Was ganz kleines - hat einer eine Idee ? (5 pics) *PIC*

Rainer_aus_AC, (vor 7221 Tagen)

Hallo zusammen,

heute war ich kurz im Wald, hauptsächlich um mal zu schauen, welche Schäden Kyrill hier hinterlassen hat.
Zum Glück war es bei weitem nicht so schlimm, wie einige von Euch hier schon gezeigt hatten. Der Wind
hat zwar schon etliche Bäume umgelegt, dies aber eher zerstreut, und, zumindest da, wo ich heute war, nicht
wirklich großflächig:

[image]

[image]

Aber nun zum eigentlichen Anlass meines Postings. In der pilzärmeren Zeit hat man ja mehr Musse, mal das
eine oder andere Stück Holz umzudrehen, und genau das habe ich heute gemacht. Dabei habe ich
an der Unterseite eines Stück Holzes, das auf einem Stumpf lag, diese klitzekleinen Becherchen gesehen
(Der Durchmesser der größten liegt bei geschätzten 0,5 - < 1mm). Zum Holz kann ich leider nicht viel sagen,
es könnte Buche sein (weil hauptsächlich Buchen in der Nähe stehen, neben ein paar vereinzelten Fichten).

[image]

[image]

Fotografiert hatte ich sie eigentlich nur, um mal mein CoolLight auszuprobieren....

Aber als ich mir die Bilder zu Hause angeschaut habe, bin ich doch neugierig geworden. Zumal die Becherchen
eigentlich recht charakteristisch aussehen, insbesondere die 8 kreisförmig angeordneten Punkte auf der Innenseite
der kleineren Becher, hier eine Ausschnittvergrößerung:

[image]

Beim Blättern in meinen Büchern bin ich aber nicht so richtig fündig geworden.

Hat einer von Euch eine grobe Idee?

liebe Grüße,
Rainer.

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Re: Was ganz kleines - hat einer eine Idee ? (5 pi

Boletus ⌂, (vor 7221 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

eigentlich recht charakteristisch aussehen, insbesondere die 8 kreisförmig
angeordneten Punkte auf der Innenseite

Die Bilder, haarige Aussenseite, lassen mich an ein Haarbecherchen (Dasyscyphus) denken. Dies ist jedoch nur eine Mutmassung. Die beobachteten Punkte sind kein artbestimmendes Merkmal. Ohne Mikromerkmale ein hoffnungsloses Unterfangen etwas zur Art zu sagen.

Herzliche Grüsse
Sepp

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Re: Was ganz kleines - hat einer eine Idee ? (5 pi

Rudi, (vor 7221 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

eine Frage: könnten die weissen Punkte etwas mit deinem coolen Licht zu tun haben?

Grüße Rudi

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Re: Was ganz kleines - hat einer eine Idee ? (5 pi

Georg, (vor 7221 Tagen) @ Rudi

Hi Rudi,

eine Frage: könnten die weissen Punkte etwas mit deinem coolen Licht zu tun
haben?

das selbe dachte eben ich auch spontan beim Betrachten der Bilder. Es sieht aus,
als wären in den Becherchen jeweils Wassertropfen, die kreisförmig
angeordnete punktförmige Lichtquellen reflektieren.

Georg

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Hallo Rudi und Georg ....

Rainer_aus_AC, (vor 7221 Tagen) @ Georg

... Ihr habt recht. Ich habe gerade noch mal die Zahl der Lichtquellen des CoolLights gezählt ... es sind - Überraschung! - genau acht.

Im Nachhinein wundert mich, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Vermutlich hat mich einfach die Begeisterung davon getragen ... .

Liebe Grüße,
Rainer.

Hi Rudi,
das selbe dachte eben ich auch spontan beim Betrachten der Bilder. Es sieht
aus,
als wären in den Becherchen jeweils Wassertropfen, die kreisförmig
angeordnete punktförmige Lichtquellen reflektieren.
Georg

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Neodasyscyphus

Seraph, (vor 7220 Tagen) @ Rainer_aus_AC

... Ihr habt recht. Ich habe gerade noch mal die Zahl der Lichtquellen des
CoolLights gezählt ... es sind - Überraschung! - genau acht.
Im Nachhinein wundert mich, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin.
Vermutlich hat mich einfach die Begeisterung davon getragen ... .
Liebe Grüße,
Rainer.

hi,

der Pilz dürfte nach oberflächlicher Betrachtung zu etwa 95% sicher als Neodasyscyphus cerinus bezeichnet werden. Diese Art ist recht typisch mit ihren goldbraunen bis orangebräunlichen Fruchtkörpern und den gleichfarbigen bis etwas dunkleren Härchen sowie der stiellose Aufbau. Ganz sicher (wie immer) nur unter dem Mikro zu bestimmen ;)

Etwas anderes fällt mir momentan nicht ein, es gibt diverse andere Arten aus der Gattung Lasiobelonium, deren Fruchtschicht jedoch keine Gelb- oder Orangetöne aufweisen.

Gruß,
Kazuya

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Re: Neodasyscyphus

Andreas ⌂, (vor 7220 Tagen) @ Seraph

hi,
der Pilz dürfte nach oberflächlicher Betrachtung zu etwa 95% sicher als
Neodasyscyphus cerinus bezeichnet werden. Diese Art ist recht typisch
mit ihren goldbraunen bis orangebräunlichen Fruchtkörpern und den
gleichfarbigen bis etwas dunkleren Härchen sowie der stiellose Aufbau.
Ganz sicher (wie immer) nur unter dem Mikro zu bestimmen ;)
Etwas anderes fällt mir momentan nicht ein, es gibt diverse andere Arten aus
der Gattung Lasiobelonium, deren Fruchtschicht jedoch keine Gelb- oder
Orangetöne aufweisen.
Gruß,
Kazuya

Hallo,

ich würde exakt dasselbe meinen wie Kazuya und wollte noch ergänzen, dass die fehlenden 5% Sicherheit auf die Möglichkeit zurückzuführen sind, dass es sich um Proliferodiscus pulveraceus handelt. Recht unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen.
@Rainer: Du kannst mal testen, indem Du ein Stückchen Pilz (so ein Viertel Apothezium vielleicht) in Kalilauge legst. Bei Neodasyscyphus cerinus sollte nix passieren, bei Proliferodiscus pulveraceus würde sich eine weinviolette Verfärbung ergeben. Ich habe das allerdings noch nie MAKROSKOPISCH getestet, sondern nur mikroskopisch, sollte aber dennoch funktionieren.

Beide Arten snid übrigens relativ trockentolerant, besonders der Proliferodiscus, und daher wohl vor allem bei gezielter Suche zu finden: An abgestorbenen Ästen die noch im Luftraum hängen oder sonstwie trocken liegen. Die meiste Zeit sind solche Arten dann weitgehend unsichtbar eingeschrumpft, können aber teils monatelang in diesem Zustand lebendig bleiben und auf Regen warten. Fast schon so wie Flechten, mit denen sie ja auch den Lebensraum teilen. H.O. Baral hat sich sehr auf diese trockentoleranten Arten spezialisiert, bzw. hat dieses Biotop eigentlich erst entdeckt. Er sagte mit mal, dass er schätzt, dass etwa 90% (!!) der auf Ästen im Luftraum zu findenen inoperculaten Ascos noch nicht beschrieben sind!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neodasyscyphus

Rainer_aus_AC, (vor 7220 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas, Kazuya und Boletus,

vielen Dank für Eure Hilfe!

Eine Frage noch dazu: Ich vermute, dass "Neodasyscyphus cerinus" und "Dasyscyphus cerinus" (siehe PdS, Band 1, S. 188) die gleiche Art bezeichnen, oder?

Da ich die Pilze nur makroskopisch vergleichen kann, schien mir beim "Durchblättern" des PdS-Bandes (anders möchte ich das garnicht nennen) diese Art nicht zu passen. Und das nicht nur wegen der fehlenden acht keisförmig angeordneten Punkte - deren Ursprung ja jetzt geklärt ist ;-) - , sondern auch wegen des Farbeindrucks, der bei "meinen" Pilzen deutlich in die olivgelblich/grüne Richtung ging. Möglicherweise ist dieser aber auch nur durch Algen bedingt, das wäre für mich durchaus plausibel.

Liebe Grüße,
Rainer.

Hallo,
ich würde exakt dasselbe meinen wie Kazuya und wollte noch ergänzen, dass die
fehlenden 5% Sicherheit auf die Möglichkeit zurückzuführen sind, dass es
sich um Proliferodiscus pulveraceus handelt. Recht unwahrscheinlich, wenn
auch nicht ausgeschlossen.
@Rainer: Du kannst mal testen, indem Du ein Stückchen Pilz (so ein Viertel
Apothezium vielleicht) in Kalilauge legst. Bei Neodasyscyphus cerinus
sollte nix passieren, bei Proliferodiscus pulveraceus würde sich eine
weinviolette Verfärbung ergeben. Ich habe das allerdings noch nie
MAKROSKOPISCH getestet, sondern nur mikroskopisch, sollte aber dennoch
funktionieren.
Beide Arten snid übrigens relativ trockentolerant, besonders der
Proliferodiscus, und daher wohl vor allem bei gezielter Suche zu finden:
An abgestorbenen Ästen die noch im Luftraum hängen oder sonstwie trocken
liegen. Die meiste Zeit sind solche Arten dann weitgehend unsichtbar
eingeschrumpft, können aber teils monatelang in diesem Zustand lebendig
bleiben und auf Regen warten. Fast schon so wie Flechten, mit denen sie ja
auch den Lebensraum teilen. H.O. Baral hat sich sehr auf diese
trockentoleranten Arten spezialisiert, bzw. hat dieses Biotop eigentlich
erst entdeckt. Er sagte mit mal, dass er schätzt, dass etwa 90% (!!) der
auf Ästen im Luftraum zu findenen inoperculaten Ascos noch nicht
beschrieben sind!
beste Grüße,
Andreas

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Re: Neodasyscyphus

Huperzia ⌂, (vor 7220 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Andreas, Kazuya und Boletus,
vielen Dank für Eure Hilfe!
Eine Frage noch dazu: Ich vermute, dass "Neodasyscyphus cerinus"
und "Dasyscyphus cerinus" (siehe PdS, Band 1, S. 188) die
gleiche Art bezeichnen, oder?
Da ich die Pilze nur makroskopisch vergleichen kann, schien mir beim
"Durchblättern" des PdS-Bandes (anders möchte ich das garnicht
nennen) diese Art nicht zu passen. Und das nicht nur wegen der fehlenden
acht keisförmig angeordneten Punkte - deren Ursprung ja jetzt geklärt ist
;-) - , sondern auch wegen des Farbeindrucks, der bei "meinen"
Pilzen deutlich in die olivgelblich/grüne Richtung ging. Möglicherweise
ist dieser aber auch nur durch Algen bedingt, das wäre für mich durchaus
plausibel.
Liebe Grüße,
Rainer.

Hallo Rainer,

nein, das ist das ganz normale Farbspiel, dass allerdings Proliferodiscus pulveraceus mindest genauso stark zeigt: frisch und feucht mit olivlich-grauem Hymenium, abtrocknend dann ockergelb werdend.
Und ja, das ist in PdS noch als Dasyscyphus enthalten. Die Gattung Dasyscyphus ist komplett aufgelöst, die Arten heißen heute alle anders. Die meisten sind (wieder) Lachnum geworden, etliche gehören in teilweise neu aufgestellte Gattungen wie Trichobelonium, Trichopeziza, Trichopezizella, Brunnipile, Capitotricha, Dasyscyphella, Proliferodiscus, Neodasyscyphus und was weiß ich noch alles.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neodasyscyphus

Seraph, (vor 7216 Tagen) @ Huperzia

Hallo,

@Andreas: Ich dachte jetzt eher an Perrotia flammea, die ja rein optisch sehr ähnlich aussieht und ebenso Eiche, Weide etc. besiedelt. Diese Art dürfte vllt häufiger sein als bisher angenommen. Die Proliferodiscus ist eher eine Verwechslungsart von Eriopezia caesia (weiß ich aus Eigenerfahrung *lol*).

Gruß,
Kazuya