Aschenbrödel *PIC*

Piwo, (vor 7238 Tagen)

über die Feiertage habe ich Brandstellenpilzen gesucht und auf einer etwa 4 Monate alten Brandstelle (verbrannte Weichhölzer) zahlreiche Becherlinge gefunden, die mich viel Zeit kosteten, ohne daß ich jetzt sicher wäre mit meinen Bestimmungen. Ich bitte also Märchen- und insbesondere Ascokenner um ihr Meinungsbild. Interessant war, daß drei Vertreter der Gattung Anthrocobia unterschiedlich auf Melzer reagierten: eine Art überhaupt nicht, eine andere färbte sich grünlich (leicht gegen spangrün) und die dritte färbte sich intensiv spangrün.
Benutzte Literatur: PdS, Bd.1; Moser, Ascomyceten; Nordic Macromycetes, Vol. 1

[image]

Anthracobia cf. melaloma: die häufigste Art an der Brandstelle Paraphysen färben sich in Melzer grünlich (nicht intensiv spangrün), apikal keulig verdickt 5-7(8). Hyphen der Außenseite (Haare) schlank apikal leicht kopfig bis 7, braun, meist 2(3)fach septiert. Sporen: elliptisch mit 2 Tropfen, glatt, 15-16(18) x 8-9

[image]

hellorange A. macrocystis, schmutzig orange A. cf. melaloma. A. macrocystis: Paraphysen locker (lückig), grobkörnig goldgelb gefüllt, apikal keulig (kopfig) 5-7 (8), einmal vermessen 90 x 7, färben sich in Melzer intensiv spangrün. Hyphen: zylindrisch, septiert 65 x 6, dickwandig, blaß gelbbraun. Sporen: schlank elliptisch, mit 2 Guttulen, glatt, 18-20 x 8-9. Asci: 190-210 x 9-10

[image]

A. cf. maurilabra: Durchmesser bis 4 mm, jung kugelig, später flach tellerförmig, hell braungrau, Außenseite dunkelbraun kleiig. Paraphysen verfärben sich mit Melzer nicht grün, apikal schwach keulig 4-6, auf der Länge 2. Hyphen am Rand: braun, dickwandig, 2-3fach septiert, apikal leicht keulig, 110-120 x 6-8. Sporen: 16-18 x 8-8,5. Asci: 190-195 x 10 (3x gemessen)

[image]

die mit Pfeilen gekennzeichneten düsteren Becherlinge sind sog. Beifänge. Ich habe sie erst auf dem Computerbild entdeckt. Sie machen ihrem Namen als Schlauchpilze alle Ehre: ich stehe nämlich auf demselben.
Bis 2 mm Durchmesser, düster olivbraun, flach tellerförmig, am Rande mit hellen Haaren, Asci Jod negativ, Haare dickwandig, septiert, spitz, 110-160, Paraphysen: apikal leicht keulig 5-7, Sporen: 13-14 x 8-9, oval, elliptisch.

Herzliche Grüße
Piwo

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Aschenbrödel - Nachtrag *PIC*

Piwo, (vor 7238 Tagen) @ Piwo

hier noch einmal ein Gruppenbild:

[image]

leuchtend orange: A. macrocystis. düster orange: A. cf. melaloma. gelborange: mikroskopisch gleich A. cf. melaloma.

Eintrag gesperrt
6 Aufrufe

Re: Aschenbrödel - Nachtrag

AK_CCM, (vor 7238 Tagen) @ Piwo

Hallo Wolfgang,

kann Dir zwar mangels Wissen in keinster Weise weiterhelfen, aber Deine Funde, vor allem so viele Arten auf dem kleinen Fleck, begeistern mich. Sieht wirklich toll aus!

Gruß, Andreas

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Brandstellenpilze

Heinz Ebert ⌂, (vor 7237 Tagen) @ Piwo

Die Antracobien sind möglicherweise alles eine einzige Art. Die unterschiedliche Färbung - auch mit Melzer - könnte mit dem unterschiedlichen Reifegrad zusammenhängen. Bei dem dunklen Beifang könnte es sich um eine sehr seltene schwarze Variante von Trichophaea abundans handeln, die ich bisher nur von Brandstellen kenne. Häffner hat sie so vor 15 Jahren mal ausführlich beschrieben. Ich werde am Wochenende in meinen Unterlagen über Brandstellenpilze nachsehen. Die farblosen Haare deuten jedenfalls darauf hin. Wären diese braun pigmentiert und die Scheiben etwas größer, dann würde ich Anthracobia subatra vermuten, die auch schwarz ist. Eine ausführliche Arbeit über die Gattung mit Mikrozeichnungen und Schlüssel findest Du in Band III von "Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas" von Hohmeyer & Schnackertz.
Beste Grüße, Heinz Ebert

über die Feiertage habe ich Brandstellenpilzen gesucht und auf einer etwa 4
Monate alten Brandstelle (verbrannte Weichhölzer) zahlreiche Becherlinge
gefunden, die mich viel Zeit kosteten, ohne daß ich jetzt sicher wäre mit
meinen Bestimmungen. Ich bitte also Märchen- und insbesondere Ascokenner
um ihr Meinungsbild. Interessant war, daß drei Vertreter der Gattung
Anthrocobia unterschiedlich auf Melzer reagierten: eine Art überhaupt
nicht, eine andere färbte sich grünlich (leicht gegen spangrün) und die
dritte färbte sich intensiv spangrün.
Benutzte Literatur: PdS, Bd.1; Moser, Ascomyceten; Nordic Macromycetes, Vol.
1

Anthracobia cf. melaloma: die häufigste Art an der Brandstelle Paraphysen
färben sich in Melzer grünlich (nicht intensiv spangrün), apikal keulig
verdickt 5-7(8). Hyphen der Außenseite (Haare) schlank apikal leicht
kopfig bis 7, braun, meist 2(3)fach septiert. Sporen: elliptisch mit 2
Tropfen, glatt, 15-16(18) x 8-9

hellorange A. macrocystis, schmutzig orange A. cf. melaloma. A. macrocystis:
Paraphysen locker (lückig), grobkörnig goldgelb gefüllt, apikal keulig
(kopfig) 5-7 (8), einmal vermessen 90 x 7, färben sich in Melzer intensiv
spangrün. Hyphen: zylindrisch, septiert 65 x 6, dickwandig, blaß
gelbbraun. Sporen: schlank elliptisch, mit 2 Guttulen, glatt, 18-20 x 8-9.
Asci: 190-210 x 9-10

A. cf. maurilabra: Durchmesser bis 4 mm, jung kugelig, später flach
tellerförmig, hell braungrau, Außenseite dunkelbraun kleiig. Paraphysen
verfärben sich mit Melzer nicht grün, apikal schwach keulig 4-6, auf der
Länge 2. Hyphen am Rand: braun, dickwandig, 2-3fach septiert, apikal
leicht keulig, 110-120 x 6-8. Sporen: 16-18 x 8-8,5. Asci: 190-195 x 10
(3x gemessen)

die mit Pfeilen gekennzeichneten düsteren Becherlinge sind sog. Beifänge. Ich
habe sie erst auf dem Computerbild entdeckt. Sie machen ihrem Namen als
Schlauchpilze alle Ehre: ich stehe nämlich auf demselben.
Bis 2 mm Durchmesser, düster olivbraun, flach tellerförmig, am Rande mit
hellen Haaren, Asci Jod negativ, Haare dickwandig, septiert, spitz,
110-160, Paraphysen: apikal leicht keulig 5-7, Sporen: 13-14 x 8-9, oval,
elliptisch.
Herzliche Grüße
Piwo

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Spätlese

Piwo, (vor 7237 Tagen) @ Heinz Ebert

Die Antracobien sind möglicherweise alles eine einzige Art. Die
unterschiedliche Färbung - auch mit Melzer - könnte mit dem
unterschiedlichen Reifegrad zusammenhängen. Bei dem dunklen Beifang könnte
es sich um eine sehr seltene schwarze Variante von Trichophaea abundans
handeln, die ich bisher nur von Brandstellen kenne. Häffner hat sie so vor
15 Jahren mal ausführlich beschrieben. Ich werde am Wochenende in meinen
Unterlagen über Brandstellenpilze nachsehen. Die farblosen Haare deuten
jedenfalls darauf hin. Wären diese braun pigmentiert und die Scheiben
etwas größer, dann würde ich Anthracobia subatra vermuten, die auch
schwarz ist. Eine ausführliche Arbeit über die Gattung mit
Mikrozeichnungen und Schlüssel findest Du in Band III von "Beiträge
zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas" von Hohmeyer & Schnackertz.
Beste Grüße, Heinz Ebert

hallo Heinz,

danke für deine Stellungnahme. Grundsätzlich kann ich nicht ausschließen, daß alle Anthracobiaspecies von meinem Fund einer Art angehören. Die Farbunterschiede erscheinen mir aber zu gravierend. Auch die Schlüsselmerkmale bezüglich der Farbreaktion in Melzer sind in der mir zur Verfügung stehenden Literatur unterschiedlich. Mit Moser schlüsselt man mit "Paraphysen mit Jod grün" zu Anthracobia. Bei Nordic Macromycetes (Vol. 1) wird unterschieden "paraphyses staining greenish in Melzer": Anthracobia macrocystis und "paraphyses not staining green in Melzer": A. melaloma, A. maurilabra, A. subatrata. Für den Beifang schließe ich A. subatra (wohl identisch mit subatrata) aus. Die Sporen hatten die für Anthracobia typischen 2 Guttulen nicht.

herzliche Grüße
Piwo

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

sorry, falscher Titel *oT*

Piwo, (vor 7237 Tagen) @ Piwo

- kein Text -

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Könnte aber lecker sein ... *oT*

42, (vor 7237 Tagen) @ Piwo

- kein Text -