Fragen zum Austernpilz

Florian_M, (vor 7268 Tagen)

Hallo liebe Pilzkenner,

da ich in letzter Zeit sehr viele Austernpilze finde und mir dieser Pilz geschmacklich auch sehr zusagt würde ich gern einige Fragen loswerden.

1. Stimmt es das die Sporen dieses Pilzes giftig sind (falls ja was bedeutet das für den Konsum)?

2. Sind Austernpilze standorttreu ( gibts die nächstes Jahr an den selben Bäumen wieder)?

3. Wächst aus den abgeschnittenen Stielen wieder etwas nach?

4. Gibt es giftige Pilze (Schleim, Schimmel..) die ebenfalls auf Buchenholz wachsen und die den Austernpilz eventuell parasitieren (an einigen meiner Fundstellen ist das Holz schon sehr moderig/schimmelig)?

Für die Beantwortung der einen oder anderen Frage schon einmal vielen Dank---Florian

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Re: Fragen zum Austernpilz

Waldschrat, (vor 7268 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,
zu Pkt 1: Gekocht höchstwahrscheinlich ungiftig, denn Massen verzehrten sie anscheinend ohne negative Nachwirkungen. Rohe Sporen wahrscheinlich auch, denn zumindest ich verzehre gelegentlich ein Stück Austernseitling im Wald roh und ihre Gegenwehr blieb bislang unbemerkt.
zu Pkt 2: 2 Jahre hintereinander fand ich Austernseitlinge am selben Holz, danach nicht mehr.
Gruß - Waldschrat

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Re: Fragen zum Austernpilz

winerius, (vor 7267 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,

++++1. Stimmt es das die Sporen dieses Pilzes giftig sind (falls ja was bedeutet das für den Konsum)?

Giftig kann man eigentlich nicht sagen, in der Literatur werden Sie als hochpotente Allergene bezeichnet, das heißt die Sporen sind in der Lage in kürzester Zeit eine exogene allergische Alveolitis (Pilzzüchterlunge) auszulösen. Wie bei allen Allergien weiß man selbst nie ob es ein trifft oder nicht. Allerdings treten die Allergien, meist bei intensiver Inhalation (in Zuchtbetrieben) auf. Die Zuchtform des Austernseitlings soll in dieser Hinsicht wesentlich aggressiver sein als seine „wildwachsenden“ Brüder. Die Gefahren für den Pilzsammler sind also eher gering. Ob die Sporen nach der Zubereitung ihr allergenes Potential behalten kann ich nicht sagen. Die Gefahr(wenn man es denn so nennen will) besteht ja im Einatmen der Sporen und für gewöhnlich nimmt das Essen nicht den Umweg über die Bronchien:-) also gibt es beim verspeisen der Pilze sicher keine Bedenken.

++++2. Sind Austernpilze standorttreu ( gibts die nächstes Jahr an den selben Bäumen wieder)?

Die Chancen sind zumindest sehr gut. Der Pilz ist auf jeden Fall noch da und bei günstigen Umweltbedingungen wird er auch Fruchtkörper bilden.

++++3. Wächst aus den abgeschnittenen Stielen wieder etwas nach?

Soweit ich informiert bin nicht.

++++4. Gibt es giftige Pilze (Schleim, Schimmel..) die ebenfalls auf Buchenholz wachsen und die den Austernpilz eventuell parasitieren (an einigen meiner Fundstellen ist das Holz schon sehr moderig/schimmelig)?

Irgendwie muss der Fruchtkörper des Austernseitlings ja auch zersetzt werden, der ein oder andere Schimmelpilz wird sich der Sache schon annehmen, vermute ich mal, ohne das ich Dir dazu näheres sagen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Werner

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Re: Fragen zum Austernpilz

Stephan Weißer, (vor 7266 Tagen) @ winerius

zu 1:
ungiftig, aber angeblich allergen

zu 2:
ja, "der Pilz hockt drin"; allerdings nur bis das Substrat aufgezehrt ist. Dann bemächtigen sich andere Pilze dieses Stammes. Das ist bei allen Saprobionten so.

zu 3:
grundsätzlich nein; bei nachlässigem Abschneiden hat man vielleicht mal den einen oder anderen Hut übrig gelassen - aber ob der dann weiterwächst? Meine Mutter schwört: ja!

zu 4:
ja, bestimmt; gerade dann wenn Frostperioden mit Tauwetterperioden dauernd abwechseln. Beim Austernpilz sollte man jeden einzelnen Hut genau anschauen!