf den Panther hin, zweitens wuchsen in der Gegend Pahnter und Perlpilze nebeneinander, ich hatte davor schon einen Abstand von unter 1 m festgestellt. Was wäre, wenn ich aus Unkenntnis einen Perler geschickt hätte? Fehlalarm? Zum Glück hatten sie einen Pilzsachverständigen gerufen, der hatte einwandfrei den Panther idendifiziert. Danach fand ich nach längerem Suchen endlich den Hut, es fehlte nur ein kleiner Kinderbiß.
Ich mußte mir Vorwürfe von meiner Frau anhören, z.B., daß ich die Kleine mit den dreckigen Klamotten losgeschickt hatte, und außerdem wäre das alles bestimmt nicht so schlimm, um diesen Aufwand zu rechtfertigen. Mein Vater vertrat später auch die Meinung, daß der Panther nicht tödlich wäre.
Aber ich sehe die Sache so: Ich mußte im dem Moment davon ausgehen, daß sie vielleicht den ganzen Hut aufgegessen haben könnte.Auch wenn mir eine Schwester hinterher sagte, daß ein Giftpilz nicht schmecken würde und ein Kind sofort alles ausspucken würde; soviel mir bekannt ist, soll der Panther gar nicht schlecht schmecken. Und ein für 3jähriges Kind reicht doch schon eine viel geringere Dosis, ich kann nicht einschätzen wieviel.
Was ist Euere Meinung, war ich zu ängstlich?
Aus mehreren Gründen bin ich damals nicht mit in die Klinik gefahren: Wir hatten zum Bungalow nur einen Schlüssel, meine Frau war mit meiner älteren Tochter unterwegs, wir hatten kein Auto mit (bei der Aufregung wäre ich sowieso nicht in der Lage gewesen zu fahren) und auch kein Handy. In dieser Klinik wurden die Kinder leider nicht besonders liebevoll behandelt, meine Kleine hatte später unter dem "Weißkittelsyndrom" zu leiden. Sie brauchte nur einen Arzt oder eine Schwesterim weißen Kittel zu sehen, da bekam sie Panik.

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Re: Neue Giftanfrage: Panther?

Heinz Ebert ⌂, (vor 7331 Tagen) @ Trüffel

Hallo,
diese Reaktion war völlig in Ordnung. Wenn ein kleines Kind, hier drei Jahre alt, vom Panterpilz genascht hat, dann würde ich mir auch schwerwiegende Gedanken machen, weil das ein ernstzunehmender Giftpilz ist. In irgend einem Buch ist zu lesen, dass die Giftkonzentration 80 bis 200 mal so hoch ist wie im Fliegenpilz, und das würde mir bei so einem Kind ernsthafte Sorgen bereiten. Und dass Giftpilze nicht schmecken sollen, das ist ein dummes Gerücht.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Pilzfreune,
ich hab schon wieder eine Frage wegen Vergiftungen. Diesmal aber nicht zu den
Folgen, sondern zur Vorbeugung.
Vor etwa 10 Jahren hatte ich durch Zufall mitbekommen, daß im Urlaub meine
damals etwa 3-jährige jüngste Tochter in einen Pantherpilz gebissen hatte.
Ich hatte gleich den Notarzt gerufen und sie wurde zur Beobachtung ins
Krankenhaus gebracht. Dem Krankenwagen hatte ich noch einen Rest des
Pilzes mitgegeben, das war allerdings nur der Stiel samt Knolle. Meine
Kleine hatte ein Stück vom Hut abgebissen. Darauf bin ich nur gekommen,
weil mir kurz davor vor dem Bungalow ein Pantherpilz aufgefallen war. Als
dann die Kleine mit weißen Fasern um den Mund ankam, die nach Pilz
aussahen, rannte ich sofort zu dem Panther, da fehlte der Hut. Daraus
mußte ich schlußfolgern, daß sie mindestens davon abgebissen haben mußte,
bzw. ich mußte damit rechnen, daß sie den Hut vielleicht ganz verzehrt
hatte. Auf meine Fragen, ob sie das wirklich gegessen oder ausgespuckt
hatte, gab sie widersprüchliche Antworten. Versuche, sie zum Brechen zu
bringen, scheiterten.
Bei einem Anruf in der Klinik wurde ich aufgefordert, einen weiteren Pilz zu
schicken, weil die Reste angeblich nicht für die Bestimmung ausreichen
würden. Doppelter Blödsinn: Erstens deutete die Knolle eindeutig auf den
Panther hin, zweitens wuchsen in der Gegend Pahnter und Perlpilze
nebeneinander, ich hatte davor schon einen Abstand von unter 1 m
festgestellt. Was wäre, wenn ich aus Unkenntnis einen Perler geschickt
hätte? Fehlalarm? Zum Glück hatten sie einen Pilzsachverständigen gerufen,
der hatte einwandfrei den Panther idendifiziert. Danach fand ich nach
längerem Suchen endlich den Hut, es fehlte nur ein kleiner Kinderbiß.
Ich mußte mir Vorwürfe von meiner Frau anhören, z.B., daß ich die Kleine mit
den dreckigen Klamotten losgeschickt hatte, und außerdem wäre das alles
bestimmt nicht so schlimm, um diesen Aufwand zu rechtfertigen. Mein Vater
vertrat später auch die Meinung, daß der Panther nicht tödlich wäre.
Aber ich sehe die Sache so: Ich mußte im dem Moment davon ausgehen, daß sie
vielleicht den ganzen Hut aufgegessen haben könnte.Auch wenn mir eine
Schwester hinterher sagte, daß ein Giftpilz nicht schmecken würde und ein
Kind sofort alles ausspucken würde; soviel mir bekannt ist, soll der
Panther gar nicht schlecht schmecken. Und ein für 3jähriges Kind reicht
doch schon eine viel geringere Dosis, ich kann nicht einschätzen wieviel.
Was ist Euere Meinung, war ich zu ängstlich?
Aus mehreren Gründen bin ich damals nicht mit in die Klinik gefahren: Wir
hatten zum Bungalow nur einen Schlüssel, meine Frau war mit meiner älteren
Tochter unterwegs, wir hatten kein Auto mit (bei der Aufregung wäre ich
sowieso nicht in der Lage gewesen zu fahren) und auch kein Handy. In
dieser Klinik wurden die Kinder leider nicht besonders liebevoll
behandelt, meine Kleine hatte später unter dem
"Weißkittelsyndrom" zu leiden. Sie brauchte nur einen Arzt oder
eine Schwesterim weißen Kittel zu sehen, da bekam sie Panik.

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Re: Neue Giftanfrage: Panther?

Schneider Michael, (vor 7331 Tagen) @ Trüffel

Hallo Trüffel,

meiner meinung nach hast du genau richtig reagiert, deine frau kann froh sein dass ihr mann so schlau und flink ist!

mit freundlichen grüssen michi

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Re: Neue Giftanfrage: Panther?

Steininger, (vor 7331 Tagen) @ Trüffel

Hallo Trüffel,
natürlich warst du nicht zu ängstlich,sondern hast genau richtig reagiert.
Die Kommentare deiner Familie kann ich allerdings absolut nicht nachvollziehen.Abgesehen davon,dass es völlig egal ist,ob ein Kind in so einem Fall schmutzig ist,fehlen mir die Worte hinsichtlich des Kommentars, dass der Pantherpilz nicht tödlich giftig sei.Als wären Bewusstseinsveränderungen,Bauchschmerzen,Kreislaufbeschwerden-um nur einige Symptome zu nennen-völlig harmlos.Der Verzehr einer größeren Menge kann lebensbedrohlich werden,besonders für ein 3-jähriges Kind.
Und die Auffassung,dass ein Giftpilz nicht schmeckt,ist einfach nur dumm und kann nun wirklich zum Tod führen.Der Grüne Knollenblätterpilz soll "angenehm nussartig" schmecken!
Gruß
Wolfgang

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Re: Neue Giftanfrage: Panther?

zuehli ⌂, (vor 7331 Tagen) @ Trüffel

Du hast vollkommen richtig gehandelt!
Gerade bei kleinen Kindern steckt ein Genuß von Pilzen voller Unwägbarkeiten, so daß man auf jeden Fall die sichere Alternative - d.h. den Ruf nach dem Arzt und die Krankenhauseinweisung - wählen sollte.

Auf der anderen Seite ist es unabdingbar mit erzieherischen Maßnahmen darauf hin zu wirken, daß der Sprößling nicht alles in den Mund schiebt, was nicht schnell genug fortlaufen kann.

Gruß Harald

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@alle, die mir geantwortet haben

Trüffel, (vor 7331 Tagen) @ Trüffel

Ich danke Euch für Euere Antworten. Meine (inzwischen Ex-)Frau hatte mir ja oft vorgeworfen, daß ich zu übervorsichtig wäre. Ich bin mir sicher, sie hätte in der von mir beschriebenen Situation nichts unternommen, obwohl sie mir immer vorgeworfen hatte, ich würde mich zu wenig um die Kinder kümmern. Abgesehen davon, daß sie aus den Pilzfasern am Mund meiner Tochter sicher nicht auf einen Pilz geschlossen hätte. Und einen Pilz als giftig zu erkennen? Überhaupt schien es mir oft, daß sie der Meinung war, was man nicht als giftig erkennt sei eßbar. Als sie gerade ihre "Rohkostphase" hatte, war sie der Meinung, sie könne alles Grünzeug von der Wiese abgrasen. Ich konnte sie gerade noch warnen, als sie im Begriff war, Hahnenfuß zu verzehren. Zum Glück hatte sich ihre "mykologische" Rohkost auf Zuchtchampignons beschränkt. Dabei habe ich aber auch gewisse Bedenken. Ich denke mal, daß meine häufigen Hinweise auf ihre Spinnereien auch ein Grund war, daß sie mich verlassen "mußte". Das Dumme ist nur, daß jetzt niemand mehr meine Kinder vor ihren ausgefallen Ernährungs- (und anderen-)theorien schützen kann. So gab es schon ein absolutes Fleischverbot, als die Kinder noch kleiner waren, von mir wollte sie sogar verlangen, in Anwesenheit der Kinder kein Fleisch oder Wurst zu essen. Hab aber schon öfter gehört und gelesen, daß man in dem Alter die Kinder nicht streng vegetarisch ernähren soll. Pilze wären vielleicht eine Alternative gewesen, zumal der Stoffwechsel den Grünpflanzen den Tieren ähnlicher ist als Pflanzen. Aber damals hatte sie gerade einen Entpilzungswahn, da gab es nur strenge Diät.
Ach ich höre jetzt lieber auf, ehe ich Euch noch in die Rolle von Psychotherapeuten dränge.

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Re: @alle, die mir geantwortet haben

Stephan Weißer, (vor 7330 Tagen) @ Trüffel

Hallo Trüffel,
es gibt sicher auch noch andere Foren für dein spezielles Problem, wo man dir mit gutem Rat beiseite stehen kann (Experten bzw. Leute mit ähnlichen Erfahrungen). Aber was deine Reaktion auf das Pantherpilz-Ereignis angeht, hast du meiner Meinung nicht überreagiert. Ich habe auch ein kleines Kind und würde es genau so machen. Allerdings wäre mir in diesem Moment auch ein offenstehender Bungalow egal gewesen.