Speisewert von Pappelritterlingen

Ingo, (vor 7274 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

mit Interesse habe ich hier am Sonntag die Diskussion von Robin und
Andreas Gminder verfolgt, in welcher es auch um den Geschmack des
Pappelritterlings ging.

Meine Frau hatte mir vergangene Woche einige Ritterlinge mitgebracht,
die mich frappierend an die im Vormonat aufgesammelten Kiefernritterlinge
(T.stans/T.albobrunneum) erinnerten. Nur wuchsen sie in Büscheln und in
Hexenringen um die hohen, schlanken Laubbäume herum, die vor ihrer Arbeitsstätte
standen. Da ich diese Bäume kenne, war die Bestimmung daher recht einfach.

Ich habe mich also über einen weiteren (mitgebrachten) Erstfund gefreut,
und die Pilze entsorgt.
Nach diesem Beitrag habe ich es bereut, von den Ritterlingen nicht wenigstens
eine Kochprobe genommen zu haben. So bat ich meine Frau, mir doch noch ein paar
Exemplare davon mitzubringen. Gesagt, gatan - heute landeten welche davon im Topf.

Der Geruch der rohen Pilze erinnert tatsächlich stark an den von Mairitterlingen,
Grünlingen und Halsbandritterlingen. Also der typische Mehlgeruch, der auf das
Vorhandensein von Bitteraromen schließen lässt.
Nach längerem Kauen auf den rohen Pilzen ließ sich auch ein leicht bitterer
Nachgeschmack registrieren.

Im Anschluß habe ich die Pilze in Speck gedünstet und mit ein wenig Schwitze,
Salz, Pfeffer und Zitrone abgeschmeckt.
Bis auf einen gaaaanz leichten, bitteren Nachgeschmack waren keine unangenehmen
Nebenaromen zu registrieren. Die Pilze schmeckten auch keineswegs mehlig, wie
das bei Maipilzen der Fall ist. Eher noch wie Grünlinge.
Dazu muß ich aber noch sagen, dass ich die Huthäute komplett entfernt habe.
Es gibt ja von alters her die Vermutung, dass die Bitterstoffe vor allem dort
gespeichert sind. Auf keinen Fall waren in der Sauce irgendwelche unangenehmen
Aromen zu erkennen. Die hat eher delikat und pilzig geschmeckt.
Daher sollte sich die Art, wenn schon nicht als Einzelgericht, so doch zum
Verbessern von Mischgerichten eignen.

Alles in allem würde ich die Art, auf einer Skala von 1...100, etwa bei 30
einreihen.1 ist 1 und 100 ist kulinartisch daneben. Nebelkappen übrigens belegen mittlerweile
Platz 111 auf meiner Skala, die ich dafür extra erweitert habe.
Ich war letzte Woche halt nicht ganz up to date.

Demnächst wollen wir uns dann mal mit dem Speisewert von Tricholoma saponaceum
auseinandersetzen.

Schönen Abend und guten Hunger!

Ingo

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Merkt ihr was? Ingo ist Angler…

Thomas Pruss, (vor 7273 Tagen) @ Ingo

… und Angler schaffen gerne mit großen Zahlen: Pfund statt Kilo, und Geschmacksskala bis 111! ;-)))

*jetztganzschnellunterdemtischindeckunggeh*

Grüßlis
Thomas

Hallo Pilzfreunde,
mit Interesse habe ich hier am Sonntag die Diskussion von Robin und
Andreas Gminder verfolgt, in welcher es auch um den Geschmack des
Pappelritterlings ging.
Meine Frau hatte mir vergangene Woche einige Ritterlinge mitgebracht,
die mich frappierend an die im Vormonat aufgesammelten Kiefernritterlinge
(T.stans/T.albobrunneum) erinnerten. Nur wuchsen sie in Büscheln und in
Hexenringen um die hohen, schlanken Laubbäume herum, die vor ihrer
Arbeitsstätte
standen. Da ich diese Bäume kenne, war die Bestimmung daher recht einfach.
Ich habe mich also über einen weiteren (mitgebrachten) Erstfund gefreut,
und die Pilze entsorgt.
Nach diesem Beitrag habe ich es bereut, von den Ritterlingen nicht wenigstens
eine Kochprobe genommen zu haben. So bat ich meine Frau, mir doch noch ein
paar
Exemplare davon mitzubringen. Gesagt, gatan - heute landeten welche davon im
Topf.
Der Geruch der rohen Pilze erinnert tatsächlich stark an den von
Mairitterlingen,
Grünlingen und Halsbandritterlingen. Also der typische Mehlgeruch, der auf
das
Vorhandensein von Bitteraromen schließen lässt.
Nach längerem Kauen auf den rohen Pilzen ließ sich auch ein leicht bitterer
Nachgeschmack registrieren.
Im Anschluß habe ich die Pilze in Speck gedünstet und mit ein wenig Schwitze,
Salz, Pfeffer und Zitrone abgeschmeckt.
Bis auf einen gaaaanz leichten, bitteren Nachgeschmack waren keine
unangenehmen
Nebenaromen zu registrieren. Die Pilze schmeckten auch keineswegs mehlig, wie
das bei Maipilzen der Fall ist. Eher noch wie Grünlinge.
Dazu muß ich aber noch sagen, dass ich die Huthäute komplett entfernt habe.
Es gibt ja von alters her die Vermutung, dass die Bitterstoffe vor allem dort
gespeichert sind. Auf keinen Fall waren in der Sauce irgendwelche
unangenehmen
Aromen zu erkennen. Die hat eher delikat und pilzig geschmeckt.
Daher sollte sich die Art, wenn schon nicht als Einzelgericht, so doch zum
Verbessern von Mischgerichten eignen.
Alles in allem würde ich die Art, auf einer Skala von 1...100, etwa bei 30
einreihen.1 ist 1 und 100 ist kulinartisch daneben. Nebelkappen übrigens
belegen mittlerweile
Platz 111 auf meiner Skala, die ich dafür extra erweitert habe.
Ich war letzte Woche halt nicht ganz up to date.
Demnächst wollen wir uns dann mal mit dem Speisewert von Tricholoma
saponaceum
auseinandersetzen.
Schönen Abend und guten Hunger!
Ingo

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Re: Hi Thomas, kannst jetzt wieder...

Ingo, (vor 7273 Tagen) @ Thomas Pruss

...unter dem Tisch hervorkommen - die Mittagspause ist vorbei.
Hmmmh - war der Sprung auf meinem Monitor eigentlich schon immer da ???

*ggg*
I.

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guckst Du in den Monitor+nicht in die Röhre?hihihi *oT*

Hans hurter, (vor 7273 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Merkt ihr was? Ingo ist Angler…

Heinz Ebert ⌂, (vor 7273 Tagen) @ Thomas Pruss

Kennt ihr auch den Bilderwitz vom Angler und vom Pilzsucher?
-der Angler breitet die Arme weit aus um die Länge seiner Beute zu zeigen,
-der Pilzsucher hebt die ausgestreckte Hand über seinen Kopf um die Höhe seiner Beute zu demonstrieren.
-Jetzt fehlt noch was über die Jäger, und dann hätte ich über ALLE Lügner ein bisschen gelästert *g*
Beste Grüße, Heinz Ebert

… und Angler schaffen gerne mit großen Zahlen: Pfund statt Kilo, und
Geschmacksskala bis 111! ;-)))
*jetztganzschnellunterdemtischindeckunggeh*
Grüßlis
Thomas

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Re: guckst du nicht in den Monitor, dann ...

Ingo, (vor 7273 Tagen) @ Hans hurter

...guckst du halt in die Röhre. Viel Spaß beim Fernsehen Hans!
;-)
Ingo

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Re: Merkt ihr was? Ingo ist Angler…

Thomas Pruss, (vor 7273 Tagen) @ Heinz Ebert

Moin Heinz,

-Jetzt fehlt noch was über die Jäger

da kann ich aushelfen, schließlich bin ich ja auch einer:
Treffen sich zwei Jäger. Beide tot!

So gesehen bin ich polyglott: Ich kann Angler-, Jäger- und das seltenere Pilzlerlatein.
Grüßlis
Thomas

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Re: Merkt ihr was? Ingo ist Angler…

Heinz Ebert ⌂, (vor 7272 Tagen) @ Thomas Pruss

Ein Jagderlebnis hatte meine Frau am Mittwoch abend, als sie gegen eine ausgewachsene Hirschkuh kämpfte. Ergebnis: UNENTSCHIEDEN. Auto und Hirschkuh, beides kaputt. Meiner Frau ist außer dem Schrecken nichts passiert, der Opel-Corsa sieht jetzt aus wie eine Ziehharmonika.
Gruß, Heinz Ebert

Moin Heinz,
da kann ich aushelfen, schließlich bin ich ja auch einer: Treffen sich zwei
Jäger. Beide tot!
So gesehen bin ich polyglott: Ich kann Angler-, Jäger- und das seltenere
Pilzlerlatein.
Grüßlis
Thomas

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Hirschkuh

Thomas Pruss, (vor 7272 Tagen) @ Heinz Ebert

Moin Heinz,
ist die Hirschkuh aus eurem Dauner Hirsch- und Saupark ausgebüxt? ;-)
Nee, ich weiß ja, dass es in der Eifel Rotwild gibt.
Hauptsache, deine Frau ist heil geblieben. Alles andere kann man reparieren bzw. aufessen.
Ein schönes Wochenende wünscht
Thomas

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Re: Zurück zum Thema!

Ingo, (vor 7272 Tagen) @ Ingo

Wie wär's mit Pappelritterlingsragout an Hirschlende.
Hat denn schon jemand Speiseerfahrungen mit diesen Tricholomatecae gesammelt?
Sind Pappelritterlinge überhaupt häufig genug oder stehen sie auf irgendwelchen
Roten Listen? Diese Fragen aber auch immer!

*gg* Ingo

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Re: Zurück zum Thema!

Heinz Ebert ⌂, (vor 7270 Tagen) @ Ingo

Ich schätze mal, dass Pappelritterlinge genau so selten oder häufig sind wie ihre Mykorrhiza-Partner. Ich fand sie in der Eifel oft in stillgelegten Teilen von Lavagruben bei den Espen (Zitterpappeln). Bei einem Massenvorkommen habe ich auch mal einen Geschmackstest gemacht und fand sie kulinarisch nicht so toll. Es ist aber vor Jahren schon nachgewiesen worden, dass diese Art eine medizinische Wirkung hat: sie hilft gegen Allergien wie Heuschnupfen und dergleichen.
Inwieweit dieser Pilz (oder gar labortechnisch isolierte und hergestellte) Wirkstoffe dieser Art inzwischen zum Einsatz kommen, ist mir unbekannt. Die Erkenntnis ist von vor über 20 Jahren (Mykologisches Mitteilungsblatt Halle/Saale).
Beste Grüße, Heinz Ebert

Wie wär's mit Pappelritterlingsragout an Hirschlende.
Hat denn schon jemand Speiseerfahrungen mit diesen Tricholomatecae gesammelt?
Sind Pappelritterlinge überhaupt häufig genug oder stehen sie auf
irgendwelchen
Roten Listen? Diese Fragen aber auch immer!
*gg* Ingo