Morcheln im Regen *PIC*

Ingo, (vor 7150 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

was ein bekloppter Titel zu diesem Bericht. Aber irgend einen Namen muss er
ja haben.

An gewohnter Stelle ein kleiner Lagebericht zum Pilzaufkommen in unserer Region.
Montagskino und selbst Kurzfilm wäre aber stark übertrieben. Eher ein kleiner Spot.

Dass die Morcheln bereits Mitte März erschienen sind, habe ich ja bereits vor zwei
Wochen kund getan. Inzwischen sind auch wieder welche nachgekommen. Deutlich
mehr als vor zwei Wochen – das war auch so zu erwarten gewesen.
Die große „Morchelexplosion“, wie Ende April des Vorjahres, ist aber nicht aufgetreten.
Ich denke mal, dazu sind die Nächte noch zu kalt.
Gut zwei Kilo Morcheln im März lässt sich aber auch nicht so schlecht an – oder?

Wie das nun weitergehen soll, kann ich aber auch nicht sicher einschätzen. Zum Einen
stehen uns nun einige kühle Nächte bis zu minus 5 Grad in Ostbrandenburg bevor.
Das sollten die Ascos aber abkönnen. Viel schlimmer ist, dass der Boden so langsam
austrocknet, und auch keine ergiebigen Niederschläge in Sicht sind.
So rechne ich nicht damit, dass über Ostern fette Beute zu machen ist. Auch waren neue,
kleine Fruchtkörper Mangelware. Ich kann also nur hoffen, dass bis zur Monatsmitte ergiebige
Niederschläge auftreten, und danach noch einmal ein neuer Schub kommt.

Zur Auflockerung zeige ich ausnahmsweise mal ein Bildchen vom Gemörch:

[image]

Gut im Futter stehen mittlerweile auch die Giftlorcheln. Dutzende Fruchtkörper waren in Nähe von
Waldwegen auszumachen. Meistenteils aber noch sehr kleine Lorcheln, die noch einige Wochen
Zeit zum Auswachsen haben.

Mitten im Wald gab es aber auch schon größere Fruchtkörper zu bestaunen.
So wie dieser hier, mit einem Durchmesser von knapp unter 10 cm:

[image]

Auch die liebe Lorchel - Verwandtschaft ist schon fleißig am fruktizieren. Immerhin auch gut
einen Monat vor der üblichen Zeit:

[image]

Großer Scheibling / Scheibenlorchel – Gyromitra ancilis

Auch deutlich vor dem üblichen Erscheinungsdatum, die Haustintlinge – Coprinus domesticus.
An vielen Stellen, vor allem an sonnenbegünstigten Lagen, stießen diese Tintlinge ans Licht.
Warum ich davon kein Bild geschossen habe, weiß ich auch nicht so recht.
Wenn das so weitergeht, dürften in zwei Wochen die ersten Mairitterlinge gemeldet werden;
vielleicht auch aus unserer Region.

Nochmal zurück zum Gemörch:
Ich hatte es ja bereits gestern in einer Antwort auf ein Posting anklingen lassen.
Ich glaube mittlerweile nicht mehr daran, dass die Spitzmorcheln an ihren Plätzen im Kiefernwald auf
kalkhaltigen Boden angewiesen sind. So habe ich erstmals zwei Morcheln fernab von meinen eigentlichen
Morchelgründen gefunden. Am Rande eines sandigen Waldweges inmitten eines typischen Moos- und
Flechten-Kieferareals mitten im Moos. Untergrund – reinster Sandboden!!! Die Morcheln sollten dort immer
noch stehen. Vielleicht gesellen sich bis Freitag ja noch welche hinzu.

Möglicherweise benötigen Spitzmorcheln bei Fichten und Tannen Kalk, bei Kiefern scheint das jedenfalls
egal zu sein. Der Coco meinte, dass Mineralien entscheidend für das Morchelwachstum wären. Das ist
aber auch ein ziemlich weit gefasster Begriff. Was hat denn saurer Sandboden schon an besonderen
Mineralien zu bieten? Nach meinen langjährigen Beobachtungen scheinen die Pilze mittlerweile
extrem zu streuen, und auch auf Gebiete überzugreifen, wo ich niemals Morcheln vermuten würde.
So habe ich auf einigen, mir altbekannten Plätzen noch nicht einen Pilz entdecken können, während
anderenorts ein anderes, typisches Moos-Flechten Kiefernareal okkupiert wurde, wo im Herbst
allenfalls Butterpilze herumstehen.
Vielleicht kommen sie aber an den herkömmlichen Stellen noch. Der April hat ja eben erst begonnen.

Viele Grüße – Ingo

Achso ...und Regen bitte!!!

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Re: Morcheln im Regen

Peter B., (vor 7149 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
sehr schöne Bilder!
Hier sind solche Morcheln doch recht selten.
Aber ich habe da noch mal eine Sporenfrage.
Da steht geschrieben: Ascosporen - Sporen die zu je 8 bis zu 32 im Sporenbehälter der Schlauchpilze gebildet werden.
So hätte ich eben doch mal kongret gewusst wo nun diese "Sporenbehälter" bei eben diesen Pilzen, wie von Dir gezeigt, zu finden sind. Die Sporen sind ja recht groß. Wenns denn mal so weit ist, werden diese ja kaum im Mikroskop zu übersehen sein.
Ja und was bedeutet der Begriff "Asci 350 - 23 ym" bei der Pilzbeschreibung ?

Schönen Tag! Peter B.

: Achso ...und Regen bitte!!!

.......Erst mal Sonne und Wärme!

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Re: Morcheln im Regen

Thomas Pruß, (vor 7149 Tagen) @ Peter B.

Moin Peter,
ich bin zwar nicht der Ingo (ist wahrscheinlich auf dem Weg zum Gemörch oder zur Brandung), aber ich sag's dir schnell:
Die Sporen werden auf der Außenseite der Morchelhüte gebildet. Ich denke mal, im Quetschpräparat kannst du die mit Sporen gefüllten Schläuche sehen.
"Asci 350 - 23 ym" bedeutet, dass die Schläuche 350 Mikrometer lang und 23 Mikrometer breit sind (das "Y" steht für den griechischen Buchstaben "my" ("mü") und bezeichnet millionstel Meter oder taúsendstel Millimeter. Aber im täglichen Umgang mit den Maßen und Einheiten schleicht sich manchmal ein gewisser Schlendrian ein, der irgendwann nachgerade kryptisch werden kann.
Wenn du es dir in dieser Hinsicht mal "so richtig geben willst", musst du mal in Georgs Wetterzentrale-Forum (www.wetterzentrale.de/forum) reinschauen: Was sich die (Hobby-)Meteorologen an Abkürzungen leisten, grenzt an Folter ;-)
Grüßlis
Thomas

Hallo Ingo,
sehr schöne Bilder!
Hier sind solche Morcheln doch recht selten.
Aber ich habe da noch mal eine Sporenfrage.
Da steht geschrieben: Ascosporen - Sporen die zu je 8 bis zu 32 im
Sporenbehälter der Schlauchpilze gebildet werden.
So hätte ich eben doch mal kongret gewusst wo nun diese
"Sporenbehälter" bei eben diesen Pilzen, wie von Dir gezeigt, zu
finden sind. Die Sporen sind ja recht groß. Wenns denn mal so weit ist,
werden diese ja kaum im Mikroskop zu übersehen sein.
Ja und was bedeutet der Begriff "Asci 350 - 23 ym" bei der
Pilzbeschreibung ?
Schönen Tag! Peter B.

: Achso ...und Regen bitte!!!

.......Erst mal Sonne und Wärme!

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Re: Morcheln im Regen *PIC*

Peter B., (vor 7149 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,
danke für die Info!

Buchstaben "my" ("mü")

... ja klar. Blos das Programm hier ließ es nich zu da original my zu schreiben.

Ich denke mal, im Quetschpräparat

kannst du die mit Sporen gefüllten Schläuche sehen.

... na ich habe gestern am späten Abend mal eben mit einem Deckglas über die Oberfläche des Pilzes geschabt. Blos um mal zu sehen, ob sich eventuell Sporen abstreifen lassen.
Aber er scheint noch zu jung zu sein. Ein paar zukünftige "Asci's" scheinen im Heranwachsen zu sein (Bild 1). Dann waren da noch irgentwelche Stärke oder sonstige Körper in Teilung begriffen (Bild 2). Die Bilder sind nicht besonders gut. Schwamm alles noch im Glycerin.

[image]

Na schaun wir mal, wie sich die Sache weiter entwickelt!

Gruß aus der Oberlausitz in die Runde! Peter B.

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Bilder schauen gut aus

Thomas Pruß, (vor 7149 Tagen) @ Peter B.

Moin Peter,
und ich kann griechische Buchstaben auch nicht schreiben – jedenfalls nicht mit dem IE.
Du hast ein Phasenkontrastmikroskop?
Grüßlis
Thomas

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Re: Bilder schauen gut aus

Peter B., (vor 7149 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

da ist mit doch dieser Doppeleintrag passiert. Blos weil ich beim Bild die " - Strichel vergessen hatte und paar mal unkonzentriert geklickt habe ...

... ja, Phasenkontrasteinrichtung (Phv) habe ich zwar auch, aber Phasenkontrast ist etwas für sehr dünne Schichten. Hier schwamm das "Objekt" im 85%igen Glycerin. Das macht sich zwar gut wegen der Differenz vom Brechungsindex Pilzbestandteile zum Einschlussmittel (eben dem Sichtbarkeitsindex). Besser ist es schon, wenn über Nacht das Wasser vom Glycerin etwas verdunstet ist.

Die gezeigten Bilder sind mit Interferenz aufgenommen. Stichwort "Interphako" aber ohne "Phako". Ist so ähnlich wie das DIC mit Prismen und Polfilter. Das ist nicht ganz so anfällig auf Schichtdicke wie der Phasenkontrast, aber auch hier macht sich die Dicke zwischen Objektträger und Deckglas in der Unschärfe des Bildes schon bemerkbar! Aber für den ersten Überblick geht es schon mal.
Aber das wirst du ja alles selbst wissen. Ich weiß ja, da fehlt zu den Bildern noch die Bemaßung der Objekte. Und auch die Angabe des "wie und womit aufgenommen" gehört dazu. Wenn es mir doch noch gelingt dem Pilz ein paar Sporen zu entlocken, dann werde ich das neu erstellen.
Soweit erst mal.

Schönen Abend! Peter B.

Moin Peter,
und ich kann griechische Buchstaben auch nicht schreiben – jedenfalls nicht
mit dem IE.
Du hast ein Phasenkontrastmikroskop?
Grüßlis
Thomas

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Re: Bilder schauen gut aus

Heinz Ebert ⌂, (vor 7149 Tagen) @ Peter B.

Du solltest die tollen Chemikalien mal weglassen und das Präparat mal "nur" in der Chemikalie H2O untersuchen und abbilden. Alles andere kann zwar bestimmte Details (zB Ornamentationen) gut verstärken, aber die Grundmerkmale gehen durch Deformation oft verloren.
ICH mikroskopiere nach wie vor zuerst in WASSER! Erst wenn dieses Präparat unbefriedigend ist greife ich zur Chemie.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Thomas,
da ist mit doch dieser Doppeleintrag passiert. Blos weil ich beim Bild die
" - Strichel vergessen hatte und paar mal unkonzentriert geklickt
habe ...
... ja, Phasenkontrasteinrichtung (Phv) habe ich zwar auch, aber
Phasenkontrast ist etwas für sehr dünne Schichten. Hier schwamm das
"Objekt" im 85%igen Glycerin. Das macht sich zwar gut wegen der
Differenz vom Brechungsindex Pilzbestandteile zum Einschlussmittel (eben
dem Sichtbarkeitsindex). Besser ist es schon, wenn über Nacht das Wasser
vom Glycerin etwas verdunstet ist.
Die gezeigten Bilder sind mit Interferenz aufgenommen. Stichwort
"Interphako" aber ohne "Phako". Ist so ähnlich wie das
DIC mit Prismen und Polfilter. Das ist nicht ganz so anfällig auf
Schichtdicke wie der Phasenkontrast, aber auch hier macht sich die Dicke
zwischen Objektträger und Deckglas in der Unschärfe des Bildes schon
bemerkbar! Aber für den ersten Überblick geht es schon mal.
Aber das wirst du ja alles selbst wissen. Ich weiß ja, da fehlt zu den
Bildern noch die Bemaßung der Objekte. Und auch die Angabe des "wie
und womit aufgenommen" gehört dazu. Wenn es mir doch noch gelingt dem
Pilz ein paar Sporen zu entlocken, dann werde ich das neu erstellen.
Soweit erst mal.
Schönen Abend! Peter B.

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Re: Morcheln im Regen

Ingo, (vor 7149 Tagen) @ Peter B.

Hallo Peter,

erst mal T'schuldigung für die späte Antwort. Ich habe im Moment gut zu tun.
"Leider" nicht mit Angeln oder Pilzesuchen. Eher mit der Mittelbeschaffung.

Wie ich deinem Profil entnehmen konnte, kommst du aus dem Dreiländereck
Pl/C/D. Das liegt nach meinem bescheidenen Erdkundekenntnissen wohl so
zwischen Elbsandsteingebirge und Isargebirge. Ist ja fast schon Riesengebirge!
Erstaunlich, dass das Frühlingswetter bei euch noch nicht angekommen war.
Es gibt halt immer lokale Ecken, wo das Wetter etwas abweicht. ;O)

Nochmal zurück zu den Mikroproben und damit auch zu deiner Gartenlorchel.
Ich hatte mich da neulich etwas unglöcklich ausgedrückt.
Deine Methoden zur Sporengewinnung mögen ja etwas ungewöhnlich sein, aber eben
nur für die Sporengewinnung zu gebrauchen.
Mir wäre jedenfalls neu, dass Morchel und Co. ganze Asci abschießen.

Was ich im Zusammenhang mit deiner Lorchel meinte, war Folgendes:
Schneide einfach mal ein kleines Stück vom Hut ab, ein paar mm² sollten
da reichen, und mache daraus mal ein Quetschpräparat.

An dieser Stelle empfehle ich einen praktischen Tip vom Heinz Ebert, den dieser
nun wirklich nicht bei jedem Posting wiederholen muß. Dazu hat er hier in der
Vergangenheit genug geschrieben.
Versuche mal, das Stück Morchel/Lorchel irgendwie zu fixieren, und nimm sodann
zwei Rasierklingen zur Hand. Diese presst du dann zusammen, und ziehst sie
einmal der Länge nach durch das Fruchtfleisch.
Als Ergebnis sollte dann zwischen den Rasierklingen ein dünner Streifen
Gewebe übrigbleiben, welcher sich dann prima zwischen Objektträger und
Deckglas plazieren lässt. Ein wenig noch quetschen - ganz nach Bedarf.

Sollte sich zwischen den Rasierklingen nichts befinden, dann wiederhole den
Vorgang mit weniger Druck zwischen den Klingen. Solange, bis dort etwas
heften bleibt.

Danach solltest du eigentlich einen kompletten Schnitt zwischen Ober- und
Unterseite der Huthaut gewonnen haben, und du solltest die Ascisporen
auffinden können. Wenn nicht, ist die Lorchel noch zu jung, und du kannst das
Ganze in ein paar Tagen wiederholen.

Wenn du die Asci und die Sporen nur mal sehen möchtest, kannst du ruhig
chemisch behandeln. Wenn du genau vermaßen oder Details beobachten möchtest,
schließe ich mich dem Hinweis vom Heinz an. Immer erst in Wasser beobachten.
Chemikalien töten die lenbenden Zellen der Ascomyceten sehr schnell ab und
zerstören damit wichtige Mikrodetails.

Hallo Heinz, ich hoffe, ich habe deine Anleitung einigermaßen korrekt verstanden
und auch wiedergegeben. Wenn Korrekturbedarf besteht, wirf bitte ein faules Ei.
Ich ducke mich aber rechtzeitig.

Viele Grüße Ingo

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Re: Morcheln im Regen

Ingo, (vor 7149 Tagen) @ Thomas Pruß

ich bin zwar nicht der Ingo (ist wahrscheinlich auf dem Weg zum Gemörch oder
zur Brandung),

Hallo Thomas, schön wär's.
Momentan werde ich aber dermaßen in Arbeit ersäuft, dass an sowas nicht zu
denken ist. Eigentlich hatte ich geplant, wie in den vergangenen Jahren, am
Mittwoch vor Ostern nochmal die Brandung zu besuchen.
Man muß halt zusehen, wie man alles unter einen Hut bekommt.
Vielleicht fahre ich ja dafür zu Himmelfahrt an den Bodden, und versuche mich
dort an dem Hornvieh. Ist zwar nicht so mein Ding, aber besser als nichts.

Um die Morcheln kümmere ich mich aber schon vorher.

Grüsslis Ingo

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Re: Bilder schauen gut aus

Peter B., (vor 7149 Tagen) @ Heinz Ebert

Du solltest die tollen Chemikalien mal weglassen und das Präparat mal

"nur" in der Chemikalie H2O untersuchen und abbilden.

... ja, das mache ich auch so.
Zuerst Wasser. Wenn ich merke, dass ich das "Präparat" auch noch Übermorgen betrachten möchte, dann ziehe ich auch vorsichtig Glycerin unter dem Deckglas durch.
Mit Glycerin ... (keine tolle Chemikalie. Man schmiert damit auch die Dichtungen am Wäschetrockner und am Auto ein)... bekomme ich schnell ein Präparat, welches in den folgenden Tagen noch zum Betrachten sich eignet.

Wegen der Deformation.
Diese kommt sicher vor, wenn man das Präparat wie ich gleich ins 85% Glycerin wirft.
Deshalb so die Erfahrung derer genutzt, welche das Mikroskopieren schon vor uns taten, soll man eigentlich 40%iges Glycerin verwenden. Langsam das Wasser austrocknen lassen. -Zugedeckt - staubfrei.

Alles nur notwendig, wenn man nicht Massenweise Pilze zum zersäbeln zur Verfügung hat, und wenig Zeit um "drüber zu bleiben" ....

Gruß aus der eingetrübten Oberlausitz! Peter b.

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Re: Morcheln im Regen

Peter B., (vor 7149 Tagen) @ Ingo

Guten Morgen Ingo

Wie ich deinem Profil entnehmen konnte, kommst du aus dem Dreiländereck
Pl/C/D. Das liegt nach meinem bescheidenen Erdkundekenntnissen wohl so
zwischen Elbsandsteingebirge und Isargebirge. Ist ja fast schon
Riesengebirge!

.... ja so ist es. Bei klarer Sicht kann ich das Riesengebirge sehen.

Erstaunlich, dass das Frühlingswetter bei euch noch nicht angekommen war.
Es gibt halt immer lokale Ecken, wo das Wetter etwas abweicht. ;O)

..... Die Ortshöhe ist etwa so 300m . Das ist nicht viel. Aber die uns umgebenden Mittelgebirgszüge bewirken ein etwas abweichendes Wetter. Meist etwas kälter. So ist zum Beispiel von den Molchen im Gartenteich noch nichts zu sehen. Und die wissen genau Bescheit wenn es sich lohnt das Winterquartier zu verlassen!

Wegen dem Schneiden der Pilze. Nun das bekomme ich schon hin. Sie lassen sich ja recht gut schneiden. Freihand - und nicht nur für die Pfanne! Aber jetzt ist mir "mein" Pilzchen noch zu schade. Soll erst noch mal wachsen!

Na dann sehe ich mal, was man aus dem eingetrübten Tag so machen kann!

Beste Grüße! Peter b.

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Re: Morcheln im Regen

Heinz Ebert ⌂, (vor 7148 Tagen) @ Ingo

"Hallo Heinz, ich hoffe, ich habe deine Anleitung einigermaßen korrekt verstanden
und auch wiedergegeben. Wenn Korrekturbedarf besteht, wirf bitte ein faules Ei."

Nicht nötig! Außerdem habe ich sowieso keine faulen Eier vorrätig, obwohl ich mir als Gewerkschafter manchmal so was wünschte ;-))
"Meine" Anleitung ist eigentlich nicht von mir, sondern schon über 100 Jahre alt. Der franzöische Mykologe Emile Boudier hat damals darauf hingewiesen, dass man die Fruchtkörper LEBEND, also in Wasser untersuchen soll, und Hans Otto Baral (Zotto) hat diese Weisheit (!) wiederbelebt. Ich gebe also nur vorhandenes Wissen weiter.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Peter,
erst mal T'schuldigung für die späte Antwort. Ich habe im Moment gut zu tun.
"Leider" nicht mit Angeln oder Pilzesuchen. Eher mit der
Mittelbeschaffung.
Wie ich deinem Profil entnehmen konnte, kommst du aus dem Dreiländereck
Pl/C/D. Das liegt nach meinem bescheidenen Erdkundekenntnissen wohl so
zwischen Elbsandsteingebirge und Isargebirge. Ist ja fast schon
Riesengebirge!
Erstaunlich, dass das Frühlingswetter bei euch noch nicht angekommen war.
Es gibt halt immer lokale Ecken, wo das Wetter etwas abweicht. ;O)
Nochmal zurück zu den Mikroproben und damit auch zu deiner Gartenlorchel.
Ich hatte mich da neulich etwas unglöcklich ausgedrückt.
Deine Methoden zur Sporengewinnung mögen ja etwas ungewöhnlich sein, aber
eben
nur für die Sporengewinnung zu gebrauchen.
Mir wäre jedenfalls neu, dass Morchel und Co. ganze Asci abschießen.
Was ich im Zusammenhang mit deiner Lorchel meinte, war Folgendes: Schneide
einfach mal ein kleines Stück vom Hut ab, ein paar mm² sollten
da reichen, und mache daraus mal ein Quetschpräparat.
An dieser Stelle empfehle ich einen praktischen Tip vom Heinz Ebert, den
dieser
nun wirklich nicht bei jedem Posting wiederholen muß. Dazu hat er hier in der
Vergangenheit genug geschrieben.
Versuche mal, das Stück Morchel/Lorchel irgendwie zu fixieren, und nimm
sodann
zwei Rasierklingen zur Hand. Diese presst du dann zusammen, und ziehst sie
einmal der Länge nach durch das Fruchtfleisch.
Als Ergebnis sollte dann zwischen den Rasierklingen ein dünner Streifen
Gewebe übrigbleiben, welcher sich dann prima zwischen Objektträger und
Deckglas plazieren lässt. Ein wenig noch quetschen - ganz nach Bedarf.
Sollte sich zwischen den Rasierklingen nichts befinden, dann wiederhole den
Vorgang mit weniger Druck zwischen den Klingen. Solange, bis dort etwas
heften bleibt.
Danach solltest du eigentlich einen kompletten Schnitt zwischen Ober- und
Unterseite der Huthaut gewonnen haben, und du solltest die Ascisporen
auffinden können. Wenn nicht, ist die Lorchel noch zu jung, und du kannst das
Ganze in ein paar Tagen wiederholen.
Wenn du die Asci und die Sporen nur mal sehen möchtest, kannst du ruhig
chemisch behandeln. Wenn du genau vermaßen oder Details beobachten möchtest,
schließe ich mich dem Hinweis vom Heinz an. Immer erst in Wasser beobachten.
Chemikalien töten die lenbenden Zellen der Ascomyceten sehr schnell ab und
zerstören damit wichtige Mikrodetails.
Hallo Heinz, ich hoffe, ich habe deine Anleitung einigermaßen korrekt
verstanden
und auch wiedergegeben. Wenn Korrekturbedarf besteht, wirf bitte ein faules
Ei.
Ich ducke mich aber rechtzeitig.
Viele Grüße Ingo

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Re: Morcheln im Regen

Ingo, (vor 7148 Tagen) @ Heinz Ebert

"Meine" Anleitung ist eigentlich nicht von mir, sondern schon über
100 Jahre alt. Der franzöische Mykologe Emile Boudier hat damals darauf
hingewiesen, dass man die Fruchtkörper LEBEND, also in Wasser untersuchen
soll, und Hans Otto Baral (Zotto) hat diese Weisheit (!) wiederbelebt. Ich
gebe also nur vorhandenes Wissen weiter.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Heinz,

eigentlich meinte ich deinen Kniff mit den beiden aneinander gelegten
Rasierklingen. Wenn der schon bei Boudier bekannt war, bitte ich höflichst
um Angabe der Literaturquellen.

Viele Grüße Ingo