"Wanderung" der Pilze

Dirk S aus W, (vor 6996 Tagen)

Liebe Pilz- und Naturfreunde!

Als Einstieg in diese tolle Community und das klasse Forum möchte ich eine allgemeine Frage stellen.

Und zwar wie es sich erfahrungsgemäß mit der "Wanderung" der Pilze verhält. Anders gefragt: Wo wachsen die Pilze zur anstehenden Pilzzeit zuerst und wie verläuft dann die Ausbreitung?

Derzeit werden in Geschäften bereits viele Ost-Steinpilze zum Kauf angeboten (z.B. bei Metro das Kg für 17 Euro) was zu der Vermutung führt, dass die Pilze bereits im Osten wachsen und dann weiter nach Westen (klimatisch bedingt?). Oder ist es eher von Süd nach Nord? Dann würde es sich lohnen schon mal im bayrischen Wald oder Spessart gucken zu gehen.... Im Odenwald und Taunus sind die Pilze generell noch dünn gesät.

Allen eine herrliche Saison!

Dirk

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Re: "Wanderung" der Pilze

olly, (vor 6996 Tagen) @ Dirk S aus W

Hallo Dirk,

deutsche Pilze werden in den Geschäften (meist) gar nicht angeboten, da sie unter Schutz stehen. Die Ausbreitung ist sehr individuell: es kommen einfach zu viele Faktoren zusammen, die den Pilzen dann in ihrer Kombination entsprechend optimale Bedingungen bieten. Du wirst Pilze ehr aus dem Osten finden, weil sie dort im grossen Format für den Handel gesammelt werden. Die sogenannten »deutschen« Pilze stammen meistens auch aus dem Osten. O.k., momentan wachsen in Südafrika wohl keine Steinpilze, da bin ich mir ziemlich sicher... Geh' einfach in Deinen Wald regelmässig hin und schau Dich um: jeden Tag gibt es Neues zu bestaunen. Bei uns in NRW gibt es momentan Pfifferlinge ohne Ende, dafür aber wenig Steinpilze. Letztes Jahr dafür gab es keine Pfifferlinge, dafür aber Steinpilze in rauhen Mengen!

Das finde ich so toll an Pilzen - dass sie so unberechenbar sind!

Gruss

olly

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Re: "Wanderung" der Pilze

Dirk S aus W, (vor 6996 Tagen) @ olly

Hi Olly,

Danke für Deine Antwort! Du hast absolut recht mit der Unberechenbarkeit - wobei ich sagen muss das ich daran liebe, dass lediglich unberechenbar ist welche Pilze dieses Jahr vermehrt wachsen werden. Unter dem Strich werden es aber bestimmt welche sein - diese Gewissheit schafft wirklich ausreichend Motivation um jede freie Minute im Wald zu verbringen.

Mit Pfifferlingen habe ich überhaupt keine Erfahrung, weil man sie bei uns kaum findet. Lediglich einmal als Kind habe ich welche in Bayern gefunden. Aber ich werde die Augen offen halten.

Danke & Gruß

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Re: "Wanderung" der Pilze

olly, (vor 6996 Tagen) @ Dirk S aus W

Wo biste denn heimisch? Welche Wälder habt ihr?

Gruss

olly

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Habe wohl nicht aufmerksam genug gelesen...

olly, (vor 6996 Tagen) @ olly

dass Du von Odenwald und Taunus schreibst.

Hmmm...
Da war ich dieses Jahr noch nicht. Bestimmt werden sich noch einpaar Nachbarn von Dir zu Wort melden.
Gruss

olly

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Re: "Wanderung" der Pilze

Stephan Weißer, (vor 6996 Tagen) @ Dirk S aus W

Liebe Pilz- und Naturfreunde!
Als Einstieg in diese tolle Community und das klasse Forum möchte ich eine
allgemeine Frage stellen.
Und zwar wie es sich erfahrungsgemäß mit der "Wanderung" der Pilze
verhält. Anders gefragt: Wo wachsen die Pilze zur anstehenden Pilzzeit
zuerst und wie verläuft dann die Ausbreitung?
Derzeit werden in Geschäften bereits viele Ost-Steinpilze zum Kauf angeboten
(z.B. bei Metro das Kg für 17 Euro) was zu der Vermutung führt, dass die
Pilze bereits im Osten wachsen und dann weiter nach Westen (klimatisch
bedingt?). Oder ist es eher von Süd nach Nord? Dann würde es sich lohnen
schon mal im bayrischen Wald oder Spessart gucken zu gehen.... Im Odenwald
und Taunus sind die Pilze generell noch dünn gesät.

So habe ich auch bis vor einigen Jahren gedacht, bis ich begann, mich intensiver mit Pilzen zu beschäftigen. Leider ist diese Himmelsrichtungstheorie für die Zwecke des Hobbysammlers viel zu grobgestrickt. Um vorhersagen zu können, wann wo was wächst, muss man zunächst die ganzen Pilzbiotope (Waldtypen, Nichtwaldtypen) mit ihren mikroklimatischen Eigenschaften und Besonderheiten kennenlernen und dann anschließend herausfinden, in welchen Landstrichen die einzelnen Biotope jeweils vorkommen bzw. vorherrschen. Allein nach solchen Schemen wie Nord/Süd oder Ost/West bestimmte geographische Lagen sind leider wenig aufschlussreich. Im Extremfall kann von zwei Biotopen, die nur 20 km Luftlinie auseinanderliegen, das eine völlig pilzleer sein, während im anderen überbordender Reichtum herrscht. Und natürlich solle man auch ein ungefähres Wissen darüber haben, welche Pilzarten in welchen Biotopen überhaupt vorkommen können.

Aber nun zu deinen Fragen im Einzelnen.
Der erste große Steinpilzschub des Sommers in SW-Deutschland (im Eichenmischwald vor allem mit Boletus aestivalis) war bereits Ende Juni, ist also schon vorbei. Auf den zweiten Schub (vor allem im Fichtenforst mit Boletus edulis) wird in vielen Gegenden schon längere Zeit gewartet, so etwa im Thüriger Wald, im Schwarzwald usw. Der ganz große Schub scheint aber meinen Beobachtungen dieses Jahr auszubleiben, denn ab dieser Woche wird's dort dann eigentlich schon zu kalt für Steinpilze. Wenn du jetzt Steinpilze suchen willst, solltest du a) schnell loslegen und b) nicht in Laubwälder, sondern in von Fichte dominierte, gut moosbewachsene, relativ feuchte, auf Buntsandstein oder Urgestein liegende Nadelwaldforsten gehen, die es vor allem in höhergelegenen Landschaften Südwestdeutschlands reichlich gibt (so etwa im südlichen - nicht östlichen! - Odenwald, im Spessart, im Soonwald/RP, im Nordschwarzwald...)

Insgesamt war es nach meinem Dafürhalten bisher noch kein besonders gutes Pilzjahr, daher überrascht mich deine Aussage über Taunus und Odenwald nicht. Einfach noch ein bisschen warten! Der Wuchsverlauf der letzten drei Jahre hat uns an sehr frühe Erscheinungszeiten gewöhnt, das ist nicht jedes Jahr so. Wir sind m. E. momentan in einer Übergangszeit zwischen Sommer und Herbst, die vielerorts nicht so ganz pilzreich ist, als wenn die Pilze "mal zwischendrin Pause machen" müssten.

Der Eindruck, dass Pilze während der "anstehenden Pilzzeit" (was du darunter verstehst, müsstest du eigentlich auch erstmal definieren - ich gehe mal davon aus, dass du damit die übliche für die Hobbysammler interessante Zeit von Mitte August bis Anfang November meinst) von Süd nach Nord oder von Ost nach West wachsen würden, ist nicht ganz falsch. Im August herrschen im Flachland, welches tendenziell nördlich und westlich liegt, höhere Temperaturen, welche oft zu hoch für gutes Pilzwachstum sind. Auch sind die Niederschläge bedingt durch seltenere Hitzegewitter deutlich geringer als im Gebirge. Daher ist es in den meisten Pilzsommern so, dass es in den Alpen, im Voralpenland und in den hoch gelegenen Mittelgebirgen wie Schwarzwald, Bayerwald, Erzgebirge, Thüringer Wald "losgeht", bevor dann im September/Oktober das Flachland nachzieht. Das Flachland hat dann im Spätherbst natürlich seine Vorteile, wenn in den Bergen schon Frost herrscht oder gar Schnee fällt, was das Pilzwachstum auch zum Erliegen bringt.

Das wären meine Meinungen zu diesem Thema, ich bin gespannt darauf, was andere dazu sagen können.

Freundliche Grüße
Stephan

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Re: "Wanderung" der Pilze

Mercado, (vor 6996 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo,

kann aktuell die Erfahrungen bzgl. verhaltenem Wachstum teilen. Es wächst zwar was, allerdings ist die Belohnung fürs "mehrere-Stunden-durch-den-Wald-Stolpern" recht dürftig :-)

Aus meiner Sicht gibt es noch einen weiteren wichtigen Faktor: Regen in richtiger Dosierung. Aktuell wurde die Mitte des Landes in den letzten Wochen von größeren Regenschauern ziemlich verschont ( = auch Odenwald, Spessart), so dass dort der Waldboden momentan sehr sehr trocken ist und entsprechend die Wachstumsreize für die Pilze ausbleiben...

Viele Grüße
mb

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Re: "Wanderung" der Pilze

Sonnengott, (vor 6996 Tagen) @ Dirk S aus W

Liebe Pilz- und Naturfreunde!
Als Einstieg in diese tolle Community und das klasse Forum möchte ich eine
allgemeine Frage stellen.
Und zwar wie es sich erfahrungsgemäß mit der "Wanderung" der Pilze
verhält. Anders gefragt: Wo wachsen die Pilze zur anstehenden Pilzzeit
zuerst und wie verläuft dann die Ausbreitung?
Derzeit werden in Geschäften bereits viele Ost-Steinpilze zum Kauf angeboten
(z.B. bei Metro das Kg für 17 Euro) was zu der Vermutung führt, dass die
Pilze bereits im Osten wachsen und dann weiter nach Westen (klimatisch
bedingt?). Oder ist es eher von Süd nach Nord? Dann würde es sich lohnen
schon mal im bayrischen Wald oder Spessart gucken zu gehen.... Im Odenwald
und Taunus sind die Pilze generell noch dünn gesät.
Allen eine herrliche Saison!
Dirk

Also in meiner Gegend also Mittelfranken ,Oberpfalz ,dürfte es erst so richtig
ab Nächstes Wochenende losgehen ,war einfach zu trocken bis jetzt .Hab ich
2001 erlebt war schon Ende September Anfang Oktober es regnete fast eine Woche
ohne Pause und es war recht kalt ,ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben
viel zu finden da sagte ein Bekannter so 30 km von Nürnberg entfernt gibt es viele Steinpilze ,naja da bin ich dann am Wochenende so 70 Km Richting Süden
gefahren ,nichts zu finden ,dann zurück zu dem Platz wo mein Bekannter gemeint
hat und da gabs dann Unmengen an Steinpilzen ,hab sowas vorher noch nie gesehen
leicht 300 Stück aber im wesentlichen nur Steinpilze von den anderen Arten
war so gut wie nichts zu sehen ,dieses Jahr ist das beste Pfifferlingjahr an das ich mich erinnern kann dafür gibts kaum Steinpilze ,aber Rotkappen in Mengen
selbst die Fichtenrotkappe die ich alle paar Jahre mal sehe, von der hab ich schon so 30 Stück gefunden na mal sehen was noch so kommt heuer .
Grüße

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Re: "Wanderung" der Pilze

Kattugla, (vor 6996 Tagen) @ Dirk S aus W

Im Odenwald und Taunus sind die Pilze generell noch dünn gesät.

...

dass Du von Odenwald und Taunus schreibst.
Hmmm...
Da war ich dieses Jahr noch nicht. Bestimmt werden sich noch einpaar Nachbarn
von Dir zu Wort melden.
Gruss
olly

*meld*

"Dünn gesät" halte ich - zumindest für den Hintertaunus - für definitiv um Lichtjahre untertrieben ;)

Kommt eben drauf an, wonach Du pirschst. Ich habe in diesem Jahr mehr Sommersteinpilze gefunden als sonst, auch Pfifferlinge, die hier üblicherweise etwas dünner gesät sind und schon recht früh viele Herbsttrompeten.
Gestern mußte ich fast aufpassen, die Pilze nicht zu zertreten, so viele waren das - allerdings keine Bratpfannenkandidaten, sondern eben: Pilze.
Ich kann mich nicht beklagen.

Immer das Wetter im Auge behalten und den Zeitraum, den so ein Fruchtkörper zum wachsen braucht, seine Lebensbedingungen (und die der Schnecken, wenn Du schneller sein willst *g*) - und schon entsprechen die Funde auch Deinen Erwartungen - oder übertreffen diese weit.

Wirklich enttäuscht wurde ich hier noch nicht. ;)

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Re: "Wanderung" der Pilze

olly, (vor 6995 Tagen) @ Dirk S aus W

Liebe Pilz- und Naturfreunde!
Als Einstieg in diese tolle Community und das klasse Forum möchte ich eine
allgemeine Frage stellen.
Und zwar wie es sich erfahrungsgemäß mit der "Wanderung" der Pilze
verhält. Anders gefragt: Wo wachsen die Pilze zur anstehenden Pilzzeit
zuerst und wie verläuft dann die Ausbreitung?
Derzeit werden in Geschäften bereits viele Ost-Steinpilze zum Kauf angeboten
(z.B. bei Metro das Kg für 17 Euro) was zu der Vermutung führt, dass die
Pilze bereits im Osten wachsen und dann weiter nach Westen (klimatisch
bedingt?). Oder ist es eher von Süd nach Nord? Dann würde es sich lohnen
schon mal im bayrischen Wald oder Spessart gucken zu gehen.... Im Odenwald
und Taunus sind die Pilze generell noch dünn gesät.
Allen eine herrliche Saison!
Dirk

guckstduhier: Beitrag 124379

Es gibt auch bei Euch Pilze!

Gruss

olly

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Re: "Wanderung" der Pilze

amanita, (vor 6995 Tagen) @ olly

guckstduhier: Beitrag 124379
Es gibt auch bei Euch Pilze!
Gruss
olly

Im Moment bietet der Spessart noch nicht viel. Ungewöhnlich um diese Zeit.Ich rechne aber , in 8 bis 14 Tagen sind die Steinpilze und anderes da
viele Grüsse
Amanita