Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R... *PIC*

Ingo, (vor 7315 Tagen)

Hallo allerseits,

eigentlich hatte ich vor, zu meinem Montagsposting noch eine weitere Art vorzustellen.
Allerdings hatte ich da so meine Schwierigkeiten mit der Bestimmung, so dass ich erst
noch ein wenig Recherche betreiben wollte. Nur – gebracht hat es bisher nicht viel.

Ich muss zugeben, dass ich erst einmal hocherfreut war, als ich die Kollektion aus zwei
ausgewachsenen Fruchtkörpern entdeckte. War doch bis auf die Seifenritterlinge und
die bereits als Rätsel gezeigten Duftstachelinge nicht viel los.

So standen sie da:
[image]

Mein erster Eindruck: was für tolle Cortinarien!
Ziemlich groß mit einem Hutdurchmesser von ca. 10 cm standen sie im gleichen Kiefernareal wie die
bereits erwähnten Stachelpilze. Genau genommen, waren sie von denen sogar umzingelt.

Ein Blick auf die Hutunterseite,

[image]

und ich war immer noch auf dem Schleierlingstrip. Da waren doch so was wie Velumreste am
Stiel zu erkennen. Nach eingehenderer Betrachtung löste sich meine erste Theorie in Luft auf.
Ausgebuchtete Lamellen und Schleierlinge? Und dazu auch noch weiße Sporen, wie man
an den Lamellen zum Teil erkennen kann. Also ein Ritterling – einer von den echten!

Nach längerem Grübeln fiel mir dann ein, dass es da ja eine Untergattung mit Ringzonen gibt.
Allein, da war kein Ring - Nicht mal ein Rest davon.

Sollte es sich hierbei um den Halsband-Ritterling (Tricholoma focale) handeln, sollte in jedem Fall
ein Ringrest wenigstens noch erahnbar sein.
Allerdings passten viele weiteren Merkmale, wie sie bei Dähncke’s 1200 Pilze angegeben sind.

Hut: kupfer-rotbraun, in der Mitte dunkler und leicht gebuckelt, seidig faserig
Stiel: unter der „Ringzone“ kupferfarben
Lamellen: cremefarben, breit, im Alter rostfleckig

Was dagegen spricht, Stiel enghohl, Fleisch weisslich, Ring ausdauernd (keine Spur)

Fast hätte ich es vergessen, das recht lebendige Schnittbild:
[image]

An dieser Stelle führte mich der Ritterlingsschlüssel auf eine andere Spur: Riesenritterling (T.colossus)

Hut: fuchsig rotbraun, radialfaserig
Stiel: unter einer gürtelartigen Zone, wo ursprünglich der Hutrand anlag, so gefärbt wie dieser
(Diese Beschreibung ist aus BW Pilze Band 3)
Fleisch: im Schnitt ziegelrot anlaufend

Was dagegen spricht:
ich weiß auch nicht so recht?!
In Summe gefällt mir T. Colossus viel besser als der andere Pilz. Beide Arten sind Kiefernwaldbewohner,
selten und in den meisten Gegenden geschützt. Allerdings habe ich dabei kein allzu gutes Gefühl.

Vielleicht hat mich die Schlüsselei und das ewige Herumgeblätter in den verschiedensten
Nachschlagewerken völlig in die Irre geführt und mich vom Offensichtlichen abgelenkt.

Etwa so, wie es mir gelingen konnte, büschelig wachsende, braunhäuptige Pilze mit
weißen Schüppchen auf dem Hut als Hallimasch anzusprechen, wie in dieser Woche geschehen.
Hallo Rudi, ich leiste hiermit im Nachhinein Abbitte für diesen groben Unfug.

Vielleicht ist ja Jemandem hier mein Fundpilz irgendwo über den Weg gekommen.
Ich bin auf jeden Fall für jeden Hinweis dankbar.

Leider habe ich in diesem Fall wieder mal auf eine Geschmacksprobe verzichtet. Der Geruch war
irgendwie leicht mehlartig - wie bei fast allen Ritterlingen.
Mitgenommen habe ich auch nichts, da ich die Pilze lieber vor Ort zu belassen wollte.

Beste Grüße aus Berlin! Ingo

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Re: Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R..

Andreas W, (vor 7314 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

neben den beringten gibt's auch noch so ein Zwischending, der Fastberingte Ritterling (Tricholoma fracticum) und ich denke, der könnte gut hinkommen.

Grüße

Andreas

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Re: Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R..

Ingo, (vor 7314 Tagen) @ Andreas W

Hallo Ingo,
neben den beringten gibt's auch noch so ein Zwischending, der Fastberingte
Ritterling (Tricholoma fracticum) und ich denke, der könnte gut hinkommen.
Grüße
Andreas

Moin Andreas,

bei T.fracticum habe ich auch erst mal länger überlegt.
Allerdings sollte der eher bei Kalk wachsen. Der Kiefernwald
am Fundort ist auf Sand gebaut. Das sollte eigentlich auf kalkfreiern,
nährstoffarmen Boden schließen lassen. Im gleichen Waldstück gibt
es sonst auch Sandröhrlinge und Grünlinge, die ja auch auf solche
Böden stehen. Außerdem sollte T.fracticum dunklere Hutfarben aufweisen.
Aber vielleicht gibt es da ja auch Ausnahmen.

Schönen Tach noch - Ingo

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Re: Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R..

coco, (vor 7314 Tagen) @ Ingo

hallo ingo,

An dieser Stelle führte mich der Ritterlingsschlüssel auf eine andere Spur:
Riesenritterling (T.colossus)

ich kenne deinen ritterling leider nicht persönlich. sehe dennoch keine alternative zu t. colossus. schöner fund!

Etwa so, wie es mir gelingen konnte, büschelig wachsende, braunhäuptige Pilze
mit
weißen Schüppchen auf dem Hut als Hallimasch anzusprechen, wie in dieser
Woche geschehen.
Hallo Rudi, ich leiste hiermit im Nachhinein Abbitte für diesen groben Unfug.

dieser abbitte schliesse ich mich verschämt an. hatte verdrängt, dass rudi nicht immer nur schabernack treibt.

gruss von coco

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Re: Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R..

42, (vor 7314 Tagen) @ coco

dass rudi nicht immer nur schabernack treibt.

a) Nach 'nur' fehlt das Wort 'zum'
b) Du hast das folgende Wort 'Schnupftabak' sehr seltsam geschrieben

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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off topic: halb trieb es ihn, halb spült´er hin

coco, (vor 7314 Tagen) @ 42

a) Nach 'nur' fehlt das Wort 'zum'
b) Du hast das folgende Wort 'Schnupftabak' sehr seltsam geschrieben
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

ach, er treibt selbsttätig dorthin? ich dachte, der zoiglbach spüle ihn zum schmalzler.

:D coco

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Re: Seltener Ritterling, oder besser seltsamer R..

Rudi, (vor 7313 Tagen) @ coco

hatte verdrängt, dass rudi
nicht immer nur schabernack treibt.

Das muss ich energisch dementieren!!!!
damit ihr es euch merkt, lade ich euch und eure Nasen bei nächster Gelegenheit zum Blutsee ein. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!

Rudi