Hallo Pilzmel,
sorry Beine, Kopf schau dorthin: Zeitschrift "Tintling" Nr. 17,
5/99; Seite 22 bzw. Gams: Kleine Kryptogamenflora, Band IIb, 2 Moser:
"Röhrlinge und Blätterpilze", Seite 263.
Gruß Waldschrat, der Nichtgrundlagenforscher
Hallo Waldschrat,
Arten oder Varietäten, das ist meist eine Aufassungssache. Der eine Autor tendiert zu scharfer Trennung, der andere zum Zusammenlegen.
*SCHLAUBERGERMODUSEIN*
Wenn Du aber, in diesem Fall, die Namen "kuehneri" bzw. "leiocephalus" verwendest, dann impliziert das automatisch, dass Du sie als Art anerkennst!
Warum? Ganz einfach deshalb, weil beide ursprünglich mal als Varietäten von plicatilis beschrieben wurden, aber unter anderem Namen:
Coprinus plicatilis var. microsporus Kühner (und nicht "micropus", wie im Tintling irrtümlich geschrieben!)
Coprinus plicatilis var. macrosporus Kühner
Diese beiden Varietäten kann man aber nicht unter diesem Namen zur Art erheben, denn es gibt bereits sowohl einen Coprinus microsporus Berkeley & Broome 1871 als auch einen Coprinus macrosporus Peck 1879. Daher mußten beide bei der Erhebung zur Art automatisch einen neuen Namen erhalten. Wohlgemerkt, es handelt sich dabei (theoretisch) nur um eine Neubennennung, nicht um eine Neubeschreibung.
Jedenfalls ist dadurch klar, dass die Namen "kuehneri" und "leiocephalus" NUR im Artrang zu verwenden sind, denn als varietäten müßtest Du sie var. microsporus und var. macrosporus nennen.
*SCHLAUBERGERMODUSAUS*
Ich halte die beiden ebenso wie alle mir bekannten derzeitigen Mykologen für gute Arten (nicht dagegen m.M. nach C. galericuliformis!) - auch die von Dir zitierten beiden Werke behandeln sie übrigens als Arten und nicht als Varietäten. Die Verietätenangabe sind nur als Synonym erwähnt.
beste Grüße,
Andreas