Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

ThomasHofheim, (vor 7032 Tagen)

Hallo,
hat jemand von euch Erfahrung mit dem HPM 400, das unter anderem von Walter Pätzold angeboten wird?
Ich würde gerne insbesondere mal Fotos bei 1000facher Vergrößerung sehen.
Vielen Dank und viele Grüße
Thomas

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Hans-Jürgen, (vor 7032 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Thomas,

mein Mikroskop heißt zwar anders, da ich es nicht bei Walter gekauft habe, ist aber mit dem HPM 400 identisch. Ich habe die Trinokular-Variante und fotografiere daran mit einer Nikon D-200. Fotos davon (1000x-Ölimmersion) kannst Du z.B. hier

Beitrag 121235

oder hier

Beitrag 97708

oder hier

Beitrag 120987

sehen.

Kurzkommentar: Brauchbar, für den Preis sogar recht empfehlenswert, aber durchaus nicht die Spitze des Möglichen. Ausführlicheren Erfahrungsbericht gebe ich gerne, wenn Du das möchtest.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

ThomasHofheim, (vor 7032 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich melde mich nahher nochmal per Mail bei Dir.
Viele Grüße
Thomas

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Jochen Girwert, (vor 7031 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

da ich Deine Bilder bei anderer Gelegenheit offenbar ignoriert habe, muss ich es einfach jetzt schreiben. Sie sind wirklich schön, tadelsfrei. Ich plage mich damit, aus dem Präparat zu zeichnen und kann da mit den meisten Aufnahmen gut mithalten, mit solchen wie Deinen aber nicht.

Gruß, Jochen.

Hallo Thomas,
mein Mikroskop heißt zwar anders, da ich es nicht bei Walter gekauft habe,
ist aber mit dem HPM 400 identisch. Ich habe die Trinokular-Variante und
fotografiere daran mit einer Nikon D-200. Fotos davon (1000x-Ölimmersion)
kannst Du z.B. hier
Beitrag 121235
oder hier
Beitrag 97708
oder hier
Beitrag 120987
sehen.
Kurzkommentar: Brauchbar, für den Preis sogar recht empfehlenswert, aber
durchaus nicht die Spitze des Möglichen. Ausführlicheren Erfahrungsbericht
gebe ich gerne, wenn Du das möchtest.
Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Hans-Jürgen, (vor 7030 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo Jochen,

das Lob aus Deinem Munde freut mich ganz besonders. Natürlich kenne ich den Spruch, wonach man nicht gesehen hat, was man nicht gezeichnet hat. Danach wäre ich aber zur Blindheit verurteilt, weil alle meine Versuche mit dem Stift zu nichts wirklich Brauchbarem geführt haben, ganz abgesehen davon, dass ich zwar gerne drei Stunden mit einem Pilz zubringe, aber keine zehn. Und das müsste ich, wenn ich von einer Handvoll Sporen brauchbare Zeichnungen haben wollte. Seitdem ich angefangen habe, mich mit Täublingen etwas genauer zu befassen, verbringe ich ohnehin viel Zeit am Mikroskop. Noch mehr Zeit kann und will ich aber nicht investieren.

Also habe ich mir überlegt, ob nicht fotografisch auch ein brauchbarer Weg beschritten werden kann. Denn für mich gilt schon eher die Formel: Was ich nicht fotografiert habe, habe ich nicht gesehen ;-)

Man muss eigentlich nur hier im Forum ein wenig aufmerksam mitlesen, dann wird einem die Lösung schon gewiesen. Bei Aufnahmen mit dem 100er-Öl-Objektiv hat man eine Schärfentiefe von grob einem halben µm. Das reicht, um die Kontur scharf zu bekommen, und wenn man am Tischtrieb rädelt, bekommt man nach und nach auch eine Vorstellung von der Ornamentierung. Ein stimmiges Bild wird aber erst daraus, wenn man dabei mitzeichnet - oder eben Schichten fotografiert und dann zu einem Gesamtfoto zusammensetzt (wozu ich Helicon Focus einsetze). Meine neueren Sporenfotos bestehen aus meistens zehn bis fünfzehn solcher Einzelaufnahmen. Anfangs habe ich nur etwa sechs bis acht gemacht, aber bald gemerkt, dass dabei noch zu viel Information verloren geht.

Was mich sehr für diese Art der Dokumentation einnimmt, sind diese drei Beobachtungen:

1. Das zusammengesetzte Bild ist immer ein wenig anders (da wesentlich detailreicher), als ich ursprünglich beim reinen Kucken vermutet habe. Das mag beim Zeichnen auch so sein, aber ich habe doch meine Zweifel, ob man beim Abmalen so neutral sein kann wie beim Fotografieren. Man muss nur mal die Sporenbilder bei PdS6, bei Romagnesi und Einhellinger vergleichen, dann sieht man schnell, dass hier viel interpretatorischer Spielraum ist.

2. Das Verfahren ist standardisiert, die Aufnahmen sind also untereinander besser vergleichbar.

3. Ich erfasse einen Ausschnitt von etwa 60 x 90 µm. In dem tummeln sich je nach Größe ca. 30 bis 50 Sporen - ein weitaus verlässlicherer Überblick also als bei zwei oder drei handgezeichneten Sporen.

Mit HDS-Aufnahmen plage ich mich allerdings noch herum ...

Danke noch mal für Deine Rückmeldung und schöne Grüße nach Erfurt!
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Jochen Girwert, (vor 7030 Tagen) @ Hans-Jürgen

Danke Hans-Jürgen,

da sind wir nun in die Geheimisse Deines Bilderfolges eingeweiht. Ich kann jetzt ohnehin kein Geld frei machen, aber so rein aus Interesse und falls es kein Geheimnis ist, was musstest Du investieren? Ich habe einen Zeichenaufsatz, kann also auf untergelegtem Papier die Umrisse nachzeichnen, was natürlich nicht ganz exakt gelingt, aber immerhin bleibt alles maßstabsgetreu. Wenn die Präparate gut gelingen, was eben oft genug nicht so ist, sind Hutdeckschicht und Sporen relativ schnell gezeichnet. Eben wenn. Die Qualität reicht für den Hausgebrauch. Dass man beim Zeichnen der HDS im Vorteil ist, kann ich mir gut vorstellen, denn hier muss man oft die typischen Elemente zusammensuchen.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Jochen,
das Lob aus Deinem Munde freut mich ganz besonders. Natürlich kenne ich den
Spruch, wonach man nicht gesehen hat, was man nicht gezeichnet hat. Danach
wäre ich aber zur Blindheit verurteilt, weil alle meine Versuche mit dem
Stift zu nichts wirklich Brauchbarem geführt haben, ganz abgesehen davon,
dass ich zwar gerne drei Stunden mit einem Pilz zubringe, aber keine zehn.
Und das müsste ich, wenn ich von einer Handvoll Sporen brauchbare
Zeichnungen haben wollte. Seitdem ich angefangen habe, mich mit Täublingen
etwas genauer zu befassen, verbringe ich ohnehin viel Zeit am Mikroskop.
Noch mehr Zeit kann und will ich aber nicht investieren.
Also habe ich mir überlegt, ob nicht fotografisch auch ein brauchbarer Weg
beschritten werden kann. Denn für mich gilt schon eher die Formel: Was ich
nicht fotografiert habe, habe ich nicht gesehen ;-)
Man muss eigentlich nur hier im Forum ein wenig aufmerksam mitlesen, dann
wird einem die Lösung schon gewiesen. Bei Aufnahmen mit dem
100er-Öl-Objektiv hat man eine Schärfentiefe von grob einem halben µm. Das
reicht, um die Kontur scharf zu bekommen, und wenn man am Tischtrieb
rädelt, bekommt man nach und nach auch eine Vorstellung von der
Ornamentierung. Ein stimmiges Bild wird aber erst daraus, wenn man dabei
mitzeichnet - oder eben Schichten fotografiert und dann zu einem
Gesamtfoto zusammensetzt (wozu ich Helicon Focus einsetze). Meine neueren
Sporenfotos bestehen aus meistens zehn bis fünfzehn solcher
Einzelaufnahmen. Anfangs habe ich nur etwa sechs bis acht gemacht, aber
bald gemerkt, dass dabei noch zu viel Information verloren geht.
Was mich sehr für diese Art der Dokumentation einnimmt, sind diese drei
Beobachtungen: 1. Das zusammengesetzte Bild ist immer ein wenig anders (da
wesentlich detailreicher), als ich ursprünglich beim reinen Kucken
vermutet habe. Das mag beim Zeichnen auch so sein, aber ich habe doch
meine Zweifel, ob man beim Abmalen so neutral sein kann wie beim
Fotografieren. Man muss nur mal die Sporenbilder bei PdS6, bei Romagnesi
und Einhellinger vergleichen, dann sieht man schnell, dass hier viel
interpretatorischer Spielraum ist.
2. Das Verfahren ist standardisiert, die Aufnahmen sind also untereinander
besser vergleichbar.
3. Ich erfasse einen Ausschnitt von etwa 60 x 90 µm. In dem tummeln sich je
nach Größe ca. 30 bis 50 Sporen - ein weitaus verlässlicherer Überblick
also als bei zwei oder drei handgezeichneten Sporen.
Mit HDS-Aufnahmen plage ich mich allerdings noch herum ...
Danke noch mal für Deine Rückmeldung und schöne Grüße nach Erfurt!
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Hans-Jürgen, (vor 7030 Tagen) @ Jochen Girwert

so rein aus Interesse und falls
es kein Geheimnis ist, was musstest Du investieren?

Speziell für die Mikrofotografie eigentlich nur in die Software (die gibt es für 115 Dollar [unlimitierte Lizenz] hier

http://www.heliconsoft.com/heliconfocus.html

zum Herunterladen. Andere hier im Forum benutzen dafür offenbar das kostenlose CombineZ.

Alles andere hast Du ja sicherlich schon: Mikroskop (meines ist das BMS E1-223 E-Plan, das gibt es z.B. hier:

http://www.ehlert-partner.de/Dulimik.htm

Objektmikrometer, Kamera mit entsprechendem Adapter. Fertig. Naja gut: Immersionsöl und Melzers Reagens nicht zu vergessen, vielleicht ein wenig Schwefelsäure und Vanillin usw.

Dass ich mit der Nikon D200 am Mikroskop fotografiere, hat eher praktische Gründe. Ich benutze sie ohnehin und wollte mir für die Mikrofotografie nicht noch eine andere Kamera zulegen. Bei der D200 ist freilich alleine das Gehäuse mindestens doppelt so teuer wie das ganze Mikroskop, aber ich denke, man muss nicht die D200 haben, eine billigere Kamera tut's gewiss auch. Wichtig ist, dass sie (im Falle Spiegelreflex) über eine Spiegelvorauslösung verfügt (Erschütterungsanfälligkeit bei 100-facher Vergrößerung ist enorm!).

Vorteil an der Fotografie mit festem Projektiv & Spiegelreflex: Der Vergrößerungsmaßstab ist bei allen Aufnahmen mit einem Objektiv immer derselbe. Ich eiche meine Fotos einmal (für 10x/40x/100x). Fertig.

Dann braucht es noch ein wenig Zeit (aber sicherlich weniger als beim Zeichnen). Denn:

a) ca. 12 Aufnahmen machen
b) ca. 12 Aufnahmen gleichförmig nachbearbeiten (geht teilweise per Stapelverarbeitung)
c) Maßstab integrieren
d) verkleinern auf Zielmaß
e) ggf. noch normalisieren

Das ist alles. Also keine großen Geheimnisse (aber vielleicht ist ein bisschen fotografisches und Bildbearbeitungs-Know-how von Vorteil ;-)

Ich würde Dir gerne mal beim Zeichnen über die Schulter schauen. Dazu wäre ich gerne zum Mykotreff nach Erfurt gekommen, bin aber genau zu der Zeit selber in Hornberg unterwegs. Irgendwann wird's klappen!

Liebe Grüße
Hans-Jürgen

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Das Wichtigste habe ich natürlich vergessen:

Hans-Jürgen, (vor 7030 Tagen) @ Hans-Jürgen

a) ca. 12 Aufnahmen machen
b) ca. 12 Aufnahmen gleichförmig nachbearbeiten (geht teilweise per
Stapelverarbeitung)

Kombinieren! (macht Helicon Focus auf Knopdruck)

c) Maßstab integrieren
d) verkleinern auf Zielmaß
e) ggf. noch normalisieren

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

AK_CCM, (vor 7030 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

a) ca. 12 Aufnahmen machen
b) ca. 12 Aufnahmen gleichförmig nachbearbeiten (geht teilweise per
Stapelverarbeitung)
c) Maßstab integrieren
d) verkleinern auf Zielmaß
e) ggf. noch normalisieren

und wie bringst Du die Sporen dazu, während eines Shootings von 12 Bildern ruhig in einer Position zu verharren? Fixierst Du sie mit Gelantine o.ä.?

Gruß, Andreas

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Hans-Jürgen, (vor 7030 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Hans-Jürgen,
und wie bringst Du die Sporen dazu, während eines Shootings von 12 Bildern
ruhig in einer Position zu verharren? Fixierst Du sie mit Gelantine o.ä.?
Gruß, Andreas

Darüber habe ich auch schon mal nachgedacht, Andreas, weil mir genau das natürlich auch immer passiert ist.

Umtriebe unterm Deckglas kommen nur dann zustande, wenn dort zu viel Pilz und/oder Flüssigkeit vorhanden ist. Man kennt das ja: das dicke Hymenium liegt brav und still und schweiget, und dazwischen fahren die Sporen Karussell.

Das Kunststück ist, möglichst nur eine Schicht Sporen zwischen Objektträger und Deckglas zu haben. Dann bewegt sich praktisch nichts. Die winzige Restbewegung (die es immer noch gibt) erfasst alle Sporen gleichmäßig - und außerdem positioniert Helicon Focus die Einzelaufnahmen clever auch dann automatisch richtig, wenn ein gewisser Versatz da ist.

Wenn Du also NUR Sporen (z.B. aus einem Abwurfpräparat, möglichst ohne Sandkörner!) unterm Deckglas hast und diese möglichst dünn, aber dabei gleichmäßig verteilt sind, hast Du gute Chancen, keine Zappelphilippe aufnehmen zu müssen. Ich gebe ins Wasser ein klein wenig Spülmittel, Melzers Reagens tut ein übriges, und dann muss man nur noch sachte die Flüssigkeit unter dem Deckglas absaugen (und dabei gerne ein wenig maßvoll aufs Deckglas drücken). Die meisten Sporen machen sich dabei seitlich unterm Deckglas davon. Macht aber nix. Es bleiben genau die übrig, die Du brauchst.

Vielleicht hilft Dir das weiter?

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

AK_CCM, (vor 7030 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

Darüber habe ich auch schon mal nachgedacht, Andreas, weil mir genau das
natürlich auch immer passiert ist.

das mit der Fixierung mittels Gelantine habe ich im ERB & MATHEIS gelesen. Da ich aus der Küche aber nur Blattgelantine kenne, stellt sich mir die Frage, ob es das Festigungsmittel auch in Pulverform gibt und falls ja, woher man es beziehen kann. Würde gerne Mal damit experimentieren.

Die winzige
Restbewegung (die es immer noch gibt) erfasst alle Sporen gleichmäßig -
und außerdem positioniert Helicon Focus die Einzelaufnahmen clever auch
dann automatisch richtig, wenn ein gewisser Versatz da ist.

Sofern sich die Sporen wirklich gleichmäßig bewegen, funktioniert das Ausrichten der Einzelbilder recht gut. Aber erfahrungsgemäß tanzen immer ein paar aus der Reihe oder drehen sich um die Längsachse.

Wenn Du also NUR Sporen (z.B. aus einem Abwurfpräparat, möglichst ohne
Sandkörner!) unterm Deckglas hast und diese möglichst dünn, aber dabei
gleichmäßig verteilt sind, hast Du gute Chancen, keine Zappelphilippe
aufnehmen zu müssen.

Das habe ich auch schon festgestellt. Soch selbst wenn die Sporen "festklemmen", bewegen sie sich mit der Strömung - jene entsteht durch die Wärme der Lampe und die Verdunstung an den Rändern des Deckglases. Deshalb wäre eine Fixierung wohl das Nonplusultra.

Ich gebe ins Wasser ein klein wenig Spülmittel,
Melzers Reagens tut ein übriges

Kann Chemie nicht auch Merkmale zerstören? Ich erinnere mich an meinen Mikroskopier-Crash-Kurs, bei dem sich die Öltröpfchen einer Verpel unter Zugabe von einem Reagenz zu einem großen Tropfen vereinten. Evtl. gibt es noch andere Merkmale, die davon beeinflusst werden..?

, und dann muss man nur noch sachte die

Flüssigkeit unter dem Deckglas absaugen (und dabei gerne ein wenig maßvoll
aufs Deckglas drücken). Die meisten Sporen machen sich dabei seitlich
unterm Deckglas davon. Macht aber nix. Es bleiben genau die übrig, die Du
brauchst.

Flüssigkeit sauge ich ohnehin ab, bevor ich durchschaue, denn dadurch werden die Konturen der Untersuchungsobjekte schärfer.

Danke für die interessante Diskussion!

Gruß, Andreas

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Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop? *PIC*

Jochen Girwert, (vor 7029 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

das ist es etwa, was ich mit dem Zeichenspiegel zuwege bringe. Zeitaufwand 30 - 45 min, allerdings ohne Herstellen eines vernünftigen Präparats. Ohne einen Zeitvorrat von mindestens einer Stunde fange ich mit dem Mikroskopieren gar nicht erst an. Eins ist Russula laeta/borealis ohne gezeichnete Inkrustrationen, zwei nach meinen Berechnungen Russula alutacea.

[image]
[image]

Das mit dem Täublingstreff inclusive Zeichen-/Fotografieschwatz wird schon werden.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Jochen,
das Lob aus Deinem Munde freut mich ganz besonders. Natürlich kenne ich den
Spruch, wonach man nicht gesehen hat, was man nicht gezeichnet hat. Danach
wäre ich aber zur Blindheit verurteilt, weil alle meine Versuche mit dem
Stift zu nichts wirklich Brauchbarem geführt haben, ganz abgesehen davon,
dass ich zwar gerne drei Stunden mit einem Pilz zubringe, aber keine zehn.
Und das müsste ich, wenn ich von einer Handvoll Sporen brauchbare
Zeichnungen haben wollte. Seitdem ich angefangen habe, mich mit Täublingen
etwas genauer zu befassen, verbringe ich ohnehin viel Zeit am Mikroskop.
Noch mehr Zeit kann und will ich aber nicht investieren.
Also habe ich mir überlegt, ob nicht fotografisch auch ein brauchbarer Weg
beschritten werden kann. Denn für mich gilt schon eher die Formel: Was ich
nicht fotografiert habe, habe ich nicht gesehen ;-)
Man muss eigentlich nur hier im Forum ein wenig aufmerksam mitlesen, dann
wird einem die Lösung schon gewiesen. Bei Aufnahmen mit dem
100er-Öl-Objektiv hat man eine Schärfentiefe von grob einem halben µm. Das
reicht, um die Kontur scharf zu bekommen, und wenn man am Tischtrieb
rädelt, bekommt man nach und nach auch eine Vorstellung von der
Ornamentierung. Ein stimmiges Bild wird aber erst daraus, wenn man dabei
mitzeichnet - oder eben Schichten fotografiert und dann zu einem
Gesamtfoto zusammensetzt (wozu ich Helicon Focus einsetze). Meine neueren
Sporenfotos bestehen aus meistens zehn bis fünfzehn solcher
Einzelaufnahmen. Anfangs habe ich nur etwa sechs bis acht gemacht, aber
bald gemerkt, dass dabei noch zu viel Information verloren geht.
Was mich sehr für diese Art der Dokumentation einnimmt, sind diese drei
Beobachtungen: 1. Das zusammengesetzte Bild ist immer ein wenig anders (da
wesentlich detailreicher), als ich ursprünglich beim reinen Kucken
vermutet habe. Das mag beim Zeichnen auch so sein, aber ich habe doch
meine Zweifel, ob man beim Abmalen so neutral sein kann wie beim
Fotografieren. Man muss nur mal die Sporenbilder bei PdS6, bei Romagnesi
und Einhellinger vergleichen, dann sieht man schnell, dass hier viel
interpretatorischer Spielraum ist.
2. Das Verfahren ist standardisiert, die Aufnahmen sind also untereinander
besser vergleichbar.
3. Ich erfasse einen Ausschnitt von etwa 60 x 90 µm. In dem tummeln sich je
nach Größe ca. 30 bis 50 Sporen - ein weitaus verlässlicherer Überblick
also als bei zwei oder drei handgezeichneten Sporen.
Mit HDS-Aufnahmen plage ich mich allerdings noch herum ...
Danke noch mal für Deine Rückmeldung und schöne Grüße nach Erfurt!
Hans-Jürgen

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Spezielle Frage

Hans-Jürgen, (vor 7029 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo Jochen,

wenn ich SO zeichnen könnte, hätte ich vermutlich nicht zu fotografieren angefangen ;-) Vielen Dank für Deine Beispiele!

Etwas anderes würde mich noch interessieren. Bei Deiner vermuteten alutacea sieht man sehr schön einen bei Russulae häufig anzutreffenden, offensichtlich mehr oder minder amyloiden Fleck auf den Sporen. Da Fred Kränzlin ihn bei seinen Sporenbildern nie gezeichnet hat, war ich bei meinen ersten Beobachtungen erst ein wenig verwirrt, dann habe ich bei Romagnesi genau diesen Fleck beschrieben (und gezeichnet) gefunden (wenn ich mich recht entsinne als genau umrissenes Feld mit kleinen Warzen). Interhias hat diesen Fleck in einer unlängst hier vorgestellten Täublingsvorstellung einmal als Plage angegeben - was mir prinzipiell eingeleuchtet hat (obwohl Clemencon das Plage nur bei Galerinen, Cortinarien und Melanoleucen beschreibt) (Clemencon, Anatomie der Hymenomyceten, S. 473). Weißt Du - oder sonst jemand hier - dazu Genaueres???

Danke und nächtlichen Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Spezielle Frage

Jochen Girwert, (vor 7029 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo,

einmal kann es passieren, dass man in der Hitze des Gefechts vergisst, den amyloien Fleck zu zeichnen oder auch dass er nicht immer deutlich zu sehen ist, verschattet oder verdeckt. Sarnari hat den Fleck in seinem Schlüssel als Trennmerkmal aufgenommen, da offenbar nicht alle Täublinge diese Merkmal besitzen. Ich bin dem noch nicht nachgegangen, ob sie bei einigen generell fehlen oder halt nur schlecht ausgebildet sind und dann überwiegend nicht aufzufinden. Warum es diesen Fleck gibt, das weiß ich nicht.

Gruß, Jochen.

Hallo Jochen,
wenn ich SO zeichnen könnte, hätte ich vermutlich nicht zu fotografieren
angefangen ;-) Vielen Dank für Deine Beispiele!
Etwas anderes würde mich noch interessieren. Bei Deiner vermuteten alutacea
sieht man sehr schön einen bei Russulae häufig anzutreffenden,
offensichtlich mehr oder minder amyloiden Fleck auf den Sporen. Da Fred
Kränzlin ihn bei seinen Sporenbildern nie gezeichnet hat, war ich bei
meinen ersten Beobachtungen erst ein wenig verwirrt, dann habe ich bei
Romagnesi genau diesen Fleck beschrieben (und gezeichnet) gefunden (wenn
ich mich recht entsinne als genau umrissenes Feld mit kleinen Warzen).
Interhias hat diesen Fleck in einer unlängst hier vorgestellten
Täublingsvorstellung einmal als Plage angegeben - was mir prinzipiell
eingeleuchtet hat (obwohl Clemencon das Plage nur bei Galerinen,
Cortinarien und Melanoleucen beschreibt) (Clemencon, Anatomie der
Hymenomyceten, S. 473). Weißt Du - oder sonst jemand hier - dazu
Genaueres???
Danke und nächtlichen Gruß
Hans-Jürgen