Neue Folge: Täubling der Woche #11 *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6980 Tagen)

heute:

Russula amara - Buckel-Täubling

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Hallo Freunde dieser kleinen informativen Wochenserie.
Würde ich nicht die Woche über hier in Niedersachsen verweilen,
könnte ich euch diesen Vertreter aus der Untersektion 'Ingoidinae' ähhh
"Integroidinae" nicht vorstellen.

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Dieser typische Kiefernbegleiter auf sandigen Böden ist jetzt hier rund um Hannover recht häufig anzutreffen.

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Russula amara (früher auch R.caerulea) ist, sofern mit dem obligaten Buckel versehen, nicht zu verwechseln.

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"Mit den gelegentlich vorkommenden Formen einiger milder Gelbsporer besteht eine Verwechslungsmöglichkeit höchstens gegenüber den farblich ähnlichen Birkenbegleiter Russula nitida (Milder Glanz-Täubling)."

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So schreibt es A.Einhellinger.

Selbst wenn in mit Birken durchsetzten Kiefernforsten beide auftreten, ist der Buckeltäubling a) größer b) nicht so fragil c) durch seine bitterliche Huthaut und d) durch seinen nie rosa behauchten Stiel gut charakterisiert.

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Außerdem zeigt R.amara eine eosinrote Sulfovanillin-Reaktion auf dem Stiel - genau wie R.velutipes (Netzflockiger Rosa-Täubling).

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Hut: stark glänzend, meist dunkel purpurviolett, purpurbraun, kupfer- oder trüb weinrot, manchmal graurosa oder lila, selten ganz braun oder blau. Neigt zum Ausblassen und weißlicher Randlinie

In der Mitte mit zitzenartigem Buckel!

Anfangs glockig gewölbt, fast keglig-glockig, dann ausgebreitet, schließlich suppentellerartig vertieft

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Huthaut: meist trocken, glatt, bis zur Hälfte abziehbar, Hutrand anfangs glatt dann mitunter höckerig - breit gerieft

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Lamellen: erst schwach gelblich, dann hellockergelb, schließlich schön ocker

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Stiel: reinweiß, mild, ohne Anflug von rot, fast glänzend, fest, voll, im Alter innen schwammig

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Fleisch: Huthaut neigt bitter zu schmecken, Fleisch mild aber nicht schmackhaft

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Geruch: angenehm, leicht obstartig - besonders beim zerreiben der Lamellen

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Vorkommen: Juni bis Ende Oktober in Kiefernwäldern auf Sandboden und Silikatgestein, Kalk meidend, meist in Gesellschaft vom Zitronenblättrigem Täubling - R.sardonia

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Sporenpulverfarbe: ockergelb (IVb)

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Sporen: Ornamentik sehr variabel aus feinen oder derben Stachel oder Warzen, selten völlig isoliert (zerstückelt netzig - gratig)

Bis zum nächsten mal

Euer Felix

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #11

Ingo, (vor 6980 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hi Felix,

feiner Beitrag, ich komme mir glatt vor wie in meinem Hauswald.
Die Buckis lassen sich dieses Jahr wirklich nicht lumpen. Die ersten
liefen mir bereits Mitte Juli über den Weg. Das ist allerdings nicht in
jedem Jahr so. Im vergangenen Mittsommer fand ich gerade mal ein Exemplar.
Schon Seltsam!

meist in Gesellschaft vom Zitronenblättrigem Täubling - R.sardonia

Das entspricht nicht ganz meinen Beobachtungen. Bei der Säufernase (R. sardonia)
scheint es sich um eine reine Herbstart zu handeln, die warme Sommer absolut
nicht ab kann. Das erste Auftreten von R. sardonia fand erst so vor drei Wochen
statt. Sein bester Kumpel scheint mir Russula turci zu sein. Man findet sie hier
oft zusammen.

Vielleicht sieht es im Raum Hannover auch wieder ganz anders aus, als in
unserer Gegend.

Grüsslis Ingo

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Re: Täubling der Woche #11

Lonco, (vor 6980 Tagen) @ Thüringer-Holz

Moin Felix,

heute: Russula amara - Buckel-Täubling

und danach ging's auf die Buckelpiste - Auspuff noch dran? :))

Gut gemacht, der Beitrag ruht natürlich schon bei den Favoriten! Dein Arbeitgeber sollte Dich für einen Tag in der Woche freistellen.....

Beste Grüße,
Thomas.

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #11

BrunoH, (vor 6979 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix

Vielen Dank, wieder ein Superbeitrag!

Nur: Der Pilz heisst heute gemäss CABI Biosience Database immer noch R. caerulea und nicht R. amara.

genau: Russula caerulea (Pers.) Fr., Epicr. syst. mycol. (Upsaliae): 353 (1838)

Gruss
Bruno