Wieder mal Gerüche *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6982 Tagen)

Hallo zusammen!

Ich habe ein Problem. Warum riecht bloß keiner, was ich rieche?
Ich bin ja einiges gewohnt von Pilzausstellungen, wenn ich voller Stolz meine "Riechpilze", z.B. Kokosflockenmilchling, Stachelbeertäubling, Eichenmilchling, Wohlriechender Schneckling, Lerchensporn-Rasling, Duftender Gürtelfuß etc., präsentiere und ca. 70% der Besucher schulderzuckend behaupten "Riecht halt nach Pilz" (Naja gut, Maggi riechen die meisten). Ich tröste mich und denke: das sind eben "Nichtpilzler" und erfahrungsgemäß ist deren Riechorgan wenig geübt.

Nun nehme ich aber Gerüche wahr (und erkenne die an der gleichen Art auch wieder), wie sie nicht beschrieben sind: z.B.

[image]

nach Literatur und meiner Umgebung (also "Normal-Nicht-Pilz-Bürger") kellerartig, muffig - deckt sich mit Literatur = erdig, auch staubig, wie Rote Bete
NUR ICH WIEDER: angenehm nach Früchte-Trops (ich schwör´s, ich habe bestimmt 20x auf dem Weg aus dem Wald an dem Pilz gerochen und bin beeindruckt über diesen Geruch).

2.Bsp.:

[image]

Nach Literatur: unbestimmt, ohne besonderen Geruch, Geruch unbestimmt, staubartig.
Ich nehme da wirklich einen sanften, wieder erkennbaren Geruch wahr, den ich als "welke Zuckerrübe" für mich abgespeichert habe. Verrückt, oder?

Kann mich irgend jmd. bestätigen, geht`s irgend jemandem genauso oder bin allein auf der weiten Flur und muss meine Nase neu justieren lassen?

Fragender Gruß (Lonco! du vielleicht?)

Ingo W

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Re: Wieder mal Gerüche

Brigitte Frank, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

hallo ingo,

ich bin auch jemand der alles irgendwie intensiver riecht - und dazu muss noch gesagt werden, das ich rauche. man spricht rauchern ja allen geruchssinn ab. nichts dergleichen. ich rieche dinge, bevor ich sie sehe. wenn ich mich an einen besonderen geruch erinnere meine ich ihn fast zu riechen - und wenn ich meinen partner an einem pilz riechen lasse, dann riecht der gar nichts.
heute habe ich 3 wunderschöne pseudo-fichtensteinpilze gefunden. nach geschmacksprobe leider seifig. daran arbeite ich noch! ich möchte sie riechen können, bevor ich immer die eklige geschmacksprobe machen muss.
ich denke, es ist legitim, wenn gerüche anders beschrieben werden, als du sie wahrnimmst.
grüße, brigitte

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Re: Wieder mal Gerüche

Gunni, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

Wir riechen, schmecken und sehen halt anders. Sicher gibt es Leute, deren Riech-, Schmeck- oder sonstiges Organ schlechter ausgebildet (weil nicht traniert) ist als deines. Aber selbst trainiert, gibt es sicher sehr unterschiedliche Geschmacks- und Geruchssinne. Für mich ist vieles nicht scharf im Geschmack, was für andere schon die Kategorie teuflisch hat. Genauso schmecke und rieche ich bei der Krausen Glucke immer Anis (den ich nicht mag), den viele nicht riechen oder schmecken. Besondrs idiotisch finde ich allerdings immer die Bezeichnung "Geruch und Geschmack mehlig": hat denn keiner von diesen Spezis je wahr genommen wie unterschiedlich Roggen-, Gersten-, Weizen- oder Maismehl riecht und schmeckt. Also nimm es hin, freu dich an deinem Riechorgan und nimm die Definitionen über Geschmack oder Geruch eben etwas lockerer.
Gruß
Gunno

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Re: Wieder mal Gerüche

Heinz Ebert ⌂, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

Dem Posting von Gunthold ist eigentlich nichts hinzuzufügen! Ich lasse bei meinen Veranstaltungen - letztmals heute - auch sehr gerne die Teilnehmer die Gerüche der Pilze abschätzen. Die meisten treffen die Gerüche nur selten, sondern teilen sie in gut und schlecht ein. Das hängt daran, dass viele Gerüche der Allgemeinheit gar nicht mehr bekannt sind, weil sie diese noch nicht kennengelernt haben. Knbolauch-, Mehl- und gerade noch Anisgeruch werden erkannt. Aber Scheunenstaub-, Lokomotiven-, Gas-, und sonstige Gerüche von Materialien, mit denen der normale Wohlstandsbürger nicht mehr in Berührung kommt, die werden natürlich nicht mehr erkannt.
Hinzu kommt, dass die Gerüche oftmals nicht zur Geltung kommen, wenn ein Fruchtkörper abgetrocknet oder abgekühlt ist. Da hilft manchmal ein Quetschen des Hutes oder ein Warmhalten in der hohlen Hand oder ein Anhauchen. Aber diese "Tricks" lernt man bei Exkursionen mit erfahrenen Kennern. Lernt also nicht nur mit Büchern, sondern habt mehr Erfolge, indem Ihr Euch in Exkursionen der Vereine oder Arbeitsgemeinschaften einklinkt.
Und um auf das Ausgangsposting zurückzukommen: GUTE RIECHER SIND BEI DEN VEREINEN SEHR GEFRAGT!
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Hallo zusammen!
Ich habe ein Problem. Warum riecht bloß keiner, was ich rieche?
Ich bin ja einiges gewohnt von Pilzausstellungen, wenn ich voller Stolz meine
"Riechpilze", z.B. Kokosflockenmilchling, Stachelbeertäubling,
Eichenmilchling, Wohlriechender Schneckling, Lerchensporn-Rasling,
Duftender Gürtelfuß etc., präsentiere und ca. 70% der Besucher
schulderzuckend behaupten "Riecht halt nach Pilz" (Naja gut,
Maggi riechen die meisten). Ich tröste mich und denke: das sind eben
"Nichtpilzler" und erfahrungsgemäß ist deren Riechorgan wenig
geübt.
Nun nehme ich aber Gerüche wahr (und erkenne die an der gleichen Art auch
wieder), wie sie nicht beschrieben sind: z.B.

nach Literatur und meiner Umgebung (also
"Normal-Nicht-Pilz-Bürger") kellerartig, muffig - deckt sich mit
Literatur = erdig, auch staubig, wie Rote Bete
NUR ICH WIEDER: angenehm nach Früchte-Trops (ich schwör´s, ich habe bestimmt
20x auf dem Weg aus dem Wald an dem Pilz gerochen und bin beeindruckt über
diesen Geruch).
2.Bsp.:
Nach Literatur: unbestimmt, ohne besonderen Geruch, Geruch unbestimmt,
staubartig.
Ich nehme da wirklich einen sanften, wieder erkennbaren Geruch wahr, den ich
als "welke Zuckerrübe" für mich abgespeichert habe. Verrückt,
oder?
Kann mich irgend jmd. bestätigen, geht`s irgend jemandem genauso oder bin
allein auf der weiten Flur und muss meine Nase neu justieren lassen?
Fragender Gruß (Lonco! du vielleicht?)
Ingo W

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@Gunni, Brigitte, Heinz

Ingo Wagner, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

Danke für den Zuspruch. Aber gibt´s denn jmdn., der bei Cort. variecolor nicht erdigriechend wahrnimmt?

Gruß
Ingo W.

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Re: Wieder mal Gerüche

Gábor, (vor 6982 Tagen) @ Gunni

Hallo Gunno,

da frage ich mich natürlich auch schon seit langem, was eigentlich mit "nach Sägespänen riechend" gemeint ist.

Buche, Birke, Fichte oder was?
Also ich finde, die Sägespäne verschiedener Baumarten haben schon sehr unterschiedliche Gerüche...
Anis, Kokosflocken, ja sogar Wanzen-, Kartoffelkellergeruch und Scheunenstaub kann ich auch noch irgendwie nachvollziehen.

Nur mit Leuchtgas habe ich da z.B. auch so meine Probleme.
Ich finde nämlich, dass Stinkschirmlinge scharf nach brennendem Gummi riechen.

Und Lepista nuda riecht schon mal gar nicht nach Veilchen. Wenn's nach mir geht, dann eher nach Jod oder Desinfektionsmitteln - und dennoch irgendwie fruchtig-säuerlich-frisch-angenehm :-)

Usw, usf...

LG, Gábor

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Erdgeruch

EricS ⌂, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

bei C. variecolor funktioniert meine Nase vorschriftsmäßig. Allerdings finde ich den Geruch wunderbar, ich kann von gesammelten Fk. kaum die Nase lassen. Allerdings ist Erdgeruch nicht gleich Erdgeruch. So riecht für mich der Erdigriechende Schleimkopf rein nach frischer Erde, der Erdigriechende Gürtelfuß (C. hinnuleus) dagegen nur im ersten Moment rein erdig, es gesellt sich bald eine erfrischende, leicht süßliche Note dazu. Vielleicht ist die bei C. variecolor ja auch vorhanden und Deine Nase detektiert diese Komponente einfach wesentlich besser als die des "Normalpilzlers".

Viele Grüße,
Eric

PS: mein Kompliment übrigens für Deine Asco-Beiträge, diese Winzlinge finde ich auch sehr faszinierend. Ich hatte mal begonnen wie Heinz Engel in der "Pilzflora Nordwest-Oberfrankens" systematisch nach kleinen Ascos an gammeligem Stinkholunder (Sambucus ebulus) (@Andreas: die Pyrenopeziza hab ich nicht vergessen, kommt noch per Post) zu suchen. Die dummen Kommentare der vorbeikommenden Leute haben es aber wieder einschlafen lassen...

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Einige Gedanken zu den Gerüchen...

Harald Andres Schmid, (vor 6982 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo

Mich fasziniert das Thema Pilz-Gerüche auch sehr.

Ein paar Gedanken dazu:

- Um die Verfasser der Bestimmungsschlüssel und Pilzbeschriebe mit ihren Geruchsangaben zur Abwechslung mal etwas in Schutz zu nehmen:
Wenn statt: "Geruch nach..." "Geruch könnte assoziiert werden mit..." stünde, würden wir viel weniger streng urteilen.
Es sind nun mal nur Annäherungen!
Z.B. der Geruchskomplex um mehlige/gurkige/wassermelonige Gerüche:
Diese Assoziationen überschneiden sich eindeutig.
Wenn man bedenkt, wie verschieden allerdings Mehl und Wassermelone riechen, sollte klar sein, dass hier in unserem Hirn bestenfalls Assoziationen wachgerufen werden.
Unlängst erklärte jemand, die "mehligen" Gerüche erinnerten ihn an Camembert.
Das war mir noch nie aufgefallen.
Ich musste ihm allerdings recht geben. Hat auch was...

- Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass Menschen die Gerüche, die sie nicht mögen, schneller, bzw. stärker, bzw. bereits in niedrigerer "Dosierung" wahrnehmen können.
Ich rieche z.B. bei Backwaren schon kleinste Mengen Zimt heraus, weil ich Zimt nicht ausstehen kann.
Zimtliebhaber riechen in dem Fall noch gar nichts!
Das könnte ein wichtiger Faktor sein, warum Menschen Gerüche in Pilzen so unterschiedlich wahrnehmen, bzw. warum sie Gerüche einzelner Pilze überhaupt wahrnehmen, während dieser Pilz für jemanden anderen nach "nichts" riecht.

- Betr. Geruch nach Mehl: Hier fände ich hilfreich, den Begriff Mehl durch "Teig" zu ersetzen. Ich habe oft festgestellt, dass Leute, die mit dem Begriff "nach Mehl" nichts anfangen konnten, sofort zustimmten, wenn ich sie auf den Geruch nach industriell gefertigtem Fertigteig, wie man ihn ausgewallt fürs Backblech kaufen kann, hinwies.

- "Rückkopplungen" finde ich auch köstlich. Wie riechen denn um Himmels willen Blattwanzen? Klar, nach Eichenmilchling... ;-)

- Jeder sollte damit zufrieden sein, dass er Gerüche anders wahrnimmt, als in den Bestimmungssschlüsseln angegeben. Ich staune immer wieder, wie Leute damit hadern. Was ist denn das Problem? Hauptsache, sie riechen etwas Konkretes!
Noch besser, wenn sie etwas Konkretes riechen können, wo andere nichts riechen...
Für mich riecht zum Beispiel der Riesenchampignon, Agaricus augustus, klar extrem "unangenehm nach Klebestift", nicht "angenehm nach Anis". Das ist für mich sonnenklar, ich verstehe nicht, warum der Rest der Menschheit hier Anis riecht. Ist das ein Problem? Sicher nicht, die Hauptsache ist, dass ich den Geruch abrufen kann, bzw. den Pilz mit geschlossenen Augen erkenne.

-Ich bin überzeugt, dass es sowas wie eine "Tagesverfassung" in der Wahrnehmung der Gerüche gibt.
Vom Geruch des Nebelgrauen Trichterlings wird mir normalerweise fast übel. Letzthin fand ich den Geruch einen Moment lang spontan fast angenehm.
Vielleicht ist es gut, der eigenen Nase gegenüber ein gutes Mass an Skepsis zu bewahren. Es ist ja physiologisch erwiessen, wie merkwürdig die Geruchswahrehmung in unserem Hirn "verdrahtet" ist, wie stark unterschwellige Gerüche zwar wahrgenommen, aber nicht ans reflektierende Bewusstsein weitergeleitet werden.

Lieben Gruss, Harald Andres

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Hallo Harald Andres,aber auch gefährlich........

Hans hurter, (vor 6982 Tagen) @ Harald Andres Schmid

wenn man sich auf Gerüche zu sehr verlässt.Wie Du weisst hat mancher Giftpilz einen durchaus essbaren Geruch (Geschmack) ich würde viel Pilze die im Forum gezeigt werden mit der Anfrage essbar oder nicht ,dringend oder relativ dringend nicht einmal anrühren höchsten einen zur Bestimmung verwenden.Ich finde es absurd was da für mich als Pilzleichen erkannt, gegessen werden wollen, wir sind doch nicht in den Kriegsjahren oder täusche ich mich?Grüessli Hans

Hallo
Mich fasziniert das Thema Pilz-Gerüche auch sehr.
Ein paar Gedanken dazu: - Um die Verfasser der Bestimmungsschlüssel und
Pilzbeschriebe mit ihren Geruchsangaben zur Abwechslung mal etwas in
Schutz zu nehmen: Wenn statt: "Geruch nach..." "Geruch
könnte assoziiert werden mit..." stünde, würden wir viel weniger
streng urteilen.
Es sind nun mal nur Annäherungen!
Z.B. der Geruchskomplex um mehlige/gurkige/wassermelonige Gerüche: Diese
Assoziationen überschneiden sich eindeutig.
Wenn man bedenkt, wie verschieden allerdings Mehl und Wassermelone riechen,
sollte klar sein, dass hier in unserem Hirn bestenfalls Assoziationen
wachgerufen werden.
Unlängst erklärte jemand, die "mehligen" Gerüche erinnerten ihn an
Camembert.
Das war mir noch nie aufgefallen.
Ich musste ihm allerdings recht geben. Hat auch was...
- Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass Menschen die Gerüche, die
sie nicht mögen, schneller, bzw. stärker, bzw. bereits in niedrigerer
"Dosierung" wahrnehmen können.
Ich rieche z.B. bei Backwaren schon kleinste Mengen Zimt heraus, weil ich
Zimt nicht ausstehen kann.
Zimtliebhaber riechen in dem Fall noch gar nichts!
Das könnte ein wichtiger Faktor sein, warum Menschen Gerüche in Pilzen so
unterschiedlich wahrnehmen, bzw. warum sie Gerüche einzelner Pilze
überhaupt wahrnehmen, während dieser Pilz für jemanden anderen nach
"nichts" riecht.
- Betr. Geruch nach Mehl: Hier fände ich hilfreich, den Begriff Mehl durch
"Teig" zu ersetzen. Ich habe oft festgestellt, dass Leute, die
mit dem Begriff "nach Mehl" nichts anfangen konnten, sofort
zustimmten, wenn ich sie auf den Geruch nach industriell gefertigtem
Fertigteig, wie man ihn ausgewallt fürs Backblech kaufen kann, hinwies.
- "Rückkopplungen" finde ich auch köstlich. Wie riechen denn um
Himmels willen Blattwanzen? Klar, nach Eichenmilchling... ;-)
- Jeder sollte damit zufrieden sein, dass er Gerüche anders wahrnimmt, als in
den Bestimmungssschlüsseln angegeben. Ich staune immer wieder, wie Leute
damit hadern. Was ist denn das Problem? Hauptsache, sie riechen etwas
Konkretes!
Noch besser, wenn sie etwas Konkretes riechen können, wo andere nichts
riechen...
Für mich riecht zum Beispiel der Riesenchampignon, Agaricus augustus, klar
extrem "unangenehm nach Klebestift", nicht "angenehm nach
Anis". Das ist für mich sonnenklar, ich verstehe nicht, warum der
Rest der Menschheit hier Anis riecht. Ist das ein Problem? Sicher nicht,
die Hauptsache ist, dass ich den Geruch abrufen kann, bzw. den Pilz mit
geschlossenen Augen erkenne.
-Ich bin überzeugt, dass es sowas wie eine "Tagesverfassung" in der
Wahrnehmung der Gerüche gibt.
Vom Geruch des Nebelgrauen Trichterlings wird mir normalerweise fast übel.
Letzthin fand ich den Geruch einen Moment lang spontan fast angenehm.
Vielleicht ist es gut, der eigenen Nase gegenüber ein gutes Mass an Skepsis
zu bewahren. Es ist ja physiologisch erwiessen, wie merkwürdig die
Geruchswahrehmung in unserem Hirn "verdrahtet" ist, wie stark
unterschwellige Gerüche zwar wahrgenommen, aber nicht ans reflektierende
Bewusstsein weitergeleitet werden.
Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Hallo Harald Andres,aber auch gefährlich......

Harald Andres Schmid, (vor 6982 Tagen) @ Hans hurter

wenn man sich auf Gerüche zu sehr verlässt.Wie Du weisst hat mancher Giftpilz
einen durchaus essbaren Geruch (Geschmack) ich würde viel Pilze die im
Forum gezeigt werden mit der Anfrage essbar oder nicht ,dringend oder
relativ dringend nicht einmal anrühren höchsten einen zur Bestimmung
verwenden.Ich finde es absurd was da für mich als Pilzleichen erkannt,
gegessen werden wollen, wir sind doch nicht in den Kriegsjahren oder
täusche ich mich?Grüessli Hans

Hallo,

Das sind zwei verschiedene Themen, die Du ansprichst.

1.
"wenn man sich auf Gerüche zu sehr verlässt"

Einverstanden, hatte ich in meinem Beitrag ja sogar betont:
"Vielleicht ist es gut, der eigenen Nase gegenüber ein gutes Mass an Skepsis zu bewahren. Es ist ja physiologisch erwiessen, wie merkwürdig die Geruchswahrehmung in unserem Hirn "verdrahtet" ist, wie stark unterschwellige Gerüche zwar wahrgenommen, aber nicht ans reflektierende Bewusstsein weitergeleitet werden."

2.
"Ich finde es absurd was da für mich als Pilzleichen erkannt,
gegessen werden wollen, wir sind doch nicht in den Kriegsjahren oder
täusche ich mich?"

Ob Du Dich täuscht, weiss ich nicht.
Ich weiss nur, das ich absolut gleicher Meinung bin wie Du..

Lieben Gruss, Harald Andres

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Harald Andres,danke für die Antwort.LG Hans *oT*

Hans hurter, (vor 6982 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Noch mehr Gedanken zu den Gerüchen...

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald!
Danke für deine umfangreichen und interessanten Ausführungen!
Manche Dinge sehe ich genauso wie du, nur einen Punkt ganz anders:


- Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass Menschen die Gerüche, die
sie nicht mögen, schneller, bzw. stärker, bzw. bereits in niedrigerer
"Dosierung" wahrnehmen können.
Ich rieche z.B. bei Backwaren schon kleinste Mengen Zimt heraus, weil ich
Zimt nicht ausstehen kann.
Zimtliebhaber riechen in dem Fall noch gar nichts!
Das könnte ein wichtiger Faktor sein, warum Menschen Gerüche in Pilzen so
unterschiedlich wahrnehmen, bzw. warum sie Gerüche einzelner Pilze
überhaupt wahrnehmen, während dieser Pilz für jemanden anderen nach
"nichts" riecht.

Klingt logisch, weil im Gehirn so etwas wie "Gefahr" oder "Sei auf der Hut" signalisiert wird.
Trifft für mich aber nicht zu, die feinen Düfte, die ich wahrnehme, finde ich zum großen Teil schon so faszinierend, dass ich immerzu am Pilz riechen muss. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn ich keine Assoziation dazu finde, rieche also deutlich einen Geruch, kann ihn aber nicht übersetzen; zum Verrücktwerden.

- Betr. Geruch nach Mehl: Hier fände ich hilfreich, den Begriff Mehl durch
"Teig" zu ersetzen. Ich habe oft festgestellt, dass Leute, die
mit dem Begriff "nach Mehl" nichts anfangen konnten, sofort
zustimmten, wenn ich sie auf den Geruch nach industriell gefertigtem
Fertigteig, wie man ihn ausgewallt fürs Backblech kaufen kann, hinwies.

Thema Mehlgeruch: Mach ich auch Unterschiede, finde den Maipilz- Mehlgeruch etwas anders als den "normalen" Ritterlings- Mehlgeruch, und denke, dass nicht Melone, sondern eigentlich Gurke der nähere Geruchsverwandte ist

- "Rückkopplungen" finde ich auch köstlich. Wie riechen denn um
Himmels willen Blattwanzen? Klar, nach Eichenmilchling... ;-)

Ging mir mit dem Lerchenspornrasling (L. connatum) so, und bisher weiß ich auch nur vom Verfärbenden Schneckling (H. discoxanthus) wie die Weidenbohrerraupe zu riechen hätte, sollte sie mir mal begegnen.

- Jeder sollte damit zufrieden sein, dass er Gerüche anders wahrnimmt, als in
den Bestimmungssschlüsseln angegeben. Ich staune immer wieder, wie Leute
damit hadern. Was ist denn das Problem? Hauptsache, sie riechen etwas
Konkretes!
Noch besser, wenn sie etwas Konkretes riechen können, wo andere nichts
riechen...

Hader, hader: für die eigene Bestimmung äußerst hilfreich, aber für Erklärungen an andere Leute total unglaubwürdig. Wer will mir glauben, dass ich z. B. junge Russula foetens (Stinktäubling) durch den Geruch nach chlorigem Schwimmbadwasser anspreche, wenn der Geruch für andere doch nicht da ist?

Für mich riecht zum Beispiel der Riesenchampignon, Agaricus augustus, klar
extrem "unangenehm nach Klebestift", nicht "angenehm nach
Anis". Das ist für mich sonnenklar, ich verstehe nicht, warum der
Rest der Menschheit hier Anis riecht. Ist das ein Problem? Sicher nicht,
die Hauptsache ist, dass ich den Geruch abrufen kann, bzw. den Pilz mit
geschlossenen Augen erkenne.

Aber schöner wäre es doch trotzdem, wenn der Geruch nachvollziehbar wäre! Den Geruch definiere ich übrigens für mich weniger anisartig, für mich riecht er nach Bittermandeln.

-Ich bin überzeugt, dass es sowas wie eine "Tagesverfassung" in der
Wahrnehmung der Gerüche gibt.
Vom Geruch des Nebelgrauen Trichterlings wird mir normalerweise fast übel.

Kann ich bestätigen, ist einfach zu bissig. Geht mir wegen der Überdosierung auch so beim Würzigen Schleimkopf (C. percomis), und den Weißen Birkenritterling (Tr. stiparophyllum) finde ich ebenso undefinierbar würzig-bissig: im ersten Moment angenehm, und dann immer aufdringlicher.

Viele nasige Grüße

Ingo W

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Re: Erdgeruch

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen) @ EricS

diese Winzlinge finde

ich auch sehr faszinierend. Ich hatte mal begonnen wie Heinz Engel in der
"Pilzflora Nordwest-Oberfrankens" systematisch nach kleinen
Ascos an gammeligem Stinkholunder ( Sambucus ebulus ) (@Andreas: die
Pyrenopeziza hab ich nicht vergessen, kommt noch per Post) zu suchen. Die
dummen Kommentare der vorbeikommenden Leute haben es aber wieder
einschlafen lassen...

Hallo Eric!
Schade, dass dich die Meinung anderer Leute um diese Faszination ärmer gemacht hat. Versteh´s aber, ich such mir auch immer Ecken, wo ich unbeobachtet bin, es sei denn, mein Pilzfreund und -lehrer ist dabei, der legt´s sogar darauf an, andere neugierig zu machen oder lacht sich ins Fäustchen, wenn der Motorradfahrer fast in den Graben fährt.

Gruß Ingo W