Des Rätsels Lösung *PIC*

Ingo, (vor 7031 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

gerne würde heute ein wenig Montagskino bringen. Allerdings sind mir, wie vielen anderen auch,
am vergangenen Wochenende die Hauptdarsteller davongelaufen.
Die, zugegeben, kurze Hitzeperiode vor zwei Wochen dürfte daran schuld sein. Bei 38°C sehen
die Fungi halt zu, dass sie Land gewinnen. Immerhin sind die Böden, unter dem Moos, noch recht feucht,
so dass mit einer baldigen Wiederbelebung der Szene zu rechnen ist.

Ich möchte daher die Gelegenheit für einen kurzen Nachgang zu meinem Beitrag aus der
Vorwoche nutzen, der, für sich genommen, bereits eine Aufwärmung meiner kleinen Täublingsserie aus
dem Januar dieses Jahres war.
So ist es Jochen (Girwert) gelungen, das Rätsel der grünen Kieferntäublinge zu lüften.
Unter der Woche hatte ich ihm einige, getrocknete, Fruchtkörper vom linken Rand des Gruppenbildes
zukommen lassen. Zur Erinnerung – das waren die etwas farbenfroheren Vertreter der Kollektion.
Es waren, wie sich herausstellte, eindeutig Grasgrüne Täublinge (Russula aeruginea).

Den beiläufig verwendeten Namen "Birkentäubling" spreche ich dieser Art hiermit inoffiziell ab.
Für mich persönlich werde ich in der Literatur folgende Angaben ergänzen:

Hutfarben: wie beschrieben, aber auch olivfarben, mit Grautönen und rotbraunen Nuancen
Fleisch: unter der Hutoberfläche und an verletzten Stellen bisweilen leicht rötend oder gilbend
Vorkommen: auch in reinen Kiefernbeständen, auf sauren Böden und dort auch als Massenpilz

Das sollte aber jedem selbst überlassen sein. Nicht wahr?!

Mein Dank neben Jochen auch an Felix (Thüringer Holz) , der die Sendung fachmännisch angenommen
und zur gerechten Entlarvung weiter geleitet hatte.

Da fällt mir ein, dass ich doch noch etwas übrig hatte, vom letzten großen Filmdreh am 13.07.07.

[image]

[image]

Dermocyben gab es im Kiefernwald
Mein erster Eindruck war mal wieder Cortinarius semisanguineus (Blutblättriger Hautkopf).
Was mich ein wenig irritierte, war der Umstand, dass ich die noch nie mit so intensiv gefärbten
roten Velumresten am Stiel beobachten konnte.
Im Pareys findet sich bei der Artbeschreibung noch ein Hinweis auf eine ähnliche Art, den
Rotbeschleierten Hautkopf (C. phoeniceus). Von der Beschreibung her würde der mir sogar besser
gefallen. Wäre es möglich, dass es sich gar um diese Art handelt?

Abschließend habe ich noch ein Bild von einem echten Sensationsfund:

[image]

Erdwarzenpilze (Telephora terrestris). Die standen gleich neben den Raslingen und nahmen ihnen das
wertvolle Sonnenlicht weg! Man mag es kaum glauben, aber die sind mir an dem Tag zum ersten mal
überhaupt über den Weg gelaufen.

Ich wünsche eine erfolgreiche Restwoche

Ingo

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Re: Des Rätsels Lösung

Heinz Ebert ⌂, (vor 7031 Tagen) @ Ingo

Kann der Erdwarzenpilz auch caryophyllea sein?
Gruß, Heinz Ebert

Hallo Pilzfreunde,
gerne würde heute ein wenig Montagskino bringen. Allerdings sind mir, wie
vielen anderen auch,
am vergangenen Wochenende die Hauptdarsteller davongelaufen.
Die, zugegeben, kurze Hitzeperiode vor zwei Wochen dürfte daran schuld sein.
Bei 38°C sehen
die Fungi halt zu, dass sie Land gewinnen. Immerhin sind die Böden, unter dem
Moos, noch recht feucht,
so dass mit einer baldigen Wiederbelebung der Szene zu rechnen ist.
Ich möchte daher die Gelegenheit für einen kurzen Nachgang zu meinem Beitrag
aus der
Vorwoche nutzen, der, für sich genommen, bereits eine Aufwärmung meiner
kleinen Täublingsserie aus
dem Januar dieses Jahres war.
So ist es Jochen (Girwert) gelungen, das Rätsel der grünen Kieferntäublinge
zu lüften.
Unter der Woche hatte ich ihm einige, getrocknete, Fruchtkörper vom linken
Rand des Gruppenbildes
zukommen lassen. Zur Erinnerung – das waren die etwas farbenfroheren
Vertreter der Kollektion.
Es waren, wie sich herausstellte, eindeutig Grasgrüne Täublinge (Russula
aeruginea).
Den beiläufig verwendeten Namen "Birkentäubling" spreche ich dieser
Art hiermit inoffiziell ab.
Für mich persönlich werde ich in der Literatur folgende Angaben ergänzen:
Hutfarben: wie beschrieben, aber auch olivfarben, mit Grautönen und
rotbraunen Nuancen
Fleisch: unter der Hutoberfläche und an verletzten Stellen bisweilen leicht
rötend oder gilbend
Vorkommen: auch in reinen Kiefernbeständen, auf sauren Böden und dort auch
als Massenpilz
Das sollte aber jedem selbst überlassen sein. Nicht wahr?!
Mein Dank neben Jochen auch an Felix (Thüringer Holz) , der die Sendung
fachmännisch angenommen
und zur gerechten Entlarvung weiter geleitet hatte.
Da fällt mir ein, dass ich doch noch etwas übrig hatte, vom letzten großen
Filmdreh am 13.07.07.


Dermocyben gab es im Kiefernwald
Mein erster Eindruck war mal wieder Cortinarius semisanguineus
(Blutblättriger Hautkopf).
Was mich ein wenig irritierte, war der Umstand, dass ich die noch nie mit so
intensiv gefärbten
roten Velumresten am Stiel beobachten konnte.
Im Pareys findet sich bei der Artbeschreibung noch ein Hinweis auf eine
ähnliche Art, den
Rotbeschleierten Hautkopf (C. phoeniceus). Von der Beschreibung her würde der
mir sogar besser
gefallen. Wäre es möglich, dass es sich gar um diese Art handelt?
Abschließend habe ich noch ein Bild von einem echten Sensationsfund:
Erdwarzenpilze (Telephora terrestris). Die standen gleich neben den Raslingen
und nahmen ihnen das
wertvolle Sonnenlicht weg! Man mag es kaum glauben, aber die sind mir an dem
Tag zum ersten mal
überhaupt über den Weg gelaufen.
Ich wünsche eine erfolgreiche Restwoche
Ingo

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Re: Des Rätsels Lösung

Ingo, (vor 7031 Tagen) @ Heinz Ebert

Kann der Erdwarzenpilz auch caryophyllea sein?
Gruß, Heinz Ebert

Hallo Heinz, den kenne ich gar nicht. Jedenfalls ist er nicht im Pareys drin.
Kann T. caryophyllea denn auch bei Kiefern im Nadelstreu vorkommen?

Grüsslis Ingo

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Re: Des Rätsels Lösung

Schnuffel, (vor 7030 Tagen) @ Ingo

Hallo Heinz, den kenne ich gar nicht. Jedenfalls ist er nicht im Pareys drin.
Kann T. caryophyllea denn auch bei Kiefern im Nadelstreu vorkommen?
Grüsslis Ingo

Hallo Ingo,

T. caryophyllea kommt im Nadelwald, besonders unter Kiefern vor. Der gezeigte Pilz sieht aber doch typisch wie T. terrestris aus. Nur das liegende Exemplar lässt einen deutlichen Stiel erkennen, und das ist ein Merkmal von T. caryophyllea. Die Sporengröße ist ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal: T. terrestris 8-10 x 7-8 µm, T. caryophyllea 6-8 x 5-6,5 µm. In E. Gerhardt, "Der große Pilzführer für unterwegs", sind beide Arten enthalten.

Gruß
Schnuffel

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Re: Des Rätsels Lösung

Ingo, (vor 7030 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

solch einen Stiel hatten die alle. Alle die selbe Art also.

*ggg* INgo

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noch Meinungen zur Dermocybe? *oT*

Ingo, (vor 7030 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: noch Meinungen zur Dermocybe?

Schnuffel, (vor 7030 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

so rein vom Äußeren glaube ich, dass es sich hier um 2 Dermocyben handelt, auch wenn sie vielleicht dicht beisammen gewachsen sind. Der erste kann durchaus C. phoeniceus sein, beim zweiten vermute ich C. semisanguineus.

Gruß
Schnuffel

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Nur mal so

Thüringer-Holz, (vor 7030 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

da es momenatn anscheinend in ganz D so gut wie keine - oder nur sehr punktuell - Frischpilze gibt (den BS und Raum Wü ausgenommen), muss man sich wohl anderen Dingen widmen.
Ich denke das ist die "Ruhe vor dem Sturm" - kann nicht mehr lange dauern, dann beginnt auch für die Gelegenheits-Steinpilzsammler die Saison und die Beiträge werden hier weniger wissenschaftlich. Bin am überlegen ob ich die Serie, wenn es soweit ist, in eine kleine "Sommer-Hauptsaison-Pause" schicke. Die Gefahr besteht auch für das Montag-Nacht-Kino unter der Flut von Neueinsteigern unter zu gehen.
Aber auch den "Neuen-Alten-Fragenden" werde ich dann versuchen zu helfen.

Back to topic:

Mit Erdwarzenpilzen habe ich mich noch nicht beschäftigt und bei deinen Hautköpfen ist Andreas Gminder ein guter Ansprechpartner.

Grüße in die Hauptstadt

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Re: noch Meinungen zur Dermocybe?

Andreas ⌂, (vor 7029 Tagen) @ Ingo

Hallo,

ich halte beide Bilder für Cortinarius purpureus (phoeniceus). Das erste Bild ist eindeutig und beim zweiten deutet meiner meinung nach die kompakte Statur auch eher auf C. purpureus.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Des Rätsels Lösung

Ingo, (vor 7029 Tagen) @ Ingo

An dieser Stelle vielen Dank an alle Beteiligten.
Ich habe dank Eurer Antworten auch wieder Einiges dazugelernt.

1. Die Bestimmung einiger Hautköpfe funktioniert auch ohne Mikro
2. Erdwarzenpilze sind viel interessanter als Täublinge und vor allem
3. Raslinge ernähren sich von Sonnenlicht ;-))

Gegenstimmen ??? (außer zu Punkt 3, da dort nicht erlaubt)

Grüsslis Ingo

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Re: Nur mal so

Ingo, (vor 7029 Tagen) @ Thüringer-Holz

Bin am überlegen ob ich die Serie, wenn es soweit ist, in eine kleine
"Sommer-Hauptsaison-Pause" schicke. Die Gefahr besteht auch für
das Montag-Nacht-Kino unter der Flut von Neueinsteigern unter zu gehen.

Hi Felix,

wozu willst du die Serie pausieren lassen. Wer sie lesen möchte, der
wird sie sich schon anschauen. Einzig die Gelegenheits Leser werden sich,
wenn hier die Steinpilzwelle durchstartet, auf das Wesentliche konzentrieren.
Das sind für sie sicher nicht die Beiträge über die Täublinge.
Du müßtest deine Beiträge schon etwas würzen.
Titel wie: Steinpilzwahnsinn vs. R.medullata sind bestens dazu geeignet,
diese Leser anzulocken, wenn du denn darauf Wert legst. Das dürfte so ein- bis
zweimal funktionieren.

Grüsslis nach Niedersachsen und
schönes WE

Ingo

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Re: Des Rätsels Lösung

Heinz Ebert ⌂, (vor 7029 Tagen) @ Ingo

T.caryophyllea ist nicht an bestimmte Bäume gebunden. Ich finde sie oft in den Pioniergesellschaften stillgelegter Lavagruben und sonstigen Steinbrüchen, aber auch an Wegrändern. Ein gutes Bild ist hier: http://images.google.de/imgres?imgurl=http://micologia.net/g3/albums/Thelephora-terrest...%3Fq%3DTelephora%2Bcaryophyllea%26gbv%3D2%26svnum%3D10%26hl%3Dde
Typisch ist - wie schon erwähnt wurde - der Stiel, den T.terrestris nicht hat.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Hallo Heinz, den kenne ich gar nicht. Jedenfalls ist er nicht im Pareys drin.
Kann T. caryophyllea denn auch bei Kiefern im Nadelstreu vorkommen?
Grüsslis Ingo