Spinellus fusiger *PIC*

KlausB, (vor 7309 Tagen)

Hallo,
wir haben hier im Forum schon mehrmals den Pilz Spinellus fusiger gesehen. Am letzten
Wochenende habe ich den dann auch entdeckt auf Mycena crocata (Gelbmilchender Helmling).
Es sah wirklich toll aus, sich diesen Pilz gegen das Licht zu betrachten.
Danach habe ich mir mal die Zeit genommen und mir den Pilz etwas genauer angesehen
und auch im I-Net etwas nachzuforschen.
Dabei ist folgendes herausgekommen:
Der Pilz hehört zu den Zygomycetes, und darin zur Familie der Mucorales.
Laut einem Herrn Overton gibt es 3 verschiedene Spinellus Arten, die bisher
als Parasit auf Mycena oder Collybia nachgewiesen werden konnten.

Und so sieht dieser Pilz aus.
[image]

Hier dann eine Aufnahme durch die Lupe (leider nicht sehr scharf geworden, da passt mein
Adapter nicht)
[image]

Noch eine Aufnahme durchs Mikro bei 100 fachen Vergrößerung.
[image]
Die Sporen entwickeln sich in dem runden Körper, der bei Reife (oder wenn er unter dem Glasplättchen
zerdrückt wird) die Sporen freigibt.
So sehen die Sporen aus, dickwandig, symmetrisch mit den Abmessungen (Sporen sind vermutlich
noch nicht reif)
16,1 [17,2 ; 18] 19,1 x 5,7 [6,4 ; 7] 7,7

[image]

Aus dem Stiel tritt dann eine Flüssigkeit aus, die in Wasser solche Bläschen bildet.

[image]

Und mit diesen "Wurzeln" ist der Pilz auf dem Hut des Mcena Wirtes verankert.

[image]

Dies ist keine wissenschaftliche Darstellung, sodern es hat mir einfach Spaß gemacht die Natur
im Übergangsbereich von Makro zu Mikrokosmos zu beobachten und dies zumindest ansatzweise zu dokumentieren.
Ich hoffe ihr habt etwas Spaß daran.

Klaus

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Re: Spinellus fusiger

Thomas Pruss, (vor 7309 Tagen) @ KlausB

Moin Klaus,
hochinteressant!! Kann es sein, dass die „Bläschen“ Gewebe-Zellen des Pilzes sind? Ich finde solche Untersuchungen immer sehr spannend.
Was hast du mit deinem Kondensor gemacht (wg. der hellen Überstrahlung in der Bildmitte).
Grüßlis
Thomas

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Re: Spinellus fusiger

KlausB, (vor 7309 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

Moin Klaus,
hochinteressant!! Kann es sein, dass die „Bläschen“ Gewebe-Zellen des Pilzes
sind? Ich finde solche Untersuchungen immer sehr spannend.

Ich konnte direkt die Entstehung der Bläschen im Wasser beobachten. Als die Blase mit den Sporen geplatzt ist, sind die Sporen ausgetreten und aus dem Stiel ist Flüssigkeit durch die offene Blase nach aussen geströmt, und hat dort die Blasen gebildet indem sich die Flüssigkeitsmoleküle zusammengeballt haben.

Was hast du mit deinem Kondensor gemacht (wg. der hellen Überstrahlung in der
Bildmitte).

Möglicherweise nicht richtig eingestellt, ich muß mal versuchen die Helligkeit in der Mitte, die mich schon lange stört, wegzukriegen. Ich versuchs mal durch Einstelllungsveränderung des Kondensors, allerdings bin ich nicht sicher ob das was bringt (ich hab schon alles Mögliche versucht, weiss aber nicht mehr welchen Einfluss der Kondensor hatte). Danke für den Tip

Schönen Tag noch Klaus

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Re: Spinellus fusiger

Hans-Jürgen, (vor 7309 Tagen) @ KlausB

Schöne Doku, Klaus. Ich habe mich mal an etwas Ähnlichem versucht. Wenn Du kucken magst: Hier klicken.

Laut Zychas Mucorales-Monographie gibt es insgesamt 5 Arten von Spinellus, wobei eine Art (S. gigasporus) schon von Zycha selbst bezweifelt wird. Bleiben vier übrig. Auf Pilzen ist davon bislang nur S. fusiger beobachtet worden.

Grüße
Hans-Jürgen

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Re: Spinellus fusiger

KlausB, (vor 7308 Tagen) @ Hans-Jürgen

Schöne Doku, Klaus. Ich habe mich mal an etwas Ähnlichem versucht. Wenn Du
kucken magst: Hier klicken.
Laut Zychas Mucorales-Monographie gibt es insgesamt 5 Arten von Spinellus,
wobei eine Art (S. gigasporus) schon von Zycha selbst bezweifelt wird.
Bleiben vier übrig. Auf Pilzen ist davon bislang nur S. fusiger beobachtet
worden.
Grüße
Hans-Jürgen

Hallo Hans Jürgen,
hm... wenn ich das gesehen hätte, hätte ich meinen Beitrag sicher nicht geposted. Ich halte nicht allzuviel von ständigen Wiederholungen, und deinen Beitrag hast du ja erst vor kurzem gepostet. Also Asche auf mein Haupt, ich hab nicht recherchiert bevor ich geschrieben habe. Wie heisst das so schön - vor dem handeln Gehirn einschalten. Sorry

Dein Beitrag ist wirklich Klasse. Ich benutze übrigens auch ein chinesisches Trinotubus Mikroskop für 550 Eur und bin eigentlich damit ganz zufrieden, obwohl ich noch einiges lernen muß. Meine Bilder mache ich mit einer Canon SLR, wobei ich das Objektiv abnehme und eine "Röhre" von Hama über einen Adapterring an die Kamera anflansche. Vom Trinotubus nehme ich das Okular weg, stecke die Kamera mit dem "Röhrenobjektiv" auf die Okularröhre und erhalte so die Belichtung vom Mikroskopobjektiv direkt auf den Kamerachip. Kein verwackeln, da dies gut zusammenpasst. Die Fokusierung erfolgt über den Blick durch den Kamerasucher und das gleichzeitige justieren mit der Mikroskopfocusiermechanik. Das war sehr preiswert.
Allerdings habe ich schon Belichtungsprobleme und eine ungleiche Ausleuchtung des Bildfeldes (mit starkem Licht in der Mitte und manchmal kräftigen Ringen).
Das konnte ich bisher noch nicht verbessern.

Wenn du dazu noch Tips hast wäre ich dir dankbar.

Liebe Grüße Klaus

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Re: Spinellus fusiger

Hans-Jürgen, (vor 7308 Tagen) @ KlausB

Hallo Hans Jürgen,
hm... wenn ich das gesehen hätte, hätte ich meinen Beitrag sicher nicht
geposted.

Hallo Klaus,
das ist doch gar kein Problem. Spinellus fusiger ist ein so interessanter Pilz, dass man ihn ruhig öfters mal anschauen kann. Du hast offenbar noch nicht miterlebt, wie es hier im Frühjahr von Morcheln nur so wimmelt ;-)

Meine Bilder mache ich mit einer Canon
SLR, wobei ich das Objektiv abnehme und eine "Röhre" von Hama
über einen Adapterring an die Kamera anflansche. Vom Trinotubus nehme ich
das Okular weg, stecke die Kamera mit dem "Röhrenobjektiv" auf
die Okularröhre und erhalte so die Belichtung vom Mikroskopobjektiv direkt
auf den Kamerachip. Kein verwackeln, da dies gut zusammenpasst. Die
Fokusierung erfolgt über den Blick durch den Kamerasucher und das
gleichzeitige justieren mit der Mikroskopfocusiermechanik. Das war sehr
preiswert.
Allerdings habe ich schon Belichtungsprobleme und eine ungleiche Ausleuchtung
des Bildfeldes (mit starkem Licht in der Mitte und manchmal kräftigen
Ringen).
Das konnte ich bisher noch nicht verbessern.
Wenn du dazu noch Tips hast wäre ich dir dankbar.

Wenn ich Dich richtig verstehe, steckst Du die SLR lediglich mit einem mechanischen Adapter (= "Röhre"), jedenfalls ohne Objektiv (und auch ohne Okular) in/über/auf die Okularfassung. Das kann eigentlich nicht gutgehen. Ich bin erstaunt, wie gut Deine Fotos trotz allem sind. Ich nehme mal an, dass Du ein Mikroskop mit Endlich-Optik hast. Dabei wird, vereinfacht gesprochen, ein reales Objektbild in der Okularebene scharf abgebildet, das man, wenn man durchs Okular schaut, im Unendlichen sehen kann. Um dieses im Okular sichtbare Bild auf Film (oder Sensor) aufnehmen zu können, braucht man ein Hilfsmittel, das dieses Okularbild sichtbar macht (z.B. ein Objektiv vor der Kamera oder ein Projektiv im Okularstutzen). So behelfen sich viele Leute mit digitalen Kompaktkameras, indem sie ihre Kamera (natürlich MIT Objektiv) einfach auf dem Okularstutzen fixieren. Die Alternative ist, ein Projektiv statt des Okulars einzusetzen, das das Bild (wie bei einem Diaprojektor) quasi ins Unendliche projiziert, wo man es dann auch abfotografieren kann. Dann brauchst Du auch tatsächlich kein Objektiv an Deiner SLR. Du hast auf Deinen Aufnahmen wahrscheinlich deshalb einen hellen Lichtfleck, weil das zweite Bild, das in der Mikroskopie eine Rolle spielt, nämlich das Abbild der Leuchtfeldblende, auf der Sensorebene abgebildet wird. Der Zusammenhang ist weniger kompliziert, als es sich anhört (jedenfalls in meinen Worten). Beste Information zum Thema bietet übrigens die Mikrofibel von Klaus Henkel. Die findest Du im Internet, wenn Du danach googlest.

Ich bin kein optischer Physiker, aber im Rahmen meines Verstandes helfe ich Dir gerne bei weiteren Fragen.

Herzliche Grüße
Hans-Jürgen

PS: Eine etwas aufgebohrte Version meines Spinellus-Beitrages soll im Januar in der Südwestdeutschen Pilzrundschau erscheinen. Wenn ich ein Freiexemplar übrig habe, schicke ich Dir gerne eines zu, wenn Du magst.

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Re: Spinellus fusiger

42, (vor 7307 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen und Klaus,

Du hast offenbar noch
nicht miterlebt, wie es hier im Frühjahr von Morcheln nur so wimmelt ;-)

Stimmt, das ist jedesmal furchtbar lästig, wenn wegen dieses Morchelunkrauts
in kürzester die Mülltonnen überquellen.

[...] Um dieses im Okular sichtbare Bild auf Film (oder Sensor) aufnehmen
zu können, braucht man ein Hilfsmittel, das dieses Okularbild sichtbar
macht (z.B. ein Objektiv vor der Kamera oder ein Projektiv im
Okularstutzen).

Vielleicht funktioniert Klaus' Röhre nach dem Prinzip der Lochkamera - dann
geht's auch ohne (Glas-)Optik :-)

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

@Hans-Jürgen und Rudi: Am WE in den Spessart? Dahin, wo es vielleicht die
Grünen Erdzungen gibt? Oder notfalls halt nur Steinis und Hexen und son
Kroppzeugs ...?

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@Thomas

Hans-Jürgen, (vor 7307 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

für Kroppzeug bin ich als alter Asket, wie Du weißt, immer zu haben. Möchte außerdem doch gar zu gerne mal einen Blick auf Deine Neue (ich meine die Canon) werfen, nachdem Du uns hier Bilder so konsequent vorenthältst ;-)

Ich werde am Wochenende auf alle Fälle noch mal ins Hafenlohrtal fahren, weil wir mit Psilocybe horizontalis (hünsches Arten-Epitheton, hihi) doch offenbar eine absolute Rarität gefunden haben.

Sonntag wäre perfekt. Die ursprünglich für 5.11. geplante Rammersberg-Exkursion sollten wir um eine Woche verschieben, wenn es bei Dir geht.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Spinellus fusiger

Waldschrat, (vor 7307 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen!
Endlich- bzw. Unendlichobjektiv - das sind irreführende Namen. Beide gibt es im Prinzig gar nicht. Das eine ist optisch besser korrigiert, wenn man das Objekt in eine Ebene bringt, von der die Lichtstrahlen das Objektiv dann parallel verlassen, das andere, wenn sie sich vorher vereinigen (in der Bildebene. Beides kann man sowohl mit `endlichen` als auch mit `unendlichen` machen. Es ist nur eine Frage der Objektweite.
Gruß - Waldschrat

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Re: Spinellus fusiger

KlausB, (vor 7307 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hi Hans-Jürgen,
danke für deine ausführliche Info.
Du hast meine Beschreibung richtig interpretiert, die Kamera wird ohne Objektiv und ohne Okular-Optik auf den Okularstutzen aufgesetzt.
Dies bedeuted, dass die scharfe Abbildung des Bildes, die eigentlich auf der Okularebenen erfolgt, bei meiner Konstruktion jetzt auf der Chipebene bzw dem Spiegel der SLR erfolgt. Da ich die Schärfe beim 100er Mikro-Objektiv kaum nachstellen muß kommt dies sicher zufällig bedingt durch die Okularstutzenlänge und die Länge der Röhre an der Kamera gut hin.

Wenn ich Dich richtig verstehe, steckst Du die SLR lediglich mit einem
mechanischen Adapter (= "Röhre"), jedenfalls ohne Objektiv (und
auch ohne Okular) in/über/auf die Okularfassung. Das kann eigentlich nicht
gutgehen. Ich bin erstaunt, wie gut Deine Fotos trotz allem sind. Ich
nehme mal an, dass Du ein Mikroskop mit Endlich-Optik hast. Dabei wird,
vereinfacht gesprochen, ein reales Objektbild in der Okularebene scharf
abgebildet, das man, wenn man durchs Okular schaut, im Unendlichen sehen
kann. Um dieses im Okular sichtbare Bild auf Film (oder Sensor) aufnehmen
zu können, braucht man ein Hilfsmittel, das dieses Okularbild sichtbar
macht (z.B. ein Objektiv vor der Kamera oder ein Projektiv im
Okularstutzen). So behelfen sich viele Leute mit digitalen Kompaktkameras,
indem sie ihre Kamera (natürlich MIT Objektiv) einfach auf dem
Okularstutzen fixieren. Die Alternative ist, ein Projektiv statt des
Okulars einzusetzen, das das Bild (wie bei einem Diaprojektor) quasi ins
Unendliche projiziert, wo man es dann auch abfotografieren kann. Dann
brauchst Du auch tatsächlich kein Objektiv an Deiner SLR. Du hast auf
Deinen Aufnahmen wahrscheinlich deshalb einen hellen Lichtfleck, weil das
zweite Bild, das in der Mikroskopie eine Rolle spielt, nämlich das Abbild
der Leuchtfeldblende, auf der Sensorebene abgebildet wird. Der
Zusammenhang ist weniger kompliziert, als es sich anhört (jedenfalls in
meinen Worten). Beste Information zum Thema bietet übrigens die Mikrofibel
von Klaus Henkel. Die findest Du im Internet, wenn Du danach googlest.

Danke für den Tip, die "Bibel" habe ich mir schon heruntergeladen.
Wie ich aus deiner Beschreibung vom Juli verstanden habe nutzt du auch eine SLR, wie stellst du die Verbindung zwischen Mikroskop und Kamera her?

Ich bin kein optischer Physiker, aber im Rahmen meines Verstandes helfe ich
Dir gerne bei weiteren Fragen.

Danke

Herzliche Grüße
Hans-Jürgen
PS: Eine etwas aufgebohrte Version meines Spinellus-Beitrages soll im Januar
in der Südwestdeutschen Pilzrundschau erscheinen. Wenn ich ein
Freiexemplar übrig habe, schicke ich Dir gerne eines zu, wenn Du magst.

Wäre prima wenn du mir ein Exemplar zusenden könntest, ich sende dir meine Anschrift aus meiner Mailbox aus zu.

Schönes Wochenende

Klaus

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@Thomas

Hans-Jürgen, (vor 7307 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat,

Endlich- bzw. Unendlichobjektiv - das sind irreführende Namen. Beide gibt es
im Prinzig gar nicht.

Deswegen habe ich auch nicht von Unendlich- bzw. Endlich-Objektiven, sondern von Unendlich- und Endlich-Optik gesprochen. Endlichoptik ist das klassische, herkömmliche System, bei dem das Okular unter anderem auch dazu da ist, Objektivfehler zu kompensieren. Neue Systeme (z.B. von Zeiß) sind alle Unendlich-Optiken. Beide Systeme sind untereinander nicht kompatibel. Deshalb ist es von elementarer Bedeutung, dass man weiß, ob man ein Mikroskop mit Endlich-Optik oder mit Unendlich-Optik hat. Bei der Unendlich-Optik kann man das Okular, das keinerlei Kompensationsaufgaben mehr hat (weil die von der Tubuslinse übernommen werden) ohne Probleme weglassen, bei der Endlichoptik nicht.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Spinellus fusiger

Hans-Jürgen, (vor 7307 Tagen) @ KlausB

Hi Hans-Jürgen,
danke für deine ausführliche Info.
Du hast meine Beschreibung richtig interpretiert, die Kamera wird ohne
Objektiv und ohne Okular-Optik auf den Okularstutzen aufgesetzt.
Dies bedeuted, dass die scharfe Abbildung des Bildes, die eigentlich auf der
Okularebenen erfolgt, bei meiner Konstruktion jetzt auf der Chipebene bzw
dem Spiegel der SLR erfolgt.

Das kann doch gar nicht sein. Die Ebene des reellen Zwischenbildes liegt in der unteren Brennebene des Okulars, nach DIN 58887 (und also auch bei allen gängigen, neuzeitlichen Mikroskopen) 10 mm unterhalb des oberen Tubusrandes, bei älteren Leitz sogar 18 mm darunter. Wie willst Du mit dem Sensor Deiner Kamera so weit in den Tubus hineinkommen?

Wenn Du in der Mikroskopie-Fibel die Seite 146 aufschlägst, wirst Du 5 mögliche Kombinationen von Kameras und Mikroskopen finden. Var. 2.b beschreibt Fotografie mit Kameraobjeitv und Okular, Var. 2.e ist die meine mit Projektiv (= "Projektionsokular").

Da ich die Schärfe beim 100er Mikro-Objektiv
kaum nachstellen muß kommt dies sicher zufällig bedingt durch die
Okularstutzenlänge und die Länge der Röhre an der Kamera gut hin.

Das ist bei mir auch so (bei allen Objektiven).

Danke für den Tip, die "Bibel" habe ich mir schon heruntergeladen.
Wie ich aus deiner Beschreibung vom Juli verstanden habe nutzt du auch eine
SLR, wie stellst du die Verbindung zwischen Mikroskop und Kamera her?

Ich habe einen Trinotubus, also einen eigenen dritten Stutzen für die Kamera. In dem sitzt ein Projektiv, das das vom Objektiv gelieferte Bild 2,3-fach vergrößert und wie ein Diaprojektor auf den Sensor projiziert. Auf den Kameratubus wird ein mechanischer Stutzen (eben eine "Röhre") geschraubt, an dessen oberem Ende ein Adapter mit Nikon-Bajonett sitzt, mit dem die Kamera (ohne Objektiv, versteht sich) fest mit dem Rest verschraubt wird. Das Projektiv hat leider Schwächen, habe aber noch keines gefunden, das passt, besser und bezahlbar wäre.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: @Thomas

Waldschrat, (vor 7307 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans Jürgen!
Exakt! Ich fühlte mich eher bemüßigt, eine heilige Kuh zu schlachten.
Gruß - Waldschrat

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Re: Spinellus fusiger

KlausB, (vor 7306 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Das kann doch gar nicht sein. Die Ebene des reellen Zwischenbildes liegt in
der unteren Brennebene des Okulars, nach DIN 58887 (und also auch bei
allen gängigen, neuzeitlichen Mikroskopen) 10 mm unterhalb des oberen
Tubusrandes, bei älteren Leitz sogar 18 mm darunter. Wie willst Du mit dem
Sensor Deiner Kamera so weit in den Tubus hineinkommen?

Naja, das mit dem "das kann doch gar nicht sein" würde ich etwas vorsichtiger sein. Die Praxis beweist das Gegenteil. (nicht bös gemeint)
Meiner Tochter ist leider unsere 2te Digi-Cam im Urlaub geklaut worden, sonst würde ich dir ein paar Aufnahmen mit dem Aufbau und den Abmessungen senden. Das werde ich jedoch nachholen, sobald wir wieder eine neue Kompakte haben.

Wenn Du in der Mikroskopie-Fibel die Seite 146 aufschlägst, wirst Du 5
mögliche Kombinationen von Kameras und Mikroskopen finden. Var. 2.b
beschreibt Fotografie mit Kameraobjeitv und Okular, Var. 2.e ist die meine
mit Projektiv (= "Projektionsokular").
Das ist bei mir auch so (bei allen Objektiven).
Ich habe einen Trinotubus, also einen eigenen dritten Stutzen für die Kamera.
In dem sitzt ein Projektiv, das das vom Objektiv gelieferte Bild 2,3-fach
vergrößert und wie ein Diaprojektor auf den Sensor projiziert. Auf den
Kameratubus wird ein mechanischer Stutzen (eben eine "Röhre")
geschraubt, an dessen oberem Ende ein Adapter mit Nikon-Bajonett sitzt,
mit dem die Kamera (ohne Objektiv, versteht sich) fest mit dem Rest
verschraubt wird. Das Projektiv hat leider Schwächen, habe aber noch
keines gefunden, das passt, besser und bezahlbar wäre.

Danke für die Info

Gruß

Klaus