Mein neues Pilzbuch im Feldtest *PIC*

thebigmushroom, (vor 7004 Tagen)

Hallo,

mit dem ersten Feld-Einsatz meines neuen, umfangreicheren Pilzbuches gab es bei den ersten drei Pilzen im Umkreis von 5 Metern (Fichten-Bergwald, Berchtesgadener Land) trotzdem gleich den ersten Frust: Zunächst fand ich diesen riesigen Röhrenpilz (Hut ø 20 cm, Bild leider unscharf).

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Image by thebigmushroom 2007

Die Lamellen sind gelb-grün. Bei Berührung bläuen sie. Der Stiel ist netzartig gemustert. Ein kleineres Exemplar habe ich längs durchgeschnitten, das Fleisch bläute an der Schnittstelle jedoch nur wenig. Vom Stahl des Messers wurde es hingegen oberflächlich leicht rot. Nach ein paar Stunden war das Fleisch wieder weißlich. Aber eindeutig bestimmen konnte ich die Art trotzdem nicht. Es könnte boletus radicans sein, aber der Standort stimmt nicht, oder?

Auch beim nächsten Pilz tue ich mich schwer:
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Die Art ist hier sehr verbreitet. Die Haut fühlt sich an wie Leder, das Fleisch ist zunächst weiß und sehr fest und riecht äußerst vielversprechend, aber das will ja nichts heißen. Mit meinen bisherigen Pilzbüchern dachte ich an einen russula, doch ich hoffe, ich liege richtig, wenn ich ihn mittels des neuen für cortinarius variecolor halte.

Und schließlich könnte das ramaria aurea oder flava sein, allerdings stimmen die Details nicht so ganz (Standort, Färbung). Die Art wächst hier ebenfalls viel und soll essbar sein, aber ich habe sie wegen ihres Äußeren und der Tatsache, dass sie laut Pilzbuch auf der roten Liste steht, stehen lassen. Wie macht ihr das mit solchen Arten, die zwar insgesamt selten sind, aber lokal häufig?
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Habichtpilze sind unverwechselbar und wachsen hier überall, aber sie schmecken irgendwie eigenartig. Kennt jemand ein Rezept, bei dem der Beigeschmack nicht so durchdringt?
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Als Neuling bin ich immer noch etwas vorsichtig. Zuerst muss ich lernen, nicht jeden eindeutig identifizierten Pilz unbedingt essen zu wollen. Und wenn man so eine Schönheit sieht, bringt man es sowieso fast nicht übers Herz. Auch wenn es in diesem Fall ganz ungefährlich und paniert in der Pfanne äußerst lecker war. Aber den nächsten lasse ich stehen, großes Pilz-Ehrenwort.
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Grüße

TBM

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Re: Mein neues Pilzbuch im Feldtest

Christoph G, (vor 7004 Tagen) @ thebigmushroom

Hallo,

Hallo,

mit dem ersten Feld-Einsatz meines neuen, umfangreicheren Pilzbuches gab es
bei den ersten drei Pilzen im Umkreis von 5 Metern (Fichten-Bergwald,
Berchtesgadener Land) trotzdem gleich den ersten Frust: Zunächst fand ich
diesen riesigen Röhrenpilz (Hut ø 20 cm, Bild leider unscharf).

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Die Lamellen sind gelb-grün. Bei Berührung bläuen sie. Der Stiel ist
netzartig gemustert. Ein kleineres Exemplar habe ich längs
durchgeschnitten, das Fleisch bläute an der Schnittstelle jedoch nur
wenig. Vom Stahl des Messers wurde es hingegen oberflächlich leicht rot.
Nach ein paar Stunden war das Fleisch wieder weißlich. Aber eindeutig
bestimmen konnte ich die Art trotzdem nicht. Es könnte boletus radicans
sein, aber der Standort stimmt nicht, oder?

Das muesste der netzstielige Hexenroehrling (B. luridus) sein, und da Du ihn als Roehrling erkannt hast,hat er natuerlich auch Roehren und keine Lamellen ;-)) Der ist sehr variationsreich.

Auch beim nächsten Pilz tue ich mich schwer: Image by thebigmushroom 2007
Die Art ist hier sehr verbreitet. Die Haut fühlt sich an wie Leder, das
Fleisch ist zunächst weiß und sehr fest und riecht äußerst
vielversprechend, aber das will ja nichts heißen. Mit meinen bisherigen
Pilzbüchern dachte ich an einen russula, doch ich hoffe, ich liege
richtig, wenn ich ihn mittels des neuen für cortinarius variecolor halte.

Ich denke da hast Du richtig bestimmt, die Art duerfte bei dir im Bergnadelwald tatsaechlich recht haeufig sein. Ein Taeubling waere hier ziemlich abwegig..;-))

Und schließlich könnte das ramaria aurea oder flava sein, allerdings stimmen
die Details nicht so ganz (Standort, Färbung). Die Art wächst hier
ebenfalls viel und soll essbar sein, aber ich habe sie wegen ihres Äußeren
und der Tatsache, dass sie laut Pilzbuch auf der roten Liste steht, stehen
lassen. Wie macht ihr das mit solchen Arten, die zwar insgesamt selten
sind, aber lokal häufig?

Die Korallen kann man wenn man's sehr genau nimmt sleten allein makroskopisch sicher bestimmen, dazu brauchts einen Spezialisten mit Mikroskop. Generell wuerd ich diese Schoenheiten im Wald stehen lassen und mich an Ihrem Anblick freuen. : Image by thebigmushroom 2007

Habichtpilze sind unverwechselbar und wachsen hier überall, aber sie
schmecken irgendwie eigenartig. Kennt jemand ein Rezept, bei dem der
Beigeschmack nicht so durchdringt?

ich hab mal gehoert: trocknen und zu pilzpulver zermahlen... keine Ahnung, ob dass dan lecker ist.

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Als Neuling bin ich immer noch etwas vorsichtig. Zuerst muss ich lernen,
nicht jeden eindeutig identifizierten Pilz unbedingt essen zu wollen. Und
wenn man so eine Schönheit sieht, bringt man es sowieso fast nicht übers
Herz. Auch wenn es in diesem Fall ganz ungefährlich und paniert in der
Pfanne äußerst lecker war. Aber den nächsten lasse ich stehen, großes
Pilz-Ehrenwort.
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Grüße
TBM

Gruss Christoph

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Re: Mein neues Pilzbuch im Feldtest

Andreas ⌂, (vor 7004 Tagen) @ thebigmushroom

Hallo,

mit dem ersten Feld-Einsatz meines neuen, umfangreicheren Pilzbuches gab es
bei den ersten drei Pilzen im Umkreis von 5 Metern (Fichten-Bergwald,
Berchtesgadener Land) trotzdem gleich den ersten Frust: Zunächst fand ich
diesen riesigen Röhrenpilz (Hut ø 20 cm, Bild leider unscharf).
Die Lamellen sind gelb-grün. Bei Berührung bläuen sie. Der Stiel ist
netzartig gemustert. Ein kleineres Exemplar habe ich längs
durchgeschnitten, das Fleisch bläute an der Schnittstelle jedoch nur
wenig. Vom Stahl des Messers wurde es hingegen oberflächlich leicht rot.
Nach ein paar Stunden war das Fleisch wieder weißlich. Aber eindeutig
bestimmen konnte ich die Art trotzdem nicht. Es könnte boletus radicans
sein, aber der Standort stimmt nicht, oder?

Das ist der Netzstielige Hexen-Röhrling. Vorwiegend ein laubwaldpilz, doch gelegentlich, vor allem in den berglagen, auch einmal im Nadelwald zu finden. Achte auf die rhabarberrote Stielbasis innen und die rote Linie zwischen der Rhrenschicht und dem Hutfleisch, dann kannst Du ihn auch wenn er ungewöhnlich ausieht nicht verwechseln.

Die Art ist hier sehr verbreitet. Die Haut fühlt sich an wie Leder, das
Fleisch ist zunächst weiß und sehr fest und riecht äußerst
vielversprechend, aber das will ja nichts heißen. Mit meinen bisherigen
Pilzbüchern dachte ich an einen russula, doch ich hoffe, ich liege
richtig, wenn ich ihn mittels des neuen für cortinarius variecolor halte.

Das ist mit Sicherheit der Erdigriechende Schleimkopf. Vielversprechender Geruch würden ihm allerdings die wenigsten bescheinigen, vor allem wenn er eine Weile in einem Behälter eingesperrt war. Ich kennen sogar Leute, die Kopfweh von dem Geruch bekommen wenn so einer im Raum liegt.

Und schließlich könnte das ramaria aurea oder flava sein, allerdings stimmen
die Details nicht so ganz (Standort, Färbung). Die Art wächst hier
ebenfalls viel und soll essbar sein, aber ich habe sie wegen ihres Äußeren
und der Tatsache, dass sie laut Pilzbuch auf der roten Liste steht, stehen
lassen. Wie macht ihr das mit solchen Arten, die zwar insgesamt selten
sind, aber lokal häufig?

Gerade bei Korallen ist es tatsächlich so, dass sie im Alpenraum örtlich noch wirklich häufig sind. Dann spricht meiner Meinung nach auch nix dagegen, sich hin und wieder kulinarisch damit auseinanderzusetzen. Allerdings wirken auch die essbaren Korallen etwas abführend und sind meiner Meinung nach nicht empfehlenswert.

Habichtpilze sind unverwechselbar und wachsen hier überall, aber sie
schmecken irgendwie eigenartig. Kennt jemand ein Rezept, bei dem der
Beigeschmack nicht so durchdringt?

Der habichtspilz ist einer der wenigen Pilze die ich zum Essen sammle und ich verwende ihn fein gewiegt zusammen mit Hackfleisch für Frikadellen. Etwa halb/halb.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Mein neues Pilzbuch im Feldtest

thebigmushroom, (vor 7003 Tagen) @ thebigmushroom

Danke für die freundlichen Antworten. Echt peinlich, das mit den Lamellen bei einem Röhrenpilz ;-). Und noch peinlicher, dass ich die Beschreibung der Merkmale von einem Nachbarpilz übernommen habe, der wohl eine andere Art darstellte.

Grüße
TBM