Um Haaresbreite... *PIC*

Jürgen_1962, (vor 7008 Tagen)

...das schöne Pilzgericht versaut. Diese Boleten sahen fürs Erste verlockend gut aus.

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Was ist das für ein Bolete, schmeckt teuflisch bitter. Bislang war ich der Ansicht, dass beim Gallenröhrling die Hutfarbe stets heller und ins Ocker gehende ist, die Lamellen in jedem Fall einen rosa Schimmer hätten. Doch weit gefehlt. Kann es sich hier um eine Unterart handeln oder ist es was ganz anderes?

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Hier auf dem Teller verstreut drei der Übeltäter, puuh, das war knapp! Auf die vorherige Geschmacksprobe gleich am Fundort werde ich nieee mehr verzichten!

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Das müsste in Ermangelung einer Birke eine Eichenrotkappe sein.

Bin für Hinweise dankbar,

bis denne

Jürgen

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Re: Um Haaresbreite...

olly, (vor 7008 Tagen) @ Jürgen_1962

...das schöne Pilzgericht versaut. Diese Boleten sahen fürs Erste verlockend
gut aus.

Der sieht super aus!

Was ist das für ein Bolete, schmeckt teuflisch bitter. Bislang war ich der
Ansicht, dass beim Gallenröhrling die Hutfarbe stets heller und ins Ocker
gehende ist, die Lamellen in jedem Fall einen rosa Schimmer hätten. Doch
weit gefehlt. Kann es sich hier um eine Unterart handeln oder ist es was
ganz anderes?

Du meinst bestimmt Röhren und nicht Lamellen, oder? :-) Ich weiss auch nicht, was das für einer ist, aber was mir sofort auffällt, ist die - bei Deinem - dunkle Netzzeichnung auf dem hellen Stiel, während es beim Steinpilz umgekehrt ist: hell auf dunklerem Hintergrund.

In Kanada (Manitoba) hatte ich ein Röhrling - wohl ein leccinum - gesehen, der sonst wie die klassische Espenrotkappe aussah, nur pechschwarze Röhren hatte. Keine Ahnung, was es war. Ich muss mal gucken, ob ich das Foto noch finde.

Und somit ergibt sich eine Frage an die Experten: gibt es in Deutschland inzwischen Neozonen, die sich hier eingelebt haben? Ich habe irgendwo gelesen, dass Gallenröhrlinge wegen der Klimaerwärmung immer weiter in den Norden vordringen und mittlerweile dort auftauchen, wo man sie früher nie gesichtigt hat.

Gruss

olly

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Re: Um Haaresbreite...

Jürgen_1962, (vor 7008 Tagen) @ olly

Hallo Olly,

danke für die Antwort, natürlich hat der Röhren, sorry.

Der sieht super aus!
Du meinst bestimmt Röhren und nicht Lamellen, oder? :-) Ich weiss auch nicht,
was das für einer ist, aber was mir sofort auffällt, ist die - bei Deinem
- dunkle Netzzeichnung auf dem hellen Stiel, während es beim Steinpilz
umgekehrt ist: hell auf dunklerem Hintergrund.

Ja und die dunkle Netzzeichnung hätte mich gleich stutzig machen sollen, anyway.

In Kanada (Manitoba) hatte ich ein Röhrling - wohl ein leccinum - gesehen,
der sonst wie die klassische Espenrotkappe aussah, nur pechschwarze Röhren
hatte. Keine Ahnung, was es war. Ich muss mal gucken, ob ich das Foto noch
finde.
Und somit ergibt sich eine Frage an die Experten: gibt es in Deutschland
inzwischen Neozonen, die sich hier eingelebt haben? Ich habe irgendwo
gelesen, dass Gallenröhrlinge wegen der Klimaerwärmung immer weiter in den
Norden vordringen und mittlerweile dort auftauchen, wo man sie früher nie
gesichtigt hat.

Vorhin meinte doch meine Frau ganz erstaunt, wie diese Steinpilze in die Biotonne kommen. Wenn ich die aufgetischt hätte, gäbe es jetzt ein wenig Stress und das Vertrauen wäre ein für alle mal dahin. Dann müsste ich künftig alleine dinnieren, ;-)))

Gruß
Jürgen

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Re: Um Haaresbreite...

Andreas W, (vor 7008 Tagen) @ Jürgen_1962

Hallo Jürgen,

"Dann müsste ich künftig alleine dinnieren, ;-))) "

das hat doch was für sich, nicht mehr teilen zu müssen! :-)))

Schöne Grüße

Andreas

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Re: Um Haaresbreite...

Jürgen, (vor 7008 Tagen) @ olly

In Kanada (Manitoba) hatte ich ein Röhrling - wohl ein leccinum - gesehen,
der sonst wie die klassische Espenrotkappe aussah, nur pechschwarze Röhren
hatte. Keine Ahnung, was es war. Ich muss mal gucken, ob ich das Foto noch
finde.

Ging das vielleicht in diese Richtung?

Und somit ergibt sich eine Frage an die Experten: gibt es in Deutschland
inzwischen Neozonen, die sich hier eingelebt haben? Ich habe irgendwo
gelesen, dass Gallenröhrlinge wegen der Klimaerwärmung immer weiter in den
Norden vordringen und mittlerweile dort auftauchen, wo man sie früher nie
gesichtigt hat.

Das findet gerade statt, an allen Fronten. Mediterrane Arten werden bei uns häufiger, boreale sind auf dem Rückzug. Es wird bestimmt bald die ersten Langzeitstudien geben, die das empirisch untermauern.

Gruß, Jürgen

P.S.: Die Rotkappe im obigen Posting ist eine Eichenrotkappe - nicht nur, weil keine Birke dabei war, sondern v. a. weil die Birkenrotkappe grundsätzlich keine rotbraunen Stielschuppen hat.

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Hallo Jürgen 62,wichtig ist beim Steini die ......

Hans hurter, (vor 7008 Tagen) @ Jürgen_1962

Netzzeichnung direkt unter dem Hut!hell fein bis grob ,nach unten dunkel habe ich schon oft gehabt da hilft nur riechen ,Zunge oder Bissprobe aber so ein typischer Sommersteinihut bei einem Galli habe ich noch nie gehabt!schon wieder etwas gelernt.In Schweden und Kanada sehen die Steini auch oft ganz anders aus spez. auf Sandböden sehr hell und rötliche Hüte.Grüesslis Hans

...das schöne Pilzgericht versaut. Diese Boleten sahen fürs Erste verlockend
gut aus.

Was ist das für ein Bolete, schmeckt teuflisch bitter. Bislang war ich der
Ansicht, dass beim Gallenröhrling die Hutfarbe stets heller und ins Ocker
gehende ist, die Lamellen in jedem Fall einen rosa Schimmer hätten. Doch
weit gefehlt. Kann es sich hier um eine Unterart handeln oder ist es was
ganz anderes?

Hier auf dem Teller verstreut drei der Übeltäter, puuh, das war knapp! Auf
die vorherige Geschmacksprobe gleich am Fundort werde ich nieee mehr
verzichten!

Das müsste in Ermangelung einer Birke eine Eichenrotkappe sein.
Bin für Hinweise dankbar,
bis denne
Jürgen

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Gallenröhrling

Birgit, (vor 7008 Tagen) @ Jürgen_1962

Hallo Jürgen,

Was ist das für ein Bolete, schmeckt teuflisch bitter. Bislang war ich der
Ansicht, dass beim Gallenröhrling die Hutfarbe stets heller und ins Ocker
gehende ist, die Lamellen in jedem Fall einen rosa Schimmer hätten. Doch
weit gefehlt. Kann es sich hier um eine Unterart handeln oder ist es was
ganz anderes?

nee, nee, gerade wenn die Gallenröhrlinge noch sehr klein sind, können sie auch mal diese dunkle Hutfarbe haben. Wie man sie generell mit Fichtensteinpilzen verwechseln kann war mir noch nie so ganz klar, so wie deine gezeigten erinnern sie von oben eher an junge Maronenröhrlinge, gerade am SOnntag hatte ich auch so ein Ding in der Hand. Mit dem Netz ist dann aber eh alles klar: keine Marone, weil die kein Netz hat und kein Steinpilz, weil das Netz zu grob und nicht weiß ist. Das fällt m.E. einfach in die normale Variation der Gallenröhrlinge rein, ich kenne die schon seit min. 3 Jahren in dieser Farbvariante.

Grüße

Birgit

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Re: Gallenröhrling

Jürgen_1962, (vor 7008 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

danke für Deine Antwort.

nee, nee, gerade wenn die Gallenröhrlinge noch sehr klein sind, können sie
auch mal diese dunkle Hutfarbe haben. Wie man sie generell mit
Fichtensteinpilzen verwechseln kann war mir noch nie so ganz klar, so wie
deine gezeigten erinnern sie von oben eher an junge Maronenröhrlinge,
gerade am SOnntag hatte ich auch so ein Ding in der Hand. Mit dem Netz ist
dann aber eh alles klar: keine Marone, weil die kein Netz hat und kein
Steinpilz, weil das Netz zu grob und nicht weiß ist. Das fällt m.E.
einfach in die normale Variation der Gallenröhrlinge rein, ich kenne die
schon seit min. 3 Jahren in dieser Farbvariante.

Verwechselt hätte ich ihn eher mit dem rothütigen Steinpilz, Boletus pinophilus, den soll es auch unter Fichten geben, ;-) Ich denke, dass einiges für Gallenröhrling spricht, auch wenn er nicht in der typischen Aufmachung daherkommt. So sehr klein war er nun aber nicht, der mit dem Messer im Hintergrund ist derselbe wie auf dem Brotzeitbrett mitte rechts. Ich habe im selben Wald kleinere gesehen, da wusste ich sofort Bescheid. Merkwürdig ist eben, dass in der näheren Umgebung vom Fundort immer wieder Gallenröhrlinge stehen, aber halt so wie sie immer aussehen. Derselbe Untergrund, dasselbe Habitat, dieselbe Jahreszeit und dann diese andere, eher untypische Variante, das finde ich schon irgendwie komisch.
Schade, dass ich kein Mikroskop habe ...

Gruß
Jürgen