Hallo Coco,
mich wundert, dass du die existenz von m. venenata anzweifelst. bedeutet das,
dass du sie mit m. bohemica / m. rhacodes var. hortensis synonymisierst?
Ich weiß nicht genau, wer mit wem zu synonymisieren ist oder nicht. Ich habe nur mal in Hornberg gehört, daß es mal ein "running gag" auf diversen Mykologentreffen war, mitgebrachte "venenatas" zu verspeisen. Das würde ich zwar nicht empfehlen, aber es beweist m.E. doch, daß viel, was als venenata "bestimmt" wird, nicht der Bösewicht ist, dessen Namen ihm gegeben wurde. Was an venenata wirklich dran ist, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen. Marcel Bon ist jedoch ein typischer Franzose und die neigen halt auch dazu, neue Arten im 100er-Pack zu kreiieren. Manchmal haben sie recht, oft auch nicht.
Ich halte mich natürlich an die Richtlinien der DGfM und würde venenata-Verdächtiges nicht zum Verspeisen freigeben, trotzdem muß ich ja nicht alles mal Formulierte auch glauben. Allein wenn ich mir die Authorenauffassungen zu z.B. den Plinthogali (Lactarius) in diversen Büchern ansehe, merke ich, daß es einfach viel zu viele Meinungen gibt. Bei Macrolepiota ist es ähnlich und bei den meisten anderen selteneren Arten auch. Viele Pilze, die bei uns einen gleichen Namen mit z.B. in den USA wachsenden haben, sind deswegen noch lange nicht die gleiche Art. Usw. usf.
Die Mykologie ist halt bei weitem keine so exakte Wissenschaft wie die Mathematik.
Gruß,
Werner