Warum eigentlich..

Hermann, (vor 7090 Tagen)

.. gibt es bei Ahorn, Eibe, Platane und Roßkastanie keine Mykorrhiza-Partner? Auch unter Robinien - die es hier viel gibt - hab ich noch nie was gefunden. Gibt es da eine Erklärung für?

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Re: Warum eigentlich..

saibling, (vor 7089 Tagen) @ Hermann

.. gibt es bei Ahorn, Eibe, Platane und Roßkastanie keine Mykorrhiza-Partner?
Auch unter Robinien - die es hier viel gibt - hab ich noch nie was
gefunden. Gibt es da eine Erklärung für?

Hallo Hermann,

die von dir genannten Baumarten bilden schon eine Mykorrhiza, allerdings
eine Endomykorrhiza. Die Endomykorrhiza findet sich vor allem bei krautigen Pflanzen, aber auch an Esche, Ahorn, Kirsche und Rosskastanie. Die Hyphen dringen dabei in die Wurzelzellen, aber nicht in das Leitgewebe ein. Bei diesen Pilzen handelt es sich um sehr ursprüngliche Arten, die keine Fruchtkörper bilden, wie wir sie von den Großpilzen her kennen, sondern sich mit unterirdisch gebildeten Sporen vermehren. Im Gegensatz zu den schönen
Fruchtkörpern, die uns die Ektomykorrhizabildner bescheren.

Liebe Grüße
christian

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Re: Warum eigentlich..

Hermann, (vor 7089 Tagen) @ saibling

Hallo Hermann,
die von dir genannten Baumarten bilden schon eine Mykorrhiza, allerdings
eine Endomykorrhiza. Die Endomykorrhiza findet sich vor allem bei krautigen
Pflanzen, aber auch an Esche, Ahorn, Kirsche und Rosskastanie. Die Hyphen
dringen dabei in die Wurzelzellen, aber nicht in das Leitgewebe ein.

Ah.. danke. Und warum andere Pilzarten sich da nicht niederlassen ist eher.. Zufall? Oder "wurzelseitig bauartbedingt"? Es gibt ja so einige höhere Pilze, die mit so ziemlich allem eine Gemeinschaft eingehen (Rotfußröhrling z.B.), warum schaffen die das nicht auch bei diesen Bäumen?

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Re: Warum eigentlich..

Der Juergen, (vor 7089 Tagen) @ saibling

Hallo Christian,

die von dir genannten Baumarten bilden schon eine Mykorrhiza, allerdings
eine Endomykorrhiza.

Endomykorrhiza kenn ich nur im Zusammenhang mit Heidekraut-, Wintergrüngewächsen und Orchideen. Dass da Ahorn, Platane, Eibe oder Robinie (Wurzelknöllchen-Symbiose!) dazugehören sollten, wäre mir völlig neu. Wo hast Du das her?

Grüßle
Juergen

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Re: Warum eigentlich..

saibling, (vor 7089 Tagen) @ Der Juergen

Endomykorrhiza kenn ich nur im Zusammenhang mit Heidekraut-,
Wintergrüngewächsen und Orchideen. Dass da Ahorn, Platane, Eibe oder
Robinie (Wurzelknöllchen-Symbiose!) dazugehören sollten, wäre mir völlig
neu. Wo hast Du das her?

Hallo Jürgen,

da sollte eigentlich noch dieser Link mit rein in mein Posting:
http://www.foretinfo.net/themen/waldbau/pflanzenanzucht/lwf_mykorrhiza_im_waldbau_2003_...
Solch "schlaue" Sätze schreib ich ja nicht von selbst ;)
Dort unter Endomykorrhiza, aber so auch auf vielen anderen Seiten
im Netz beschrieben.

Was ich so meine zu wissen (bitte korrigieren wenn falsch):

Ektomykorrhiza gibts ja praktisch nur bei Kiefern- und Buchenartigen,
bei Eukalyptus und ein paar wenigen tropischen Exoten.

Die Mykorrhiza bei Orchideen ist wohl was spezielles.

Und bei so ziemlich allen anderen Pflanzen dürfte ne Endomykorrhiza (VA-My.)
im Spiel sein. (ein paar Ausnahmen scheints wohl zu geben, kann namentlich
aber keine benennen). Wer dazu noch was weiß, bitte her damit. Interessiert
mich sehr.

achja, und zu der Linde, die weiter unten im Thread angesprochen wurde.
Da bin ich mir ziemlich sicher, gelesen zu haben, dass die beides kann.
Endo und Ekto. Wie gemein *grins*

Liebe Grüße
christian

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Danke für den Link, Christian:-)

Der Juergen, (vor 7088 Tagen) @ saibling

... da muss ich mal meine Aufschriebe etwas aktualisieren.

Grüßle
Juergen

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Re: Warum eigentlich..

Matthias, (vor 7089 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Christian,
Endomykorrhiza kenn ich nur im Zusammenhang mit Heidekraut-,
Wintergrüngewächsen und Orchideen. Dass da Ahorn, Platane, Eibe oder
Robinie (Wurzelknöllchen-Symbiose!) dazugehören sollten, wäre mir völlig
neu. Wo hast Du das her?
Grüßle
Juergen

Hallo Jürgen,
ich denke Christian hat recht was die Robinie angeht, wenn ich mich recht erinnere hat mir der Christoph Hahn ähnliches dazu erzählt das sie die drei Verbindungen mit Pilzen kann, ist aber schon eine Weile her und alte Männer vergessen schon was ;o))
liebe Grüsse
Matthias

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Parasolpilze …

Thomas Pruss, (vor 7089 Tagen) @ Hermann

… lieben Robinien. Das sind zwar keine Mykorrhizapilze, aber irgendwie scheint es denen unter Robinien sehr zu gefallen. Die Häufigkeit, mit der ich Riesenschirmlinge unter Robinien gefunden habe, ist mehr als zufällig.
Grüßlis
Thomas

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Re: Warum eigentlich..

Jochen Girwert, (vor 7089 Tagen) @ Hermann

Hallo,

als Anfänger wurde mir beigebracht, unter Linden bräuchte man keine Pilze zu suchen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass das völlig falsch ist. Hier leben eben mehr die Unauffälligen, keine Steinpilze oder Rotkappen. Ähnlich könnte es ja auch bei anderen Gehölzarten sein. Gäbe es nicht den Schildrötling, würde mir kein Pilz einfallen, der zu den Rosengewächsen gehört. Hier ist die Elsbeere nicht selten; soweit ich sehe, gibt es keinen speziellen Partner. Ich habe mir immer wieder einmal vorgenommen, dort gezielt nach Unterirdischen zu kratzen.

Unabhängig davon: Saiblings Antwort war mir neu und klärt die Frage sicher weitestgehend.

Alles Gute, Jochen.

Aber was

.. gibt es bei Ahorn, Eibe, Platane und Roßkastanie keine Mykorrhiza-Partner?
Auch unter Robinien - die es hier viel gibt - hab ich noch nie was
gefunden. Gibt es da eine Erklärung für?

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Re: Warum eigentlich..

Gernot Friebes, (vor 7089 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo,

unter der Linde kann man mehr finden, als man glaubt. Als gute Speisepilze kann man Perlpilz, Flockenstieliger Hexenröhrling, Sommersteinpilz, Schleiereule, Rötlicher Lacktrichterling, Grüngefeldeter Täubling, Silbergrauer Erdritterling und 4 Fizröhrlinge aufzählen, um nur die bekanntesten zu nennen.

Guckt ihr aber einfach hier: http://tintling.at/fach/z_linde.htm

Schöne Grüsse
Gernot

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Ich schenke mir ein "l" für die Filzis ;) *oT*

Gernot Friebes, (vor 7089 Tagen) @ Gernot Friebes

- kein Text -

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Re: Warum eigentlich..

Trametenlotti, (vor 7089 Tagen) @ Gernot Friebes

Hallo,

unter der Linde kann man mehr finden, als man glaubt.

Ich finde seit einigen Jahren immer wieder Eichhasen an einer Stelle im Wald bei Linden. Eine Eiche habe ich dort aber noch nie gesehen. Ob das ein Zufall ist kann ich auch nicht sagen.

Gruss
Lotte

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Re: Warum eigentlich..

Gernot Friebes, (vor 7089 Tagen) @ Trametenlotti

Hallo Lotte,

so ungewöhnlich dürfte das nicht sein, denn z.B. im "Grossen Kosmos Naturführer" von Laux steht, dass der Eichhase selten auch an anderen Laubbäumen wächst.

Schöne Grüsse
Gernot

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Re: Warum eigentlich..

Waldschrat, (vor 7089 Tagen) @ Gernot Friebes

so ungewöhnlich dürfte das nicht sein, denn z.B. im "Grossen Kosmos
Naturführer" von Laux steht, dass der Eichhase selten auch an anderen
Laubbäumen wächst.

Hallo,
der einzige Eichhase, den ich bisher fand, stand am Fuße einer großen, solitären Rotbuche.
Gruß - Waldschrat

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Re: Warum eigentlich..

Piwo, (vor 7089 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo,
als Anfänger wurde mir beigebracht, unter Linden bräuchte man keine Pilze zu
suchen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass das völlig falsch ist. Hier
leben eben mehr die Unauffälligen, keine Steinpilze oder Rotkappen.
Ähnlich könnte es ja auch bei anderen Gehölzarten sein. Gäbe es nicht den
Schildrötling, würde mir kein Pilz einfallen, der zu den Rosengewächsen
gehört. Hier ist die Elsbeere nicht selten; soweit ich sehe, gibt es
keinen speziellen Partner. Ich habe mir immer wieder einmal vorgenommen,
dort gezielt nach Unterirdischen zu kratzen.
Unabhängig davon: Saiblings Antwort war mir neu und klärt die Frage sicher
weitestgehend.
Alles Gute, Jochen.
Aber was

hallo Jochen,

"unsere" Linden haben da durchaus schon Auffälligs zu bieten z.B. Boletus aestivalis, Boletus aereus, Boletus queletii, Boletus luridus, Amanita pantherina, Amanita rubescens, Amanita franchetii, Amanita excelsa usw. usw. (Fundort Gießener Friedhof).

Gruß

Piwo

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Re: Warum eigentlich..

Waldschrat, (vor 7089 Tagen) @ Hermann

.. gibt es bei Ahorn, Eibe, Platane und Roßkastanie keine Mykorrhiza-Partner?
Auch unter Robinien - die es hier viel gibt - hab ich noch nie was
gefunden. Gibt es da eine Erklärung für?

Hallo Herrmann,
Erklärungen gibt es (zu)viele. Aber Ausnahmen auch. Die größte Pilzhure ist nach meiner Meinung nach Pholiota squarrosa. Sie fand ich schon an fast alle Bäume geschmiegt. Letzten Sommer ertappte ich sie auch bei Platanen.
Gruß - Waldschrat

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Re: Warum eigentlich..

Piwo, (vor 7089 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Herrmann,
Erklärungen gibt es (zu)viele. Aber Ausnahmen auch. Die größte Pilzhure ist
nach meiner Meinung nach Pholiota squarrosa. Sie fand ich schon an fast
alle Bäume geschmiegt. Letzten Sommer ertappte ich sie auch bei Platanen.
Gruß - Waldschrat

hallo Waldschrat,

nur ist Pholiota squarrosa kein Mykorrhizapilz sondern ein Parasit.

Gruß

Piwo

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Re: Warum eigentlich..

Waldschrat, (vor 7089 Tagen) @ Piwo

Hallo Piwo,
danke für die Nachhilfe. Mir schwante schon, dass mit dem Mykorrhiza-Verhalten dieses Pilzes möglicherweise etwas nicht stimmt.
Gruß - Waldschrat