Drei interessante Risspilze *PIC*

Georg, (vor 7037 Tagen)

Hallo,
anders als im Vorjahr gibt es dieses Jahr bereits im Sommer viele
Risspilze. Ich will einige bemerkenswerte vorstellen.

Ende Juni standen an Wegrändern im Nordschwarzwald an vielen Stellen
(Fichte, Tanne, Buche) die folgenden Pilze, die ich zunächst nicht einordnen konnte. Sie
rochen süßlich-säuerlich oder seifig wie einige Ritterlinge oder
Schleierlinge:

[img]/archiv/galerie/d/10987-2/2[/img]

Die Lamellen dazu hellbeige und sehr gedrängt.

Ich dachte an einen Fälbling, jedoch brachte die mikroskopische
Untersuchung einen Risspilz ans Tageslicht: Inocybe melanopus,
der Braungestiefelte Risspilz.
Seine Zystiden sind auffallend dünnwandig und kaum mit Kristallen
beschopft. Die Sporen recht klein und schmal.
Makroskopisch markanteste Merkmale sind der stark bräunende Stiel,
die engstehenden, in der Jugend hellen Lamellen und der Geruch nach Seife.

Der Pilz ist ziemlich selten und meines Wissens in Baden-Württemberg
nur wenige Male nachgewiesen. Hier einige weitere Bilder:

[img]/archiv/galerie/d/10990-2/1[/img]

[img]/archiv/galerie/d/10996-2/5[/img]

[img]/archiv/galerie/d/10994-2/4[/img]

Im sauren Fichtenforst standen letzte Woche diese düsteren Risspilze:

[img]/archiv/galerie/d/11122-2/1[/img]
[img]/archiv/galerie/d/11125-2/2[/img]
Ein Höckersporer mit sehr kleinen Sporen und nur wenigen Höckern, sodass
die Sporen teils fast viereckig erscheinen. Zystiden dünnwandig und kaum
Kristalle. Es handelt sich um Inocybe soluta. Sehr nahestehend und
vielleicht nicht verschieden ist Inocybe proximella mit etwas größeren
Sporen. Ich habe mich aufgrund der kleinen Sporen für soluta entschieden.

Ein weiterer Risspilz mit ungewöhnlichem Geruch ist folgender:

[img]/archiv/galerie/d/11156-2/1[/img]
Stinkt auffallend unangenehm. In der Literatur steht "alte Wurst",
"Mörtelbrühe" usw. Jedenfalls stark und schwer zu beschreiben.
Auffallendes mikroskopisches Merkmal sind blasige oder birnenförmige
Zystiden. Makroskopisch namensgebend ist das üppige Velum, welches
am Hutrand als Behang lange Bestand hat: Inocybe appendiculata,
Behangener Risspilz. Angeblich recht häufig, ich habe ihn aber zum
ersten Mal gefunden.

Georg

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Drei interessante Risspilze

interhias ⌂, (vor 7037 Tagen) @ Georg

Servus Georg,

klasse, dass du diese Risspilze hier zeigst, die habe ich alle drei noch nie gefunden.

In den oberbayerischen Wäldern gibt's auch schon diverse Risspilze, teilweise auch ganz schön knifflig zum Bestimmen. Aber das liegt wohl in der Natur dieser faszinierenden Schwammerln.

Grüße aus München
Hias

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Drei interessante Risspilze

Andreas 2, (vor 7037 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,

leider habe ich dieses Jahr noch nicht so viele schöne Risspilze gesehen. Viel Rimosa, lacera, curvipes, also das übliche. Einmal hatte ich I. glabripes, die aber hier auch nicht selten ist. Gestern hatte ich allerdings einen schönen Fund von Felix unterm Mikroskop: I. margaritispora. Vielleicht stellt ihn Felix noch mal mit Bild hier vor.

I. appendiculata ist sicher nicht häufig, zumindest in Deutschland (auch nur einen Eigenfund aus Berchtesgaden). Ziemlich häufig ist er auf La Palma anzutreffen.

Die Probleme bei der Trennung von I. soluta zu I. proximella war mir bisher nicht so bewusst. Proximella soll vom Hut her deutlich heller sein und die Sporen zwar wenig höckerig, aber kaum viereckig. Habe aber kaum Material von dieser Art. Große Probleme bei der Abgrenzung zeigen sich für mich zwischen I. soluta uns subcarpta, da mir hier eine ganze Reihe von Übergängen vorliegen.

Viele Grüße, Andreas

Hallo,
anders als im Vorjahr gibt es dieses Jahr bereits im Sommer viele
Risspilze. Ich will einige bemerkenswerte vorstellen.
Ende Juni standen an Wegrändern im Nordschwarzwald an vielen Stellen
(Fichte, Tanne, Buche) die folgenden Pilze, die ich zunächst nicht einordnen
konnte. Sie
rochen süßlich-säuerlich oder seifig wie einige Ritterlinge oder
Schleierlinge:
Die Lamellen dazu hellbeige und sehr gedrängt.
Ich dachte an einen Fälbling, jedoch brachte die mikroskopische
Untersuchung einen Risspilz ans Tageslicht: Inocybe melanopus,
der Braungestiefelte Risspilz.
Seine Zystiden sind auffallend dünnwandig und kaum mit Kristallen
beschopft. Die Sporen recht klein und schmal.
Makroskopisch markanteste Merkmale sind der stark bräunende Stiel,
die engstehenden, in der Jugend hellen Lamellen und der Geruch nach Seife.
Der Pilz ist ziemlich selten und meines Wissens in Baden-Württemberg
nur wenige Male nachgewiesen. Hier einige weitere Bilder:


Im sauren Fichtenforst standen letzte Woche diese düsteren Risspilze:

Ein Höckersporer mit sehr kleinen Sporen und nur wenigen Höckern, sodass
die Sporen teils fast viereckig erscheinen. Zystiden dünnwandig und kaum
Kristalle. Es handelt sich um Inocybe soluta. Sehr nahestehend und
vielleicht nicht verschieden ist Inocybe proximella mit etwas größeren
Sporen. Ich habe mich aufgrund der kleinen Sporen für soluta entschieden.
Ein weiterer Risspilz mit ungewöhnlichem Geruch ist folgender:
Stinkt auffallend unangenehm. In der Literatur steht "alte Wurst",
"Mörtelbrühe" usw. Jedenfalls stark und schwer zu beschreiben.
Auffallendes mikroskopisches Merkmal sind blasige oder birnenförmige
Zystiden. Makroskopisch namensgebend ist das üppige Velum, welches
am Hutrand als Behang lange Bestand hat: Inocybe appendiculata,
Behangener Risspilz. Angeblich recht häufig, ich habe ihn aber zum
ersten Mal gefunden.
Georg