Nach Hochwasser, erste Pilze *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7011 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

am 10. August berichtete ich von dem Hochwasser am Oberrhein unterhalb Basel. Heute war ich in derselben Gegend, um nach dem nun wieder zahmen Rhein zu schauen. Es ist immer wieder faszinierend, mit welcher Kraft diese Fluten die Ufer verändern.

[image]

hier sieht man ungefähr den Stand des Rheins, wenn man das Treibholz in den Ästen beachtet. (etwa 4-6 Meter!)

[image]

Unmengen Treibholz und Hinterlassenschaften der Zivilisation bilden riesige Berge.

[image]
[image]

Mit unheimlicher Wucht pflügten die Wassermassen durch die Auengehölze und die Weiden werden niedergedrückt, treiben dann aber wieder aus.

[image]

Hier eine Weide, die schon mehrere Hochwasser überlebte und neue Stämme ausbildete, und schon sind die Nutzniesser dieses Ereignisses sichtbar.

[image]

Noch ist der Schlamm des Hochwassers nicht abgewaschen und schon spriessen die Tigerknäuelinge (Lentinus tigrinus) freudig hervor. Sie sind jetzt in Unmengen auf diesen Weiden vorhanden. Man bedenke, vor 10 Tagen war der Stamm 6 Meter unter Wasser!

[image]

Ganz jung kennt man sie kaum, fast schwarz und dicht sparrig, fast wie ein Hallimasch.

Nun, es ist immer schön zu beobachten, wie die Natur sich erstaunlich rasch erholt! Auf den neuen Inseln und Sandbänken dürften dann eventuell auch Pilze zu finden sein, die diese Nische brauchen.

Viele Grüsse, Markus

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Nach Hochwasser, erste Pilze

Till, (vor 7011 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo, Markus,

mich würde interessieren, ob auf den SChwemmsandablagerungen am Rhein auch verschiedene Pezizales erscheinen. Wir haben hier an der Salzach nach Überschwemmungen oft sehr arten- und individuenreiche Becherlingsvorkommen, darunter viele Seltenheiten wie Smardaea amethystina, Helvella branzeziana und Kotlabaea delectans. Ob dieses JAhr noch Arten auftreten, weiß ich nicht, aber ab Frühjahr nächsten Jahres dürfte es interessant sein. Mit entscheidend ist allerdings der pH-Wert des Sandes. Bei uns ist er sehr hoch, da die Salzach aus den Kalkalpen kommt.

Herzliche Grüße
Till

Hallo Pilzfreunde,

am 10. August berichtete ich von dem Hochwasser am Oberrhein unterhalb Basel.
Heute war ich in derselben Gegend, um nach dem nun wieder zahmen Rhein zu
schauen. Es ist immer wieder faszinierend, mit welcher Kraft diese Fluten
die Ufer verändern.

hier sieht man ungefähr den Stand des Rheins, wenn man das Treibholz in den
Ästen beachtet. (etwa 4-6 Meter!)

Unmengen Treibholz und Hinterlassenschaften der Zivilisation bilden riesige
Berge.


Mit unheimlicher Wucht pflügten die Wassermassen durch die Auengehölze und
die Weiden werden niedergedrückt, treiben dann aber wieder aus.

Hier eine Weide, die schon mehrere Hochwasser überlebte und neue Stämme
ausbildete, und schon sind die Nutzniesser dieses Ereignisses sichtbar.

Noch ist der Schlamm des Hochwassers nicht abgewaschen und schon spriessen
die Tigerknäuelinge (Lentinus tigrinus) freudig hervor. Sie sind jetzt in
Unmengen auf diesen Weiden vorhanden. Man bedenke, vor 10 Tagen war der
Stamm 6 Meter unter Wasser!

Ganz jung kennt man sie kaum, fast schwarz und dicht sparrig, fast wie ein
Hallimasch.
Nun, es ist immer schön zu beobachten, wie die Natur sich erstaunlich rasch
erholt! Auf den neuen Inseln und Sandbänken dürften dann eventuell auch
Pilze zu finden sein, die diese Nische brauchen.
Viele Grüsse, Markus

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Nach Hochwasser, erste Pilze

noodle, (vor 7010 Tagen) @ Markus Wilhelm

Noch ist der Schlamm des Hochwassers nicht abgewaschen und schon spriessen
die Tigerkn�uelinge (Lentinus tigrinus) freudig hervor. Sie sind jetzt in
Unmengen auf diesen Weiden vorhanden. Man bedenke, vor 10 Tagen war der
Stamm 6 Meter unter Wasser!
Viele Gr�sse, Markus

Hallo Markus,

im vorletzten Jahr gab es bei mir in einem ehemaligen Neckararm (also keine solchen Kräfte vorhanden) ein wahres Massenauftreten vom Lentinus tigrinus. Ich schätze mal auf mehrere tausend Fruchtkörper. Bei mir lag die Überflutung 2-3 Wochen zurück. Erstaunlich war, daß die Art selbst auf kleinen Ästen fruktifizierte, dann aber wesentlich kleiner blieb, als die Kollegen auf den Stämmen. Das Wasser, das in den Hölzern ja lange Zeit stand, scheint ausschlaggebend zu sein für das Auftreten von Lentinus tigrinus. Sonst kommt er ohne Überschwemmung schon des öfteren vor bis hin zu sporadisch, aber auf Schritt und Tritt nicht. Ich vermute dieses Jahr wieder ähnliche Erscheinungen, da das Wasser wieder so hoch steht (Regenrückhaltebecken) wie m.E. noch nie während der Zeit wo ich das Gebiet kenne (Ca. 30 Jahre). Sollte das Wasser aber drin bleiben, dann wird es wohl erst im nächsten Frühjahr oder Sommer zu diesem Massenphänomen kommen. Es sind noch einige Arten mehr, die dann zu tausenden oder Hunderttausenden auftreten. Es lohnt sich z.B. die Blattschichten genauer abzusuchen, sofern vorhanden.

LG noodle :)

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Nach Hochwasser, erste Pilze

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7010 Tagen) @ Till

Hallo Till,

falls ich was finde, würde ich Dir schon die Funde zusenden! Aber es ist hier vermutlich eine etwas andere Situation als in den Alpen. Erstens sind bei uns Becherlinge sowieso nie derart häufig und vor allem, die jetzt aperen Sandbänke sind wahrscheinlich schon nächstes Jahr wieder zugewachsen.
Nun, ich werden des öfteren nachschauen, ob da was vorhanden ist.

Danke für den Tipp und viele Grüsse, Markus