Re: Täublinge in Kiefernwäldern - Teil 1
Hallo Ingo,
beim Betrachten der Bilder auf dem Monitor der mir momentan gegenübersteht hätte ich beim ersten Bild spontan auf Frauen-Täubling getippt, da scheinen mir doch violette Nuancen mit drin zu sein.
Die Bilder 2-4 stellen aber für mich ganz eindeutig den Grasgrünen Täubling (Russula aeruginea) dar. Die cremefarbenen Lamellen schließen den Frauentäubling und auch den Grünen Speisetäubling meiner Meinung nach absolut aus. Auch ökologisch "passt" hier nur aeruginea oder bestenfalls noch verirrte cyanoxantha.
beste Grüße,
Andreas
Hallo Pilzforum,
ich möchte dieses Jahr bildmäßig mit einer lütten Nachlese aus dem Vorjahr
starten.
Ich frage mich allerdings, ob man derzeit von einer neuen Pilzsaison sprechen
darf, oder
ob die neueren Funde noch zur Pilzsaison 2006 gerechnet werden müssen.
Für den Fall, dass es gar keinen Winter mehr gibt, wäre das aber auch nicht
so einfach.
Demnach würde nun eine Pilzsaison von 18 – 20 Monaten drohen, und wir
befänden uns mitten drin.
In über 50 Bildbeiträgen habe ich es geschafft, mich erfolgreich um eine
ziemlich große Gattung
zu drücken – nicht ganz ohne Grund. Einzig in meinem Beitrag über die
Pilzausstellung in Neuheide
habe ich ein paar Vertreter davon gezeigt.
Bevor nun einige mit dem Suchen anfangen - es handelt sich um unsere lieben
Täublinge. Genauer
genommen um die Vertreter aus den Kiefernwäldern, wie schon der Titel dieses
Thread’s besagt.
Leider verlief der vergangene Spätsommer und Herbst für das Wachstum dieser
Sprödblättler
sehr schlecht. Gerade mal Anfang September kam es zu einem größeren Schub,
welcher um
Mitte September aufgrund zunehmender Trockenheit und Hitze ein abruptes Ende
nahm.
So um den 10. September hatte ich einige nette Kollektionen eingesammelt,
fotographisch
dokumentiert, mit Chemikalien behandelt und auch vorschriftsmäßig Kostproben
vorgenommen.
Die Sporenfarben wollte ich in den folgenden Wochen ermitteln. Ich hätte es
besser gleich getan,
denn die Täublinge erwiesen sich doch als extrem trockenheitsanfällig, so
dass ich zur Monatsmitte
keine brauchbaren Ergebnisse mehr erzielen konnte. Fehler sind halt dazu da,
dass man sie begeht;
Hauptsache man lernt daraus.
Im Folgenden möchte ich daher mal diese Ergebnisse vorstellen, auch wenn sich
die Arten
makroskopisch nicht einwandfrei bestimmen lassen.
Es handelt sich bei allen aufgefundenen Kollektionen um Arten, die entweder
nur an Kiefern,
an Birken oder auch an alle beide Bäume gebunden sind. Oder aber um Arten,
die allgemein
Nadelholzbegleiter sind.
Hier einige Bilder der ersten, eher einfachen Kollektion:Ich fand diese Art bereits seit Jahren und verwendete sie auch als
Speisepilz. Alle Teile dieser Art
waren, roh probiert, mild, ohne besonderen Beigeschmack. Der Geruch ist eher
als unbedeutend
einzuordnen. Der Geschmack, zubereitet in einem Pilzgericht, haut mich nicht
so vom Hocker.
Eigentlich sind diese Pilze nahezu geschmacksneutral. Die Lamellen lassen
sich zwar nicht besonders
leicht von der Hutunterseite entfernen, aber mit etwas Mühe klappt das schon.
Ich hatte die Art eigentlich seit Jahren unter Frauentäubling geführt, zumal
ich sie auch in reinen
Kiefernbeständen gefunden hatte. Allerdings wiesen die Fruchtkörper immer
mehr oder weniger
grünliche Farben auf, so dass ich nun eher noch in Richtung Grasgrüner
Täubling (R. aeruginea) tendieren
würde. Interessant sind allerdings die rötlichen Verfärbungen an den
Verletzungsstellen unter der Huthaut,
die wiederum für R. cyanoxantha sprechen würden.
Zum Abschluss noch die Farbreaktion: Langsam schwachrosa mit Eisensulfat
Das würde eher gegen Frauentäubling sprechen, da sich dieser nach Bon, wenn
überhaupt,
in FeSo4 eher ins Grüne verfärbt.
Über Eure Meinungen dazu wäre ich erfreut.
Beste Grüße – Ingo