Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln *PIC*

Ingo, (vor 7165 Tagen)

Hallo Forum,

Heute habe ich mal einen Kurzfilm für die Morchelfreunde unter euch anzubieten.
Sicher nichts für Matthias, also bitte wegschauen.

Ein wenig gewundert habe ich mich schon über die Funde vom vergangenen Wochenende.
Nicht darüber, dass es hier schon Morcheln gab. Damit war nach den bisherigen Fundmeldungen zu rechnen.
Das Aussehen dieser Ascos war es, was mich ein wenig in Erstaunen versetzt hat.

Hier ein Foto von der ersten Morchel dieser Saison:

[image]

Nichts ungewöhnliches eigentlich. Eine ganz normale, noch etwas junge Spitzmorchel.
Knapp vier cm hoch und noch etwas schmächtig. Die helle Färbung ist in diesem Stadium
auch nicht ungewöhnlich. Wenn die ausgewachsen sind, werden sie noch richtig dunkel.

Auch zur zweiten Morchel gibt es nicht viel zu sagen. Gut zu erkennen, die leichte Rosetönung.

[image]

Beim nächsten Exemplar musste ich mich dann doch etwas wundern. War sie doch schon
ziemlich groß (ca. 8 cm) und für dieses Reifestadium noch ungewöhnlich hell.

[image]

Das nachfolgende Exemplar war hingegen schon ein wahrer Koloss. Etwa 10 cm hoch und ebenfalls
noch vollständig cremefarben. Die Färbung erinnerte fast schon an Speisemorcheln.
Zum Größenvergleich habe ich mal ein Feuerzeug platziert.

[image]

Ein anderer Morchelkoloss wies dagegen eher Farbtöne auf, die für Morchella elata normal sind.
Auch dieser Fruchtkörper war deutlich über 10 cm. groß.

[image]

Den nächsten Vertreter zeige ich hier wegen seiner hübschen Form. Die Färbung bewegte sich
hier eher im typischen Bereich.

[image]

Zum guten Ende noch ein Bildchen von der Gesamtausbeute. Sehr schön erkennbar, die überwiegend
cremefarbenen Morcheln im linken Korbteil. In der rechten Korbhälfte sind gerade mal zwei bis drei
Morcheln mit der typisch dunklen Färbung zu erkennen.

[image]

Für die Statistiker unter euch: knapp 50 Stück zu etwa 700 g. Was ich nach den ersten kleineren
Morcheln nicht für möglich gehalten hatte war der Umstand, dass auch schon große, ausgewachsene
Exemplare am Start waren.

So ganz erklären kann ich mir die hellen Farbtöne aber nicht. Nach Boudier seinem antiken Schlüssel
ließen sich da bestimmt mehrere Arten ausschlüsseln. Vielleicht könnte man sich ja dazu durchringen,
einige Pilze als Köstliche Morcheln (Morchella deliciosa) anzusprechen. So kann man sie zumindest in
Frau Dähnckes Wälzer (1200 Pilze) bewundern. Indes, ich glaube da nicht dran. Für mich handelt es
sich bei allen aufgefundenen Exemplaren um Morchella elata in verschiedenen Entwicklungsstadien.
Worin ich aber mit den Beschreibungen übereinstimme ist der Umstand, dass die hellen Exemplare
wesentlich zartfleischiger sind als die ganz dunklen Vertreter, wie man sie auch von den Mulchen her
kennt.

Zur Ökologie habe ich auch nicht Überraschendes herausgefunden.
Das Einzige, was mir auffiel war der Umstand, dass alle Fruchtkörper im mehr oder weniger im dichten,
alten und verrotteten Gras standen. Wäre es vielleicht möglich, dass sich diese Morcheln von Zersetzungs-
produkten des Grases ernähren? Dann würden mich die Massen auch nicht wundern, in denen sie manchmal
erscheinen, denn Gras gibt es dort zur Genüge.

Noch eine Kleinigkeit am Rande. Am Samstag war es sonnig und ziemlich hell. Die dunklen Spitzen sind bei
diesen Bedingungen schon von Weitem gut zu erkennen (siehe Foto von Gestern), während man auf die
hellen fast drauftritt. Ist es aber trübe, wie Gestern, so leuchten die hellen Morcheln regelrecht im Gras,
während man mit den Dunklen so seine liebe Mühe hat.

Alles in Allem ein sehr gelungener Morchelauftakt. Zum Glück wird es nun ein wenig kälter, was die
Morcheln in ihrem Wachstum etwas bremsen sollte. Nächstes Wochenende habe ich nämlich keine
Zeit für das Gemörch. Am Wochenende vor Ostern werde ich mich aber wieder ein wenig kümmern.

Ich hoffe, ich bin euch mit den Teilen nicht allzu sehr auf den Keks gegangen. Wäre auch ganz
interessant, welche Beobachtungen anderenorts mit den Elata - Varianten so gemacht werden.

Und, Matthias, du kannst jetzt wieder hinsehen ;-))

Viele Grüße und einen schönen Abend - Ingo

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Matthias, (vor 7165 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
Morcheln sind doch schöne Fotomotive die ich auch gern ablichte, doch für den Kochtopf gibt es besseres als das Gemörch.
Deinen Korb Pfifferlinge hätte ich dem Händler um die Ohren gehauen, da hat ja kein einer mehr nur annähernd noch gelbe Farbe ;o)) ,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Ingo, (vor 7165 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias!

Morcheln sind doch schöne Fotomotive die ich auch gern ablichte, doch für den
Kochtopf gibt es besseres als das Gemörch.

Das würde ich glatt unterschreiben. Meinen Favoriten haben aber auch nicht viele
Leute so gern.

Deinen Korb Pfifferlinge hätte ich dem Händler um die Ohren gehauen, da hat
ja kein einer mehr nur annähernd noch gelbe Farbe ;o)) ,

Aber die Qualität der Pfiffis schaut doch toll aus, oder nicht!?
*Sch...* auf die komische Form. Du kannst dir nicht vorstellen, welche Freude man
einigen Leuten mit diesen Pilzen machen kann, wenn sie getrocknet sind.

ggg Ingo

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

zuehli ⌂, (vor 7165 Tagen) @ Matthias

doch für den Kochtopf gibt es besseres als das Gemörch.

Ja sicher: Maipilze.....

(schnellwegduck)
Harald

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Matthias, (vor 7165 Tagen) @ zuehli

Ja sicher: Maipilze.....
(schnellwegduck)
Harald

Hallo Harald,
du musst dich doch nicht schnell ducken, steh doch zu deiner Meinung :o))
Viele Grüsse
Matthias

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Ingo, (vor 7164 Tagen) @ zuehli

Ja sicher: Maipilze.....
(schnellwegduck)
Harald

Hallo Harald,

hast du da nicht etwas verwechselt. Ich glaube, der Matthias
steht nicht so auf Terpentingeschmack.
War nich die Nebelkappe eigentlich sein Favorit?
Hervorragend in der Konsistens, bestens zum Trocknen geeignet und
vor allem ganz selten mal von Maden befallen. Eigentlich so gut
wie nie.

Naja, die wissen auch, was schmeckt, und was nicht.
Zum ducken ist es jetzt aber, glaube ich, zu spät ;o))

grüsslis ingo

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Andreas ⌂, (vor 7165 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

also ich finde die farben allesamt im typischen bereich der Spitzmorchel. Jung und frisch sind sie hell und man würde sie als "deliciosa" bestimmen, älter und/oder trockener dunkeln sie ("conica"), zuletzt werden die Rippen fast schwarz und dann nennt man sie "elata". Meine Beobachtung bei spitzhütigen Gemörch. Den RiMuMos fehlt oft der "deliciosa-Aspekt", den wildlebenden fehlt am ehesten der "elata-Aspekt".
Für mich erst mal bis zum Beweis des Gegenteils alles nicht voneinander trennbar (nach meinen Mitteln). Was nicht heißen muss, dass das alles dasselbe ist. Auch Hallimasche konnte früher keiner auseinanderhalten ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Ingo, (vor 7165 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

genau meine Meinung. Ich würde auch so weit gehen, zu sagen, dass
die Mulchbewohner zu dieser Art gehören. Obwohl man behaupten
könnte, dass ökologische Merkmale dagegen sprechen.
Ich meine, dass erst ein gewisses Maß an Erwärmung vonnöten ist, um
im Mulch die begehrten Nährstoffe freizusetzen.

Irgendwo erinnert mich das auch an die Geschichte mit dem Erscheinungsbild
von Lepista nuda, welches wir hier vor Kurzem behandelt hatten.

Viele Grüße ins Holzland - Ingo

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Manfred, (vor 7165 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo

- Erst mal Glückwunsch zur schönen Ernte!

Das nachfolgende Exemplar war hingegen schon ein wahrer Koloss. Etwa 10 cm
hoch und ebenfalls
noch vollständig cremefarben. Die Färbung erinnerte fast schon an
Speisemorcheln.
Zum Größenvergleich habe ich mal ein Feuerzeug platziert.

-Das Teil wäre wohl doppelt so gross geworden, hättest Du noch etwas
zugewartet...


Für mich handelt es
sich bei allen aufgefundenen Exemplaren um Morchella elata in verschiedenen
Entwicklungsstadien.

- Bin völlig Deiner Meinung - alles dieselbe Art! Die Form- und Farbunterschiede
sind wohl auf Bodenchemie, Begleitflora, Umwelteinflüsse und Wetterbedingungen zurückzuführen.
Habe auch schon fast weisse Jungmorcheln vorgefunden.(Spitzm.) Auf
Brandflächen sollen sie dafür viel dunkler sein.

Ich hoffe, ich bin euch mit den Teilen nicht allzu sehr auf den Keks
gegangen.

- Keine Panik - was gibt's den Schöneres als Frühling und Morcheln??? Und
im Gegensatz zu Matthias bin ich der Ansicht, dass es auch für den
Kochtopf kaum was Leckereres gibt als (getrocknete) Morcheln...

Gruss
Manfred

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Re: Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln

Ingo, (vor 7165 Tagen) @ Manfred

Jo Manfred !

So sei es. Ich wünsche noch eine erfolgrteiche Morchelsaison
und viel Trockenobst, falls der Rest dem Sommerloch zum Opfer fällt.

Grüssli Ingo

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Morcheln in Brandenburg

Pio, (vor 7165 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

gerade habe ich Deinen neuen Morchelbeitrag gelesen und habe bei der Gelegenheit noch mal alle früheren Beiträge Deinerseits zu diesem Thema herausgesucht. Ich hatte sie eigentlich noch ganz gut in Erinnerung und zwar deshalb, weil ich sie anfänglich für nahezu unglaubwürdig gehalten hatte (Morcheln auf Sand zwischen Kiefern und in solchen Mengen und jedes Jahr wieder). Ich habe sofort nach dem Kalender gesehen, aber der Beitrag wurde an keinem 1. April verfasst.

Ich wohne ja auch in Brandenburg. Mein Einzugsbereich liegt vor allem im Landkreis Dahme-Spreewald, teilweise aber auch darüber hinaus. Obwohl ich schon seit etlichen Jahrzehnten leidenschaftlicher Pilzfreund bin und in manchen Zeiten täglich im Wald war, ist es mir noch niemals gelungen, auch nur einen einzigen zuverlässigen Standort für Morcheln hier in dieser Streusandbüchse zu finden.

Seit etlichen Jahren und zusätzlich angestachelt durch das Pilzforum zieht es mich natürlich auch im Frühjahr immer wieder hinaus, um endlich mal einen Morchelstandort zu finden. Ich habe nichts ausgelassen: Pilzliteratur, langwierige Internetrecherchen (was z.B. bei Bärlauch in mehrern Fällen hilfreich war), ich habe mir hochwissenschaftliche Karten zur Bodenbeschaffenheit in Brandenburg heruntergeladen, nach Lehm gesucht usw., habe die wenigen existierenden Flussauen, soweit man überhaupt herankommen konnte, ispiziert, aber alles ohne Erfolg.

Und dann erschien da Dein erster Beitrag mit den schönsten Morcheln inmitten typischer Brandenburgischer Wälder, in denen ich einen guten Teil meiner Lebenszeit herumgestolpert bin und die eigentlich erfahrungsgemäß völlig morchelfrei sind. Du schreibst, Dein Sammelgebiet wäre auch südlich und östlich von Berlin, da müssen wir uns ja fast schon mal auf die Füße getreten sein. Allerdings mache ich meistens einen Bogen um andere Pilzsammler.

Was ist an Deinem Wald anders?

Ich habe zwar auch schon mal Morcheln gefunden.

Einerseits waren das ganz wenige Speisemorcheln in Obstgärten unter Apfelbäumen. Das hat kaum zu Kosten gereicht.

Andererseits fand ich vor etlichen Jahren in einem Pappelwald an der südlichen Stadtgrenze Berlins unglaublich große Spitzmorcheln. Der ganze Wald war mit diesen Goldruten dschungelartig zugewachsen, dazwischen überall die riesigen Morcheln. Es ist lange her, aber in meiner Erinnerung waren sie bis zu 25 cm hoch. Ich habe sie damals für mich als die "Hohe Morchel" eingestuft. Der ganze Wald war übersät, man hätte sie fast mit der Sense ernten und Eimer damit füllen können. Leider bin ich zu spät auf diese Fundstelle gestoßen - wenn ich mich recht erinnere, war es mindestens Ende Mai oder eher Anfang Juni - so dass man praktisch nichts mehr verwerten konnte. Ich habe nur ein paar kleine noch halbwegs passable Stückchen mitgenommen und zubereitet. Also auch wieder nichts.

Ich bin dann etliche Jahre lang zur optimalen Jahreszeit zu dieser Stelle gepilgert, aber von Zecken abgesehen war nichts weiter zu finden. Vor ein paar Jahren habe ich dann noch mal etwa drei Exemplare dort gefunden. In dem selben Wald habe ich dann später noch eine kleine Stelle entdeckt, wo regelmäßig alle Jahre eine Hand voll Käppchenmorcheln wächst, die einzige Stelle dieser Art, die ich kenne.

Heute abend habe ich eine kleine Exkursion unternommen, Richtung Spreewald. Wenigstens war es gesund für die Knochen. Einen Pilzkorb habe ich natürlich gar nicht erst mitgenommen.

Viele Grüße

Pio

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Re: Morcheln in Brandenburg

Ingo, (vor 7165 Tagen) @ Pio

Ich hatte sie eigentlich noch ganz gut in Erinnerung und
zwar deshalb, weil ich sie anf�nglich f�r nahezu unglaubw�rdig gehalten
hatte (Morcheln auf Sand zwischen Kiefern und in solchen Mengen und jedes
Jahr wieder). Ich habe sofort nach dem Kalender gesehen, aber der Beitrag
wurde an keinem 1. April verfasst.

Hallo Pio,

Ich habe ja schon einige Beitraege gepostet, aber noch nie an einem 1. April.
Das liegt einfach daran, dass ich noch nicht so lange im Forum bin.

Ausserdem gibt es in Branndenburg wesentlich rarere Arten, als ausgerechnet
Morcheln. Nachdem ich meine letztjaehrige Fundliste der PABB mitgeteilt hatte
landete ein unscheinbarer Alltagspilz auf Platz 1 der Raritaeten - der Braune
Filzröehrling (Xerocomus ferrugineus). Zweitfund im Bundesland, wobei der
Erstfund zweifelhaft war. Leucoagaricus meleagris zum Beispiel ist aus den
meisten Bundeslaendern gar nicht gemeldet. Fuer unsere Region hatte ich bereits
den Drittfund. Auch Pilze wie Gyromitra infula und Tricholoma focale sind
weit seltener gemeldet worden, als Morcheln.

...ist es mir noch niemals gelungen, auch
nur einen einzigen zuverl�ssigen Standort f�r Morcheln hier in dieser
Streusandb�chse zu finden.

In den typischen Sandduenen-Moosflechten Kiefernwaeldern finde ich sie auch nicht.

Du schreibst, Dein Sammelgebiet w�re auch s�dlich und
�stlich von Berlin, da m�ssen wir uns ja fast schon mal auf die F��e
getreten sein. Allerdings mache ich meistens einen Bogen um andere
Pilzsammler.

Geht mir auch so, deshalb sammle ich auch nicht mehr in LDS. Abfahrt
Friedersdorf gehoerte seit Langem zu meinen bevorzugten Stellen. Mittlerweile
ist es dort zu ueberlaufen, und zur Steinpilzsaison habe ich dort schon Polen
mit Sammelkorb angetroffen.

Was ist an Deinem Wald anders?

Eben das versuche ich seit Jahren noch herauszufinden. Vielleicht mache
ich diesjahr mal eine Probegrabung, so bis 2.000 m Tiefe ;o)

Andererseits fand ich vor etlichen Jahren in einem Pappelwald an der
s�dlichen Stadtgrenze Berlins unglaublich gro�e Spitzmorcheln. Der ganze
Wald war mit diesen Goldruten dschungelartig zugewachsen, dazwischen
�berall die riesigen Morcheln. Es ist lange her, aber in meiner Erinnerung
waren sie bis zu 25 cm hoch. Ich habe sie damals f�r mich als die
"Hohe Morchel" eingestuft. Der ganze Wald war �bers�t, man h�tte
sie fast mit der Sense ernten und Eimer damit f�llen k�nnen. Leider bin
ich zu sp�t auf diese Fundstelle gesto�en - wenn ich mich recht erinnere,
war es mindestens Ende Mai oder eher Anfang Juni - so dass man praktisch
nichts mehr verwerten konnte. Ich habe nur ein paar kleine noch halbwegs
passable St�ckchen mitgenommen und zubereitet. Also auch wieder nichts.
Ich bin dann etliche Jahre lang zur optimalen Jahreszeit zu dieser Stelle
gepilgert, aber von Zecken abgesehen war nichts weiter zu finden. Vor ein
paar Jahren habe ich dann noch mal etwa drei Exemplare dort gefunden. In
dem selben Wald habe ich dann sp�ter noch eine kleine Stelle entdeckt, wo
regelm��ig alle Jahre eine Hand voll K�ppchenmorcheln w�chst, die einzige
Stelle dieser Art, die ich kenne.

Das hoert sich vom Erscheinungsbild eher nach Mulchmorcheln an. Spaetestens
Mitte Mai waren bei mir auch jegliche Reste verschwunden. Vielleicht gab es
dort auch im Vorjahr einen Brand. Ich habe mal gelesen, dass die Methode
(Morchelbrand)in Amerika recht beliebt ist, um an das Gemoerch zu kommen.
Zudem wird in dem Zusammenhang auch von riesigen Exemplaren geredet.

Heute abend habe ich eine kleine Exkursion unternommen, Richtung Spreewald.

Schaue mal meinen kleinen, unbeantworteten Tip an Hyronimus aus der Vorwoche.
Ich koennte wetten, dass es in der Spreewaldregion was zu holen gibt.

Eine erfolgreiche Suche noch - Ingo

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Kalk!

ajuga, (vor 7162 Tagen) @ Pio

Morcheln brauchen definitiv kalkhaltigen Boden (Ausnahme: Rindenmulchmorcheln, da ist das Substrat so gut, dass der Kalk nicht mehr so entscheidend zu sein scheint). Kalk gibt es in Norddeutschland so weit ich weiß nur, wenn untere Bodenschichten, in denen Kalk vorkommt freigelegt werden, z.B. durch Tagebaue (seltener aufgrund natürlicher Bodenbewegungen).

Wenn ich mich richtig erinnere ist das in Ingos Wald irgendwie der Fall. In der Nähe gibt es, glaube ich, auch einen "Kalksee"?!!!

Jetzt als ich das schreibe fällt mir ein - hat es schon mal jemand auf Rügen versucht ("Kreidefelsen" = Kalk)???

Oder beim Kaliwerk Zielitz im Jerichower Land (Sachsen-Anhalt)?

ajuga

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Re: Kalk!

Ingo, (vor 7159 Tagen) @ ajuga

Wenn ich mich richtig erinnere ist das in Ingos Wald irgendwie der Fall. In
der Nähe gibt es, glaube ich, auch einen "Kalksee"?!!!

Hallo Ajuga,

Kalksee ist nicht so ganz zutreffend. Und kalkholde Vegetation hat es ja
bisher auch noch nicht gebracht. Ich werde mir mal den Spass machen, dort mit
einem Spaten aufzukreuzen. Dann mache ich mal ein halb Meter Grübchen und ein
paar Bilder. Vielleicht kommen wir damit weiter.
Kalkgebiete gibt es ja in Süddeutschland reichlich. Aber nicht sehr viele
Morchelmeldungen.
Es steht ja auch nahezu in jedem Pilzbuch, dass wildlebende Elaten selten
sein sollen. Vielleicht mögen sie ja etwas Bestimmtes im Boden. Übrigens
gibt es dort im Herbst die Büschelraslinge. Dass die Kalk bevorzugen, wäre
mir auch neu.

Grüsslis Ingo