Geruch verschiedener Wulstlinge

Uli Prokop, (vor 9503 Tagen)

ich bin heute in der nähe von graz in einen wulstling - wald geraten - bis auf a. verna und eigenartiger weise rubescens war alles da - fast wie in einer ausstellung.

a. citrina und a. porphyria lassen sich vom geruch her kaum unterscheiden - beide nach faulen kartoffel ( sehr intensiv! )
a. excelsa riecht eher schwach, ebenfalls leicht kartoffelartig, aber weniger dumpf, muffig. die von mir früher beschriebene rübenkomponente fand ich heute nicht. dafür aber weitgehend geruchlose exemplare. einen rettichton ( der oft beschrieben wird ) konnte ich überhaupt nicht bemerken.
bei a. gemmata konnte ich gar keinen geruch feststellen.
a. pantherina riecht, wenn man das fleisch anbricht, schwach nach radieschen dieser geruch verschwindet aber sehr schnell und ist überhaupt undeutlich.
( fand übrigens recht stämmige exemplare, nicht die üblichen 'krepierln')
generell heißt das, dass sich nur citrina und porphyria eindeutig durch ihren geruch von etwaigen doppelgängern abgrenzen lassen.

ansonsten scheint hier in der steiermark langsam die pilzsaison auszuklingen. es ist auch empfindlich kalt geworden.
na vielleicht kommen bald die mieslinge.

grüße

uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Was zum Geier sind Mieslinge ????? *oT*

Harry, (vor 9502 Tagen) @ Uli Prokop

- kein Text -

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

t. portentosum *oT*

Uli Prokop, (vor 9502 Tagen) @ Harry

- kein Text -

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re:gestern den ersten gefunden...

Doris Kreißl, (vor 9502 Tagen) @ Uli Prokop

Hallo Uli,

habe gestern den ersten schwarzfaserigen Ritterling gefunden. Die Mutter meiner Tante (lebt leider schon lange nicht mehr) kam aus dem Böhmerwald und nannte den Pilz "Herbstling".Ihr kann ich den Pilz leider nicht mehr zeigen,ich bin mir aber trotzdem ziemlich sicher den Pilz richtig bestimmt zu haben:
Ca. 8 cm Hutdurchmesser
dunkel radial gestreifter fleischiger Pilz mit unregelmässigem Rand
Rand leicht eingerollt
Lamellen dick und weißlich
der Stiel weiß und ganz leicht gelb-grün überhaucht
Geruch ähnlich dem Grünling(den habe ich vor 3 Tagen zum ersten mal gefunden und dann auch gegessen, sehr lecker:-)),vielleicht etwas schwächer wie der Grünling aber die gleiche Geruchskomponente
kannst Du mir noch was zu dem Schwarzfaserigen sagen, gibt es noch etwas zu beachten und mit was kann ich ihn im schlimmsten Fall verwechseln?

Würde mich über Deine Antwort freuen

Viele liebe Grüße
Doris

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re:gestern den ersten gefunden... *oT*

Uli Prokop, (vor 9502 Tagen) @ Doris Kreißl

- kein Text -

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re:gestern den ersten gefunden...

Uli Prokop, (vor 9502 Tagen) @ Doris Kreißl

hallo doris

da ist jetzt eben irgendwas daneben gegangen - also noch einmal!

du beschreibst den t. portentosum ganz korrekt - aber es ist schon ein pilz, bei dem man zwei mal hinschauen sollte.
für mich sind die gelbtöne ein unverzichtbares merkmal. die ebenmäßigen exemplare, die gerhardt abbildet, sind eher die ausnahme - meist ist der hutrand gebogen und gewellt.

bei uns werden unter dem sammelberiff miesling oder schneeschwammerl zumindest 2 arten ( terreum und portentosum ) möglicherweise aber noch mehr zusammengefasst.
er war lange marktpilz, wurde dann aber verboten, da es immer wieder zu vergiftungen gekommen ist, sogar einen freund von mir, der jahrzehnte mieslinge gesammelt hat, hat es vor zwei jahren recht ordentlich erwischt.

für die vergiftungen ist in erster linie t.saponaceum verantwortlich, der zwar gut gekennzeichnet ist, aber dessen kennzeichen bei sehr jungen exemplaren mit einiger verzögerung auftreten können. eine verwechslung mit dem tigerritterling wäre schon ziemlich fahrlässig, auch der ganz andere standort macht einen solchen unfall eher unwahrscheinlich.

liebe grüße

uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

nachtrag zu t. portentosum

Uli Prokop, (vor 9502 Tagen) @ Uli Prokop

hallo doris,

noch eine anmerkung zum 'schneeschwammerl' - t. portentosum & co

heute wurde mir im kollegenkreis von einer vergiftung berichtet, die immerhin eine ganze familie für drei tage ins spital brachte ( mit magen auspumpen und allen drum und dran )
urheber soll t. virgatum ( ? )gewesen sein, der tatsächlich extrem ähnlich aussehen kann, in einem pilzgericht meiner meinung allerdings nicht zu "überschmecken" sein dürfte ( sowohl bitter, als auch brennend scharf ), die betroffenen aber keine geschmacksdifferenzen in ihrem gewohnten schwammerlgericht bemerkten.

wenn man eine rohkostprobe scheut, sind das fehlen der gelbgrün töne, bzw. hellbräunliche, ockerfarbige farbeinschläge an der stielbasis gute unterscheidungsmerkmale.
t. sciodes scheidet durch sein habitat als verwechslungsmöglichkeit aus.

liebe grüße

uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: nachtrag zu t. portentosum

Harry, (vor 9501 Tagen) @ Uli Prokop

hallo doris,
noch eine anmerkung zum 'schneeschwammerl' - t. portentosum & co
heute wurde mir im kollegenkreis von einer vergiftung berichtet, die immerhin
eine ganze familie für drei tage ins spital brachte ( mit magen auspumpen
und allen drum und dran )
urheber soll t. virgatum ( ? )gewesen sein, der tatsächlich extrem ähnlich
aussehen kann, in einem pilzgericht meiner meinung allerdings nicht zu
"überschmecken" sein dürfte ( sowohl bitter, als auch brennend
scharf ), die betroffenen aber keine geschmacksdifferenzen in ihrem
gewohnten schwammerlgericht bemerkten.
wenn man eine rohkostprobe scheut, sind das fehlen der gelbgrün töne, bzw.
hellbräunliche, ockerfarbige farbeinschläge an der stielbasis gute
unterscheidungsmerkmale.
t. sciodes scheidet durch sein habitat als verwechslungsmöglichkeit aus.
liebe grüße
uli

Hallo Ulli,

Das mit Tricholoma virgatum kann ich mir schon vorstellen.Seine unbekannten Pilzgifte führen zu einer Schädigung der gastrointestinalen Schleimhaut und lößt Erbrechen und Durchfall aus.Ferner kann es zu schweren Bauchschmerzen und Koliken kommen.Bei der Aufnahme größerer Giftmengen kann es als Folge der tagelangen ( bis 7 Tage ) Brechdurchfälle, noch zu einer vermehrten Säureanreicherung der Blutes, Austrocknung und Schock kommen.

Der Bursche ist also nicht nur wie bei Marcel Bon angegeben ungeniessbar, sondern richtig giftig.Wie er Beuteln kann, hat ja die Familie von der du berichtet hast, am eigenen Leib erfahren müßen.

Beim Sammeln des schwarzfaserigen Ritterlings ist schon eine gewisse Sorgfalt von Nöten,eine Verwechslungsgefahr mit T.virgatum ist schon gegeben.

Bye Harry

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: nachtrag zu t. portentosum

Uli Prokop, (vor 9501 Tagen) @ Harry

Hallo Ulli,
Das mit Tricholoma virgatum kann ich mir schon vorstellen.
Beim Sammeln des schwarzfaserigen Ritterlings ist schon eine gewisse Sorgfalt
von Nöten,eine Verwechslungsgefahr mit T.virgatum ist schon gegeben.
Bye Harry

hallo harry,

dass rein optisch eine äußerst aktuelle verwechslungsgefahr zwischen t. portentosum und t. virgatum besteht, ist mir schon klar - nicht ganz verstehen kann ich, wie eine ganze familie von oma und opa angefangen bis zum kleinen franzi die pilzsuppe mit genuss verspeist und die scharfen und bitteren ritterlinge nicht herausschmeckt.
hast du je einen gekostet? er hat zwar eine 'verzögerungsschärfe', wie sie einige scharfe täublinge und milchlinge auch aufweisen, aber danach ist diese schärfe wirklich brennend, sodass er seinem namen durchaus gerecht wird.
ich hab zwar keine erfahrung mit zubereiteten pilzen dieser art, glaube aber nicht, dass sich die schärfe durch das kochen verliert ( oder wäre das möglich? )

es würde mich interessieren, ob es einem laien möglich ist, an genauere
( natürlich anonymisierte )informationen zu pilzvergiftungen heran zu kommen - weißt du etwas dazu, da du die symptomatik einer virgatum - vergiftung so genau beschreibst ( diese stimmt übrigens exakt mit den mir geschilderten symptomen überein! )

grüße uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: nachtrag zu t. portentosum

Harry, (vor 9500 Tagen) @ Uli Prokop

hallo harry,
dass rein optisch eine äußerst aktuelle verwechslungsgefahr zwischen t.
portentosum und t. virgatum besteht, ist mir schon klar - nicht ganz
verstehen kann ich, wie eine ganze familie von oma und opa angefangen bis
zum kleinen franzi die pilzsuppe mit genuss verspeist und die scharfen und
bitteren ritterlinge nicht herausschmeckt.
hast du je einen gekostet? er hat zwar eine 'verzögerungsschärfe', wie sie
einige scharfe täublinge und milchlinge auch aufweisen, aber danach ist
diese schärfe wirklich brennend, sodass er seinem namen durchaus gerecht
wird.
ich hab zwar keine erfahrung mit zubereiteten pilzen dieser art, glaube aber
nicht, dass sich die schärfe durch das kochen verliert ( oder wäre das
möglich? )
es würde mich interessieren, ob es einem laien möglich ist, an genauere
( natürlich anonymisierte )informationen zu pilzvergiftungen heran zu kommen
- weißt du etwas dazu, da du die symptomatik einer virgatum - vergiftung
so genau beschreibst ( diese stimmt übrigens exakt mit den mir
geschilderten symptomen überein! )
grüße uli

Hallo Ulli,

ich weiß natürlich auch nicht ob sich die Schärfe von T. virgatum bei der Zubereitung verliert,aber dieses Merkmal scheint nicht konstant zu sein.Dähnke schreibt in ihren 1200 Pilzen von +- scharf.Das kann ich bestätigen.Meine letzte Begegnung mit dem Pilz liegt zwar schon eine Weile zurück, aber die damals gemachte Geschmacksprobe empfand ich nicht als sonderlich scharf.Es ist also denkbar,das diese Familie auch Exemplare erwischt hat,die von ihrer normalen Schärfe abgewichen sind.

Informationen zu im Krankenhaus einliegenden Vergifteten bekommst du in der Regel nicht.Ich hab im Sommer mal versucht Infos über drei Thailänderinnen, die sich hier im Saarland an Amantita phalloides vergiftet haben,zu bekommen.Vergeblich,es wird sich immer auf den Datenschutz berufen.Als Pilzsachverständiger hätte mich schon interessiert wie es zu der Vergiftung kommen konnte,aber von Seiten der Uniklinik in Homburg wurde mir gesagt es ginge mich ja eigentlich überhaupt nichts an.

Info´s über die Symptomatik der Giftpilze kannst du aber aus Bücher beziehen.Da ich ja auch kein wandelndes Lexikon bin, mußte ich auch nachlesen wie sich T.virgatum bei oraler Aufnahme bemerkbar macht.Ein recht gutes Buch ist:

Giftpilze - Pilzgifte / von Roth,Frank und Korman - erschienen im ecomed Verlag
ISBN 3-609-64730-2 .In dem Buch sind auch zahlreiche Schimmelpilze,und ihre wirkung auf den menschlichen Körper beschrieben.

ich hoffe ich konnte deine Fragen halbwegs zufriedenstellend beantworten.

Bye Harry

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re:Danke an Uli und Harry *oT*

Doris Kreißl, (vor 9499 Tagen) @ Harry

- kein Text -