Einige Bilder der letzten Tage, mit Fragen, 1,4MB *PIC*

phragmobasidie, (vor 7295 Tagen)

Guten Abend Pilzfreunde,

...hier mal ein paar Fotos von heute und letzter Woche.
Entstanden sind sie bei Hildesheim in einem Wald, der ein toller Pilzwald ist.
Traditionell werden hier viele Speisepilze gesammelt. In diesem Wald gibt
es viele unterschiedliche Biotope: Fichten-, Buchen-, Buchen-Eichen-Wälder,
Birken- und Erlengründe usw. Hier sind viele verschiedene Arten anzutreffen.
Klaus Wöldecke und Konsorten haben in diesem MTB über 1000 nachgewiesen.
Ich komme stets nicht weit (auf den Weg bezogen meinte ich eigentlich.
Aufs Bestimmen....uhh, naja so bis eine Null weniger vielleicht).
Letztes Jahr habe ich mich hier böse verlaufen, man solls kaum glauben.
Inklusive patschnass mit Pilzkorb an irgendeiner Landstraße rauskommen (oh Pein).
Nun erschließe ich mir hier aufs Neue die Wege, etwas vorsichtiger.

Über selbige gelaufen sind mir z.B.:

[image]
immer wieder ein Hingucker: Phlebia radiata

[image]
ein paar Gesichter des Horngrauen Rüblings, Rhodocollybia butyracea var.asema

[image]
Die eine oder andere Unterseite von Fichtenzapfen-Bewohnern; die eine (links) von Baeospora myosura
(Mäuseschwanzrübling), die andere (rechts) von Strobilurus esculentus (Fichtenzapfenrübling).

[image]
Gift-Häublinge (Galerina marginata agg.), interessant ist das Substrat:
Zweimal an Birke gefunden, einmal an vermutlich Erle und ein paar mal an Fichte.

[image]
So ein Fichten-Reizker (Lactarius deterrimus) kann schon mal ein wenig grünen.
Die Hut-Oberseite sah farblich ebenso aus - bis auf das Orange, welches dort gar nicht vorhanden gewesen ist.

[image]
Um so orangeroter präsentieren sich diese Geselligen Schwefelköpfe, Hypholoma marginatum

[image]
Warum dieser Blutblättrige Hautkopf (Cortinarius semisanguineus) so aufgeplatzt ist,
das weiss - vielleicht - nur er selber.

[image]
Lactarius lilacinus, Lila Milchling

---------------------------------------------------

Nun noch zwei Fragen:

Erstens, bei diesem Porling an Erle: Käme da außer Inonotus radiatus, Erlen-Schillerporling
noch was in Frage ?
[image]
[image]

Und zweitens, diese "Ziegenlippe". Olivtöne im Hut, gelbliches Basalmycel, Fleischverfärbung
besonders im mittleren Stielteil, nunja, fleischrosabräunlich. Die Farbe beim aufgeschnittenen
FK kommt ungefähr hin an meinem Monitor; das Rot auf der Aussenseite des Stieles soll nicht
weiter irritieren, das war in natura nicht ganz so kräftig.
Xerocomus subtomentosus oder ferrugineus ?
[image]
[image]

Ich hätt zwar noch haufenweise Unbekanntes/Diskutierenswertes, aber erstmal genug editiert.

Es grüßen viel tausendmal
Robin...

[image]
...und Seppi

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Re: Einige Bilder der letzten Tage, mit Fragen, 1,

Illja, (vor 7295 Tagen) @ phragmobasidie

Guten Abend Pilzfreunde,
...hier mal ein paar Fotos von heute und letzter Woche.
Entstanden sind sie bei Hildesheim in einem Wald, der ein toller Pilzwald
ist.
Traditionell werden hier viele Speisepilze gesammelt. In diesem Wald gibt
es viele unterschiedliche Biotope: Fichten-, Buchen-, Buchen-Eichen-Wälder,
Birken- und Erlengründe usw. Hier sind viele verschiedene Arten anzutreffen.
Klaus Wöldecke und Konsorten haben in diesem MTB über 1000 nachgewiesen.
Ich komme stets nicht weit (auf den Weg bezogen meinte ich eigentlich.
Aufs Bestimmen....uhh, naja so bis eine Null weniger vielleicht).
Letztes Jahr habe ich mich hier böse verlaufen, man solls kaum glauben.
Inklusive patschnass mit Pilzkorb an irgendeiner Landstraße rauskommen (oh
Pein).
Nun erschließe ich mir hier aufs Neue die Wege, etwas vorsichtiger.
Über selbige gelaufen sind mir z.B.:
immer wieder ein Hingucker: Phlebia radiata

ein paar Gesichter des Horngrauen Rüblings, Rhodocollybia butyracea var.asema

Die eine oder andere Unterseite von Fichtenzapfen-Bewohnern; die eine (links)
von Baeospora myosura
(Mäuseschwanzrübling), die andere (rechts) von Strobilurus esculentus
(Fichtenzapfenrübling).

Gift-Häublinge (Galerina marginata agg.), interessant ist das Substrat:
Zweimal an Birke gefunden, einmal an vermutlich Erle und ein paar mal an
Fichte.

So ein Fichten-Reizker (Lactarius deterrimus) kann schon mal ein wenig
grünen.
Die Hut-Oberseite sah farblich ebenso aus - bis auf das Orange, welches dort
gar nicht vorhanden gewesen ist.

Um so orangeroter präsentieren sich diese Geselligen Schwefelköpfe, Hypholoma
marginatum

Warum dieser Blutblättrige Hautkopf (Cortinarius semisanguineus) so
aufgeplatzt ist,
das weiss - vielleicht - nur er selber.

Lactarius lilacinus, Lila Milchling
---------------------------------------------------
Nun noch zwei Fragen: Erstens, bei diesem Porling an Erle: Käme da außer
Inonotus radiatus, Erlen-Schillerporling
noch was in Frage ?


Und zweitens, diese "Ziegenlippe". Olivtöne im Hut, gelbliches
Basalmycel, Fleischverfärbung
besonders im mittleren Stielteil, nunja, fleischrosabräunlich. Die Farbe beim
aufgeschnittenen
FK kommt ungefähr hin an meinem Monitor; das Rot auf der Aussenseite des
Stieles soll nicht
weiter irritieren, das war in natura nicht ganz so kräftig.
Xerocomus subtomentosus oder ferrugineus ?


Ich hätt zwar noch haufenweise Unbekanntes/Diskutierenswertes, aber erstmal
genug editiert.
Es grüßen viel tausendmal
Robin...

...und Seppi

Hallo,
heisst der Herr, der um Hannover Kartographiert nicht Knut Wöhldecke?
gruss Illja

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Re: Einige Bilder der letzten Tage, mit Fragen, 1,

phragmobasidie, (vor 7295 Tagen) @ Illja

Hallo Illja,

es handelt sich um Vater und Sohn. Beides Ausnahme-Pilzkenner.

schöne Grüße
Robin

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Re: Einige Bilder der letzten Tage, mit Fragen, 1,

ThomasHofheim, (vor 7295 Tagen) @ phragmobasidie

Hi Robin,
Dein Filzröhrling ist ein typischer ferrugineus. Die einheitliche, blaß cremeweißliche, oft auch blaßbräunlich gemaserte Trama ist charakteristisch. Bei subtomentosus ist das Fleisch im Hut mehr oder weniger gelb, im Stiel dann oft schön fleischrosa. Außerdem scheint es mir als habe sich subtomentosus jetzt endgültig in den Winterschlaf verzogen, während man ferrugineus immer noch findet.
Viele Grüße
Thomas

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Re: Einige Bilder der letzten Tage, mit Fragen, 1,

phragmobasidie, (vor 7295 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Thomas,

Sehe ich das richtig, dass die Fleischverfärbung das einzig griffige
Unterscheidungskriterium ist oder gibt es noch andere?

schöne Grüße
Robin

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Doch, es gibt schon noch andere ...

ThomasHofheim, (vor 7295 Tagen) @ phragmobasidie

... und wie immer ist das beste dazu in Anlehnung an die neueste Literatur von Jürgen Schreiner geschrieben worden: Beitrag 75872
Normalerweise muß man nicht anfangen Sporen zu messen, aber - wie Jürgen auch am Ende schreibt -, es kommen schwer einzuordnende Kollektionen vor und außerdem muß man immer noch damit rechnen, daß X. chrysonemus, eine erst kürzlich aus England beschriebene Art mit gelbem Fleisch UND gelbem Basalmyzel auch bei uns vorkommt.
Ich kenne z.B. einen warmebegünstigten Parkstandort, an dem sich subtomentosus so variabel zeigt, dass man immer wieder glaubt, ferrugineus würde mit in dem Areal stehen. Anderswo ist das dann auch tatsächlich der Fall, so dass man manchmal beide Arten sehr nahe beieinander wachsend findet.
Viele Grüße
Thomas

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Re: Doch, es gibt schon noch andere ...

phragmobasidie, (vor 7295 Tagen) @ ThomasHofheim

Die Forumssuche hätte es ja auch noch gegeben, konnte mich nicht dran erinnern,
dass der nimmermüde Jürgen das schon mal so dezidiert auseinandergenommen hat -prima, danke.
Im Falle von chrysonemus muss ich aber noch mal nachporen - was unterscheidet diesen
dann von der Ziegenlippe ?