Seppi dra di um? *PIC*

Alis ⌂, (vor 7149 Tagen)

Heute hatte ich auf zwei Baustellen mit Pilzen zu tun. Zuerst an einem Balkongeländer aus Nadelholz, wahrscheinlich Fichte.
Der erste Impuls war Gloeophyllum sepiarium (Zaunblättling)
Den habe ich vom Holz weggepuhlt. Die Farbe des Bildes stimmt einigermaßen. Für meinen Geschmack zu dunkel. Kann aber auch einfach alt sein, oder?
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Aber dann fand ich das hier im Gras am Boden. So was von schönem Labyrinth. Die Oberseite war irgendwie zerdrückt, vielleicht ist er irgendwo dazwischen gewachsen. Leider nicht ansehnlich.
Kann mir jemand Zaun-, Tannen- und Balkenblättling auseinanderdividieren?
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nächste Baustelle: ein morscher Balken in einem Treppenhaus. Da habe ich keine Idee.
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Gruß Alis

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Re: Seppi dra di um?

Andreas ⌂, (vor 7149 Tagen) @ Alis

Heute hatte ich auf zwei Baustellen mit Pilzen zu tun. Zuerst an einem
Balkongeländer aus Nadelholz, wahrscheinlich Fichte.
Der erste Impuls war Gloeophyllum sepiarium (Zaunblättling)
Den habe ich vom Holz weggepuhlt. Die Farbe des Bildes stimmt einigermaßen.
Für meinen Geschmack zu dunkel. Kann aber auch einfach alt sein, oder?

Aber dann fand ich das hier im Gras am Boden. So was von schönem Labyrinth.
Die Oberseite war irgendwie zerdrückt, vielleicht ist er irgendwo
dazwischen gewachsen. Leider nicht ansehnlich.
Kann mir jemand Zaun-, Tannen- und Balkenblättling auseinanderdividieren?

nächste Baustelle: ein morscher Balken in einem Treppenhaus. Da habe ich
keine Idee.

Gruß Alis

Hallo,

für mich schwer zu entscheiden, ob das Zaun- oder Balkenblättling ist. Auf jeden Fall ein alter Gloephyllum-Fruchtkörper. Zur Sanierung spielt es glaube ich keine Rolle, welche von beiden Arten es ist.

Ob das auf den zweiten Bildern dasselbe ist, kann ich so nicht entscheiden.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Seppi dra di um?

AK_CCM, (vor 7149 Tagen) @ Alis

Hallo Alis,

Heute hatte ich auf zwei Baustellen mit Pilzen zu tun. Zuerst an einem
Balkongeländer aus Nadelholz, wahrscheinlich Fichte.
Der erste Impuls war Gloeophyllum sepiarium (Zaunblättling)
Den habe ich vom Holz weggepuhlt. Die Farbe des Bildes stimmt einigermaßen.
Für meinen Geschmack zu dunkel. Kann aber auch einfach alt sein, oder?

Alte Fk. sind in der Tat dunkel- bis schwarzbraun gefärbt. Für das hohe Alter Deines Fruchtkörpers würde auch der grünliche Hutrand sprechen, der vermutlich von Algen stammt.

Aber dann fand ich das hier im Gras am Boden. So was von schönem Labyrinth.
Die Oberseite war irgendwie zerdrückt, vielleicht ist er irgendwo
dazwischen gewachsen. Leider nicht ansehnlich.

Schade, dass Du die Oberseite nicht zeigst. Anhand den labyrinthischen Strukturen und der braunen Färbung tendiere ich zum Balkenblättling, möchte aber einen alten Eichenwirrling nicht ausschließen.

Kann mir jemand Zaun-, Tannen- und Balkenblättling auseinanderdividieren?

Zaun- und Tannenblättling weisen auf der Unterseite der Fruchtkörper lamellige Strukturen auf, während der Balkenblättling labyrinthische, radial gestreckte Poren besitzt. Zaun- und Tannenblättling lassen sich durch die Lamellenanzahl abgrenzen (am Rand der Fruchtkörper gemessen): etwa 20 Lam./ cm = Zaunblättling, etwa 10 Lam./ cm = Tannenblättling. Die i.d.R. bei Zaunblättlingen auf dem Hut vorkommende rostbraune Farbe kann bei alten Exemplaren auch komplett fehlen.

Gruß, Andreas

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Re: Seppi dra di um?

Alis ⌂, (vor 7149 Tagen) @ AK_CCM

Schade, dass Du die Oberseite nicht zeigst. Anhand den labyrinthischen
Strukturen und der braunen Färbung tendiere ich zum Balkenblättling,
möchte aber einen alten Eichenwirrling nicht ausschließen.

Hallo Andreas,
die Oberseite war wirklich so zerdrückt, dass da kaum was zu erkennen war.
Also nach Poren sieht das wirklich nicht aus. Andererseits, ist vom Fundort her die Eiche fast auszuschließen. Es sei denn, die Unterlegleisten des Balkonbelags sind aus Eiche. Aber die sind so weit drinnen, dass von dort das Teil schwerlich runterfallen konnte (und ich bisher nicht erkennen konnte). Wenn ich bei der Sanierung bin, schaue ich nochmal.

Zaun- und Tannenblättling weisen auf der Unterseite der Fruchtkörper
lamellige Strukturen auf, während der Balkenblättling labyrinthische,
radial gestreckte Poren besitzt. Zaun- und Tannenblättling lassen sich
durch die Lamellenanzahl abgrenzen (am Rand der Fruchtkörper gemessen):
etwa 20 Lam./ cm = Zaunblättling, etwa 10 Lam./ cm = Tannenblättling. Die
i.d.R. bei Zaunblättlingen auf dem Hut vorkommende rostbraune Farbe kann
bei alten Exemplaren auch komplett fehlen.

Habe inzwischen festgestellt, dass ich immer alle meine Bücher durchforsten muss.
im Laux "der große Kosmos Pilzführer" sind die drei Arten recht gut beschrieben und abgebildet. Bleibt halt nur noch offen, wie variabel die Arten sein können.
Laux schreibt beim Zaunblättling 1-2 pro mmm, beim Tannenblättling 8-12 pro cm.
Ist als Unterscheidungsmerkmal nicht unbedingt hilfreich.
Aber letztlich ist es auch nicht tragisch, wenn die beiden Arten verwechselt werden. Der Schaden ist der selbe.

Vielen Dank

Alis

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Re: Seppi dra di um?

AK_CCM, (vor 7148 Tagen) @ Alis

Hallo Alis,

im Laux "der große Kosmos Pilzführer" sind die drei Arten recht gut
beschrieben und abgebildet. Bleibt halt nur noch offen, wie variabel die
Arten sein können.
Laux schreibt beim Zaunblättling 1-2 pro mmm, beim Tannenblättling 8-12 pro
cm.
Ist als Unterscheidungsmerkmal nicht unbedingt hilfreich.

bezüglich der Unterscheidung von Gloeophyllum sepiarium und G. abietinum anhand des Hymenophors hat sich LAUX suboptimal ausgedrückt. JAHN gibt für G. spiarium 14 bis 24 und für G. trabeum 8 bis 11 Lamellen pro cm am Hutrand an. JÜLICH schreibt von 15 - 24 bzw. 8 - 12 Lamellen.

Mikroskopisch sollen sich beide Arten anhand den dickwandigen - lt. GERHARDT auch inkrustierten - Zystiden bei G. abietinum[/i] trennen lassen, wohingegen G. sepiarium glatte und eher dünnwandige Zystidiolen aufweisen soll.

Gruß, Andreas

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Re: Seppi dra di um?

noodle, (vor 7147 Tagen) @ Alis

Heute hatte ich auf zwei Baustellen mit Pilzen zu tun. Zuerst an einem
Balkongeländer aus Nadelholz, wahrscheinlich Fichte.
Der erste Impuls war Gloeophyllum sepiarium (Zaunblättling)
Den habe ich vom Holz weggepuhlt. Die Farbe des Bildes stimmt einigermaßen.
Für meinen Geschmack zu dunkel. Kann aber auch einfach alt sein, oder?

Aber dann fand ich das hier im Gras am Boden. So was von schönem Labyrinth.
Die Oberseite war irgendwie zerdrückt, vielleicht ist er irgendwo
dazwischen gewachsen. Leider nicht ansehnlich.
Kann mir jemand Zaun-, Tannen- und Balkenblättling auseinanderdividieren?

nächste Baustelle: ein morscher Balken in einem Treppenhaus. Da habe ich
keine Idee.

Gruß Alis

Gugux Alis,

mir sieht es aufgrund der Färbung recht deutlich nach dem Tannenblättling aus, vorausgesetzt das lamellige Hymenophor. Der Zaunblättling bleibt m. E. heller bis zum Schluss. Das Substrat wäre aber aufschlussreich...wohl aber nicht ganz einfach bei Bauholz *gg*

LG noodle :-)