Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Florian_M, (vor 7035 Tagen)

Hallo liebe Pilzkenner,
ich finde Pfifferlinge ausschließlich am Wegesrand (und heute sogar recht viele). Direkt im Wald drin habe ich noch nicht einen einzigen Pfifferling gesehen - obwohl ich ja dort schwerpunktmäßig suche. War das bis jetzt immer Zufall oder gibts dafür einen Grund?

Grüße---Florian

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Waldschrat, (vor 7035 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,
Deine Frage rüttelt an Fundamente der Mykologie. Nach der Theorie benötigen Pilze kein Licht, da Chlorophyll ihnen fremd ist. Aber viele Pilzler machen die Beobachtung, das Pilze Waldränder, Parks udgl., also lichte Stellen bevorzugen. Ob ein Mechanismus dahinter steht oder ob nur die geringere Nährstoffkonkurrenz an solchen Stellen die Ursache dafür ist, wage ich nicht zu beurteilen.
Gruß - Waldschrat

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

PB, (vor 7035 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Florian,
Deine Frage rüttelt an Fundamente der Mykologie. Nach der Theorie benötigen
Pilze kein Licht, da Chlorophyll ihnen fremd ist. Aber viele Pilzler
machen die Beobachtung, das Pilze Waldränder, Parks udgl., also lichte
Stellen bevorzugen. Ob ein Mechanismus dahinter steht oder ob nur die
geringere Nährstoffkonkurrenz an solchen Stellen die Ursache dafür ist,
wage ich nicht zu beurteilen.
Gruß - Waldschrat

Hallo Florian.
Bei einigen Pilzarten, bei den Steinpilzen bin ich mir da sicher, benötigt das Pilzmyzel neben Feuchtigkeit auch Bodenwärme. Die bekommt es insbesondere da, wo die "Nachmttagssonne" den Waldboden erreicht. Dabei kann eine Hanglage die Wärmewirkung auf und im Waldboden noch steigern. Die meisten meiner besten Steinpilzstellen sind Hanglagen an West- bis Südwesthängen. Da die meisten meiner Pfifferlingsstellen auch Steinpilzstellen sind, mag meine Beobachtung auch auf Pfifferlinge zutreffen.

Gruß Peter

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ganz genau!

steinpilzsven, (vor 7034 Tagen) @ PB

hi peter,
ja, hanglage west- bis südwest! und keine engstehenden bäume, denn die steinis brauchen wärme(=licht).
dummerweise lebe ich im flachst-land (elbmarsch). alles war hier höher als 5 meter ist gilt schon als berg.

lg sven

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nochwas - maronen

steinpilzsven, (vor 7034 Tagen) @ steinpilzsven

bei maronen ist es umgekehrt. die wachsen lieber im dunkeln, vorzugsweise im flachen oder ost/nordhang. leider sind die oft madig :(

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Re: nochwas - maronen

zuehli ⌂, (vor 7033 Tagen) @ steinpilzsven

leider sind die oft madig :(

Ich denke Du ißt alles?

GH

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Re: nochwas - maronen

Bernhard Schülke, (vor 7027 Tagen) @ steinpilzsven

flachen oder ost/nordhang. leider sind die oft madig :(

Meinst Du die flachen Hänge oder die ost/nordhänge? Welcher sind madiger?

Hast Du ein Rezept zum Verzehr madiger Hänge?

Oder noch besser ein Rezept zum Verzehr von Hängen ohne Maden, solche gibt es ja auch (Maden sind ja etwas eklig, zumindest für mich)?

Heute ist Freitag.

**** Plonk ****

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Gernot Friebes, (vor 7035 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,

ich zitiere dafür das "1 mal 1 des Pilze sammelns" von Walter Pätzold
und Hans E. Laux:

"Feld- und Waldwegränder zeigen, meist aber in größerer Menge, die gleichen
Pilze wie das Gelände dahinter. Das liegt daran, dass im Falle von
Baumbestand der Weg immer zugleich auch den Traufbereich der Bäume
darstellt, wo also das Wasser von den Baumkronen abtropft und unter der
Erde die Wurzelsymbiose (Mykorrhiza) zwischen den Haarwurzeln der Bäume
und dem Myzel der Pilze stattfindet. Feldwegränder sind meistens gut mit
abgestorbenen Pflanzenresten versorgt, stärker verdichtet als das Land
dahinter und trocknen deshalb nicht so leicht aus. Typische Folgezersetzer
sind dort einige Arten büschelig wachsender Raslinge und einige
Weichritterlinge."

Sprich: Wegränder sind feuchter und das bedeutet mehr Pilze.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Jochen Girwert, (vor 7035 Tagen) @ Gernot Friebes

Hallo,

da mag zwar auch etwas dran sein, aber in meinen Hauswäldern suche ich die besonnten Waldränder gerne auf (ebenso lichte magere Inseln im Wald), obwohl sie mit Sicherheit trockener und eben nicht feuchter sind als der Rest vom Wald. Auch die Theorie, dass Bodenverdichtung das Pilzwachstum fördere kann ich so nicht bestätigen. Manche Arten allerdings sind auf Wegspuren ganz versessen, manche Täublinge etwa, aber Verallgemeinerung ist m.E. Unsinn.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Florian,
ich zitiere dafür das "1 mal 1 des Pilze sammelns" von Walter
Pätzold
und Hans E. Laux: "Feld- und Waldwegränder zeigen, meist aber in
größerer Menge, die gleichen
Pilze wie das Gelände dahinter. Das liegt daran, dass im Falle von
Baumbestand der Weg immer zugleich auch den Traufbereich der Bäume
darstellt, wo also das Wasser von den Baumkronen abtropft und unter der
Erde die Wurzelsymbiose (Mykorrhiza) zwischen den Haarwurzeln der Bäume
und dem Myzel der Pilze stattfindet. Feldwegränder sind meistens gut mit
abgestorbenen Pflanzenresten versorgt, stärker verdichtet als das Land
dahinter und trocknen deshalb nicht so leicht aus. Typische Folgezersetzer
sind dort einige Arten büschelig wachsender Raslinge und einige
Weichritterlinge."
Sprich: Wegränder sind feuchter und das bedeutet mehr Pilze.
Schöne Grüße
Gernot

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... genau das ist die Ursache. Wege sind feuchter! *oT*

Blausprödler, (vor 7034 Tagen) @ Gernot Friebes

- kein Text -

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Karl-Heinz ⌂, (vor 7035 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,

eine andere Theorie ist wie ich finde einleuchtend.

Die Wegesränder sind seit langen Zeiten naturbelassen. Diese sind von Menschenhand praktisch nicht manipuliert, da sie wirtschaftlich nicht nutzbar sind und beherbergen noch die natürliche Flora wie sie vor vielen Jahren entstanden ist. Der Wald selbst ist künstlich angelegt und wird bewirtschaftet.
Wo die Natur sich selbst überlassen bleibt, ist sie noch intakt und weist eine hohe Artenvielfalt auf.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo liebe Pilzkenner,
ich finde Pfifferlinge ausschließlich am Wegesrand (und heute sogar recht
viele). Direkt im Wald drin habe ich noch nicht einen einzigen Pfifferling
gesehen - obwohl ich ja dort schwerpunktmäßig suche. War das bis jetzt
immer Zufall oder gibts dafür einen Grund?
Grüße---Florian

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Arminius, (vor 7035 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,

warum auch immer, ich habe eine andere Erfahrung gemacht. Ich finde Pfifferlinge, zumindest die Nadelwaldform, fast ausschließlich an Rändern von Gräben, die sich durch den Wald ziehen, und Böschungen. Vielleicht hat dies die gleichen Ursachen, wie deine Funde an den Wegrändern.

Gruß, Armin

Hallo liebe Pilzkenner,
ich finde Pfifferlinge ausschließlich am Wegesrand (und heute sogar recht
viele). Direkt im Wald drin habe ich noch nicht einen einzigen Pfifferling
gesehen - obwohl ich ja dort schwerpunktmäßig suche. War das bis jetzt
immer Zufall oder gibts dafür einen Grund?
Grüße---Florian

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Florian_M, (vor 7034 Tagen) @ Florian_M

Vielen Dank für die Informationen.
Jeder kann sich bestimmt vorstellen wie ich (als Pilz-Neuling) geschaut habe als ich nach einem anstrengenden querfeldein Marsch ohne Pilze im Korb die ganzen Pfifferlinge auf dem Rückweg -wieder mal- an den Wegrändern gesehen habe.

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Andreas W, (vor 7034 Tagen) @ Florian_M

Hallo liebe Pilzkenner,
ich finde Pfifferlinge ausschließlich am Wegesrand (und heute sogar recht
viele). Direkt im Wald drin habe ich noch nicht einen einzigen Pfifferling
gesehen - obwohl ich ja dort schwerpunktmäßig suche. War das bis jetzt
immer Zufall oder gibts dafür einen Grund?
Grüße---Florian

Hallo Florian,

annähernd kann ich deine Erfahrungen nachvollziehen: Aber es muß nicht immer nur der Wegrand sein. Aber, wie ich vor paar Tagen schon mal geschrieben hatte, habe ich bisher Pfifferlinge mit zwei Ausnahmen immer nur am Südrand von dort endenden Waldstücken gefunden, nicht etwa dort, wo sie die Nachmittagssonne genießen, sondern die Mittagssonne. In Norwegen habe ich übrigens gleichartige Erfahrungen gemacht. Steinpilze dagegen findet man in Skandinavien überall im Wald und am wenigsten an den Wegrändern.

schöne Grüße

Andreas

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Du suchst bestimmt im falschen Wald *oT*

Ingo, (vor 7034 Tagen) @ Florian_M

- kein Text -

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Nein, denn woanders fand ich so gut wie keine :-) *oT*

Andreas W, (vor 7034 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Thomas Pruß, (vor 7034 Tagen) @ Florian_M

Moin Florian,
meine Vorredner bzw. -schreiber haben interessante Argumente beigebracht, weshalb Pfifferlinge (aber nicht nur die) so gerne an Wegrändern wachsen. Pfifferlinge sind hier in Nordfriesland eher selten, aber ich finde auch andere Pilze oft massiv an Wegrändern bzw. entlang von Entwässerungsgräben im Wald oder auch in Knicks. Neben der dort höheren Bodenfeuchte dürfte aber auch noch eine andere Eigenschaft Ausschlag gebend sein: Wegränder, Entwässerungsgräben, Fahrspuren usw. stellen Störungszonen im Oberboden dar. Diese Störungszonen können vom Mycel nur schwer überwunden werden, und so wächst es an ihnen entlang. Das bedeutet, dass es sich dort verdichtet und so die Chancen vergößert Fruchtkörper zu bilden.
Im Prinzip das selbe spielt sich in Knicks ab: Das sind ja eigemtlich Waldränder ohne Wald dahinter. Hier wachsen die verschiedenen Mycelien auf engstem Raum, und auch deshalb findet man hier eine ziemlich "dicke" Pilzflora.
In diesem Jahr ist das hier oben ziemlich drastisch zu beobachten: Während ich im Wald nur selten fündig werde, kann ich entlang der Wald- und Wegränder immer etwas finden.
Grüßlis
Thomas

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Schnuffel, (vor 7033 Tagen) @ Florian_M

Hallo allerseits,

ich möchte noch einen Punkt ansprechen, der noch nicht erwähnt wurde. Es geht hier meiner Meinung nach weniger um das Wachstum des Mycels als um die Bildung der Fruchtkörper.
An lichten Stellen im Wald und an Wegrändern ist die Chance der Sporenverbreitung durch Luftbewegung erheblich größer als im Waldesinneren, was der Pilz durch vermehrte Fruchtkörperbildung an diesen Stellen ausnutzt. Ob er dies an der besseren Beleuchtung, der stärkeren Erwärmung des Bodens, dem stärkeren Luftzug oder dgl. "merkt", könnten wissenschaftliche Untersuchungen klären.
In den 70er Jahren, als Wiesenegerlinge massenhaft vorkamen, war zu beobachten, dass diese nur darauf zu warten schienen, bis die Wiesen im Oktober letztmals gemäht wurden und ideale Bedingungen für die Sporenverbreitung herrschten.

Gruß
Schnuffel

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Re: Ist das Zufall mit den Pfifferlingen?

Stephan Weißer, (vor 7031 Tagen) @ Florian_M

Hallo Florian,

ich habe in den letzten dreieinhalb Jahren an ungefähr 100 verschiedenen Stellen in BaWü, Bayern, Hessen, RP und Thüringen Pfifferlinge gefunden, und es war alles dabei - Wegränder, Böschungen, Waldspielplätze, mitten im Wald, Waldränder ... ich halte die angebliche Häufung an Waldwegrändern eher für Zufall. BTW: hast du mal statistisch ausgewertet, wie hoch der zeitliche Anteil deines Begehens von Waldwegen im Vergleich zum Begehen von gut zugänglichen und von schlecht zugänglichen Waldstücken ist?