Neues aus dem Wald der Raritäten *PIC*

Ingo, (vor 7305 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

Wie die meisten von euch sicher auch, habe ich das Wochenende nochmal genutzt, um nach
den Fungi zu schauen. So langsam geht es ja bald zu Ende – auch wenn darauf im Moment
noch nichts darauf hinzuweisen schein. Sogar die Röhrlinge sind jetzt nochmal am Kommen.
So spät wie noch nie nach meinen Beobachtungen.

Vielleicht kann sich ja noch jemand an den Ritterling erinnern, den ich hier am vergangenen Donnerstag
als Bestimmungsproblem vorgestellt habe. Ich habe mich sehr bemüht, noch ein Exemplar zu finden
und konnte sogar zwei Fruchtkörper ausfindig machen. Nachdem ich mich damit etwas genauer auseinander-
gesetzt hatte, glaube ich nun, eine Tendenz erkennen zu können.

Der Reihe nach zeige ich nun insgesamt acht Fotos der beiden Fruchtkörper, ohne dazwischenzureden:

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Tja – was soll man dazu sagen? Nichts Alltägliches, fällt einem da zuerst mal ein!
Ich möchte daher an dieser Stelle folgenden Text vortragen:

Hut 4-11 cm breit, unregelmäßig buckelig-gewellt. Oberfläche matt bis schwach glänzend, jung
Klebrig, Rand lange eingerollt, teils schwach gekerbt, rosa-bräunlich bis kastanienbraun.
Mitte dunkler, Rand entfärbt, Huthaut abziehbar.

Lamellen breit, dick, creme, alt rostfleckig, zuletzt ziegelbraun, ausgebuchtet angewachsen und mit
Zahn herablaufend.

Stiel 4-5 x 1-1,5 cm, gedrungen, matt kahl. Basis verjüngt , wurzelnd. Oberfläche zart rötlichbraun,
Spitze creme, schwach abgesetzt.

Trama weißlich, an Fraßgänge rostfarben. Geruch stark nach Gurke bzw. Mehl, Geschmack bitter.

Mein Kommentar: Hutdurchmesser der aufgesammelten Exemplare betrug ca. 8 cm.
Der Geruch entsprach weitestgehend T. focale, sprich stark nach Mehl. Der Geschmack war leicht
mehlartig – bitterlich.
Die Beschreibung des Stiels passt leider nicht so ganz. Aber wenn man sich die
beiden Fruchtkörper so anschaut, gibt es schon da eine ziemliche Unterschiede.
Die Huthaut war übrigens sehr gut abziehbar. Ich wollte nur mal ein Stück Schmutz vom Rand
entfernen und schon war die Haut zur Hälfte fort.

Fundort war das Stück Kiefernwald, um welches ich am liebsten einen hohen Zaun ziehen würde.

Der Text stammt aus Band 3 der Großpilze Baden-Württembergs – Artikel 63.13 auf Seite 537.

Die beschrieben Art nennt sich Tricholoma stans. Ein deutscher Namen ist dort nicht angegeben.

Übrigens- Tricholoma fucatum, der scheckigbunte Ritterling, würde auch halbwegs passen,
Leider scheinen beide Arten derart selten zu sein, dass kaum noch jemand die Arten tatsächlich kennt.

Meinungen sind wie immer erwünscht und gefragt.

Eine schöne neue Woche wünscht euch allen

Euer Ingo

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Mein Tipp: T.stiatum

Thüringer-Holz, (vor 7305 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

was hälst du von T.stiatum = T.albobrunneum
der kommt in Brandenburg häufiger vor (lt. Gerhardt).
Kiefer passt, Sand passt - in Gesellschaft mit dem Grünling und dem Schwarzfaserigen R. passt und deine Bilder auch.

Schau mal.

Mfg
Felix

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Re: Neues aus dem Wald der Raritäten

Andreas ⌂, (vor 7305 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ich finde den gedanken mit Tricholoma stans gut. Den habe ich zwar nur einmal halbwegs sicher gefunden, aber das würde sehr gut passen. Es war aber ein relativ kleiner Pilz, meiner Erinnerung nach, kaum 10 cm Hutdurchmesser erreichend.

Übrigens- Tricholoma fucatum, der scheckigbunte Ritterling, würde auch
halbwegs passen,
Leider scheinen beide Arten derart selten zu sein, dass kaum noch jemand die
Arten tatsächlich kennt.

Tricholoma fucatum meine ich gut zu kennen und der Name "Scheckigbunter" Ritterling ist das Krasseste an Irreführung was mit bisher bei Pilznamen untergekommen ist. Da wäre selbst "Wohlriechender Rutenpilz" für Phallus impudicus noch zutreffender *gg*. Tricholoma fucatum zeichnet sich durch besonders düster braunolive Färbung aus - weder bunt noch scheckig ... Wo hast Du denn den Namen her?!?
Dein Pilz ist ganz sicher nicht Tricholoma fucatum.

Der Gedanke an Tricholoma striatum von Felix ist zwar auch naheliegend, aber der sollte meines Wissens eine abgesetztere Stielspitze haben und größer werden.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neues aus dem Wald der Raritäten

Ingo, (vor 7304 Tagen) @ Andreas

Tricholoma fucatum zeichnet sich durch besonders düster
braunolive Färbung aus - weder bunt noch scheckig ... Wo hast Du denn den
Namen her?!?
Dein Pilz ist ganz sicher nicht Tricholoma fucatum.

Hallo Andreas, den Namen habe ich mir aus eurem einzigartigen Werk entliehen.
Seite 561 - Bild 63.33 ;-)

gg Ingo

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Re: Neues aus dem Wald der Raritäten

Andreas ⌂, (vor 7304 Tagen) @ Ingo

Hallo Andreas, den Namen habe ich mir aus eurem einzigartigen Werk entliehen.
Seite 561 - Bild 63.33 ;-)
gg Ingo

Hallo Ingo,

man gut dass ich Tricholoma nicht verantwortlich für bin ;-)
Im Abbildungsverzeichnis steht er jedenfalls als Olivbrauner Ritterling, das passt mir besser :-))

beste Grüße,
Andreas

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Tricholoma stans?

Thüringer-Holz, (vor 7304 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

hast du meinen Vorschlag mal geprüft?

Falls es Tricholoma stans ist, hier der deutsche Name:
Rotfleckender Kiefern-Ritterling.

Bilder für Eric's DB (pilzbestimmung.de) wären wohl neu!

Mfg
Felix

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Re: Tricholoma stans?

Ingo, (vor 7303 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Ingo,
hast du meinen Vorschlag mal geprüft?
Falls es Tricholoma stans ist, hier der deutsche Name: Rotfleckender
Kiefern-Ritterling.
Bilder für Eric's DB (pilzbestimmung.de) wären wohl neu!
Mfg
Felix

Hallo Felix,

der Pilz steht meiner Ansicht nach arg auf cf! Daher möchte ich ihn
für die DB noch nicht freigeben. Ich habe ein Exemplar aber für eine
spätere Bestimmung getrocknet. Mal sehen, was die Leute vom PABB dazu
sagen. Ich habe aber genügend anderes Futter für Eric. Darum werde ich
mich dann aber im Winter kümmern. Ich kann im Moment auch noch nicht
selbst hochladen und müßte die Bilder erst zu Eric mailen. Also, ein
wenig Geduld noch.

p.s. Deinen Vorschlag habe ich auch noch nicht eingehend geprüft.
Werde es vielleicht nachher noch nachholen.

VG Ingo

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Re: Tricholoma stans vs. T. albobrunneum

Ingo, (vor 7303 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hi Felix und alle anderen Ritterlingsfreunde,

so, ich glaube jetzt habe ich's raus.

Tricholoma stans:

- abziehbare Huthaut
- Huthaut zum Rand entfärbt
- Lamellen mit Zahn herablaufend
- Trama an Fraßgängen rötlich und
- starker Mehlgeruch

Tricholoma albobrunneum:

- Trama weiß
- Huthaut rötlichbraun mit eingewachsenen, radialen Faserstreifen
- Stielspitze deutlich weiß, durch Pseudoringzone deutlich abgesetzt und
- kein Wort von abziehbarer Huthaut, herablaufenden Lamellen und entfärbtem Rand

und noch folgender Hinweis in den BW Pilzen Band 3:

Die Farbtafel in MHK Band III, Nr. 210 gehört zu T. stans, während sich der
Text als Mixtum von T.albobrunneum und T.stans vermengt.

Wenn ich deine Beiträge richtig deute, arbeitest du mit den MHK-Büchern.
Ich kenne die leider nicht, hätte sie mittlerweile aber auch gerne.

Die Bilder von meinen Funden sprechen nach meiner Auffassung eher für T. stans.
Man darf auch nicht außer acht lassen, dass es sich um eine Art handelt, die
kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. T.albobrunneum schein da häufiger zu sein.

Mein Urteil: Vielleicht 70:30 für T. stans.

Beste Grüße Ingo

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Danke für den Hinweis

Thüringer-Holz, (vor 7303 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Ja ich schaue auch in die MHK-Bände, und Tafel 210 passte voll auf deinen Fund!

und noch folgender Hinweis in den BW Pilzen Band 3: Die Farbtafel in MHK Band
III, Nr. 210 gehört zu T. stans, während sich der
Text als Mixtum von T.albobrunneum und T.stans vermengt.

Sehr nützlicher Hinweis - werde das in meinem Band 3 vermerken!!

Eine schöne Restwoche noch.

MFG
Felix