Vielleicht kann man aus der Not eine Tugend machen: Kürzlich fand im Bayerwald die 1. Bayerische Mykologentagung statt. Unter Hunderten von interessanten Informationen war auch eine Bemerkung von Christoph Hahn bei der nachmittäglichen Fundbesprechung. Er sagte, ihm sei schon mehrfach aufgefallen, dass Kornblumenröhrlinge im Bayerischen Wald nicht immer so ausgeprägt blauen, wie ihm das aus anderen Gebieten geläufig ist.
Vielleicht sollten die ortsansässigen Pilzfreunde darauf mal gezielt achten und entsprechende Funde genauer untersuchen (Witterungs- und Standortsfaktoren, vielleicht auch mal eine mikroskopische Vergleichsuntersuchung mit "normalen" Exemplaren).
@Wolfgang: Hast du dich eigentlich auch mal auf der Tagung vor Deiner Haustür blicken lassen? Da gab's sogar eine Fortbildung für Pilzsachverständige!
Schöne Grüße
Till
Wolfgang, dein Pilz ist 100-prozentig ein Kornblumenröhrling (Gyroporus
cyanescens). Auf den Bildern 2-4 sieht man deutlich, dass die Röhren auf
Druck blau verfärbt (und nachgedunkelt) haben. Schon deshalb kann es kein
Hasenröhrling sein. Leccinum ist völlig abwegig. Die strohgelbe Farbe von
Hut und Stiel sind typisch für G. cyanescens. Manche alte Lappen blauen im
Schnitt halt nicht (mehr).
Grüße, Jürgen