Kleines Unters(ch)ichtenrätsel *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7276 Tagen)

Am Sonntag bin ich als Vorübung für die unausweichliche Wintersaison auf der Höhfeldplatte bei Thüngersheim auch ein wenig unter Bäume gekrochen. In diesem Falle unter eine liegende, entrindete Kiefer. Gefunden habe ich dort diese zwei Gesellen aus dem vielgestaltigen Reich der Pilze:

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Mit dem scharfen Glas bin ich dem einen sicher, dem zweiten noch nicht ganz auf die Schliche gekommen. Aber Ihr wisst doch bestimmt auch so, was das ist, oder? Kleiner Tipp: Einer ist ein Basidiomycet (Ständerpilz). Und mindestens einer ist kein Ascomycet (Schlauchpilz).

Na, was isses?

Gruß
Hans-Jürgen

PS Meine Auflösung - falls Ihr sie denn überhaupt braucht - wird ein Weilchen dauern. Komme morgen kaum ins Netz.

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Re: Kleines Unters(ch)ichtenrätsel

AK_CCM, (vor 7275 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

der Ständerpilz dürfte der Wilde Hausschwamm (Serpula himantoides) sein und die roten Kügelchen gehören zu einem Myxomyceten, aber keine Ahnung zu welchem. Übrigens ein hervorragendes Foto!

Gruß, Andreas

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Das Braune ... *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7275 Tagen) @ Hans-Jürgen

... ist, wie Andreas vollkommen richtig erkannt hat, der wilde Bruder des Echten Hausschwamms, Serpula himantioides, der angeblich (jedenfalls behauptet das die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Hamburg) ein Wachstumsoptimum bei 26 °C hat. Da kann man mal sehen, wo unsere November hingehen ...

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Die faltigen Stege sind etwa einen halben Millimeter breit, das Hymenialgebilde erreicht eine Dicke von einigen wenigen Millimetern (im Unterschied zu mehreren Zentimetern, die der Echte Hausschwamm ausbilden kann).

Dass es sich um einen Ständerpilz handelt, lässt sich unter dem scharfen Glas leicht nachprüfen:

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Auch Zystidiolen sind reichlich zu beobachten:

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Die Sporen sind lang elliptisch, glatt, dickwandig. Abmessungen (8,3 -) 9,8 (- 14,7) x (4,8 -) 5,9 (- 7,4). Q = (1,4 -) 1,7 (- 2,1).

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Über die Zusammensetzung des Basalfilzes gehen die Anschauungen in der Literatur auseinander. Während Breitenbach/Kränzlin (allerdings zu S. lacrimans, dem Echten Hausschwamm) ein dimitisches Hyphensystem ansetzen, gehen die Autoren der Nordic Macromycetes von einem trimitischen System aus, bestehend aus dünnwandigen, schmalen generativen Hyphen, bis zu 30 µ breiten "conductive hyphae" (was es, wenn ich Heinz Clémencons Worte richtig im Ohr habe, streng genommen nicht gibt) und "skeletal hyphae", die bei S. himantioides breiter sein sollen als bei S. lacrimans (eigentlich schon der einzige mikroskopische Unterschied).

Neben meist sehr schmalen Faserhyphen (auf dem folgenden Foto gerade eben außerhalb des Schärfebereichs) habe ich sowohl schmale als auch breitere, nie jedoch 30 µ breite Hyphen gefunden, die teils dick-, teils dünnwandig, teils mit einer pigmentierten Masse gefüllt (sekretorische Hyphen?), teils mit Kristallen besetzt sind.

Bemerkens- und herzeigenswert finde ich die ausgesprochen markante Ausbildung der Hyphensepten.

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Zu den roten Kügelchen später mehr.

Grüße
Hans-Jürgen

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Das Rote ... *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7275 Tagen) @ Hans-Jürgen

... ist, wie Andreas wiederum richtig vermutet hat (Volle Punktzahl also - und das als einziger Finisher!), ein Myxomycet, ein Schleimpilz. Weitergehende Bestimmungsversuche anhand des einen Fotos wären auch verwegene Ausritte gewesen.

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Ich habe zunächst an Trichia decipiens gedacht, die (zumindest nach Jahn, Pilze an Holz (1979), S.236, Nr. 215) ihren plasmodialen Anfang in derart knallroten Kügelchen nehmen soll. Aber bei genauerem Hinsehen zu Hause ist der Trichia-Gedanke schnell zerstoben. Seitlich betrachtet und ein wenig weiter gereift sehen die Sporocarpien so aus:

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Man erkennt sehr gut die Gliederung in den Stiel, der in einen Becher übergeht, und das eigentliche Sporenlager, dessen Peridie bereits brüchig zu werden beginnt.

Wenn man ein Exemplar auszupft (und neben ein Lineal legt), erkennt man auch den rötlichbraunen, scheibchenförmigen Hypothallus, auf dem das Sporocarpium sitzt (und die tatsächlichen Abmessungen: Durchmesser Capillitium ~ 0,5mm, Gesamthöhe ~ 1,5 - 2 mm):

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Endgültig ad acta legen musste ich den Trichia-Gedanken beim Blick durchs scharfe Glas. Trichia decipiens hat (in allen Variationen) Spiralleisten auf den Capillitienfäden, unser rothäutiger Freund aber imposante Stacheln (hier in Melzers Reagens):

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Die Fäden haben einen Durchmesser von ca. 4,7 µm, die Stacheln sind zwischen 1 und 2 µm lang. Auch Kreise und verdickte Enden (im Bild rechts oben neben einer Spore) sind zu erkennen.

Die Sporen sind (im Durchlicht) gelblich (hier per Weißausgleich weißlich geworden), feinst warzig, rundlich mit einem Durchmesser zwischen 9,5 und 10,5 µm:

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Damit bleibt für mein noch sehr elementares Myxomyceten-Verständnis nur eine Gattung übrig: Arcyria orstedtioides Flat. & Schirm. Z.Mykol. 49 (1983) 179 (nicht zu verwechseln mit A. oerstedtii!).

Die Art ist, wie man sieht, erst vor etwas mehr als zwanzig Jahren anhand von 5 Aufsammlungen aus dem Raum Kassel beschrieben worden (siehe Neubert e.a., Die Myxomyceten, Bd. 1, S.191). Weitere Funde stammen aus Nordwestoberfranken (nicht von Heinz Engel, wie man vermuten könnte, sondern von Hechler und Runck) und aus Oberösterreich (Nowotny).

So viel Novität drückt sich auch in erstaunlichen Namensunsicherheiten aus. Neubert/Nowotny/Baumann buchstabieren A. orstedtioides (woran ich mich halte).

Der Index Fungorum behält -dt- bei, entscheidet sich aber beim initialen Vokal anders: "Arcyria oerstedtioides Flatau & Schirmer, Z. Mykol. 49(2): 179 (1983)"

Die Online-Nomenklatur www.eumycetozoa.com wiederum benennt "Arcyria oerstedioides Flatau & Schirmer, Z. Mykol. 49(2):179 (1983)". So erscheint der Pilz auch auf Holgers www.nivicol.de: "Arcyria oerstedioides Flatau & Schirmer" (mit einem übrigens grell gelbstichigen Foto). Das Verzeichnis aber, in dem der zugehörige Frame steht, heißt verräterisch [link="http://www.nivicol.de/arcyria_rstedtioides.htm" TARGET="_blank">http://www.nivicol.de/arcyria_oerstedtioides.htm[/link].

Die Zeitschrift für Mykologie, die die Sache womöglich klären könnte, steht mir leider nicht zur Verfügung. Vielleicht kann ja jemand mit UB- oder Bibliotheks-Zugriff helfen?

Und mir dabei gleich sagen, ob meine Bestimmung richtig ist?

Für dieses Mal schleimige Grüße
Hans-Jürgen

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Die Gläser

Rudi, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

und die Aufgüsse scheinen dich ja gewaltig beflügelt zu haben.
Ob alles richtig ist, kann ich dir mangels schleimigem Verständnis leider nicht sagen.
Aber beeindruckend toll!!!

Grüße Rudi

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Wahnsinnige Mikrofotos

Thomas Pruss, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Moin Hans-Jürgen,
sagenhafte Fotos von unerhörter Brillianz - Chapeau!
So macht das bestimmen von Pilzen auf mikroskopischer Ebene Spaß. Und die Erläuterungen sind das Tüpfelchen auf dem „i"
Grüßlis
Thomas

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Re: Wahnsinnige Mikrofotos

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin moin Thomas,

für meine schlechten Mikrofotos habe ich hier auch schon viel Prügel bezogen *grins*. Umso mehr freut mich Dein Lob.

Gruß und Dank ins Boßelland (oder bring ich da topographisch was durcheinander?)
Hans-Jürgen

P.S. (Off-topic): Boßelkugeln, die (wie man mir sagt) die friesischen Eingeborenen noch heute zum Klootschießen verwenden, sind üblicherweise aus Pockholz. Das wiederum ist nichts anderes als das Holz des Guajakbaumes (das seinen Namen Pockholz laut Wikipedia dem Umstand verdanken soll, dass das in seine Spänen enthaltene Öl gut gegen Pocken ist [was wiederum mehr in Rudis Fachbereich zählt]). Womit wir auch schon wieder elegant den nordfriesisch-mykologischen Schlenker aufs Parkett gelegt haben: Guajak-Tinktur zählt zu den klassischen Pilzerer-Chemikalien und färbt z.B. viele Täublinge wunderschön oliv- bis blaugrün.

In diesem Sinne, Thomas: Laat n' lopen

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Re: Die Gläser

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen) @ Rudi

Vor allem im letzten Becher muss ein ganz besonderer Saft gewesen sein. Habe jedenfalls im scharfen Glas die wunderlichsten Erscheinungen gesehen (und heute am frühen Morgen die Putzfrau für eine entlaufene russische Braunbärin gehalten). Bin gespannt auf das Brain[?]storming nachher bei den lieben Kunden ...

Gruß und Dank
Hans-Jürgen

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ein View

Neee, du liegst schon richtig – topographisch

Thomas Pruss, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Gruß und Dank ins Boßelland (oder bring ich da topographisch was
durcheinander?)
P.S. (Off-topic): Boßelkugeln, die (wie man mir sagt) die friesischen
Eingeborenen noch heute zum Klootschießen verwenden, waren üblicherweise
aus Pockholz. Heute kann das kaum noch iener bezahlen. Diese originalen Kugeln findet man aber oft noch in den Boßler-Kneipen als Andenken. Und die Dinger sind wirklich sakrisch schwer!
In diesem Sinne, Thomas: Laat n' lopen

Hev ick noch nich do’n, aver ick verseuck mi mol daran. Un för jüm gift dat een „Boßel-Diplom“, wenn jüm mol jümse Fritied in (Nord-)Friesland verbringt. :-)

Grüßlis
Thomas

War übrigens ’n sehr eleganter Schlenker *ggg*

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Re: Das Rote ...

AK_CCM, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Mensch Hans-Jürgen,

Dein Beitrag ist durchgehend spitzenklasse, gefällt mir außerordentlich gut. Den Link hierher werde ich heute noch in den E-Mail-Verteiler unseres Vereins werfen.

Gruß, Andreas

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Re: Das Rote ...

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen) @ AK_CCM

Fein, Andreas. Aber wie gesagt: Arcyria o. ist ein (vielleicht guter, womöglich sogar richtiger, aber jedenfalls nicht amtlich abgesegneter) Tipp.

Vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit gleich den Link auf Johann Stangl auf Eurer Website (auf der Seite "Pilzgalerie") korrigieren. Der geht nämlich ins LEERE.

Liebe Grüße nach Augsburg
Hans-Jürgen

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Broken Link

AK_CCM, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit gleich den Link auf Johann Stangl
auf Eurer Website (auf der Seite "Pilzgalerie") korrigieren. Der
geht nämlich ins LEERE.

Danke für den Hinweis - ist korrigiert.

Viele Grüße nach Würzburg

Andreas

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Hmmm,

Andreas ⌂, (vor 7269 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Ich habe zunächst an Trichia decipiens gedacht, die (zumindest nach Jahn,
Pilze an Holz (1979), S.236, Nr. 215) ihren plasmodialen Anfang in derart
knallroten Kügelchen nehmen soll. Aber bei genauerem Hinsehen zu Hause ist
der Trichia-Gedanke schnell zerstoben. Seitlich betrachtet und ein wenig
weiter gereift sehen die Sporocarpien so aus:
Man erkennt sehr gut die Gliederung in den Stiel, der in einen Becher
übergeht, und das eigentliche Sporenlager, dessen Peridie bereits brüchig
zu werden beginnt.
Wenn man ein Exemplar auszupft (und neben ein Lineal legt), erkennt man auch
den rötlichbraunen, scheibchenförmigen Hypothallus, auf dem das
Sporocarpium sitzt (und die tatsächlichen Abmessungen: Durchmesser
Capillitium ~ 0,5mm, Gesamthöhe ~ 1,5 - 2 mm):

Aber das passt doch alles nicht schlecht zu Trichia, oder? Bin literaturlos gerade und kann deshalb nicht nachschauen, trotzdem würde ich immer noch an Trichia denken wollen.

Endgültig ad acta legen musste ich den Trichia-Gedanken beim Blick durchs
scharfe Glas. Trichia decipiens hat (in allen Variationen) Spiralleisten
auf den Capillitienfäden, unser rothäutiger Freund aber imposante Stacheln
(hier in Melzers Reagens):
Die Fäden haben einen Durchmesser von ca. 4,7 µm, die Stacheln sind zwischen
1 und 2 µm lang. Auch Kreise und verdickte Enden (im Bild rechts oben
neben einer Spore) sind zu erkennen.

Für mich sind das Spiralleisten, keine isolierten Stacheln.

Und mir dabei gleich sagen, ob meine Bestimmung richtig ist?

Ich zweifle. Di Form der Fruchtkörper sieht auch nicht gerade nach Arcyria aus, die deutlicher walzenförmige Sporocarpien haben (meiner Erinnerung nach). Aber nachschauen hab ich zugegebenermaßen auch noch nicht können.

Vielleicht liest ja Spinne mit und meldet sich noch zu Wort.
Oder Du stellst es ins DGfM-Forum, da ist auch Ulla Täglich angeschlossen, die wird Dir sicher auch kompetent Auskunft geben.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Hmmm, *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7269 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

dass ich mir nicht zu hundert Prozent sicher bin, habe ich ja angedeutet. Aber so ganz aus der Hüfte geschossen habe ich meinen Vorschlag auch wieder nicht. Die Zweifel, die Du vorträgst, glaube ich jedenfalls ganz leicht zerstreuen zu können.

Für mich sind das Spiralleisten, keine isolierten Stacheln.

Da ist, denke ich, wenig Raum für Interpretation. Unverkleinert sieht die Aufnahme so aus:

[image]

Das sind selbst bei viel Fantasie keine spiralig umlaufenden, ununterbrochenen, stegartigen Leisten, wie sie Trichia kennzeichnen (siehe Neubert e.a. 1, 296ff), sondern eindeutig Stacheln.

Di Form der Fruchtkörper sieht auch nicht gerade nach Arcyria
aus, die deutlicher walzenförmige Sporocarpien haben (meiner Erinnerung
nach). Aber nachschauen hab ich zugegebenermaßen auch noch nicht können.

Im Prinzip hast Du da schon recht. A. obvelata (früher nutans), die wahrscheinlich gängigste und bekannteste Vertreterin, hat in der Tat wie manche andere Arcyrien walzenförmige Sporocarpien. A. orstedtioides aber hat "eirunde bis birnförmige" (Neubert 190) - wie Trichia decipiens eben - und genau das habe ich vorliegen.

Das entscheidende Merkmal, das (jedenfalls nach Neubert...) Trichiaceae und Arcyriaceae unterscheidet, habe ich damals noch gar nicht untersucht, zwischenzeitlich aber überprüft: Bei Trichiaceae leuchtet das Capillitium im polarisierten Licht, bei Arcyriaceae nicht. Meine Fruchtkörper leuchten übrigens nicht.

Vielleicht liest ja Spinne mit und meldet sich noch zu Wort.
Oder Du stellst es ins DGfM-Forum, da ist auch Ulla Täglich angeschlossen,
die wird Dir sicher auch kompetent Auskunft geben.

In die Höhle der echten Experten trau' ich mich immer nicht so recht ...

Dank und Gruß
Hans-Jürgen