"Waldpflege" CH: Umhauen - Liegenlassen *PIC*
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Harald Andres Schmid, (vor 7176 Tagen)
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ernest, (vor 7176 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald,
der Wald ist landwirtschaftlich genutzte Fläche und kein Blumenbeet. Wenn es da unordentlich aussieht, stört es nur die Menschen. Der Natur ist es egal.
Gruß Ernest
Stephan Weißer, (vor 7176 Tagen) @ ernest
Trotzdem erfreuen solche Bilder den Pilzfreund nicht, vor allem das erste. Kaum noch Wuchschanchen für Pilze, dafür jede Menge Zecken, Bremsen und Stechmücken. Ich persönlich finde es immer sehr bitter, wenn eine gute Pilzstelle des Vorjahres auf einmal so aussieht, weil die Förster wieder mal ihr Recht ausgeübt haben. Dieselben Förster beschweren sich dann übrigens oft über Borkenkäfer-Invasionen.
Da gibt's nur eins: immer neue Pizstellen finden!
phragmobasidie, (vor 7176 Tagen) @ ernest
Hallo Ernest,
der Wald ist landwirtschaftlich genutzte Fläche und kein Blumenbeet. Wenn es
da unordentlich aussieht, stört es nur die Menschen. Der Natur ist es
egal.
Schmeisst Du da nicht zwei Sachen zusammen ? Landwirtschaftlich genutzte Fläche und die "natürliche Unordnung" ?
schöne Grüße
Robin
ernest, (vor 7176 Tagen) @ phragmobasidie
Schmeisst Du da nicht zwei Sachen zusammen ? Landwirtschaftlich genutzte
Fläche und die "natürliche Unordnung" ?
Hallo Robin,
die abgebildete Unordnung ist nicht natürlich - sondern Menschenwerk. Aber in solchen "wilden Komposthaufen" findet allerlei Getier Unterschlupf und etliche Pflanzen und auch Pilze können sich dort ansiedeln.
Je stärker allerdings die Heizkosten steigen, desto weniger Holz wird in Zukunft im Wald rumliegen. Dafür wird der Geiz schon sorgen.
Zur landwirtschaftlich genutzten Fläche möchte ich noch bemerken, dass wir froh sein können, dass es so lange dauert, bis die Bäume erntereif sind. Nur deshalb können wir zwischen und unterhalb der landwirtschaftlichen Erzeugnisse nach Pilzen suchen. Stell Dir mal vor, die meisten Pilze würden auf dem Kartoffelacker oder im Weizenfeld fruktizieren. Da wären die Konflikte zwischen Landwirt und Pilzsucher schon vorprogrammiert.
Gruß Ernest
P.S. Allerdings gefällt mir der Wald ohne Spuren von Maschinen und Waldarbeiteren auch besser. Ich bin auch froh und dankbar über jedes "schöne" Stückchen Wald das ich besuchen kann.
phragmobasidie, (vor 7176 Tagen) @ ernest
Hallo Ernest,
die abgebildete Unordnung ist nicht natürlich - sondern Menschenwerk. Aber in
solchen "wilden Komposthaufen" findet allerlei Getier
Unterschlupf und etliche Pflanzen und auch Pilze können sich dort
ansiedeln.
Ist klar
Stell Dir mal vor, die meisten Pilze
würden auf dem Kartoffelacker oder im Weizenfeld fruktizieren. Da wären
die Konflikte zwischen Landwirt und Pilzsucher schon vorprogrammiert.
Fände ich in mancherlei Hinsicht ganz interessant :)
P.S. Allerdings gefällt mir der Wald ohne Spuren von Maschinen und
Waldarbeiteren auch besser. Ich bin auch froh und dankbar über jedes
"schöne" Stückchen Wald das ich besuchen kann.
Wenn es auf weitläufigeren Arealen zu "natürlich unordentlich" aussieht, passt das
dem Menschen ja meist auch nicht. Ich hatte mich nur etwas daran gestossen, dass Du in einem
Atemzug den Wald eine landwirtschaftliche Nutzfläche nennst (das klingt dann immer so unumstößlich)
und andererseits schreibst, der Natur sei es egal, wie es da aussieht (was wiederum ein wenig
suggerieren kann, es sei auch egal, was da passiert).
Eventuell ganz schön spitzfindig, aber vielleicht weisst Du jetzt, was ich gemeint habe.
schöne Grüße
Robin
Waldschrat, (vor 7176 Tagen) @ ernest
Hallo Ernest,
ich meine auch, das Problem ist eher marginal. Aber vermutlich läuft in der Natur auch das Werden und Vergehen in konzertierter Aktion ab. Möglicherweise verhält sich ein Wald (und seine Untermieter), der an einem Tag mit Leichen übersäht wird, anders wie einer, wo sich Werden und Vergehen die Waage halten.
Gruß - Waldschrat
Manfred, (vor 7176 Tagen) @ Waldschrat
Hallo Ernest,
ich meine auch, das Problem ist eher marginal. Aber vermutlich läuft in der
Natur auch das Werden und Vergehen in konzertierter Aktion ab.
Möglicherweise verhält sich ein Wald (und seine Untermieter), der an einem
Tag mit Leichen übersäht wird, anders wie einer, wo sich Werden und
Vergehen die Waage halten.
Gruß - Waldschrat
Hallo Waldschrat
Wenn der Waldboden grossflächiger durch die schweren Maschinen und "Nutz"fahrzeuge
verdichtet wird, scheint mir das Problem
keineswegs marginal zu sein. Bin daher überzeugt, dass je
profitabler die Waldwirtschaft wird (oder werden muss),
umso schädlicher dies für die Natur ist.
All die plattgewalzten Frösche und Kröten lassen grüssen - nicht
einmal im Wald sind sie mehr sicher....
Grüssli
Manfred
Waldschrat, (vor 7176 Tagen) @ Manfred
Hallo Manfred,
ich bin mit dem Wald aufgewachsen mir bindet diesbezüglich niemand einen Bären auf. Der Wald und alle Wildpflanzen leiden unter keinem Forstfahrzeug so sehr wie unter verpesteter Luft, giftgeschwängertem Regen und belastetem Grundwasser. Die Bäume haben durch permanente Giftaufnahme ihre Vitalität verloren und können Schädlinge nicht mehr abwehren. Selbst das Falllaub verrottet Winters über immer weniger. Schau nicht in die Zeitung, schau den Wald an. Als Kinder schlugen wir uns noch mit Haselnüssen, Bucheckern, Heidelbeeren und Wildobst die leeren Mägen voll, beobachteten an die 40 Vogelnester, scheuchten aller halben Stunde einen Hasen auf und nach 200m auf dem Feld eine Rebhuhnfamilie. Die Heidelbeere war Ende der Fünfziger das erste und augenfälligste Opfer. Bis dato in allen Wäldern üppig, verschwand sie innert 10 Jahren völlig. Niemand sprach darüber. Forstfahrzeuge gabs da noch gar nicht. Sind Forstfahrzeuge etwa auch schuld, daß in Waldbächen keine Fische mehr schwimmen, keine Ringelnattern sich mehr schlängeln und keine Feuersalamander mehr kriechen? Sind denn an Steilhängen, wo Forstfahrzeuge nicht hinkommen, die Wälder etwa gesünder? Mitnichten!
Gruß - Waldschrat
Manfred, (vor 7176 Tagen) @ Waldschrat
Hallo Manfred,
ich bin mit dem Wald aufgewachsen mir bindet diesbezüglich niemand einen
Bären auf. Der Wald und alle Wildpflanzen leiden unter keinem
Forstfahrzeug so sehr wie unter verpesteter Luft, giftgeschwängertem Regen
und belastetem Grundwasser. Die Bäume haben durch permanente Giftaufnahme
ihre Vitalität verloren und können Schädlinge nicht mehr abwehren. Selbst
das Falllaub verrottet Winters über immer weniger. Schau nicht in die
Zeitung, schau den Wald an. Als Kinder schlugen wir uns noch mit
Haselnüssen, Bucheckern, Heidelbeeren und Wildobst die leeren Mägen voll,
beobachteten an die 40 Vogelnester, scheuchten aller halben Stunde einen
Hasen auf und nach 200m auf dem Feld eine Rebhuhnfamilie. Die Heidelbeere
war Ende der Fünfziger das erste und augenfälligste Opfer. Bis dato in
allen Wäldern üppig, verschwand sie innert 10 Jahren völlig. Niemand
sprach darüber. Forstfahrzeuge gabs da noch gar nicht. Sind Forstfahrzeuge
etwa auch schuld, daß in Waldbächen keine Fische mehr schwimmen, keine
Ringelnattern sich mehr schlängeln und keine Feuersalamander mehr
kriechen? Sind denn an Steilhängen, wo Forstfahrzeuge nicht hinkommen, die
Wälder etwa gesünder? Mitnichten!
Gruß - Waldschrat
Hi Waldschrat
Natürlich hast Du recht, dass die verpeste Luft, der Dünger der Landwirtschaft,
der saure Regen usw. viel schlimmer sind. Aber es ist doch stets eine
Frage der Verhältnismässigkeit. Ich war auch schon als Kind sehr
oft draussen in der Natur, als die Wälder noch viel gepflegter waren und
Blumen- und artenreiche Magerwiesen noch viel häufiger. Am meisten
zu denken gibt mir der dramatische Rückgang der Schmetterlinge, der
Rückgang der Artenvielfalt generell innerhalb weniger Jahrzehnte. Aber
jede neue Generation erachtet den "Jetztzustand" wieder als normal und hat keine
Ahnung, wie es früher war. Wir hatten z.B. auch noch Rebhühner, welche jetzt völlig
von der Bildfläche verschwunden sind - und Laubfrösche...!
Da ist es doch höchst befremdend, mit welch brachialer Zerstörungswut - denn
danach sieht es heutzutage leider häufig aus - zurzeit die sog. "Waldpflege"
betrieben wird. Etwas mehr Sensibilität der naturliebenden Bevölkerung
gegenüber schiene mir daher mehr als angebracht.
Aber es ist wohl leider so, dass (auch der behördliche) Umgang mit der
Natur ganz einfach nur den Stand der heutigen Gesellschaft widerspiegelt...
LG
Manfred
phragmobasidie, (vor 7176 Tagen) @ Manfred
Hallo Manfred, hallo Waldschrat
ich gebe Euch beiden recht (soweit ich das beurteilen kann)
Da ist es doch höchst befremdend, mit welch brachialer Zerstörungswut - denn
danach sieht es heutzutage leider häufig aus - zurzeit die sog.
"Waldpflege"
betrieben wird. Etwas mehr Sensibilität der naturliebenden Bevölkerung
gegenüber schiene mir daher mehr als angebracht.
Aber es ist wohl leider so, dass (auch der behördliche) Umgang mit der
Natur ganz einfach nur den Stand der heutigen Gesellschaft widerspiegelt...
Das trifft es den Punkt meines Erachtens nach ganz gut
Hinzufügen möchte ich noch (ein wenig orakelnd):
Man kann es auch leid sein, sich immer wieder ein X für ein U vormachen zu lassen.
Allerdings macht man sich leider selbst oft am meisten vor :(
schöne Grüße
Robin
Hermann, (vor 7175 Tagen) @ Waldschrat
Die Heidelbeere
war Ende der Fünfziger das erste und augenfälligste Opfer. Bis dato in
allen Wäldern üppig, verschwand sie innert 10 Jahren völlig.
Naja, das hängt aber wohl auch von anderen Faktoren ab. So ist im Odenwald in den höheren Lagen des Sandsteingebietes (östlicher Odenwald) oft der gesamte Boden von Heidelbeeren bedeckt - da ist teils kein Durchkommen und Pilze findet man dort sowieso nicht - man sieht schlicht nichts. Im westlichen Granitodenwald hingegen ist fast nirgendwo auch nur ein einziger Heidelbeerstrauch zu sehen, dort herrscht eher "langweiliger" Buchenwald mit Laubboden vor. Ich weiß nicht, welche Böden und pH-Werte Heidelberen nun gerne mögen, aber zumindest auf Granitböden sind so wohl nicht so gerne.
Von meinen Großeltern weiß ich, daß früher der Waldboden eher geleckt sauber war, da fast jeder Holz zum feuern geholt hat. Da sind heute die liegengelassenen Baumreste durchaus eine Abwechslung - wenngleich die richtig dicken Stämme natürlich fehlen. Schlimm finde ich hingegen die verbreitete Unsitte, mit schweren Maschinen den Waldboden zu pflügen, damit ja keine kleinen Bäume die ach so wertvollen reiferen Bäume behindern. Das sieht weder hübsch aus, noch dürfte es dem Waldboden besonders gut tun. Gerade in der Rheinebene in den Kiefernwäldern sehe ich das recht oft. Das da einige Jahre fast kein Pilz mehr aus dem Boden schaut, ist klar. Ich würde mir da auch eine schonendere Bewirtschaftung wünschen, aber der Wald gehört nunmal nicht mir..
Hermann, (vor 7176 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Nujo.. am WE hab ich feststellen müssen, daß meine "Morchelstelle" nur noch ein umgepflügter Acker mit ein paar Bäumen ist. Klar ist man da erst mal sauer und ich frage mich oft, ob es wirklich sein muss, dem Waldboden so krasse Verletzungen beizubringen und ob das auch alles so mit den Gesetzen konform ist, was da manchmal im Wald so betrieben wird. Aber wenn der Wald in privaten Händen ist oder verpachtet.. tjo.. Dort ist halt nur eine dünne Humusschicht mit viel sand drunter - und jetzt sieht es da aus, wie auf Rügen nach einem Sandsturm..
winerius, (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo,
der Waldweg auf dem ersten Bild sieht schon sehr wüst aus, ohne sich die Beine zu brechen wird man da so schnell nicht mehr laufen können. Andererseits habe ich genau in solchen wassergefüllten Fahrrinnen schon Libellenlarven und Kaulquappen gefunden, eine kleine Wasserprobe unter den Mikroskop zeigte eine unglaubliche Fülle von Kleinstlebewesen, die man so gar nicht erwarten würde. Vorrausetzung ist natürlich, dass der Weg nicht alle paar Tage befahren wird und sich selbst überlassen bleibt. Ich will hier nicht den Eindruck erwecken, dass ich es toll finde wenn schwere Forstmaschinen den Wald umackern, aber mit etwas Glück werden wenigstens noch einige Tiere davon profitieren.
Was nun Umhauen und Ligenlassen angeht, so habe ich persönlich auch kein so großes Problem damit. Zaunkönig und Co. sind zum Beispiel auf genau so ein Durcheinander an Ästen und Gebüsch angewiesen. In einem „aufgeräumten“ Hochwald ohne herumliegende Zweige und Reisighaufen wird man auch keinen Zaunkönig finden und eine ganze Reihe Niederwild weis solche Unterschlüpfe auch zu schätzen, außerdem wollen ja die Saprophyten auch was zwischen den Zähnen haben.
Was bei der ganzen Diskussion, wie ich finde, zu wenig beachtet wird ist die Tatsache, dass der Wald ein Wirtschaftszweig ist und somit genau denselben marktwirtschaftlichen Gesetzen unterliegt wie die Industrie und dort zählt Produktivität
Ein Mann im Harvester schafft nun einmal am Tag soviel wie ein ganzes Rudel Forstarbeiter und deshalb werden die Dinger sicherlich in den heimischen Wäldern mehr statt weniger, ob uns das nun gefällt oder nicht. Ich bin zwar auch kein Freund von dieser Art der Waldwirtschaft, aber es lässt sich nun mal nicht ändern.
Ansonsten würde ich Waldschrat zustimmen, die schlimmeren Feinde des Waldes sind Luftverschmutzung, überdüngte Felder und verseuchtes Wasser. In früher Zeit wurde der Wald viel intensiver genutzt, jeder Zweig wurde als Brennholz heimgeschleppt, das Laub als Viehfutter und Einstreu verwendet, die Schweine zum Mästen in den Buchen und Eichenforst getrieben und alles hat der Wald überlebt, erst uns gelingt es mit der massiven Vergiftung der Umwelt den Wald nachhaltig zu schädigen. Wir können stolz auf uns sein!
Eine Frage sollte sich vielleicht jeder einmal stellen: was schädigt den Wald mehr? Der Forst der alle paar Jahre einen Harvester durch den Wald jagt, oder der normale Durchschnittsbürger der jeden Meter mit den Auto fährt, seine Kaufentscheidung bei einem Neuwagen immer noch an der PS-Zahl festmacht anstatt sich an den Schadstoffemissionen zu Orientieren, jedes Jahr bis ans Ende der Welt fliegen muss um seinen Nachbarn erzählen zu können wie toll der Urlaub in Kanada war und …….
Den Harvester werden wir aus unseren Wäldern nicht vertreiben können, den Rest können wir ändern. Die Frage ist nur: wollen wir überhaupt?
Mit freundlichen Grüßen
Werner
phragmobasidie, (vor 7175 Tagen) @ winerius
Hallo Werner,
Was bei der ganzen Diskussion, wie ich finde, zu wenig beachtet wird ist die
Tatsache, dass der Wald ein Wirtschaftszweig ist
tja, wie jeder andere Winkel dieses Planeten
Eine Frage sollte sich vielleicht jeder einmal stellen: was schädigt den Wald
mehr? Der Forst der alle paar Jahre einen Harvester durch den Wald jagt,
oder der normale Durchschnittsbürger der jeden Meter mit den Auto fährt,
seine Kaufentscheidung bei einem Neuwagen immer noch an der PS-Zahl
festmacht anstatt sich an den Schadstoffemissionen zu Orientieren, jedes
Jahr bis ans Ende der Welt fliegen muss um seinen Nachbarn erzählen zu
können wie toll der Urlaub in Kanada war und …….
Den Harvester werden wir aus unseren Wäldern nicht vertreiben können, den
Rest können wir ändern. Die Frage ist nur: wollen wir überhaupt?
Da gebe ich Dir recht und kann mich da zum Teil selbst nicht ausnehmen
schöne Grüße
Robin
Michael Schneider, (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald Andres,
das gleiche Bild wie bei uns...
Ich glaube, wir sind einfach zuwenige, die ein bisschen mehr bezahlen würden für eine schonendere Waldbewirtschaftung mit mehr Personal/Zeit, dafür ohne diese "falschgehandhabten", zerstörerischen Wald-Vollernter (HARVESTER).
Mit freundlichem Gruss Michi
Harald Andres Schmid, (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo
Danke!
Zweck erfüllt - ich habe auf eine Diskussion gehofft.
Darum habe ausgerechnet ich - Ihr habt Euch vielleicht gewundert - für einmal die Bilder kommentarlos eingestellt.
Meinen Senf gebe ich also zum Schluss dazu.
Also:
Der Titel war etwas polemisch.
Es sieht nicht überall in CH genauso schlimm aus.
Bei uns in Baden leider schon.
Der grössere Teil der Waldfläche sieht so aus.
Da ist vielerorts grossflächig kein Durchkommen mehr.
Viele meiner alten Pilzplätzchen kann ich nicht mehr aufsuchen.
Es ist nicht so, dass der Wald nicht "gepflegt" würde.
Gearbeitet wird erstaunlicherweise äusserst eifrig.
Ich habe fast den Eindruck, mehr als früher.
Da kann von Sparen keine Rede sein.
Allerdings:
Es wird wirklich - so scheint es - blindwütig gerodet, umgehauen, aufgeschichtet und dann liegengelassen.
Durch die schweren Maschinen wird der Wald regelrecht umgepflügt.
Die Pilzmycelien im Boden wohl auch.
So ein frisch "bearbeitetes" Waldstück sieht aus, als hätten ein paar Verrückte mutwillig die Natur geschändet - zum Weinen.
Nur:
Ich habe kein vermehrtes Auftreten von holzbewohnenden Grosspilzen feststellen können. Der Wald gammelt und fault still und traurig vor sich hin, interessante Veränderungen kann ich nicht feststellen.
Zwischen den gammelnden Holzresten macht sich vor allem Springkraut breit, die Brombeeren vervollständigen das Dickicht.
Zu glauben, dass aus einem verwahrlosten Stück ehemaliger Nadelholz-Nutzholzplantage, wenn man es vergammeln lässt, ein "Urwald" wird - da müsste man schon recht blöd sein.
(Der ehemalige "Urwald" in unseren Breiten war ein lichter Buchenhain, - mit diesen Methoden wird man wohl vergeblich auf ihn warten...)
Wenn ich zwischen den modernden Haufen stöbere, kann ich auch nicht feststellen, dass da mehr Getier als früher sich angesiedelt hätte, weder Vögel, Schlangen, Kleinsäuger noch Kriechtiere.
Nichts - wirklich nichts ! ! !
Jede Müllhalde ist belebter.
Ich habe mal einen der eifrig werkelnden Herren gefragt, warum das so gemacht würde.
Die Antwort ist wirklich erstaunlich.
Das sei bewusst so geplant, man wolle, das die Leute mehr auf den Wegen blieben. (!!!)
Dazu fällt mir wirklich nichts weiter ein...
Lieben Gruss, Harald Andres
AK_CCM, (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald Andreas,
Ich habe mal einen der eifrig werkelnden Herren gefragt, warum das so gemacht
würde.
Das sei bewusst so geplant, man wolle, das die Leute mehr auf den Wegen
blieben. (!!!)
jetzt wird's interessant: Hast Du auch gefragt, warum "man" das erreichen will?
Gruß, Andreas
Harald Andres Schmid, (vor 7175 Tagen) @ AK_CCM
Hallo Harald Andreas,
jetzt wird's interessant: Hast Du auch gefragt, warum "man" das
erreichen will?
Gruß, Andreas
Hallo,
Ja, natürlich.
Antwort:
Damit die Tiere im Unterholz nicht gestört würden....
Von den periodisch wie Weiland die Rote Armee rücksichtslos über die verrottenden Waldreste pflügenden schweren Raupenfahrzeugen fühlen sich die Tiere zum Glück nicht gestört...
Lieben Gruss, Harald Andres
Heinz Ebert , (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Solche Flächen würden sich ganz sicher zum Studium carbophiler Pilze eignen, für die ich mich sehr interessiere. Falls es also dort mal brennen sollte, wäre ich - bei erfolgtem großflächigem Brand - sehr daran interessiert, gemeinsame Studien mit Dir zu diesem Thema durchzuführen. Die Gefahr, dass ein solcher Großbrand entsteht, ist sehr groß, wenn man solche Mengen von Totholz einfach liegenlässt.
Besser wäre es sicher, bei der Abholzung solche "Abfälle", also nicht verwertbares Holz DIREKT und kleinflächig zu verbrennen, bevor sich Tiere in den Holz-Aufhäufungen einnisten.
Es gibt 60-70 Pilzarten, die NUR auf Brandflächen und Holzkohle vorkommen, darunter einige austerbende, oder gar verschollene. Auch sie verdienen Schutz und Förderung.
Beste Grüße, Heinz Ebert
Hallo,
Ja, natürlich.
Antwort: Damit die Tiere im Unterholz nicht gestört würden....
Von den periodisch wie Weiland die Rote Armee rücksichtslos über die
verrottenden Waldreste pflügenden schweren Raupenfahrzeugen fühlen sich
die Tiere zum Glück nicht gestört...
Lieben Gruss, Harald Andres
Manfred, (vor 7175 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo,
Ja, natürlich.
Antwort: Damit die Tiere im Unterholz nicht gestört würden....
Von den periodisch wie Weiland die Rote Armee rücksichtslos über die
verrottenden Waldreste pflügenden schweren Raupenfahrzeugen fühlen sich
die Tiere zum Glück nicht gestört...
Lieben Gruss, Harald Andres
Hallo Harald A.
Nein, da musst Du schon mit dem Mountainbike mit 30 Sachen über einen
schmalen Waldpfad "rasen", das allein macht die Flora und Fauna des
Waldes kaputt, da wird zeter und mordio geschrien....
....und all jene, die den verschwundenen Heidelbeeren nachtrauern kann
ich Trost spenden: Auf jedem neuen Kahlschlag gedeihen die Brombeeren
prächtig...!
Gruss
Manfred
winerius, (vor 7174 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald Andres,
„Zu glauben, dass aus einem verwahrlosten Stück ehemaliger Nadelholz-Nutzholzplantage, wenn man es vergammeln lässt, ein "Urwald" wird - da müsste man schon recht blöd sein.“
Ähh, ich muss gestehen ich bin so blöd, aber andere auch. Guckst Du hier:
http://schleswig-holstein.nabu.de/m03/m03_03/03312.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Sukzession
Mit freundlichen Grüßen
Werner
Harald Andres Schmid, (vor 7174 Tagen) @ winerius
Hallo Harald Andres,
„Zu glauben, dass aus einem verwahrlosten Stück ehemaliger
Nadelholz-Nutzholzplantage, wenn man es vergammeln lässt, ein
"Urwald" wird - da müsste man schon recht blöd sein.“
Ähh, ich muss gestehen ich bin so blöd, aber andere auch. Guckst Du hier:
http://schleswig-holstein.nabu.de/m03/m03_03/03312.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Sukzession
Mit freundlichen Grüßen
Werner
Hallo, Werner
Ich habe mich in die von Dir verlinkten Konzepte (Sukzession, usw.) schon länger eingelesen. Ich weiss, dass das interessant tönt.
Dein Glaube an solch hehre Konzepte wie Sukzession in Ehren - wie sollte das umgesetzt werden?
Nehmen wir mal an, es funktionierte im Prinzip, so wie gedacht:
Wie sollte ein so langfristiger Vorgang über Jahre und Jahrzehnte denn überhaupt zum Tragen kommen, wenn weiterhin kopf- und konzeptlos dahingewerkelt wird wie bisher?
Ich erinnere Dich daran, dass die gleichen eifrig werkelnden Herren, die jetzt eine Weiterbildung in Sukzession besucht haben, uns vor ein paar Jahren noch mit der Borkenkäferpanik in den Ohren lagen.
Jedes Borkenkäferchen wurde als Bedrohung der heimischen Waldbestände verfolgt.
Da wurde jeder Baumstrunk nach dem Fällen eines Baumes einzeln in die Luft gesprengt (macht vielleicht Spass.. )und jedes kleine Holzspänchen davon entsorgt, damit kein böser Borkenkäfer Appetit bekommen sollte.
Die Wälder sahen nach Sturmschäden in wenigen Tagen aufgeräumter aus als ein Kinderzimmer.
Heute werden die Stämme mannhoch abgesägt und der Rest liegengelassen.
Eine Kehrtwendung um 180 Grad in wenigen Jahren.
Warum sollte morgen nicht plötzlich wieder ein völlig anderes Konzept zur Hand sein?
Die nächste Modeströmung kommt bestimmt:
Momentan geistert in der Schweiz das Gespenst der kommenden Stromkrise herum.
Eifrig wird von Politikern jeder Couleur nach dem Bau neuer Kernkraftwerke geschrien, nachdem man sie jahrzehntelang verteufelt hatte.
Als Alternative gelten "Erneuerbare Energien".
Stelle Dir nur folgendes Szenario vor:
Wenn nun diese gleichen eifrig werkelnden Herren in ein paar Jahren z.B. etwas davon hören, dass der Wald als "Träger erneuerbarer Energien" "entdeckt" werde, dann werden sie begeistert wieder Monokultur betreiben.
Mittels Gentechnologie auf baumpilzresistent und schnellwachsend getrimmte libanesische Kiefern und albanische Zwergpappeln werden sie anpflanzen für die 2011 neu entwickelten, garantiert emissionsfreien Holzschnitzelgas-Kombi-Kraftwerke und die Kiefernadelgas-Hybrid-Autos.
Dazu werden sie dann die Waldtiere, die sie jetzt vor den bösen Spaziergängern schützen, als neu entdeckte Forstschädlinge abschiessen.
Uebertrieben polemische Worte?
Quatsch!
Auf genau diesem geistigen Nieveau bewegen sich die "langfristigen Konzepte", die ich über die lezten Jahre als aufmerksamer Beobachter des Waldes gesehen habe.
Sorry:
Falls ich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten herausfinden sollte, dass ich Dir und den eifrigen werkelnden Herren Unrecht getan habe, dann werde ich mich in aller Form bei Euch entschuldigen und liebevoll verpackte, getrocknete Pilzchen als Wiedergutmachung abgeben (falls es sowas dann noch gibt...)
Lieben Gruss, Harald Andres
AK_CCM, (vor 7174 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald Andres,
habe mir die Links zwar nicht zugemüte geführt, aber was soll denn sonst entstehen, wenn man ein abgeholztes Waldstück sich selbst überlässt, als ein Urwald? Alles nur eine Frage der Zeit.
Auch im Bayerischen Wald sieht es durch den Borkenkäfer stellenweise schlimm aus. Trotzdem haben zwischendrin grüne Inseln überlebt. Und zwischen den Baumleichen wächst die nächste Baumgeneration heran. Das ist halt so. Deshalb verstehe ich die Diskussion nicht.
Ich mag übrigens verwilderte Flächen mit Brombeergesträuch: Die Beeren schmecken nämlich lecker. Genauso wie Himbeeren, die an solchen Standorten ebenfalls anzutreffen sind und etwas früher reif sind, wie die Blaubeeren, von denen es im Mertinger Forst immer noch genügend gibt.
Schönes Restwochenende!
Gruß, Andreas
Matthias, (vor 7174 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald,
wenn man so ein Waldstück lange genug sich selbst überlässt kommt da sicher was ordentliches bei raus, nur steht das halt im Widerspruch um mit dem Wald Geld zu verdienen, das Monokulturen nicht der Weisheit letzter Schluss ist sollte sich ja auch bei den Waldbesitzern rumgesprochen haben.
Die Idee Fahrzeuge auf Holzbetrieb zu verwenden ist ja nun nicht so neu, Holzvergaser gibt es schon recht lang,
liebe Grüsse
Matthias
Ronny, (vor 7174 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald,
auch ohne Kommentar hatte ich sofort verstanden, um was Dir geht. Mir geht es genauso. Selbst wenn man mit solchen Aktionen die Natur nachahmen wollte- mit Natur haben diese Bilder meines Erachtens nichts zu tun - Müllkippe passt da schon eher. Wer schonmal in einem echten europäischen Urwald - wie etwa im Nationapark bayrischer Wald oder in Schweden - war, weiß, das der Wald dort ganz anders aussieht und mit von Menschenhand bearbeitetem Wald überhaupt nichts gemein hat. Mit einer Motorsäge wird man das niemals erreichen können...
Gruß, Ronny
hansuwe, (vor 7066 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo an alle, die hier Ihren Beítrag geschrieben haben.
Ich wollte mal, ausser zur "Natur" etwas zur CO2 - und Energieproblematik beitragen.
- Mir gefallen die von menschenhand und Maschinen zerstörten Wälder auch nicht. Einfach grässlich der Anblick.
- Aber die Biomasse wird ja nun der Natur überlassen und damit nicht nur "Waldschädlingen" aus Fauna und Flora, sowie waldschädigenden Pilzen und auch solchen, die die Natur einschliesslich Mykologen und Mykophagen sehr nützulich sein können.
-Was mich erstaunt ist, dass im Wald Biomasse dem Verrotten anheim gelassen wird, im Endeffekt CO2 erzeugt wird, ohne dass die dabei freigesetzte Energie für den Menschen genutzt wird. Im Gegenteil, es schdet dem Weltklima.Noch niemand hat darüber nachgedacht Landwirte und Waldbesitzer in den CO2 Emissionshandel einzubeziehen.
-warum kann man mit den modernen "Harvestern" nicht auch gleich die Überreste mit nahezu unerheblichem Mehraufwand für die Nutzung in Holzkraftwerken sammeln und aufbereiten.
-Es wäre auch noch interessent wie hoch der Energieaufwand / die CO2 Emissionen der mechanisierten Holzwirtschaft sind im Vergleich zur energetischen Nutzung / nicht Nutzung der Biomasse unserer Wälder.
Ich wäre als Pilzfreund schon froh, wenn die Waldwüsten dem Pilzwachstum förderlich wären, auch wenn nicht nur Speisepilze dort wachsen werden.
Ansonsten wohl ein Thema für ein Energieforum! Hat jemand einen Link oder wäre an einer solchen Diskussion interessiert?
Pilzige Grüsse
hansuwe