Dezemberfunde im Kiefernwald *PIC*

Ingo, (vor 7272 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

endlich wieder Montag! Einer kleinen Tradition folgend, möchte ich hier nochmal über den
momentanen Stand in unseren Pilzwäldern berichten. Ich bin da ja in bester Gesellschaft,
wenn man sich so im Forum umsieht. Ehrlich gesagt, fällt es auch langsam schwer, Arten
zu zeigen, die hier im Forum nicht so häufig präsentiert werden.

So habe ich mich noch einmal aufgerafft und den Campingplatz und die sandigen Kiefernwälder
mit meiner “Jagdausrüstung“ heimgesucht.

Da gab es noch einige Maronenröhrlinge in guter Qualität, vereinzelte Grünlinge in noch besserer
Qualität und ziemlich fette Habichtspilze zu bestaunen. Da ich niemanden langweilen möchte,
zeige ich davon mal keine Bilder. Auch die Parasole waren stellenweise noch zu sehen.
Damit hat diese Art ein komplettes halbes Jahr durchgezogen. Nicht schlecht!
Von Steinpilzen allerdings war nicht die geringste Spur zu sehen. Die scheint es momentan
nur in Südafrika und in Ostwestfahlen in größerer Anzahl zu geben.

Den Anfang macht heuer ein typischer Kiefernwaldbewohner des Spätherbstes:

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Frostschneckling – Hygrophorus hypotheus

In Hexenringen um Kiefernholz herum fruktizierten diese Korallenpilze:

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Nicht weiter bestimmbar, daher Ramaria spez.
Vielleicht noch ein kleiner Anhaltspunkt. Die Korallen wuchsen hauptsächlich am Rande von
geschotterten Waldwegen. Möglicherweise handelt es sich um eine kalkholde Art.

Ebenfalls am Wegrand neben Schotter waren diese Ritterlinge erschienen:

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Schwarzfaseriger Ritterling – Tricholoma portentosum - ein typischer Kiefernbegleiter des Spätherbstes.

Dann gab es auch noch einmal ein paar Nachzügler der allseits beliebten Seifenritterlinge:

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Tricholoma saponaceum; gut sechs Wochen nach dem letzten Schub.

An einem Kiefernstumpf dann eine unheimliche Begegnung mit einem alles verschlingenden Pilz:

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hier kann man sehen, wie er sich gerade über das Moos hermacht. Ein Schleimpilz wohl?!

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Die Pappelschüpplinge hatten mittlerweile an ihrem Lieblingsstandort mächtig Konkurrenz bekommen.
Dort tummelten sich so ziemlich die gleichen Arten, wie sie bereits gestern hier im Forum gezeigt
wurden. Austernseitlinge, die violetten Knorpelpilze und diese Gäste hier:

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Samtfußrübling – Flammulina velutipes

Auf Holzhäxel fand ich dann noch Massen dieser Coprinaceae:

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unbestimmbare Faserlinge – Psathyrella spez.

Und zuletzt, ich meine, der Matthias hatte sie hier vor kurzem gezeigt, diese hier:

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keulige Röhren – Macrotyphula fistulosa.
Nanu? Irgendwie dreht sich alles – war da etwa ein Fliegenpilz im Futter ;-))

Ich hoffe, der heutige Beitrag war informativ und fand euer Interesse.

Damit ist nun das Ende eines wohl einzigartigen Pilzjahres nahezu erreicht. Nicht weil mit einem
baldigen Kälteeinbruch das Ende der Pilzvielfalt ins Haus steht sondern weil das Jahr fast zu Ende
ist. Ich denke, es war auch für das Pilzepilze- Forum ein sehr gutes Jahr. Man schaue sich nur mal
im Vergleich dazu die Beiträge an, die im vergangenen Jahr um diese Zeit gepostet wurden.
Vielleicht hat der Georg ja mit seinem benachbarten Wetterforum für das rechte Klima gesorgt.

Eine schöne Woche noch und beste Grüße.

Ingo

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Matthias, (vor 7272 Tagen) @ Ingo

An einem Kiefernstumpf dann eine unheimliche Begegnung mit einem alles
verschlingenden Pilz:
hier kann man sehen, wie er sich gerade über das Moos hermacht. Ein
Schleimpilz wohl?!

Hallo Ingo,
das sieht mir nach dem Orangeroten Kammpilz Phlebia radiata aus, es ist kein Schleimpilz.

Und zuletzt, ich meine, der Matthias hatte sie hier vor kurzem gezeigt, diese
hier:
keulige Röhren – Macrotyphula fistulosa.

Da hast du recht, ich hatte die Röhrige Keule ja kürzlich hier gezeigt,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Ingo, (vor 7272 Tagen) @ Matthias

Hallo Ingo,
das sieht mir nach dem Orangeroten Kammpilz Phlebia radiata aus, es ist kein
Schleimpilz.

Hallo Matthias,

das war ja auch mit einem Fraaaagezeichen versehen.
Ist es denn typisch, dass die Kammpilze sich auch benachbarte Pflanzen
derart einverleiben. Ich dachte, das ist eher Art der Schleimpilze.

Einen schönen Abend noch - Ingo

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

AK_CCM, (vor 7272 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ja, das Einwachsen und Überwuchern ist typisch für Phlebia radiata, aber in der Welt der Pilze nicht ungewöhnlich, wenn man z.B. an Porlinge denkt, die sich von Gräsern bis Zweigen alles möglich "einverleiben".

Tolle Bilderserie, vor allem die Frostschnecklinge haben es mir angetan, weil ich noch nie welche gefunden habe.

Gruß, Andreas

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Ingo, (vor 7271 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

nicht verzagen mit den Frostschnecklingen. Bei dir gibt's doch auch Kiefern, oder?
Immerhin ist es die einzige Art aus dieser Fraktion, die ich bisher gefunden habe.
Ach so, von den (wohlriechenden) Amarettostinkern hatte ich ja im letzten Jahr
auch noch zwei Miniexemplare. Macht also zwei Artfunde - Hammer!!!

Viele Grüße und Danke für die "Blumen"
Ingo

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Steininger, (vor 7271 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
als treuer "Zuschauer" deines Montagskinos hatte ich gar nicht mehr
mit einem weiteren "Film" gerechnet.Das ist zum Ende des Pilzjahres
(wer weiß,wer weiß?) noch einmal ein informativer Beitrag mit sehr
schönen Bildern.
Gruß
Wolfgang

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Ingo, (vor 7271 Tagen) @ Steininger

Hallo Wolfgang,

schön dass dir der Film gefallen hat. ich habe eigentlich auch nicht mehr mit
Montagskino gerechnet. Hat sich halt so ergeben. Wenn ich daran denke,
dass ich bereits im September einen solchen Beitrag mit "Das Ende der Pilzsaison?"
betitelt habe.

Was solls! Maximal dreimal ist es noch möglich in diesem Jahr. Theoretisch aber
nur, denn der 25.12. zählt ja eigentlich als Feiertag.

Schöne Grüße - Ingo

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Josef Christan, (vor 7271 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
deine Koralle scheint Ramaria apiculata zu sein.
Zur Sicherheit müsste noch mikroskopiert werden,
was ich gerne übernehmen kann.
Grüße
Josef

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Re: Dezemberfunde im Kiefernwald

Ingo, (vor 7271 Tagen) @ Josef Christan

Hallo Josef,

schönen Dank für dein Angebot, die Ramaria zu mikroskopieren.
Leider habe ich diesesmal keine Pilze zwecks näherer Bestimmung
mitgenommen. Ich denke auch nicht, dass ich in diesem Jahr nochmal
dort vorbeikomme.
Nebenbei - die Fruchtkörper waren ziemlich klein. Höchstens so
zwischen 3 und 5 cm hoch bei ähnlichem Durchmesser.
Lassen wir sie also als cf überwintern. Mit etwas Glück sind sie
nächstes Jahr wieder da.

Beste Grüße in den Süden
Ingo