Hallo,
nachdem ich aus dem Forum gelernt habe, dass man Birkenpilz,
Riesenschirmling, Mönchskopf, Hallimasch und jetzt anscheinend sogar
Schopftintling trocknen kann (alles Pilze von denen ich irgendwo gelesen
hatte dass das nicht geht), frage ich mich, ob man denn ALLE Speisepilze
trocknen kann, oder ob es Pilze gibt, die dann ungenießbar oder gar giftig
werden.
Wie siehts z.B. mit den Milchlingen aus, hat da jemand Erfahrung? Was
passiert mit den Bitterstoffen bzw. der Schärfe? Bleiben die oder
verschwinden sie? Gibts vielleicht sogar Pilze die frisch ungeniessbar
oder von schlechtem Geschmack sind, die aber nach dem Trocknen gut werden?
Trockene Grüße,
Hajo.
Hallo Hajo,
ja, prinzipiell kann man alle Pilze trocknen. Essbare Pilze werden durch das Trocknen nie giftig, bitter, ungenießbar o.ä.. Allerdings bleiben manche Arten recht zäh und quellen nicht mehr gut auf, so z.B. der Pfiferling. Daher rät man davon ab, denn er ist sowieso schon schwer verdaulich. Aber selbstverständlioch kann man ihn trocknen, mahlen und als Pilzpulver verwerten.
Eine Einschränkung gibt es allerdings beim bedingungslosen Ja zum Pilzetrocknen:
Du brauchst ein geeignetes Trockengerät. Schlecht trockende Pilze kriegst du auf der Fensterbank / Heizkörper nicht schnell genug trocken und sie verderben dann bevor sie vollständig getrocknet sind. Deshalb gelten Schopftintlinge, Hallimasch, die weichen Röhrlinge (Goldröhrling, Rotfuß etc.) usw. als nicht trockenbar, was aber auf einem Dörrex problemlos möglich ist. Habe gerade erst ein Sieb voll Schopftintlinge in Gläser gefüllt.
Wie David schreibt, verwenden die Finnen Frühjahrslorcheln nur getrocknet und dann scheinen sie ungefährlich zu sein. Jedenfalls gibt es keinen gesicherten Nachweis über eine Lorchelvergiftung von GETROCKNETEN Lorcheln und in diesem Zustand darf sie in Finnland auch gehandelt werden.
Ob die scharfen Milchlinge und Täublinge sich (positiv) verändern, weiß ich nicht. Aber mit der Schärfe ist das bei denen eh so eine Sache. Mir brahcte letzthin eine Frau den Haselmilchling (Lactarius hortensis) in die Beratung. Ich sagte ihr, der Pilz sei sehr scharf und daher ncht eßbar, worauf sie mir gestand, dass sie die Pilzew gestern schon gegessen hat und sie ihr gut geschmeckt hätten, auch wenn sie roh so scharf waren (was sie durchaus bemerkt hatte)!
Gruß,
Andreas