Artikel in der WAMS vom 25.09.2005

42, (vor 7282 Tagen)

Hallo Pilzverrückte,

eben bin ich zufällig über diesen nicht mehr ganz aktuellen Artikel gestolpert.
Ganz nett geschrieben und deshalb will ich ihn Euch nicht vorenthalten.

Etwas seltsam folgende Hans Bender zugeschriebenen Formulierungen (in den
doppelten 'Gänsefüßchen'):

---
Begehrte Speisepilzarten wie Pfifferlinge würden in unseren oft recht kleinen
Wäldern immer seltener, dafür breiteten sich Arten wie der Buchenaderzähling
aus. Viel komme "aus Holland mit dem Wind herüber", sagt er, "manche stehen in
keinem Pilzbuch".
---

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Artikel in der WAMS vom 25.09.2005

ziggi, (vor 7282 Tagen) @ 42

Viel komme "aus Holland mit dem Wind herüber", sagt er,
"manche stehen in
keinem Pilzbuch".

:o) wahrscheinlich weniger mit dem Wind als in Kleinwägen mit verdunkelten Scheiben und Raggae-Aufklebern.

bunte Grüße,
Markus

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*rofl* *oT*

AK_CCM, (vor 7282 Tagen) @ 42

- kein Text -

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Re: Artikel in der WAMS vom 25.09.2005

Heinz Ebert ⌂, (vor 7282 Tagen) @ 42

Wenn Hans Bender dazu wirklich etwas gesagt hat, dann meinte er wohl Agaricus geesterani, der in Holland entdeckt und beschrieben wurde. Hans hat die Art aber inzwischen auch in seinem Gebiet gefunden.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Pilzverrückte,
eben bin ich zufällig über diesen nicht mehr ganz aktuellen Artikel
gestolpert.
Ganz nett geschrieben und deshalb will ich ihn Euch nicht vorenthalten.
Etwas seltsam folgende Hans Bender zugeschriebenen Formulierungen (in den
doppelten 'Gänsefüßchen'): ---
Begehrte Speisepilzarten wie Pfifferlinge würden in unseren oft recht kleinen
Wäldern immer seltener, dafür breiteten sich Arten wie der Buchenaderzähling
aus. Viel komme "aus Holland mit dem Wind herüber", sagt er,
"manche stehen in
keinem Pilzbuch".
---
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Artikel in der WAMS vom 25.09.2005

AK_CCM, (vor 7282 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo Heinz,

Wenn Hans Bender dazu wirklich etwas gesagt hat, dann meinte er wohl Agaricus
geesterani, der in Holland entdeckt und beschrieben wurde. Hans hat die
Art aber inzwischen auch in seinem Gebiet gefunden.
Beste Grüße, Heinz Ebert

dann ist das aber ein Armutszeugnis von dem Redakteur, den Sinn derart zu verfälschen, sofern Hans Bender natürlich eine entsprechend präzise Aussage gemacht hat. Ansonsten kann man dahinter schon tiefgründigen Humor vermuten.

Gruß, Andreas

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Re: Artikel in der WAMS vom 25.09.2005

Heinz Ebert ⌂, (vor 7282 Tagen) @ AK_CCM

Nachdem ich den Artikel nun gelesen habe (Link beim Thread von AK-CCM) ist mir alles klar. Solche frustrierten "Schreiberlinge", die überdies von Pilzen NULL AHNUNG haben, berufen sich gerne auf namhafte Fachleute, deren Namen sie natürlich auch in ihrem Geschreibsel präsentieren, ohne jedoch dieselben den Artikel vor der Publikation gegenlesen zu lassen.
Da ich auf zehnjährige Erfahrung als Öffentlichkeitsbeauftragter der DGfM zurückblicken kann, kenne ich diese Problematik.
Gottlob gibt es auch sorgfältige Journalisten, die einen geplanten Artikel nicht nur ausführlich vorbereiten und sich sachkundig machen, sondern ihr "fertiges Produkt" vor der Publikation auch noch überprüfen lassen. Mit solchen habe ich immer gerne zusammengearbeitet.
Der Verfasser der hier zitierten Meldung gehörte sicher nicht zu diesen sorgfältig arbeitenden Journalisten.
Noch schlimmer ist es mir mal ergangen: in sehr pilzarmer Zeit vor ca. 15 Jahren kontaktierte mich jemand, der für die Illustrierte "Quick" schrieb. Ich sollte für das Treffen mit ihm unbedingt auch einige Pilze bereithalten. Weil sonst gerade keine Pilze da waren konnte ich damals nur einige Anisegerlinge (Agaricus arvensis) präsentieren, die am Fahrbahnrand einer vielbefahrenen Bundesstraße bei Daun gewachsen waren. Diese Fruchtkörper habe ich demjenigen übergeben mit dem Hinweis, dass er sie bloß nicht essen soll. Darüberhinaus informierte ich ihn noch stundenlang über Pilze "allgemein".
Ergebnis in der Illustrierten: Dicke Schlagzeile "Pilze der Eifel übermäßig schadstoffbelastet".
Seither war ich immer vorsichtig mit Presseleuten.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
dann ist das aber ein Armutszeugnis von dem Redakteur, den Sinn derart zu
verfälschen, sofern Hans Bender natürlich eine entsprechend präzise
Aussage gemacht hat. Ansonsten kann man dahinter schon tiefgründigen Humor
vermuten.
Gruß, Andreas

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besonders nett sind die 5 Gebote

michel, (vor 7281 Tagen) @ Heinz Ebert

link unten auf der verlinkten Seite, oder siehe siehe hier:
http://www.wams.de/data/2005/09/25/780181.html

hallo, da kann ich mir paar Kommentare nicht verkneifen

---Früh aufstehen - bei richtigem Wetter. Hat es in einer milden Nacht geregnet, ist die Chance groß, am folgenden Morgen Pilze zu finden. Denn viele Pilze wachsen ungeheuer schnell. Mittags ist aber vielleicht schon wieder zu spät, weil Pilzsammler Frühaufsteher sind.

Schwindlinge sind doch die besten.

---schneidet man die Pilze kurz überm Erdboden ab. Keinesfalls darf man sie ausreißen.

Schampiong is Schampiong - wen interessiert die Stielbasis, wenn die gelb verfärbt oder son komischer Sack drumrum ist.

---Vor allem eine wasserabweisende Hose. Denn nichts ist schlimmer, als in einer klitschnassen Jeans stundenlang durch den Wald zu laufen.

Was sind dagegen schon die Champis wo unten die komische Knolle dran war.

---Am besten schmecken Pilze nicht ganz frisch, sondern wenn sie etwas getrocknet sind. Vorher verwandeln sich viele Waldpilze im Topf in eine schleimige Substanz.

Z.B. Schopftintlinge, die man ausserhalb des Topfes ne Weile liegen lässt, können sich *im* Topf nicht mehr in eine schleimige Substanz verwandeln.

---Verstand: "Boah, hier ist alles voll!" klingt verdächtig. So schön ein mit Pilzen übersäter Wald auch ist - es wird einen Grund haben, warum die niemand wollte.

Die richtigen Pilze erkennt man daran, dass sie gar nicht mehr da sind. Sondern schon weggesammelt, bei allen anderen wirds einen Grund haben, warum die niemand wollte. Weiser Ratschlag, wenn man die obigen für die wichtigsten Regeln beim Pilzesammeln hält!

gruss michel ;)

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Re: köstlich! :-) *oT*

Waldschrat, (vor 7281 Tagen) @ michel

- kein Text -

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Nachfrage

florian31, (vor 7282 Tagen) @ 42

Hallo,

eine kleine Nachfrage: Was genau ist an dem Artikel jetzt so falsch oder entstellend? Ich frage nicht ironisch, sondern interessiert. Ist es nicht nur die Formulierung "viel kommt mit dem wind..."? Was sich wohl eher auf einen einzelnen Pilz beziehen sollte, wie Heinz Ebert sagt?

Stimmen die anderen Informationen nicht? --> Pfifferlinge werden weniger usw...?

Oder ist es die Darstellung, dieses indische Springkraut vertreibe allgemein unsere Pilze?:)

Ansonsten noch diese Frage: "Aber noch immer gebe es an manchen Stellen die begehrten Raritäten, in dichten jungen Fichtenwäldern könnten Hunderte von Steinpilzen wachsen, "da wo man gerade mal einen halben bis ganzen Meter zum Durchkriechen hat".

Nach dem, was ich von den PSVs (glaub es war Werner) hier gelesen habe, darf man Waldteile, in denen man sich nur so fortbewegen kann, doch gar nicht betreten? Auch das Ziel eurer Kritik?

Gruß, Florian

Hallo Pilzverrückte,
eben bin ich zufällig über diesen nicht mehr ganz aktuellen Artikel
gestolpert.
Ganz nett geschrieben und deshalb will ich ihn Euch nicht vorenthalten.
Etwas seltsam folgende Hans Bender zugeschriebenen Formulierungen (in den
doppelten 'Gänsefüßchen'): ---
Begehrte Speisepilzarten wie Pfifferlinge würden in unseren oft recht kleinen
Wäldern immer seltener, dafür breiteten sich Arten wie der Buchenaderzähling
aus. Viel komme "aus Holland mit dem Wind herüber", sagt er,
"manche stehen in
keinem Pilzbuch".
---
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Nachfrage

Heinz Ebert ⌂, (vor 7281 Tagen) @ florian31

Nun, das schlimme ist nicht nur eine "Null-Info" (die ist immer einen Tag später schon vergessen), sondern auch "Falsch-Infos" (auf die sich oft sogar berufen wird), und am schlimmsten sind die falschen Zitate von Fachleuten, die namentlich genannt werden und sich dafür in der Folge rechtfertigen müssen.
Unsauberer Journalismus sollte nach meiner Meinung strafbar sein.
Das bezieht sich nicht nur auf Pilze und Pilzkunde! Darf ich dazu ein Buch empfehlen? HEINRICH BÖLL (1974), Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Aber auch die Bücher von GÜNTER WALLRAFF sind sehr aufschlussreich. Bei Böll werden die Folgen eines unsauberen Journalismus fiktiv und bei Wallraff real dargestellt. Nach dem Letztgenanntem wurde sogar eine neue deutsche Vokabel kreiert: "Wallraffen".
Was den hier behandelten Artikel betrifft, treffen mehrere dieser Punkte zu:
a) eine "Null-Info", weil Tatsachen (Pilzrückgang, Springkraut usw.) nicht vollständig und ohne, oder mit falschem Zusammenhang wiedergegeben werden,
b) Hans Bender wird genannt, aber ohne seine - sicher ausführlichere Erklärung zur Verbreitung von Pilzen - genauso ausführlich darzustellen, sondern es wird nur ein Fetzen davon erwähnt (alles von Holland herüber, was ein Quatsch),
c) persönliche Erlebnisse eines Nicht-Pilzkenners bilden den Hauptbestandteil dieses Artikels.
Ich bin zwar kein Deutschlehrer, aber dieser Verfasser hat - wenn ich ihn denn benoten sollte - bestenfalls und mit viel Wohlwollen (!) - eine fünf-minus verdient.
Viele Leute sind vielleicht gleichgültig bei solchen Zeitungs-Enten, weil sie sich - auch wenn die Fehler erkannt wurden - persönlich nicht betroffen fühlen (man weiß ja dass das Blödsinn ist), aber genau diese Einstellung (das Dulden von sowas ohne dagegen bei der Hauptredaktion zu protestieren) führt dazu, dass ein Thema bei vielen Leuten ernst genommen wird. Wie oft musste ich schon das Argument hören "Das hat doch in der x-Zeitung gestanden!"
In diesem Sinne wünsche ich mir eine optimale Kritikfreudigkeit von allen gegenüber Zeitungsartikeln. Ich wünsche mir aber auch auch viel mehr saubere Recherchen (und Korrekturbereitschaft) bei Journalisten, die über Pilze schreiben.
Dieses Statement war mir jetzt und an dieser Stelle ein Bedürfnis, möchte aber betonen, dass nicht alle Presseleute "schlecht" sind, ich hatte negative und positive Erlebnisse. An letztere erinnere ich mich am liebsten.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo,
eine kleine Nachfrage: Was genau ist an dem Artikel jetzt so falsch oder
entstellend? Ich frage nicht ironisch, sondern interessiert. Ist es nicht
nur die Formulierung "viel kommt mit dem wind..."? Was sich wohl
eher auf einen einzelnen Pilz beziehen sollte, wie Heinz Ebert sagt?
Stimmen die anderen Informationen nicht? --> Pfifferlinge werden weniger
usw...?
Oder ist es die Darstellung, dieses indische Springkraut vertreibe allgemein
unsere Pilze?:)
Ansonsten noch diese Frage: "Aber noch immer gebe es an manchen Stellen
die begehrten Raritäten, in dichten jungen Fichtenwäldern könnten Hunderte
von Steinpilzen wachsen, "da wo man gerade mal einen halben bis
ganzen Meter zum Durchkriechen hat".
Nach dem, was ich von den PSVs (glaub es war Werner) hier gelesen habe, darf
man Waldteile, in denen man sich nur so fortbewegen kann, doch gar nicht
betreten? Auch das Ziel eurer Kritik?
Gruß, Florian

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Re: Nachfrage

Waldschrat, (vor 7281 Tagen) @ Heinz Ebert

...möchte aber betonen, dass nicht alle Presseleute "schlecht" sind.

Hallo Heinz Ebert,
was heißt schlecht sein. Auf jeden Fall dienen sie ausnahmslos der Ignoranz, Leugnung, Lüge, Entstellung, Verführung und weigern sich konsequent, zu gesellschaftlich brisanten Themen Fragewörter (wer, was, wieviel, etc., vor allem aber WARUM) zu benutzen. Oder ist Dir noch nicht aufgefallen, daß Medien zu gesellschaftlichen Ereignissen im Unterschied zu technischen nie einen Ursachenbezug anfügen?
Gruß - aufmerksamer Waldschrat

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Re: Nachfrage

Heinz Ebert ⌂, (vor 7281 Tagen) @ Waldschrat

Hallo "Waldschrat",
Da muss ich widersprechen, denn es gibt wirklich "saubere" Journalisten. Als - für mich - aktuelles Beispiel möchte ich die Rettung eines Berges anführen, um die ich mich aktuell bemühe, und bei der ein freier Journalist sich intensiv sachkundig gemacht und objektiv berichtet hat: (Zitat aus dem Artikel, der seltsamerweise nicht mehr verlinkt ist!!):

Daun/Strohn (ddp-rps). In der Vulkaneifel ist ein Streit um den weiteren Abbau vulkanischer Lava entbrannt. Das seit rund 70 Jahren bestehende Landschaftsschutzgebiet «Strohner Schweiz und Wartgesberg» in der Gemeinde Strohn im Kreis Daun soll um rund zehn Hektar verkleinert werden, damit ein Unternehmer dort weiterhin Lavasand fördern kann. Eine Bürgerinitiative (BI) und Umweltschutzverbände wollen das verhindern. Ob eine entsprechende Rechtsverordnung geändert wird, entscheidet sich Ende Juli.

Das Schutzgebiet umfasst einen Teil des längsten bekannten Lavastroms der Eifel durch das Alfbachtal, am «Sprinker Trockenmaar» vorbei. Er entstand vor rund 12 000 Jahren. Lava wird dort im Bereich des Wartgesberges schon seit Jahrzehnten abgebaut, mit bergrechtlicher Genehmigung und ohne Widerstand zuständiger Naturschutzbehörden. Rund 30 Hektar sind bereits verschwunden.

Der geplante weitere Abbau sei jedoch unverantwortlich und würde das gesamte Landschaftsbild verändern, kritisiert die Sprecherin der Bürgerinitiative, Elvira Willems. Dadurch würde der Wall des Maares angeschnitten und die Kuppe des 470 Meter hohen Wartgesberges völlig verschwinden, warnt sie.

Auch der Geotourismus in der Region wäre gefährdet, fürchtet man bei der BI. Links der Straße durch die «Strohner Schweiz» liege dann künftig ein mit EU-Zuschüssen gebauter Geo-Pfad und rechts der Straße baue man Lava ab, sagt BI-Mitglied Birgit Wagner aus dem Nachbarort Mückeln. So etwas könne man keinem Touristen vermitteln.

Gefährdet ist offenbar nicht nur das Landschaftsbild. Es gebe in dem Gebiet knapp 50 Pilzarten, die auf der rheinland-pfälzischen Roten Liste stünden, sagt der Mykologe Heinz Ebert, der an der Erstellung der Liste beteiligt war. Einzelne Arten kenne man bundesweit nur vom Wartgesberg. Zudem wüchsen dort mindestens drei Orchideenarten, die nach den Bestimmungen des Landespflegegesetzes zwingend als schutzwürdig eingestuft würden.

Ähnlich sehen es die Kreisgruppen des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Beide Verbände sprechen sich gegen die Pläne aus und pochen darauf, dass der noch bestehende Teil des Vulkanberges geschützt bleiben müsse. BUND-Sprecher Norbert Leinung erinnert an die vielen anderen Abbaustellen in der Eifel. Wo früher Berge waren, finde man heute teilweise Gruben von bis zu 100 Metern Tiefe. Wenn das so weiter gehe, werde es Mitte des nächsten Jahrhunderts in der Region 50 Berge weniger geben, warnt Leinung. Das stehe im Widerspruch zu «dem ganzen Gerede» um Geotourismus.

In der Gemeindeverwaltung Strohn hat man kein Verständnis für den Widerstand der Umweltschützer. «Wir müssen die Zukunft der Gemeinde für die nächsten 20 Jahre sichern», begründet Ortbürgermeister Alois Pohlen die Forderung nach Änderung des Landschaftsschutzgebietes und verweist auf einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss. Mit Geotourismus alleine könne man keine Gemeinde finanzieren. Die Kuppe am Wartgesberg, die noch wegkomme, schädige weder die «Strohner Schweiz» noch das «Sprinker Maar», fügt Pohlen hinzu.

Die Gemeinde fürchtet, dass das Lava-Unternehmen abzieht, wenn die Abbaufläche nicht erweitert wird. Strohn wurde durch den abgeführten Bruchzins zu einem der reichsten Dörfer der Region. Der schmuck herausgeputzte Ort wirbt überregional mit einer 120 Tonnen schweren so genannten Lavabombe, die beim Abbau entdeckt wurde, und einem überwiegend durch die Europäische Union finanzierten Museum, dem so genannten Vulkanhaus.

In der Verwaltung des Kreises Daun, die für die Änderung der Rechtsverordnung zuständig ist, hält man sich bedeckt. Stellungnahmen gebe es erst Ende Juli nach Ablauf der Offenlegungs- und Einspruchsfristen, sagt der Chef der Unteren Naturschutzbehörde, Ullrich Buchs. Er sichert zu, dass alle Einwendungen genauestens geprüft und abgewogen würden.

So weit das Zitat aus einem Artikel, den ich als "anständig recherchiert" bezeichne. Und das widerspricht auch Deiner pauschalen Fehlbeurteilung über Journalisten, aber man muss sich tatsächlich die richtigen aussuchen, da geb ich Dir recht.
Beste Grüße, Heinz Ebert

...möchte aber betonen, dass nicht alle Presseleute "schlecht"
sind.
Hallo Heinz Ebert,
was heißt schlecht sein. Auf jeden Fall dienen sie ausnahmslos der Ignoranz,
Leugnung, Lüge, Entstellung, Verführung und weigern sich konsequent, zu
gesellschaftlich brisanten Themen Fragewörter (wer, was, wieviel, etc.,
vor allem aber WARUM) zu benutzen. Oder ist Dir noch nicht aufgefallen,
daß Medien zu gesellschaftlichen Ereignissen im Unterschied zu technischen
nie einen Ursachenbezug anfügen?
Gruß - aufmerksamer Waldschrat

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Re: Nachfrage

Thomas Pruss, (vor 7281 Tagen) @ Waldschrat

Moin Waldschrat,
du solltest meiner Zunft differenzierter auf die Füße treten…
Es geht auch anders, auch, wenn man „nur“ ein „special-interest-Blatt“ macht. Unsere besten Korrekteure sind unsere Leser selbst. Manchmal übersieht man trotz aller Sorgfalt bei der Recherche den einen oder anderen Punkt, was besonders peinlich ist, wenn sich eine Adresse geändert hat oder Preise nicht mehr stimmen. Passiert immer mal, aber dann kommt ’ne Korrektur in die nächste Ausgabe
Grüßlis
Thomas

Hallo Heinz Ebert,
was heißt schlecht sein. Auf jeden Fall dienen sie ausnahmslos der Ignoranz,
Leugnung, Lüge, Entstellung, Verführung und weigern sich konsequent, zu
gesellschaftlich brisanten Themen Fragewörter (wer, was, wieviel, etc.,
vor allem aber WARUM) zu benutzen. Oder ist Dir noch nicht aufgefallen,
daß Medien zu gesellschaftlichen Ereignissen im Unterschied zu technischen
nie einen Ursachenbezug anfügen?
Gruß - aufmerksamer Waldschrat

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Re: Nachfrage

Werner, (vor 7281 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

du solltest meiner Zunft differenzierter auf die Füße treten…
Es geht auch anders, auch, wenn man „nur“ ein „special-interest-Blatt“ macht.
Unsere besten Korrekteure sind unsere Leser selbst. Manchmal übersieht man
trotz aller Sorgfalt bei der Recherche den einen oder anderen Punkt, was
besonders peinlich ist, wenn sich eine Adresse geändert hat oder Preise
nicht mehr stimmen. Passiert immer mal, aber dann kommt ’ne Korrektur in
die nächste Ausgabe

Du hast natürlich recht. Ich habe auch mal eine kurze Zeit für Fachblatt geschrieben. Dort war das auch so. Allerdings: bei "richtigen" Zeitungen sieht es da bedeutend schlechter aus. Insbesondere natürlich bei den Boulevardblättern - die aber leider die meistgelesenen sind. Eine Korrektur kann man sich bei denen ohne Anwalt komplett abschminken - und selbst dann, was nutzt mir eine Mini-Gegendarstellung, wenn vorher der Schaden in Riesen-Lettern gemacht wurde. Ich würde mir da manchmal sowas wie in den USA wünschen, daß man denen die Bude unter den Füßen wegklagen kann. Dann würde das ganz schnell besser werden. Klar, auch da müßte man dann Schutzfunktionen für die Presse einbauen, trotzdem, Ehrabschneidung ohne jegliche Wahrheitsbasis sollte m.E. mit finanziellem Ruin des Druckerzeugnisses als Risiko bewehrt sein. Die Blöd-Zeitung wär schon längst pleite, inklusive AZ und TZ hier in München.

Schon als Sanitäter vor 25 Jahren konnte ich erkennen, daß solche Käseblätter nicht mal einen Polizeibericht eines Unfalls korrekt abschreiben - da waren immer noch ein paar Verletzte/Tote etc. dazugedichtet und nicht mal die Automarken stimmten. Wenn es dann um Blut und Sperma geht, weiß man, was man denen noch glauben kann. Einzige relativ löbliche Ausnahme war damals die SZ, aber die ist ja auch kein Käseblatt.

Gruß,

Werner

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Alle Boulevardblatt-Gefrustete bitte bookmarken:

Thomas Pruss, (vor 7281 Tagen) @ Werner

www.bildblog.de/

Das wird aus Frust Lust ;-)

Grüßlis
Thomas

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Re: Nachfrage

florian31, (vor 7281 Tagen) @ Werner

thomas:

Es geht auch anders, auch, wenn man „nur“ ein „special-interest-Blatt“ macht.
Unsere besten Korrekteure sind unsere Leser selbst. Manchmal übersieht man
trotz aller Sorgfalt bei der Recherche den einen oder anderen Punkt

werner

geschrieben. Dort war das auch so. Allerdings: bei "richtigen"
Zeitungen sieht es da bedeutend schlechter aus. Insbesondere natürlich bei
den Boulevardblättern - die aber leider die meistgelesenen sind. Eine
Korrektur kann man sich bei denen...

wollte nur noch anmerken, dass das ja u.a. auch aus dem grund ganz verschiedene dinge sind, dass es sich bei den boulevardblättern in keinster weise um "übersehene punkte" handelt, wie thomas das richtig von einem fachmagazin schreibt.

sondern im gegenteil um bewusst kalkulierte verbiegungen. klar, damit sag ich nix neues, wollt das nur noch hinzufügen.

dann Schutzfunktionen für die Presse einbauen, trotzdem, Ehrabschneidung
ohne jegliche Wahrheitsbasis sollte m.E. mit finanziellem Ruin des
Druckerzeugnisses als Risiko bewehrt sein.

ja, zumindest bei dem x-ten vergehen. bei einem einzigen wär's wohl etwas schnell, denn man kann ja schlecht die gesamte redaktion in die arbeitslosigkeit entlassen, wenn EINEM ihrer mitarbeiter etwas schlimmes unterläuft bzw er absichtlich etwas falsches schreibt. bei wiederholungen dann wird's aber schon wahrscheinlicher, dass nicht nur die redaktionsinterne kontrolle versagt hat, sondern dass es so gewollt ist, um die auflagen zu stärken.

Gruß, Florian

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Re: Nachfrage

Werner, (vor 7281 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo Heinz,

Unsauberer Journalismus sollte nach meiner Meinung strafbar sein.

Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht.

Das bezieht sich nicht nur auf Pilze und Pilzkunde! Darf ich dazu ein Buch
empfehlen? HEINRICH BÖLL (1974), Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
Aber auch die Bücher von GÜNTER WALLRAFF sind sehr aufschlussreich. Bei
Böll werden die Folgen eines unsauberen Journalismus fiktiv und bei
Wallraff real dargestellt.

Diesen Empfehlungen kann ich mich auch nur anschließen.

Was den hier behandelten Artikel betrifft, treffen mehrere dieser Punkte zu:
a) eine "Null-Info", weil Tatsachen (Pilzrückgang, Springkraut
usw.) nicht vollständig und ohne, oder mit falschem Zusammenhang
wiedergegeben werden,
b) Hans Bender wird genannt, aber ohne seine - sicher ausführlichere
Erklärung zur Verbreitung von Pilzen - genauso ausführlich darzustellen,
sondern es wird nur ein Fetzen davon erwähnt (alles von Holland herüber,
was ein Quatsch),
c) persönliche Erlebnisse eines Nicht-Pilzkenners bilden den Hauptbestandteil
dieses Artikels.

Es mag ja sein, daß ich von der Presse schon viel abgebrühter bin. Trotzdem muß ich sagen, daß dies noch einer der "besseren" Pilzartikel ist. Wenn ich mir so ansehe, was dieses Jahr alles an hanebüchenen absoluten Fehlinfos verbreitet wurden, ist der schon fast wohltuend. Auch dürfte er unserer höchsteigenen Intention, nicht jeden Raffkus in den Wald zu schicken, viel besser entsprechen als die ganzen 20 kg-Steinpilze-gefunden-Artikel. Wie gesagt - ich fand den Artikel langweilig und auch nicht gut geschrieben, krasse Fehlinfos sind aber wenigstens nicht drin. Ich weiß schon, es ist natürlich wenig, mit dem man sich da zufriedengibt.

Ich würde mir auch mehr wünschen.

Meine eigenen Erfahrungen mit der Presse waren aber deutlich schlechter. Ich habe einmal den Fehler gemacht, einem Reporter, der mich in einer ganz anderen Sache (keine Pilze) angerufen hat, ein Interview von ca. 40 min am Telefon zu geben. Der Volltrottel hat sich eine reißerische Schlagzeile gemacht, einen Nebensatz unseres Gesprächs zum Artikel gemacht und das, was ich ihm in ungefähr 30 Minuten als zentralen Punkt klarzumachen versucht hatte, völlig aus dem Artikel draußengelassen. Ich forderte eine Richtigstellung der Zeitung - 3x dürft Ihr raten. Ich habe mir geschworen, in Zukunft nur noch schriftliche Stellungnahmen gegenüber der Presse abzugeben - dann kann ich diese grauenhaften Lügner wenigstens ggf. verklagen. Es handelte sich damals um ein Münchner Boulevardblatt.

Gruß,

Werner

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Re: Nachfrage

florian31, (vor 7281 Tagen) @ Heinz Ebert

Nun, das schlimme ist nicht nur eine "Null-Info" (die ist immer
einen Tag später schon vergessen)

ja gut, die sind wirklich überflüssig, aber ja noch nicht schädlich. manchmal können sie ja unterhaltsam sein, wenn sie gut beschrieben sind - aber dann dürfen sie nicht vorgeben, informationen vermitteln zu wollen. wie es ja hier geschieht.

, sondern auch "Falsch-Infos"

(auf die sich oft sogar berufen wird),

als solche würde ich dann das mit dem indischen kraut bezeichnen. es ist zwar auch eine nullinfo, weil's quatsch ist, bzw eben der richtige kontext fehlt, aber es ist in erster linie eine falschinformation. wenn man ihr glauben würde, wäre man danach der meinung, das indische kraut überwuchert unsere kompletten wälder...

falschen Zitate von Fachleuten, die namentlich genannt werden und sich
dafür in der Folge rechtfertigen müssen.

das ist natürlich wirklich unmöglich. da verzweifelt man sicher als falsch zitierter experte.

Unsauberer Journalismus sollte nach meiner Meinung strafbar sein.

ja, das finde ich auch. allerdings nicht bei solchen themen. das thema "pilze" und "natur" IST wichtig, aber wenn man das unter strafe stellen würde, dann könnte wohl gar kein journalismus mehr stattfinden, weil vieles letztens endes auch auslegungssache ist (nicht in dem fall hier, da gebe ich dir recht) und man dann als journalist eigentlich gar nicht mehr schreiben könnte.

was vor allem dann schwierig würde, wenn man tatsächlich mal einen kritischen artikel über irgendwelche dinge schreiben will. denn dabei wird immer jemand kritisiert, und wäre "falsche darstellungsweise" zu schnell strafbar, dann würde sich JEDER darauf berufen, der in einem schlechten licht dargestellt wird. und das haben viele doch verdient.

Das bezieht sich nicht nur auf Pilze und Pilzkunde! Darf ich dazu ein Buch
empfehlen? HEINRICH BÖLL (1974), Die verlorene Ehre der Katharina Blum.

ja genau, das kenne ich natürlich. und da geht's vor allem um die herabsetzung der persönlichen ehre eines menschen. da sollte sich die justiz wirklich wege suchen, das konsequent bestrafen zu können.

Aber auch die Bücher von GÜNTER WALLRAFF sind sehr aufschlussreich.

ja...das aus der bildredaktion habe ich nicht gelesen, aber ich weiß, worum's da geht.

Böll werden die Folgen eines unsauberen Journalismus fiktiv und bei
Wallraff real dargestellt. Nach dem Letztgenanntem wurde sogar eine neue
deutsche Vokabel kreiert: "Wallraffen".

kenn ich gar nicht - werd ich mir merken.

Was den hier behandelten Artikel betrifft, treffen mehrere dieser Punkte zu:
a) eine "Null-Info", weil Tatsachen (Pilzrückgang, Springkraut
usw.) nicht vollständig und ohne, oder mit falschem Zusammenhang
wiedergegeben werden

ja...würd ich schon als falschinfo bezeichnen!

b) Hans Bender wird genannt, aber ohne seine - sicher ausführlichere
Erklärung zur Verbreitung von Pilzen - genauso ausführlich darzustellen,
sondern es wird nur ein Fetzen davon erwähnt (alles von Holland herüber,
was ein Quatsch),

ja, ist nur wegen des effekts geschrieben, weil es sich gut anhört. das geht tatsächlich so nicht.

c) persönliche Erlebnisse eines Nicht-Pilzkenners bilden den Hauptbestandteil
dieses Artikels.

das wiederum finde ich nicht schlimm, ist ja eine frage, welchen stil der schreiber wählt. allerdings ist es hier ein seltsamer mix aus persönlicher beschreibung und dann doch ncoh schnell ein paar experten ranklatschen.

Ich bin zwar kein Deutschlehrer, aber dieser Verfasser hat - wenn ich ihn
denn benoten sollte - bestenfalls und mit viel Wohlwollen (!) - eine
fünf-minus verdient.

wäre das mit dem indischen kraut und dem holländischen wind nicht, fände ich ihn gar nicht so schlecht. aber so ist er wirklich nicht glänzend, geb ich dir recht.

In diesem Sinne wünsche ich mir eine optimale Kritikfreudigkeit von allen
gegenüber Zeitungsartikeln. Ich wünsche mir aber auch auch viel mehr
saubere Recherchen (und Korrekturbereitschaft) bei Journalisten, die über
Pilze schreiben.

gerade bei einem thema wie pilze kann man die betreffenden stellen gut gegenlesen lassen, wenn man nicht mehr sicher ist, ob man's richtig verstanden hat. ist ja interessant, was ihr schon alles für schlechte erfahrungen gemacht habt...

Dieses Statement war mir jetzt und an dieser Stelle ein Bedürfnis, möchte
aber betonen, dass nicht alle Presseleute "schlecht" sind, ich
hatte negative und positive Erlebnisse. An letztere erinnere ich mich am
liebsten.

ok. fühlte mich nur fast ein bisschen persönlich angesprochen, weil ich auch dazu gehöre, aber hoffe doch dann, zu letzteren :)

viele grüße, Florian