Dieser kleine Saftling... *PIC*

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen)

lässt mir keine Ruhe!

Guten Abend liebe Pilzfreunde,

hat vielleicht jemand eine Ahnung? Fund vom 27.08. 2005.
Kleiner, zarter Pilz.
Ich habe da selbst nur einen Verdacht, da ich in der Literatur nur ein Foto finde das passen könnte.

Viele Grüße
Karl-Heinz

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hier 2 jüngere Exemplare:

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Hygrocybe chlorophana ?

MANatwork, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

lässt mir keine Ruhe!
Guten Abend liebe Pilzfreunde,
hat vielleicht jemand eine Ahnung? Fund vom 27.08. 2005.
Kleiner, zarter Pilz.
Ich habe da selbst nur einen Verdacht, da ich in der Literatur nur ein Foto
finde das passen könnte.
Viele Grüße
Karl-Heinz


hier 2 jüngere Exemplare:

Stumpfer Saftling (Hygrocybe chlorophana ) meiner Meinung nach !
Aber die Experten wissen sicherlich mehr !

Gruß Stefan

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Re: Dieser kleine Saftling...

Saftling, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

wie immer tolle Fotos! Zum Bestimmen nuetzt das leider nix. Die kleinen gelben Saftlinge haben nun mal keinen charakteristischen Habitus. Ohne Angabe der wichtigen Merkmale (am besten nach Boertman) ist jede Nennung eines Artnamens pure Raterei. Statistisch gesehen ist chlorophana meistens richtig. Damit wuerde ich mich aber nicht zufrieden geben.

Liebe Gruesse
Saftling

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Re: Dieser kleine Saftling...

MANatwork, (vor 7318 Tagen) @ Saftling

Hallo Karl-Heinz,
wie immer tolle Fotos! Zum Bestimmen nuetzt das leider nix. Die kleinen
gelben Saftlinge haben nun mal keinen charakteristischen Habitus. Ohne
Angabe der wichtigen Merkmale (am besten nach Boertman) ist jede Nennung
eines Artnamens pure Raterei. Statistisch gesehen ist chlorophana meistens
richtig. Damit wuerde ich mich aber nicht zufrieden geben.
Liebe Gruesse
Saftling

Zumal mich jetzt wieder verwirrt, das laut Flück es ein Giftpilz wäre, und laut BLV ein Speisepilz *grübel* wenn es den chlorophana ist !

Gruß Stefan

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Re: Dieser kleine Saftling...

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter, hallo Stefan,

vielen Dank für Eure Tipps. H. chlorophana ist es nicht, den (er)kenne ich auch gut. Ich sehe eine große Ähnlichkeit zu Boertmann, Seite 66! Ich hatte den Boertmann 2005 noch nicht, und war seinerzeit eben mit anderer Literatur nicht weitergekommen. Was haltet ihr davon?

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
wie immer tolle Fotos! Zum Bestimmen nuetzt das leider nix. Die kleinen
gelben Saftlinge haben nun mal keinen charakteristischen Habitus. Ohne
Angabe der wichtigen Merkmale (am besten nach Boertman) ist jede Nennung
eines Artnamens pure Raterei. Statistisch gesehen ist chlorophana meistens
richtig. Damit wuerde ich mich aber nicht zufrieden geben.
Liebe Gruesse
Saftling

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Re: Dieser kleine Saftling...

Saftling, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Dieter, hallo Stefan,
vielen Dank für Eure Tipps. H. chlorophana ist es nicht, den (er)kenne ich
auch gut. Ich sehe eine große Ähnlichkeit zu Boertmann, Seite 66! Ich
hatte den Boertmann 2005 noch nicht, und war seinerzeit eben mit anderer
Literatur nicht weitergekommen. Was haltet ihr davon?
Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

dass es wohl kein chlorophana ist, da Du uns den ja nicht mit der Frage serviert haettest, ist mir auch gekommen nachdem ich geantwortet hatte. Der ist allerdings wirklich ausserordentlich variabel und staerker von der Norm abweichende Exemplare koennen ganz schoen schwierig zu bestimmen sein.
Was Boertman auf S.66 schreibt, weiss ich leider nicht, weil mein Exemplar momentan ca. 1000km von mir entfernt ist :-(
Auf Deinen Bildern sieht der Stiel recht feucht aus. Das laesst mich mal auf etwas aus der glutinipes-Ecke tippen. Aber rein makroskopisch laesst sich das nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt da ja ein paar weitere Taxa, die sich so aehnlich sehen, dass sich selbst die Koryphaeen nicht einig sind, was wirklich "echte" Arten sind. Der Schluessel in der Dissertation von Michael Beisenherz macht einen recht brauchbaren Eindruck (enthaelt z.B. auch ortoniana, deren Artstatus m.W. nicht allgemein anerkannt ist).

Liebe Gruesse
Dieter

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Re: Dieser kleine Saftling...

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter,

konnte nicht wissen das Du den Boertmann nicht griffbereit hast.
Auf Seite 66 ist die Beschreibung und ein Bild von H. xanthochroa.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
dass es wohl kein chlorophana ist, da Du uns den ja nicht mit der Frage
serviert haettest, ist mir auch gekommen nachdem ich geantwortet hatte.
Der ist allerdings wirklich ausserordentlich variabel und staerker von der
Norm abweichende Exemplare koennen ganz schoen schwierig zu bestimmen
sein.
Was Boertman auf S.66 schreibt, weiss ich leider nicht, weil mein Exemplar
momentan ca. 1000km von mir entfernt ist :-(
Auf Deinen Bildern sieht der Stiel recht feucht aus. Das laesst mich mal auf
etwas aus der glutinipes-Ecke tippen. Aber rein makroskopisch laesst sich
das nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt da ja ein paar weitere Taxa, die
sich so aehnlich sehen, dass sich selbst die Koryphaeen nicht einig sind,
was wirklich "echte" Arten sind. Der Schluessel in der
Dissertation von Michael Beisenherz macht einen recht brauchbaren Eindruck
(enthaelt z.B. auch ortoniana, deren Artstatus m.W. nicht allgemein
anerkannt ist).
Liebe Gruesse
Dieter

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Re: Dieser kleine Saftling...

Saftling, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Dieter,
konnte nicht wissen das Du den Boertmann nicht griffbereit hast.
Auf Seite 66 ist die Beschreibung und ein Bild von H. xanthochroa.
Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

klingt ja seeehr spannend! Hast Du den schon mikroskopiert? Wuerde ich auch gern mal finden.

Liebe GRuesse
Dieter

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Re: Dieser kleine Saftling...

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter,

ja eben, der ist in der Roten Liste für Deutschland als "vom Aussterben bedroht" bezeichnet. Wir hatten diesem kleinen Kerl seinerzeit nicht genügend Beachtung geschenkt und nicht mikroskopiert. könnte die Fundstelle allerdings wiederfinden. Hier standen noch ein anderer Roter Saftling - ähnlich miniata - und noch Keulen.

Es war in einem moosigen Stück im LAUBWALD!

Kennst Du außer Boertmann noch weitere Quellen zu diesem Pilz?

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
klingt ja seeehr spannend! Hast Du den schon mikroskopiert? Wuerde ich auch
gern mal finden.
Liebe GRuesse
Dieter

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Re: Dieser kleine Saftling...

Werner, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

Kennst Du außer Boertmann noch weitere Quellen zu diesem Pilz?

Geschlüsselt ist er in Nordic Macromycetes und im Moser z.B.

Das Abbildungsverzeichnis nennt z.B. noch Courtecuisse und Bon.

Gruß,

Werner

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Re: Dieser kleine Saftling...

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

danke dür den Tipp.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
Geschlüsselt ist er in Nordic Macromycetes und im Moser z.B.
Das Abbildungsverzeichnis nennt z.B. noch Courtecuisse und Bon.
Gruß,
Werner

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Re: Dieser kleine Saftling...

Werner, (vor 7318 Tagen) @ Werner

Hallo Karl-Heinz,

was ich noch vergessen habe, im Candusso "Hygrophorus" ist er natürlich auch ausführlich drin, allerdings ohne Bild.

Gruß,

Werner

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Re: Dieser kleine Saftling...

Saftling, (vor 7318 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Dieter,
ja eben, der ist in der Roten Liste für Deutschland als "vom Aussterben
bedroht" bezeichnet. Wir hatten diesem kleinen Kerl seinerzeit nicht
genügend Beachtung geschenkt und nicht mikroskopiert. könnte die
Fundstelle allerdings wiederfinden. Hier standen noch ein anderer Roter
Saftling - ähnlich miniata - und noch Keulen.
Es war in einem moosigen Stück im LAUBWALD!
Kennst Du außer Boertmann noch weitere Quellen zu diesem Pilz?
Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

weiss nicht, ob der in der Doktorarbeit von Michael Beisenherz drin ist. Falls ja, dann waere das eine wichtige Quelle, denn Michael hat - im Gegensatz zu Candusso, der Weltmeister im schwafeln ist - eine fundierte Zusammenfassung des Wissens vorgelegt. Falls Du diese Arbeit nicht hast oder leicht beschaffen kannst, waere ich gerne bereit, Dir eine Kopie zu machen.

Liebe Gruesse
Dieter

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Re: Dieser kleine Saftling...

Karl-Heinz ⌂, (vor 7318 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter,

vielen Dank für das Angebot.
Habe heute Abend die Möglichkeit die Arbeit von Beisenherz einzusehen.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
weiss nicht, ob der in der Doktorarbeit von Michael Beisenherz drin ist.
Falls ja, dann waere das eine wichtige Quelle, denn Michael hat - im
Gegensatz zu Candusso, der Weltmeister im schwafeln ist - eine fundierte
Zusammenfassung des Wissens vorgelegt. Falls Du diese Arbeit nicht hast
oder leicht beschaffen kannst, waere ich gerne bereit, Dir eine Kopie zu
machen.
Liebe Gruesse
Dieter

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H. xanthochroa

Saftling, (vor 7317 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

haben Deine Recherchen neue Erkenntnisse gebracht?
Gerade habe ich mich mit Christian Lange unterhalten, einem daenischen Profi-Mykologen. Er meint auch, dass eine Bestimmung von xanthochroa ohne Mikroskop nicht moeglich ist. Ausserdem sei es unwahrscheinlich, weil die in Mitteleuropa nur im hoeheren Gebirge sicher nachgewiesen ist. Da hilft wohl nur, welche einzusammeln und nach allen Regeln der Kunst zu untersuchen. Hoffe, Du findest den nochmal.

Liebe Gruesse
Dieter

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Re: H. xanthochroa

Karl-Heinz ⌂, (vor 7316 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter,

ja habe im Beisenherz nachgesehen. Hier ist für Deutschland ein Fund im Wettersteingebirge in 2100 m Höhe beschrieben.
Erwähnt wird, dass die Fruchtkorper einheitlich orangegelb waren und weder bräunliche noch violette Töne festgestellt werden konnten. Merkwürdigerweise ist auch die Kollektion im Boertmann entgegen der Beschreibung ausschließlich orangegelb. Auch meine (vermeintliche) Kollektion ist nur orangegelb. Die Zuordnung in den alpinen Bereich bezieht sich sreng genommen nur auf Nordeuropa.
Der bisher einzig dokumentierte Fund für Deutschland stammt zwar auch aus diesem Bereich, schließt aber meiner Meinung nach nicht aus, dass er in Mitteleuropa auch in tieferen Lagen (Mittelgebirgsraum) vorkommen kann.
Das passt bisher gut zusammen. Ich weiß nicht ob Du schon Gelegenheit hattest die Kollektion im Boertmann anzusehen.
Eins ist noch festzustellen. Es gibt keine Art die meiner Kollektion ähnlicher sieht, als diese H. xanthochroa im Boertmann.
Das sind natürlich alles nur Mutmaßungen und keine gesicherten Fakten.
Will hoffen das ich ihn noch einmal wiederfinde. Vielen Dank für Deine Mithilfe.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
haben Deine Recherchen neue Erkenntnisse gebracht?
Gerade habe ich mich mit Christian Lange unterhalten, einem daenischen
Profi-Mykologen. Er meint auch, dass eine Bestimmung von xanthochroa ohne
Mikroskop nicht moeglich ist. Ausserdem sei es unwahrscheinlich, weil die
in Mitteleuropa nur im hoeheren Gebirge sicher nachgewiesen ist. Da hilft
wohl nur, welche einzusammeln und nach allen Regeln der Kunst zu
untersuchen. Hoffe, Du findest den nochmal.
Liebe Gruesse
Dieter

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Re: H. xanthochroa

Philipp, (vor 7316 Tagen) @ Karl-Heinz

Lieber Karl-Heinz,

bei deinem schönen Saftlingsfund handelt es sich meiner Meinung nach um Hygrocybe glutinipes var. glutinipes. Typisch dafür ist neben dem schmächtigen Habitus der weiss ausgeblasse Hutrand (Bild 1 und 2), der in dieser Untergattung einzigartig ist (Das siehst du auch gut auf dem Photo im Boertmann S. 143). H. chlorophana ist eigentlich nur selten so klein und fragil; der Stiel ist nicht rund, sondern hat eine breite und eine schmale Seite und die Lamellen sind vor allem frei bis schmal angewachsen. Diese beiden Arten gehören der UG Hygrocybe mit den langen Tramahyphen an. Ein weiterer "kleiner" gelber ist H. ceracea, der im Habitus H. glutinipes ähnlich sieht (breit angewachsene Lamellen), aber zur UG Pseudohygrocybe gehört, d.h. kurze, parallele Tramahyphen hat. Ein Blick durchs Mikroskop schafft hier Klarheit.
Beim dritten Bild tippe ich auf die rote Form von H. glutinipes: var. rubra. Boertmann zweifelt allerdings daran, ob die beiden Varietäten nicht ein und dasselbe sind...
Vom Bild her hast du recht, dass H. xanthochroa "passen würde" - nur bedenke: H. xanthochroa kommt in alpinen/arktischen Habitaten vor und hat ein irreguläres Lamellentrama. Und das müsste man erst nachweisen, bevor es passt! ;-) Ich hatte diese Saison ein genaugleiches Exemplar in einer Kollektion glutinipes gefunden und dachte erst auch an H. xanthochroa - aber das Trama war regulär mit langen Hyphen...

liebe Grüsse,

Philipp

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Re: H. xanthochroa

Saftling, (vor 7316 Tagen) @ Philipp

Lieber Karl-Heinz,
bei deinem schönen Saftlingsfund handelt es sich meiner Meinung nach um
Hygrocybe glutinipes var. glutinipes. Typisch dafür ist neben dem
schmächtigen Habitus der weiss ausgeblasse Hutrand (Bild 1 und 2), der in
dieser Untergattung einzigartig ist (Das siehst du auch gut auf dem Photo
im Boertmann S. 143). H. chlorophana ist eigentlich nur selten so klein
und fragil; der Stiel ist nicht rund, sondern hat eine breite und eine
schmale Seite und die Lamellen sind vor allem frei bis schmal angewachsen.
Diese beiden Arten gehören der UG Hygrocybe mit den langen Tramahyphen an.
Ein weiterer "kleiner" gelber ist H. ceracea, der im Habitus H.
glutinipes ähnlich sieht (breit angewachsene Lamellen), aber zur UG
Pseudohygrocybe gehört, d.h. kurze, parallele Tramahyphen hat. Ein Blick
durchs Mikroskop schafft hier Klarheit.
Beim dritten Bild tippe ich auf die rote Form von H. glutinipes: var. rubra.
Boertmann zweifelt allerdings daran, ob die beiden Varietäten nicht ein
und dasselbe sind...
Vom Bild her hast du recht, dass H. xanthochroa "passen würde" -
nur bedenke: H. xanthochroa kommt in alpinen/arktischen Habitaten vor und
hat ein irreguläres Lamellentrama. Und das müsste man erst nachweisen,
bevor es passt! ;-) Ich hatte diese Saison ein genaugleiches Exemplar in
einer Kollektion glutinipes gefunden und dachte erst auch an H.
xanthochroa - aber das Trama war regulär mit langen Hyphen...
liebe Grüsse,
Philipp

Hallo Philipp,

im Grossen und Ganzen sehe ich das wie Du, v.a. was die Notwendigkeit des Mikroskopierens betrifft. In einem Punkt melde ich aber Zweifel an: chlorophana ist habituell so extrem variabel, dass ALLE angeblichen Unterschiede zu anderen kleinen gelben Arten verwischen. Vor 2 Jahren hatte ich Gelegenheit anlaesslich eines Massenvorkommens die Variationsbreite zu studieren und da brach wirklich jedes Merkmal aus Boertmann und sonstwo zusammen - ausser den mikroskopischen. Es hilft nix: wer einen kleinen gelben Saftling eindeutig bestimmen will muss ans Mikroskop!

Liebe Gruesse
Saftling

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Re: H. xanthochroa? H. glutinipes?

Karl-Heinz ⌂, (vor 7316 Tagen) @ Philipp

Grübel....

Lieber Philipp,

auch Dir vielen Dank für die tiefgehenden Ausführungen.
Es motiviert noch mehr sich mit diesen wunderbaren Pilzen näher zu beschäftigen.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Lieber Karl-Heinz,
bei deinem schönen Saftlingsfund handelt es sich meiner Meinung nach um
Hygrocybe glutinipes var. glutinipes. Typisch dafür ist neben dem
schmächtigen Habitus der weiss ausgeblasse Hutrand (Bild 1 und 2), der in
dieser Untergattung einzigartig ist (Das siehst du auch gut auf dem Photo
im Boertmann S. 143). H. chlorophana ist eigentlich nur selten so klein
und fragil; der Stiel ist nicht rund, sondern hat eine breite und eine
schmale Seite und die Lamellen sind vor allem frei bis schmal angewachsen.
Diese beiden Arten gehören der UG Hygrocybe mit den langen Tramahyphen an.
Ein weiterer "kleiner" gelber ist H. ceracea, der im Habitus H.
glutinipes ähnlich sieht (breit angewachsene Lamellen), aber zur UG
Pseudohygrocybe gehört, d.h. kurze, parallele Tramahyphen hat. Ein Blick
durchs Mikroskop schafft hier Klarheit.
Beim dritten Bild tippe ich auf die rote Form von H. glutinipes: var. rubra.
Boertmann zweifelt allerdings daran, ob die beiden Varietäten nicht ein
und dasselbe sind...
Vom Bild her hast du recht, dass H. xanthochroa "passen würde" -
nur bedenke: H. xanthochroa kommt in alpinen/arktischen Habitaten vor und
hat ein irreguläres Lamellentrama. Und das müsste man erst nachweisen,
bevor es passt! ;-) Ich hatte diese Saison ein genaugleiches Exemplar in
einer Kollektion glutinipes gefunden und dachte erst auch an H.
xanthochroa - aber das Trama war regulär mit langen Hyphen...
liebe Grüsse,
Philipp