In welche Gattung ... (2 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7301 Tagen)

... soll ich denn diese Gesellen da packen???

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Im Wald dachte ich wegen der gelben Lamellen zuerst an einen Flämmling, da lag ich aber sauber daneben, die Pilze haben nämlich weißes Sporenpulver und elliptische, hyaline Minisporen (3-4 µm lang).

Kurzdiagnose:
Standort: an morschem Fichtenholz
Hut bis knapp 3 cm breit, hygrophan, wie der Stiel stellenweise mit silbrig glänzendem ockergrauem Velumbelag;
Lamellen olivgelb mit glatten Schneiden;
Fleisch wässerig braun, Geschmack etwas bitter, Geruch +/- neutral;
Vermutlich ohne Hymenialzystiden (aus Zeitmangel herbarisiert und noch nicht genauer untersucht);

Bin dankbar für jeden Hinweis!

Gruß aus München
Hias

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Re: In welche Gattung ... (2 Fotos)

Andreas ⌂, (vor 7301 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

schöner Fund, den will ich auch endlich mal finden!
Das ist Callistosporium luteoolivaceum. Aufgrund der kleinen Sporen am ehesten die var. minor BON ined. -> LUDWIG Pilzkompendium.

beste Grüße,
Andreas

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Re: In welche Gattung ... (2 Fotos)

Boletus ⌂, (vor 7301 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Dein Pilz mahnt mich stark an meinen Fund Anfang September. Dieser hat sich dann als Callistosporium luteoolivaceum entpuppt. Die Bestimmung wurde inzwischen mehrfach bestätigt.
Allerdings scheinen deine Pilze älter zu sein. Dieses Nachdunkeln der Frk. hab ich an meinen Standort auch beobachtet. Seit meinem Erstfund hat der Pilz dreimal neue Frk. ausgebildet.
Beitrag 102865

Hier kannst du noch zwei weitere Bilder meines Fundes anklicken, allerdings alles junge Exemplare.
http://www.pilz-baden.ch/galerie/luteoolivaceum.html

Grüsse Sepp

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Sakradi! ... *PIC*

interhias ⌂, (vor 7301 Tagen) @ Boletus

... gut dass ich die noch mit heim genommen habe!

Hallo Sepp und Andreas,

vielen Dank für die prompte Hilfe. War wohl ein weiser Entschluss, hier um Rat zu fragen, da hätte ich mir sonst die Finger wund blättern können.

Sowas Seltenes mitten in meinem stadtnahen Hauswald [image]

Die Fruchtkörper blassten ziemlich rasch ockerbraun aus und wurden am Scheitel teilweise sogar etwas fuchsig.

Mir dem Sporensuchen ist das so eine Sache bei diesem Schwammerl:
Den zu meiner Überraschung völlig weißen Sporenabwurf, auf einen Objektträger praktiziert, habe ich unter dem Mikroskop nicht wieder gefunden [image]

Auch ein Lamellenstückchen unter dem 40er Objektiv ist zunächst mal nur eine gelbe unstrukturierte Masse, natürlich auch ohne Sporen. Die sieht man erst unter dem Immersionsobjektiv, am besten mit Kongo eingefärbt.

Beste Grüße
Hias

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Callistosporium, da bin ich seit langem dran!

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7301 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,

das sind schöne Fotos! Ich fand diese Art schon öfters, vor allem an Kiefer oder Tanne, immer an Holz, immer mit diesen kleinen Sporen. Das ist für mich eine eigene Art, die neu klassifizeirt werden sollte.
Jetzt fand ich auch C. luteoolivaceum, in der Rheinebene, in den Trockenwäldern des Elsass. Und zwar an etwa 20 Stellen! Immer nur rudimentär am Holz und oft auf Erde neben dem Strunk.
Daneben auch C. elaeodes, eindeutig makroskopisch erkennbar.

Ich werde dazu dann etwas in der SZP (Schweiz. Zeitschrift) schreiben, möchte mich aber noch mit Eef Arnolds absprechen.

Hier ein kleiner (Provisorischer!) Schlüssel der 3 hier erscheinenden Arten:

Frkpr. deutlich olivlich,(auch Lam.), Lam. entfernt. Auf Strünken (Laubholz), meist im Moos, oft einzeln. Sporen bis 8 ym lang. Ohne Zystiden. =C. elaeodes.

Frkpr. eher braunoliv mit gelben Lam., diese normal dicht, gesellig. Direkt am Holz von Koniferen. Ohne Zystiden. Sporen bis 4,5 ym lang.(Lam. mit Nh3 kurz rosa)
= C. luteoolivaceum var. minor.

Frkpr. eher braunoliv mit gelben Lam. normal dicht bis sehr gedrängt. Um Strünke und im Umfeld dieser auf Erde, oder nur auf Erde, oft sehr gesellig. Sporen bis 6 ym lang. Mit kleinen, aber deutlichen Cheilo- und Caulozystiden.(Lam. mit Nh3 kurz rosa) = C. luteoolivaceum.

Da die HDS aus einem Filz besteht, sind die Hüte sehr veränderlich: jung und frisch oft deutlich gefärbt mit einem schönen Kontrast zu den gelben Lamellen, dann bei Trocknen verblassen sie und sind dann einem Rübling nicht unähnlich. Hier bin ich mit Bon ziemlich einig. Da wurden wieder Arten zusammengelegt, weil die Autoren diese nie lebend gesehen haben!
Dabei sind Makroskopisch, Mikroskopisch und auch Ökologisch gute Unterschiede vorhanden!

Mit vielen Grüssen, Markus

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Re: In welche Gattung ... (2 Fotos)

EricS ⌂, (vor 7301 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

Callistosporium sp. finde ich in meinen "Heim-MTB" 8112 und 8012 (Freiburg i. Br. und südlich davon) nicht selten - vor allem an Weißtanne. Dieses Jahr gab es Funde am Schönberg, bei Sulzburg und im Katzental bei Staufen (den fleißigen Lesern der Goßpilze BaWü bestimmt ein Begriff).

Bei genauerer Nachsuche an den meist schon sehr morschen Tannenstümpfen und -stämmen konnte ich auch schon weitere als selten geltende Pilze finden, so den Braunschneidigen und den Schwärzenden Wasserfuß (Hydropus marginellus bzw. H. atramentosus), den Gestreiften Faserrübling (Clitocybula lacerata) sowie den Gestielten Tannen-Porling (Podofomes trogii). Schau doch mal, ob Du diese leicht kenntlichen Pilze auch mal aufstöbern kannst.

Markus wohnt ja nicht weit weg: http://www.pilze-basel.ch/Markus_Wilhelm/grafiken_frams_verzeichn_wilhelm/frames_selten...
Und die Seiten von Enzo Musumeci aus Basel: http://www.sentieriboschivi.ch (auf Italienisch, für Dich ja kein Problem :))

Viele Grüße,
Eric

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Re: In welche Gattung ... (2 Fotos)

interhias ⌂, (vor 7300 Tagen) @ EricS

Servus Hias,
Callistosporium sp. finde ich in meinen "Heim-MTB" 8112 und 8012
(Freiburg i. Br. und südlich davon) nicht selten - vor allem an Weißtanne.
Dieses Jahr gab es Funde am Schönberg, bei Sulzburg und im Katzental bei
Staufen (den fleißigen Lesern der Goßpilze BaWü bestimmt ein Begriff).
Bei genauerer Nachsuche an den meist schon sehr morschen Tannenstümpfen und
-stämmen konnte ich auch schon weitere als selten geltende Pilze finden,
so den Braunschneidigen und den Schwärzenden Wasserfuß ( Hydropus
marginellus bzw. H. atramentosus ), den Gestreiften Faserrübling (
Clitocybula lacerata ) sowie den Gestielten Tannen-Porling ( Podofomes
trogii ). Schau doch mal, ob Du diese leicht kenntlichen Pilze auch mal
aufstöbern kannst.

Danke für die Links, Eric!
Der Fichtenprügel, auf dem ich die Callistosporium gefunden habe, war auch schon sehr morsch. Ich denke, das war ein totaler Zufallsfund. Meinen Hauswald durchstöbere ich schon lange und bin doch nie auf solche Pilze gestoßen. Mal sehen, was da noch so an Überraschungen wartet.

Grüße
Hias