Pilz oder nicht? *PIC*

Roswitha, (vor 7122 Tagen)

An meinem Vorgarten-Wacholder (Juniperus... genauen botanischen Namen weiß ich nicht) beobachte ich schon seit einigen Tagen seltsame braune Auswüchse an einigen Ästen. Zuerst dachte ich, es ist vielleicht von Insekten verursacht. Vielleicht ist es aber auch ein Pilz.
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Das zweite Bild ist leider nicht besonders scharf. Die braunen Auswüchse lassen sich leicht vom Ast trennen.

Vielleicht kann mich jemand im Forum von meiner Unwissenheit befreien.

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Pilz oder nicht?

Andreas ⌂, (vor 7122 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

das sieht aus wie ein vertrocknetes Stadium vom Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae). Normalerwiese sind die Dinger glibbrig-gallertig und orange. Vielleicht sind sie alt und vertrocknet, wäre ja bei dem Klima kein Wunder .....

beste Grüße,
Andreas

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Da war Andreas.......

Steininger, (vor 7122 Tagen) @ Steininger

......etwas schneller,aber wir meinen wohl beide das Gleiche.
Grüße
Wolfgang

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Re: Da war Andreas.......

Roswitha, (vor 7121 Tagen) @ Steininger

......etwas schneller,aber wir meinen wohl beide das Gleiche.
Grüße
Wolfgang

Ja, das scheint wohl beides das Gleiche zu sein. Vielen Dank für deinen Link, der hat mir die ganze Sache sehr verständlich gemacht.
Ich habe im Garten zwar keine Birnbäume aber vier baumhohe schöne Felsenbirnen. Und da bei Gymnosporangium clavariaeforme die Felsenbirne als Haplontenwirt angegeben ist, werde ich heute Abend wohl ein schönes Kaminfeuer entfachen und unter anderem alle befallenen Wacholderzweige verbrennen.

Ob damit die gewünschte Wirkung erzielt wird bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall werde ich sowohl Wacholder, wie auch die Felsenbirnen unter Beobachtung halten.

Danke auch an Andreas. Wenn man schon einen "Pilzwundergarten" hat, muss man wohl auch die negativen Seiten mit in Kauf nehmen.

Liebe Grüße
Roswitha

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Nachtrag

Roswitha, (vor 7121 Tagen) @ Steininger

Da habe ich doch jetzt ganz blauäugig (oder von mir aus auch: blond) einige Wacholderäste abgeschnitten und das gute Stück recht verunziert, um endlich zu bemerken, dass das ganz sinnlos ist, weil eigentlich schon die ganze Pflanze befallen ist. Und der daneben stehende (3m Durchmesser) hat auch Anzeichen von Befall, ebenso ein dritter großer Wacholder an anderer Stelle. Bevor ich jetzt mit dem großen Wacholder-Abmurksen weitermache und dann Brennmaterial für ein mittelgroßes Osterfeuer habe, warte ich doch mal die Auswirkungen auf die Felsenbirnen ab. Vermutlich ist der Befall ja auch nicht neu und bisher haben es die Felsenbirnen recht gut überlebt.

Weitere Grüße
Roswitha

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Re: Felsenbirnen

42, (vor 7121 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

[...] Vermutlich ist der Befall ja
auch nicht neu und bisher haben es die Felsenbirnen recht gut überlebt.

Erntest Du eigentlich die Früchte der Felsenbirne? Und falls ja: was
machst Du daraus?

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Felsenbirnen

Roswitha, (vor 7121 Tagen) @ 42

Hallo Roswitha,
Erntest Du eigentlich die Früchte der Felsenbirne? Und falls ja: was
machst Du daraus?
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

Hallo Thomas,
mein Mann und ich essen jeden Tag davon, wenn sie reif sind. Direkt im Garten, vom Baum, da kann man auch gleich den kleinen Kern ausspucken. Wir machen damit den Amseln Konkurrenz, die die Hauptnutznießer sind.
Ich habe auch schon Marmelade davon gekocht. Der erste Versuch mit Kernen, das war nicht so ideal. Beim nächsten Mal habe ich die gekochten Früchte durch ein grobmaschiges Sieb gestrichen, um die Kerne zurück zuhalten, und dann 1 : 1 mit Zucker und entsprechender Menge Pektin aufgekocht und auch noch etwas Zitronensaft hinzugefügt. Der Geschmack erinnert ein wenig an Pflaume, ist aber nicht so intensiv. (Man kann auch mischen mit Stachelbeere oder roter Johannisbeere, da mildern sie die Säure)
Seit die Kinder alle groß und ausgeflogen sind ist der Marmeladeverbrauch
rapide zurückgegangen, deswegen koche ich nicht mehr jedes Jahr von allen Beeren im Garten (Johannisbeeren, Stachelbeeren, Josta, Himbeeren, Bromberen) Marmelade. Ab und zu komme ich ja auch auf die Idee Hollunder-Gelee zu machen oder ich bekomme Quitten geschenkt.

P.S. zur Felsenbirne. Auf die Idee, die Früchte zu essen und zu verarbeiten kam ich erst, nachdem ich auf einer U.S.A.-Reise mir einen kleinen Pflanzenführer gekauft und darin gelesen hatte, dass Mensch und Tier sich darauf freuen, wenn die Früchte der "Sevice Berry" reif sind.

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Danke für ausführliche Infos! *oT*

42, (vor 7121 Tagen) @ Roswitha

- kein Text -

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Re: Felsenbirnen

Snowwhite ⌂, (vor 7121 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

meine Mutter kommt aus Kentucky und nannte die Früchte "Juneberries".
-Rebecca

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Re: Da war Andreas.......

Dedimyk, (vor 7120 Tagen) @ Roswitha

Ja, das scheint wohl beides das Gleiche zu sein. Vielen Dank für deinen Link,
der hat mir die ganze Sache sehr verständlich gemacht.
Ich habe im Garten zwar keine Birnbäume aber vier baumhohe schöne
Felsenbirnen. Und da bei Gymnosporangium clavariaeforme die Felsenbirne
als Haplontenwirt angegeben ist, werde ich heute Abend wohl ein schönes
Kaminfeuer entfachen und unter anderem alle befallenen Wacholderzweige
verbrennen.
Ob damit die gewünschte Wirkung erzielt wird bleibt abzuwarten. Auf jeden
Fall werde ich sowohl Wacholder, wie auch die Felsenbirnen unter
Beobachtung halten.
Danke auch an Andreas. Wenn man schon einen "Pilzwundergarten" hat,
muss man wohl auch die negativen Seiten mit in Kauf nehmen.
Liebe Grüße
Roswitha

Hallo Roswitha,

das mit dem Verbrennen der Wacholderzweige wird Dir wenig nützen, denn die sichere Infektionsweite von ca. 500m zwischen Felsenbirne als Haplont ( Aezienwirt ) und Juniperus als Dikaryophyt ( Telienwirt ) verursacht eine ständige Neuinfektion.
Zwar können die Rostpilzsporen wegen ihrer geringen Größe vom Wind sehr weit und hoch getragen werden, doch die Wahrscheinlichkeit der Infektion der Wirtspflanze sinkt in der dritten Potenz ihrer Entfernung vom Infektionsherd, aber die ca. 500m haben sich als leider sichere Infektionsweite herauskristallisiert.

D.h.im Klartext: Wenn Du Deinen Wacholder "platt machst" und in der Nachbarschaft noch irgendwas Juniperusartiges wächst, dann ist das eben der Nachbarschaftsstrauch der Dikaryophyt und der Kreislauf beginnt trozdem neu.

Das gleiche Problem bekommt man mit Gymnosporangium sabinae, wo die Birne Pyrus als Haplont und Juniperus sabina und einige Abkömmlinge als Dikaryophyt fungieren und die Leute bei mir in der Pilzberatung immer hinterfragen, wie sie ihre Birne retten können und ich den gleichen Spruch machen muß wie bei Gymnosporangium clavariiforme.

Ich habe diesen Beitrag erst jetzt gesehen, da ich nicht so häufig in diesem Forum bin, sonst hätte ich mich schon früher gemeldet.

Wenn Du, oder andere Forumsteilnehmer noch irgendwann Probleme mit irgendwelchen Phytoparasiten ( so werden diese Plagegeister genannt ) haben sollten, empfehle ich das Spezialforum:

Phytoparasitische Pilze und tierische Schädlinge an Pflanzen in Harrys

www.pilzfotopage.de

dort werden solche Themen schnell und umfassend behandelt.

Herzliche Grüße Detlef

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Danke für die Info

Roswitha, (vor 7120 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,
ich werde das Ganze erst mal beobachten. Vermutlich kommen die Felsenbirnen ganz gut mit dem Pilz zurecht. Wie ich in meinem Nachtrag bemerkt habe, ist es ja wohl kein neuer Befall. Und im Umkreis von 500m gibt es sicher noch mehr Wacholder.
Leider habe ich einen Wacholder sehr entstellt. Mein Nachbar würde sagen: "Der is verhunzt." Da hilft jetzt wohl nur noch ein radikaler Schönheitsschnitt mit der Motorsäge.

Liebe Grüße
Roswitha