Großer Wasserkopf mit Minisporen *PIC*

interhias ⌂, (vor 7016 Tagen)

Servus!

Ich nehme mal die Vorlage von Gelbfieber auf und schicke einen weiteren Wasserkopf ins Rennen. Gefunden habe ich ihn vergangenes Wochenende im Fichtenjungwald auf gut 1000 m Höhe im oberbayerischen Ammergebirge:

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Die auffallendsten Merkmale dieses schönen, großen, kastanienbraunen Pilzes sind das teils büschelige Wachstum und die winzigen, nicht über 6 µm langen, rundlichen Sporen.
Meine Bestimmungsversuche mit der skandinavischen Fotoflora enden ohne Ergebnis in der Sektion Armeniaci.
Vielleicht kennt jemand die Art, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie selten ist.

Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 12.08.2007; MTB 8332/3/2/1, 1050 m, Unterammergau, am Waldrand oberhalb von Mahdwiesen, im Fichtenjungwald (weiter entfernt Erlengruppe); gesellig bis büschelig; Hut: 3,5-6,5 cm breit, jung halbkugelig, später polsterförmig ausgebreitet, Oberfläche glatt, schwach schmierig, weder schleimig noch klebrig, Rand auch alt meist etwas nach innen über die Lamellen gebogen, glatt, Färbung schön kastanienbraun, stark hygrophan, zonig bis striemig fuchsig bis ockerlich ausblassend; Stiel: 4-5,5 cm lang, in der Mitte 1-1,5 cm dick, Basis meist keulig und bis gut 2 cm dick, Oberfläche schmutzig-weiß, seidig glänzend, bei jungen Fk unterhalb der Cortina mit ockerlichen Velumresten besetzt, in der unteren Hälfte oft braunfleckig, Cortina weiß, Stiel oft zu 2-3 büschelig verwachsen und ansatzweise mit wurzelartigem Fortsatz; Lamellen: schwach ausgerandet und breit angewachsen, gedrängt, schon jung zimtbraun, Schneiden glatt; Fleisch: kompakt, ganz jung schmutzig-weiß bis schmutzig-braun, in der Stielspitze mit Lilaton, bei älteren Fk im Hut wässerig rotbraun, im Stiel wässerig blassbraun; Geruch: schwach pilzig-aromatisch; Geschmack: mild, eher unangenehm; Basidien: -; Hymenialzystiden: -; HDS: -; Chemie: KOH auf Hutfleisch: schokoladenbraun-schwarzbraun, auf Huthaut dunkelbraun; Sporen: rundlich, grobwarzig, 5,6 x 4,8 (5-6 x 4-5), Q=1,17 (1,1-1,25); 10 Sp. gemessen;

Sporen in KOH
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Gruß aus München
Hias

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Re: Großer Wasserkopf mit Minisporen

Ingo, (vor 7016 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

wen du das zweite Bild erstmal als Rätsel gepostet hättest...
Die Kollektion erinnert mich frappierend an meine Raslinge, die ich hier
vor 5 Wochen reingestellt hatte. Fast identische Hutfarben. Wäre sicher
interessant geworden.

Zum Bestimmungsproblem kann ich allerdings nichts beitragen ;-\

*ggg* Ingo

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Re: Großer Wasserkopf mit Minisporen

Heinz Ebert ⌂, (vor 7016 Tagen) @ interhias

Überprüfe mal, ob es nicht eine andere Gattung ist. Es gibt ja noch mehr Braunsporer (Gymnopilus, Hebeloma usw.). Viel Glück!
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Servus!
Ich nehme mal die Vorlage von Gelbfieber auf und schicke einen weiteren
Wasserkopf ins Rennen. Gefunden habe ich ihn vergangenes Wochenende im
Fichtenjungwald auf gut 1000 m Höhe im oberbayerischen Ammergebirge:


Die auffallendsten Merkmale dieses schönen, großen, kastanienbraunen Pilzes
sind das teils büschelige Wachstum und die winzigen, nicht über 6 µm
langen, rundlichen Sporen.
Meine Bestimmungsversuche mit der skandinavischen Fotoflora enden ohne
Ergebnis in der Sektion Armeniaci.
Vielleicht kennt jemand die Art, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie
selten ist.
Beschreibung und Mikros: Funddaten: 12.08.2007; MTB 8332/3/2/1, 1050 m,
Unterammergau, am Waldrand oberhalb von Mahdwiesen, im Fichtenjungwald
(weiter entfernt Erlengruppe); gesellig bis büschelig; Hut: 3,5-6,5 cm
breit, jung halbkugelig, später polsterförmig ausgebreitet, Oberfläche
glatt, schwach schmierig, weder schleimig noch klebrig, Rand auch alt
meist etwas nach innen über die Lamellen gebogen, glatt, Färbung schön
kastanienbraun, stark hygrophan, zonig bis striemig fuchsig bis ockerlich
ausblassend; Stiel: 4-5,5 cm lang, in der Mitte 1-1,5 cm dick, Basis
meist keulig und bis gut 2 cm dick, Oberfläche schmutzig-weiß, seidig
glänzend, bei jungen Fk unterhalb der Cortina mit ockerlichen Velumresten
besetzt, in der unteren Hälfte oft braunfleckig, Cortina weiß, Stiel oft
zu 2-3 büschelig verwachsen und ansatzweise mit wurzelartigem Fortsatz;
Lamellen: schwach ausgerandet und breit angewachsen, gedrängt, schon jung
zimtbraun, Schneiden glatt; Fleisch: kompakt, ganz jung schmutzig-weiß
bis schmutzig-braun, in der Stielspitze mit Lilaton, bei älteren Fk im Hut
wässerig rotbraun, im Stiel wässerig blassbraun; Geruch: schwach
pilzig-aromatisch; Geschmack: mild, eher unangenehm; Basidien: -;
Hymenialzystiden: -; HDS: -; Chemie: KOH auf Hutfleisch:
schokoladenbraun-schwarzbraun, auf Huthaut dunkelbraun; Sporen:
rundlich, grobwarzig, 5,6 x 4,8 (5-6 x 4-5), Q=1,17 (1,1-1,25); 10 Sp.
gemessen;
Sporen in KOH


Gruß aus München
Hias

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Re: Großer Wasserkopf mit Minisporen

werner2, (vor 7014 Tagen) @ interhias

Hallo Hias - bin zwar kein guter Cortinarienkenner, könnte mir aber vorstellen,
das es sich hier um C. illuminus Fr. handelt. Dafür sprechen der weißliche Stiel, die kleinen, rundlichen Sporen, die Hutfarben und der Fichtenwald.
Die Art wird z.T. unterschiedlich bezeichnet bzw. vermengt.
Bei Michael-Hennig-Kreisel IV findet man sie unter C.saturatus (Nr. 107)recht gut abgebildet.
Eine schöne Beschreibung findet man in der Mycologia Helvetica Vol.1 Nr. 4 von 1984. Dort wird sie C. dilutus Fr. bezeichnet.
Siehe hierzu auch das Abb.Verzeichnis von Andreas, Bollmann, Reil von 2002.
In diesem Formen- und Dunstkreis gehört Dein Fund bestimmt hin.
Was Bollmann in der SWPR von 2002 abbildet, sind halt schon leicht abgetrocknete Exemplare.
Ein Cortinarius ist das auf jeden Fall und Telamonia passt schon gut.
Vielleicht kann Andreas ja was hierzu sagen, wenn er wieder "auf Sendung" ist.
.
Gruß Werner2
.
.

Servus!
Ich nehme mal die Vorlage von Gelbfieber auf und schicke einen weiteren
Wasserkopf ins Rennen. Gefunden habe ich ihn vergangenes Wochenende im
Fichtenjungwald auf gut 1000 m Höhe im oberbayerischen Ammergebirge:


Die auffallendsten Merkmale dieses schönen, großen, kastanienbraunen Pilzes
sind das teils büschelige Wachstum und die winzigen, nicht über 6 µm
langen, rundlichen Sporen.
Meine Bestimmungsversuche mit der skandinavischen Fotoflora enden ohne
Ergebnis in der Sektion Armeniaci.
Vielleicht kennt jemand die Art, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie
selten ist.
Beschreibung und Mikros: Funddaten: 12.08.2007; MTB 8332/3/2/1, 1050 m,
Unterammergau, am Waldrand oberhalb von Mahdwiesen, im Fichtenjungwald
(weiter entfernt Erlengruppe); gesellig bis büschelig; Hut: 3,5-6,5 cm
breit, jung halbkugelig, später polsterförmig ausgebreitet, Oberfläche
glatt, schwach schmierig, weder schleimig noch klebrig, Rand auch alt
meist etwas nach innen über die Lamellen gebogen, glatt, Färbung schön
kastanienbraun, stark hygrophan, zonig bis striemig fuchsig bis ockerlich
ausblassend; Stiel: 4-5,5 cm lang, in der Mitte 1-1,5 cm dick, Basis
meist keulig und bis gut 2 cm dick, Oberfläche schmutzig-weiß, seidig
glänzend, bei jungen Fk unterhalb der Cortina mit ockerlichen Velumresten
besetzt, in der unteren Hälfte oft braunfleckig, Cortina weiß, Stiel oft
zu 2-3 büschelig verwachsen und ansatzweise mit wurzelartigem Fortsatz;
Lamellen: schwach ausgerandet und breit angewachsen, gedrängt, schon jung
zimtbraun, Schneiden glatt; Fleisch: kompakt, ganz jung schmutzig-weiß
bis schmutzig-braun, in der Stielspitze mit Lilaton, bei älteren Fk im Hut
wässerig rotbraun, im Stiel wässerig blassbraun; Geruch: schwach
pilzig-aromatisch; Geschmack: mild, eher unangenehm; Basidien: -;
Hymenialzystiden: -; HDS: -; Chemie: KOH auf Hutfleisch:
schokoladenbraun-schwarzbraun, auf Huthaut dunkelbraun; Sporen:
rundlich, grobwarzig, 5,6 x 4,8 (5-6 x 4-5), Q=1,17 (1,1-1,25); 10 Sp.
gemessen;
Sporen in KOH


Gruß aus München
Hias

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Re: Großer Wasserkopf mit Minisporen

Günter Saar, (vor 7013 Tagen) @ werner2

Hallo Hias - bin zwar kein guter Cortinarienkenner, könnte mir aber
vorstellen,
das es sich hier um C. illuminus Fr. handelt. Dafür sprechen der weißliche
Stiel, die kleinen, rundlichen Sporen, die Hutfarben und der Fichtenwald.
Die Art wird z.T. unterschiedlich bezeichnet bzw. vermengt.
Bei Michael-Hennig-Kreisel IV findet man sie unter C.saturatus (Nr. 107)recht
gut abgebildet.
Eine schöne Beschreibung findet man in der Mycologia Helvetica Vol.1 Nr. 4
von 1984. Dort wird sie C. dilutus Fr. bezeichnet.
Siehe hierzu auch das Abb.Verzeichnis von Andreas, Bollmann, Reil von 2002.
In diesem Formen- und Dunstkreis gehört Dein Fund bestimmt hin.
Was Bollmann in der SWPR von 2002 abbildet, sind halt schon leicht
abgetrocknete Exemplare.
Ein Cortinarius ist das auf jeden Fall und Telamonia passt schon gut.
Vielleicht kann Andreas ja was hierzu sagen, wenn er wieder "auf
Sendung" ist.
.
Gruß Werner2
.
.

Hallo Hias,

Werner hat ins Schwarze getroffen.
Ein weiteres gutes Foto, allerdings etwas langstieliger, ist B15 in der Cortinarius Flora Fotographica.

l.G.
Günter

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Re: Großer Wasserkopf mit Minisporen

interhias ⌂, (vor 7013 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Hias,
Werner hat ins Schwarze getroffen.
Ein weiteres gutes Foto, allerdings etwas langstieliger, ist B15 in der
Cortinarius Flora Fotographica.
l.G.
Günter

Servus Werner und Günter,

vielen Dank für eure Hinweise! Es beruhigt mich schon sehr, dass ich wenigstens in der richtigen Gattung und Sektion gesucht habe.
Die Bescheibung zu C. illuminus in der Myc. Helvetica werde ich mir am Montag in der Vereinsbibliothek anschaun.

Bei der Beschreibung in der Fotoflora war ich mir nicht sicher, ob die Sporenmaße noch im Toleranzbereich liegen und der Hinweis auf "oft geriefte Hüte" ließ Zweifel bei mir aufkommen. Die sind jetzt ausgeräumt.

Den Verwandten von C. illuminus, C. armeniacus, habe ich am gleichen Tag im selben Wald vermutlich auch gefunden, muss ich mir noch genauer anschaun.
Fotos und Beschreibung hier.

Beste Grüße
Hias