Gestern am Blutsee standen am lehmigen Wegrand diese Becherlinge:
Sporen elliptisch, locker warzig, 18-20 x 11-12,5ym, Paraphysen zylindrisch,
mehrfach septiert und Spitze schwach keulig verdickt.
Ich würde den Pilz gern als Peziza depressa, den Rotbraunen oder
Niedergedrückten Becherling ansehen, auch wenn die Sporen (frisch!) gering
größer sind. Jedoch passt auch makroskopisch nicht alles: bei PdS soll die
Außenseite fast glatt sein ( hier dunkler punktiert )
Peziza michelii, der Gelbfleischige Lilabecherling hat noch kleinere
schmälere Sporen.
Gibts noch andere Möglichkeiten?
Wer kann helfen?
Grüße Rudi
Hallo Rudi,
Das scheint mir die gleiche Peziza zu sein wie die am Eingang des Würzburger Waldfriedhofs, zumindest bei der Bestimmung verhält sie sich ähnlich. Nach Nordic Macromycetes, Band 1, landete ich wie Du bei P. depressa, die von der Sporengröße einigermaßen hinkommt (ich habe bei dem Abwurfpräparat in Wasser 16-17 x 9-10 µm gemessen), aber nur einen Öltropfen enthält und somit wohl nicht in Frage kommt. Auch mit dem Schlüssel von H. Hohmeyer, ZfM 1986/1, in dem 99 Arten aufgeschlüsselt sind, landete ich bei der gleichen Art, wobei die Sporengröße noch besser hinhaut. Angabe dort: (14-)16-18(-20)x 8-11 µm. Aber auch dort wieder: mit einem, selten zwei Öltropfen. Bei dem Exemplar vom Waldfriedhof sind in der Mehrzahl 2 Öltropfen und nur in Einzelfällen 1 Tropfen enthalten, sowohl im Ascus als auch bei den ausgeschleuderten Sporen. Bei diesen fiel mir auf, dass ein erheblicher Anteil eine glatte Wand besaß, was ich bei den fast ausgereiften Sporen im Ascus nicht festgestellt hatte. Die Sporengöße war nicht unterschiedlich.
P. fuckelii, zu der Piwo mit dem Asco-Moser gelangte, ist in den beiden von mir benutzten Schlüsseln nicht enthalten und scheint sogar eine dubiose Art zu sein.
Es bleibt hier also noch einiges zu tun. Es wäre doch eine schöne Aufgabe für Dich, eine neue Peziza zu beschreiben!
Gruß
Schnuffel