Von Warzen und Drüsen (Nix für Raritätensammler) *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7100 Tagen)

Hallo Pilzgemeinde,

wenn wenig wächst, kann man sich gut auch mal um die Gemeinheiten am Wegesrand kümmern. Zum Beispiel um Drüslinge. Dazu muss man sich in einigen Fällen noch nicht mal bücken.

Die üppigen Regenfälle haben die Fruchtkörper zu mächtigen Konsolen anschwellen lassen.

[image]

Dann kann man die eher glatt-feste, metallisch glänzende Oberseite und die warzig-raue Unterseite auch am besten studieren (wobei das mit oben und unten bei derart exuberanten Exemplaren so eine Sache ist):

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Schon aus dieser Distanz erkennt man auf der Oberseite (= links oben) die vereinzelten Wärzchen (die sich unter dem Mikroskop als dicht gepackte Hyphenauswüchse zeigen). Daneben aber gibt es auch Drüsen, die aus der Nähe wie kleine Glühbirnen aussehen und einen weißen, milchigen Saft enthalten:

[image]

Kennt jemand hier die Funktion dieser Drüsen und der Milch???

Die raue Unterseite zeigt an flaschen- bis birnenförnige Zystiden erinnernde Auswüchse.

[image]

Die Fruchtschicht ist aber nicht auf dieser Seite (mit der erheblich größeren Oberfläche), sondern auf der glatten Oberseite anzutreffen.

Beim Mikroskopieren habe ich geschludert, pardon. Es war schon ziemlich früh am Tag (und kein dringender Artnachweis erforderlich). Sporen:

[image]

Und die Hypobasidien mit den fadenförmigen Epibasidien:

[image]

Bliebe zu klären, wie die Art heißt.

Jahn (Pilze an Holz) weist auf die nahe Verwandtschaft, möglicherweise Identität von Exidia glandulosa und Exidia truncata hin. Krieglsteiner (Großpilze BW) fasst alles unter glandulosa. Breitenbach/Kränzlin (wenn ich's recht im Gedächtnis habe) verzeichnen truncata (und glandulosa als Syn.) Die NordMacroMyc differenzieren die beiden Arten, aber auf der terminalen Ebene und, wie ich finde, ohne eindeutiges Unterscheidungsmerkmal. Der Index fungorum führt beide Arten auf.

Weiß jemand, wie der Pilz derzeit korrekt anzusprechen ist bzw. was die beiden Arten unterscheidet???

Gruß
Hans-Jürgen

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Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandulos

AK_CCM, (vor 7100 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Dein Fund halte ich für den Stoppeligen Drüsling (Exidia glandulosa, Syn. E. truncata). Der Warzige Drüsling (E. plana, Syn. E. glandulosa) würde dicht am Substrat anliegen und wäre deutlich hirnartig gefaltet/ gewunden. Mikroskopisch kann man die beiden Arten anhand den unterschiedlichen Sporenmaßen auseinander halten - Gelbfieber hatte vor einiger Zeit im Forum auf pilzbestimmung.de eine Gegenüberstellung von 5 Drüslings-Arten gepostet.

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Gruß, Andreas

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Nachtrag

AK_CCM, (vor 7100 Tagen) @ AK_CCM

Falls die Fk. violettlich gefärbt waren und das Substrat eine Weide war, könnte auch E. recisa in Frage kommen. Mit nur einem Bild tue ich mich da ehrlich gestanden schwer.

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Re: Nachtrag

Schnuffel, (vor 7100 Tagen) @ AK_CCM

Falls die Fk. violettlich gefärbt waren und das Substrat eine Weide war,
könnte auch E. recisa in Frage kommen. Mit nur einem Bild tue ich mich
da ehrlich gestanden schwer.

Hallo Andreas,

E. recisa ist hier schon makroskopisch eindeutig auszuschließen. Diese ist meines Wissens übrigens die einzige Exidia, die nach dem Eintrocknen bei neuerlicher Befeuchtung nicht wieder zur ursprünglichen Gestalt aufquillt.

Gruß
Schnuffel

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Re: Nachtrag

AK_CCM, (vor 7100 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

zugegeben, dermaßen zusammengewachsen habe ich die Art noch nicht gesehen. Allerdings habe ich auch eingeschränkt, wann es E. recisa sein könnte.

Der Kreiseldrüsling quillt übrigens wie seine Brüder und Schwestern der Gattung nach dem Befeuchten wieder auf. Das habe ich erst beim diesjährigen Morcheltreffen demonstriert.

Gruß, Andreas

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Re: Nachtrag

Schnuffel, (vor 7099 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Schnuffel,
zugegeben, dermaßen zusammengewachsen habe ich die Art noch nicht gesehen.
Allerdings habe ich auch eingeschränkt, wann es E. recisa sein könnte.
Der Kreiseldrüsling quillt übrigens wie seine Brüder und Schwestern der
Gattung nach dem Befeuchten wieder auf. Das habe ich erst beim
diesjährigen Morcheltreffen demonstriert.
Gruß, Andreas

Hallo Andreas,

es ist offenbar auch eine Frage des Alters, ob ein eingetrockneter Kreiseldrüsling nach Befeuchten wieder aufquillt.

MICHAEL/HENNIG, Handbuch für Pilzfreunde, Band II:
"Alte, eingetrocknete Pilze quellen nicht wieder auf."

KRIEGLSTEINER, Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 1:
"Alte, eingetrocknete Basidiocarpien quellen meist nicht wieder auf."

Vielleicht spielt auch die Wachstumszeit oder die Art des Eintrocknens eine Rolle: Ich habe den Pilz bisher nur im Nov., Dez. und Jan. gefunden und im Zimmer getrocknet. In allen 5 Fällen war die Wiederbelebung erfolglos.

Gruß
Schnuffel

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Re: Nachtrag

AK_CCM, (vor 7099 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

es ist offenbar auch eine Frage des Alters, ob ein eingetrockneter
Kreiseldrüsling nach Befeuchten wieder aufquillt.
MICHAEL/HENNIG, Handbuch für Pilzfreunde, Band II:
"Alte, eingetrocknete Pilze quellen nicht wieder auf."
KRIEGLSTEINER, Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 1:
"Alte, eingetrocknete Basidiocarpien quellen meist nicht wieder auf."

Die "fehlende Aufquellbereitschaft" relativiert KRIEGSTEINER aber durch das "meist". Im JÜLICH habe ich diesbezüglich leider keine Angaben gefunden. Und im JAHN steht hierzu nur allgemein, dass die Fk. der Gattung Exidia bei Feuchtigkeit wieder zur vollen Größe aufquellen. Werde das Phänomen im Auge behalten und bei meinem nächsten Waldbesuch ein paar Zweige mit nach Hause nehmen, um das zu überprüfen.

Vielleicht spielt auch die Wachstumszeit oder die Art des Eintrocknens eine
Rolle: Ich habe den Pilz bisher nur im Nov., Dez. und Jan. gefunden und im
Zimmer getrocknet. In allen 5 Fällen war die Wiederbelebung erfolglos.

das ist eine interessante Beobachtung. Hingen die Fk., die Du getrocknet hast, bereits schlaff herab (= alte Fk.) oder waren sie eher prall gefüllt (= frische Fk.)?

Vom diesjährigen Fund aus der Kaufbeurer Gegend kann ich lediglich berichten, dass er mit dem Rasigen Hängebecherchen vergesellschaftet war und das Substrat eine abgestorbene, noch stehende Weide mit abstehenden, berindeten Zweigen war, die an einer schattigen Stelle im Fichtenforst direkt am Wegrand stand - das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen im Mertinger Forst. Der Kreiseldrüsling kommt also nicht nur in der Nähe von Binnengewässern vor, wenngleich er dort ein recht häufiger Begleiter ist. Am Lech habe ich die Art schon mal an einem am Boden liegenden Zweig einer Schwarzpappel i.w.S. gefunden.
Vielleicht gibt sich die Art mit schattigen Standorten zufrieden, weil dort der Schnee im Frühjahr langsamer schmilzt und dadurch für eine längere Periode ein feuchtes Klima entsteht - ist aber nur eine Mutmaßung. Wichtiger scheint mir ein windgeschützter Standort zu sein - an offen stehenden Weiden habe ich die Art bislang noch nie angetroffen.

Die Fk. des Kaufbeurer Fundes waren zum Zeitpunkt der Aufsammlung nur als dunkle Flecken auf den Ästen zu sehen. Erst nach einem ca. halbstündigen (Sonnen- und) Wasserbad waren die Fk. wieder typisch zu erkennen. Sie hingen aber nicht schlaff herab, sondern passten eher auf die Beschreibung mit den prallen Fk.

Gruß, Andreas

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Re: Nachtrag

Schnuffel, (vor 7098 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Die "fehlende Aufquellbereitschaft" relativiert KRIEGSTEINER aber
durch das "meist". Im JÜLICH habe ich diesbezüglich leider keine
Angaben gefunden. Und im JAHN steht hierzu nur allgemein, dass die Fk. der
Gattung Exidia bei Feuchtigkeit wieder zur vollen Größe aufquellen.
Werde das Phänomen im Auge behalten und bei meinem nächsten Waldbesuch ein
paar Zweige mit nach Hause nehmen, um das zu überprüfen.
das ist eine interessante Beobachtung. Hingen die Fk., die Du getrocknet
hast, bereits schlaff herab (= alte Fk.) oder waren sie eher prall gefüllt
(= frische Fk.)?

In einem Fall war der Fruchtkörper eingefroren, aber nach dem Auftauen noch knackig; in den anderen Fällen waren die Fruchtkörper ausgereift, aber noch nicht schlaff.

Vom diesjährigen Fund aus der Kaufbeurer Gegend kann ich lediglich berichten,
dass er mit dem Rasigen Hängebecherchen vergesellschaftet war und das
Substrat eine abgestorbene, noch stehende Weide mit abstehenden,
berindeten Zweigen war, die an einer schattigen Stelle im Fichtenforst
direkt am Wegrand stand - das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen im
Mertinger Forst. Der Kreiseldrüsling kommt also nicht nur in der Nähe von
Binnengewässern vor, wenngleich er dort ein recht häufiger Begleiter ist.
Am Lech habe ich die Art schon mal an einem am Boden liegenden Zweig einer
Schwarzpappel i.w.S. gefunden.
Vielleicht gibt sich die Art mit schattigen Standorten zufrieden, weil dort
der Schnee im Frühjahr langsamer schmilzt und dadurch für eine längere
Periode ein feuchtes Klima entsteht - ist aber nur eine Mutmaßung.
Wichtiger scheint mir ein windgeschützter Standort zu sein - an offen
stehenden Weiden habe ich die Art bislang noch nie angetroffen.

2 der Funde waren in der Nähe von Wasser (Altarm der Lahn, Ufergebüsch eines Nebenflüsschens) an nicht bestimmten Weiden (wegen der Jahreszeit). Bei den anderen 3 Funden war kein Rinnsal weit und breit; alle 3 an Salweide, 2 davon schattig am Waldrand (Nordseite), 1 jedoch an freistehendem Baum, eher trocken (in der Nähe eines NSG mit wärmeliebenden Insekten).

Die Fk. des Kaufbeurer Fundes waren zum Zeitpunkt der Aufsammlung nur als
dunkle Flecken auf den Ästen zu sehen. Erst nach einem ca. halbstündigen
(Sonnen- und) Wasserbad waren die Fk. wieder typisch zu erkennen. Sie
hingen aber nicht schlaff herab, sondern passten eher auf die Beschreibung
mit den prallen Fk.

Gruß
Schnuffel

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Danke für die Info! *oT*

AK_CCM, (vor 7098 Tagen) @ Schnuffel

- kein Text -

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Re: Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandu

Hans-Jürgen, (vor 7100 Tagen) @ AK_CCM

Danke für den Tipp, Andreas. Plana kommt freilich nicht in Frage. Vielleicht habe ich Dich mit der Überschrift meines Beitrags in diese Irre gelockt.

Aber ob der Stoppelige nun derzeit gültig als truncata oder als glandulosa anzusprechen ist, weiß ich immer noch nicht. Du nennst ihn glandulosa, Ursula truncata. Es soll aber beide als gültige Beschreibungen geben. Was ist was?

Gruß und Dank
Hans-Jürgen

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Re: Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandu

AK_CCM, (vor 7100 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Danke für den Tipp, Andreas. Plana kommt freilich nicht in Frage. Vielleicht
habe ich Dich mit der Überschrift meines Beitrags in diese Irre gelockt.
Aber ob der Stoppelige nun derzeit gültig als truncata oder als glandulosa
anzusprechen ist, weiß ich immer noch nicht. Du nennst ihn glandulosa,
Ursula truncata. Es soll aber beide als gültige Beschreibungen geben. Was
ist was?
Gruß und Dank
Hans-Jürgen

der Becherförmige/ Stoppelige Drüsling heißt aktuell:
Exidia glandulosa (Bulliard: St.Amans 1821) Fries non ss. Bres.,Neuh.,Ri.
und Exidia truncata Fries 1822 ist ein Synonym.

Da jedoch der Warzige Drüsling/ die Hexenbutter:
Exidia plana (Wiggers: Schleicher 1821) Donk
mit Synonym auch Exidia glandulosa (Bulliard) Fries 1822 et ss.auct.pl.
genannt wird, verwenden viele Pilzler für den Stoppeligen Drüsling das Epitheton truncata, weil es sonst zu Verwechslungen kommen kann.

Wenn Du das genauer wissen willst, frag doch mal den Taxonomie-Spezi Andreas Gminder, der kann Dir das sicher erläutern.

Gruß, Andreas

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Re: Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandu

Hans-Jürgen, (vor 7100 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Hans-Jürgen,
der Becherförmige/ Stoppelige Drüsling heißt aktuell: Exidia glandulosa
(Bulliard: St.Amans 1821) Fries non ss. Bres.,Neuh.,Ri.
und Exidia truncata Fries 1822 ist ein Synonym.
Da jedoch der Warzige Drüsling/ die Hexenbutter: Exidia plana (Wiggers:
Schleicher 1821) Donk
mit Synonym auch Exidia glandulosa (Bulliard) Fries 1822 et ss.auct.pl.
genannt wird, verwenden viele Pilzler für den Stoppeligen Drüsling das
Epitheton truncata , weil es sonst zu Verwechslungen kommen kann.
Wenn Du das genauer wissen willst, frag doch mal den Taxonomie-Spezi Andreas
Gminder, der kann Dir das sicher erläutern.
Gruß, Andreas

hmm, da bin ich feilich gespannt, was der Spezi sagt (zumal ich zu wissen glaube, dass er vom Index fungorum nicht viel hält). Dort jedenfalls ist

Exidia truncata Fr., Syst. mycol. (Lundae) 2(1): 224 (1822)

keinesweges ein Synonym, sondern eine eigene, gültige Art. Und ebenso

Exidia glandulosa (Bull.) Fr., Syst. mycol. (Lundae) 2(1): 224 (1822)

(dazu die folgenden Synonyme:
Exidia intumescens sensu auct.;
Exidia plana sensu auct.;
Exidia spiculosa (Pers.) Sommerf., Suppl. Fl. lapp. (Oslo) (1826)
Gyraria spiculosa (Pers.) Gray, Nat. Arr. Brit. Pl. (London) 1: 594 (1821)
Tremella arborea sensu auct.;
Tremella atra Fr., Fl. Danic. 5: tab. 884 (1782)
Tremella glandulosa Bull., Herbier de la France 9: tab. 420, fig. 1 (1789)
Tremella intumescens sensu auct.; fide Checklist of Basidiomycota of Great Britain and Ireland (2005)
Tremella spiculosa Pers., Observ. mycol. (Lipsiae) 1: 99 (1796)
)

Um die Verwirrung zu komplettieren, gibt es auch

Exidia plana (F.H. Wigg.) Donk, Persoonia 4(2): 228 (1966)

(zu der wiederum die folgenden Synonyme existieren:
Exidia glandulosa sensu auct. p.p.;
Tremella plana F.H. Wigg., Prim. fl. holsat. (Kiliae): 95 (1780)
).

Wenn das System stimmt, gäbe es jedenfalls keinen Anlass, aus Verwechslungsgründen mal dies, mal jenes Epitheton zu nutzen und dabei - wenn ich richtig zähle - einen gültig beschriebenen Pilz unter den Tisch fallen zu lassen.

Aber ich verstehe ja glücklicherweise nix von Taxonomie ;-)

Gruß und vielen Dank für Deinen Einsatz, Andreas.
Hans-Jürgen

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Re: Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandu

AK_CCM, (vor 7099 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

bei den taxonomischen Grabenkämpfen kann ich leider auch nicht weiterhelfen. Allerdings habe ich im JAHN zu dem Thema etwas gefunden, ich zitiere:

"Bulliard bildete als glandulosa die E. truncata Fr. ab. Nach den Nomenklaturregeln ist aber die Auffassung von Fries 1822 maßgebend. Weil seine Beschreibung von glandulosa etwas weit gefaßt erscheint und teilweise auch auf E. truncata gedeutet werden könnte, schlug Donk (1966) vor, die hier abgebildete Art (Anm.: Warziger Drüsling, Hexenbutter) mit dem unsicheren Namen E. plana (Wigg. ex Schleich.) Donk (= E. pithya?) zu belegen. Bei unvoreingenommenem Studium der Beschreibung von Fries wird aber deutlich, daß er mit glandulosa die häufigste („vulgatissimus"!) Art gemeint hat; im übrigen hat Fries ja auch seine E. truncata klar neben E. glandulosa beschrieben."

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Gruß, Andreas

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Re: Exidia glandulosa/truncata vs. E. plana/glandu

Hans-Jürgen, (vor 7099 Tagen) @ AK_CCM

Danke für den Hinweis, Andreas. Den Text von Jahn kannte ich, war mir aber nicht ganz sicher, welche Schlussfolgerungen ich mit Blick auf meinen Fund daraus ziehen soll. Außerdem ist er mehr als 30 Jahre alt, könnte also (das war meine Sorge) längstens überholt sein (was nichts gegen 30 Jahre alte Aussagen und schon gar nichts gegen den sehr verlässlichen Hermann Jahn sagen soll).

Ich ziehe mich jetzt auf die vulgatissime-Sicht zurück und entscheide mich für E. glndulosa. Widerspruch?

Gruß
Hans-Jürgen