Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leuten

Rainer_aus_AC, (vor 6979 Tagen)

.. die einfach nur Rat oder Hilfe suchen???

Liebe Forumsteilnehmer,

ich habe gerade den Beitrag von Harzer und die diversen Antworten dazu gelesen.

Eine Sache hat mich dabei *sehr* gestört, das ist die Art und Weise, wie "wir" - ich verallgemeiner
hier einfach mal, ich könnte auch sagen, "das Forum" - immer wieder auf Anfragen von Menschen
reagieren, die keine Pilzprofis sind, ein Problem haben und sich sich hilfesuchen an uns wenden.
Es geht mir dabei nicht um den Inhalt, sondern die Zwischentöne.

Leute, die spätestens zu dem Zeitpunkt eh wissen, dass Sie einen Fehler gemacht haben,
erstmal daraufhinzuweisen, dass sie sich mit solchen Anfragen (weil sie Pilze gegessen haben,
die sie nicht genau kennen, etc.) bei uns "unbeliebt" machen, finde ich überflüssig.

Und als Statement gegenüber jemandem, der sich - subjektiv - nicht sicher sein kann, ober er nicht
möglicherweise doch einen Knollenblätterpilz oder ähnliches gegessen haben mag (bestimmt kein
gutes Gefühl), finde ich das sogar ziemlich unpassend.

Genauso wie der Hinweis, dass derjenige offensichtlich keine oder wenig Ahnung hat. Tolle Erkenntnis
- das ist bei Nicht-Experten schlicht und einfach nun mal so. Sonst wäre es ja umgekehrt auch garnicht
erst zu dem Problem gekommen.

Was will man mit solchen Statements bezwecken? Polemisch könnte man sagen: Den anderen erstmal
in Demutshaltung bringen, und gleichzeitig dezent den eigenen Expertenstatus herausstellen.
Auch wenn's nicht so gemeint war, manchmal kommt's zwischen den Zeilen so rüber - das finde ich
schade.

Worum's mir geht: Wenn hier jemand fragt und um Hilfe bittet, sollte man ihm zuerst einfach nur die
Hilfe geben, die man geben kann / geben möchte. Dazu gehört auch, dass man sagt, wo (via Internet,
mit zu allgemeinen Beschreibungen, etc. ) die Grenzen der Hilfsmöglichkeit liegen.

*Danach* ein bisschen "pädagogisch" tätig zu werden, ist sicher auch ok, aber nur, wenn es in einer
Form geschieht, die dem Fragesteller konkret was bringt und weiterhilft.

Ich weiss, dass die große Mehrheit der Leute hier ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger antworten
und helfen. Und auch die mit Zeigefinger sind letztlich hilfsbereit.

Alles nicht neu - aber heute hat es mich wirklich gestört.

Sorry, musste ich mal loswerden ...

Liebe Grüße,
Rainer.

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Ari, (vor 6979 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer, hallo Pilzler,

ja, da ist was Wahres dran, aber andererseits kann auch ich als ziemlicher Pilzlaie nicht verstehen, wie man unbekannte, nicht sicher bestimmte Pilze mitnehmen und auch noch essen kann. Diese Vorstellung alleine ist der blanke Horror für mich!
Ich habe schon einige Zeit die wunderbaren Beiträge und Fotos hier im Forum bestaunt, mich sehr daran gefreut und öfter überlegt, ob ich in diesem Forum mit sooo vielen Experten (seufz, Neid...) überhaupt richtig bin. Aber andererseits bin ich froh, mich doch angemeldet zu haben, es entstehen viele nette Kontakte, und eines haben wir doch wohl alle gemeinsam: Wir lieben Pilze :)) und die Natur.
Wenn Kritik berechtigt ist, muss die auch jeder einstecken können.
Ich wünsche mir sehr, dass hier kein negativer Touch reinkommt, aus welchen Gründen auch immer.
Eine schöööne Herbstzeit und noch gute Funde allerseits
wünscht
Ari

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Shankara, (vor 6979 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Pilzforumler,
Rainer hat vollkommen recht.......mehr ist meinerseits nicht hinzu zu fügen.

David

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Bravo Rainer *oT*

Claus, (vor 6979 Tagen) @ Rainer_aus_AC

- kein Text -

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Mal langsam Rainer. :-)

Joachim, (vor 6979 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Ich wollte eigentlich "dem Harzer" antworten, hatte es mir aber
verkniffen.
Klar haben einige Polemisch geschrieben, aber andere auch weil sie entsetzt
waren ob solchem Leichtsinn. Man muss kein "Pilzprofi" sein um zu wissen das man
einen Pilz nur essen darf wenn er zu 100% als Speisepilz erkannt wurde, 99%
ist schon zu wenig. Auf jeden Fall ist es spannend zu lesen das ein Pilz
nur vage bestimmt wurde und trotzdem in der Pfanne landet. Das zeigt mir
aber wieder mal das Pilzseminare, gerade die für "Einsteiger" sehr wichtig
sind. Auch müssten Pilzsachverständige in der Öffentlichkeit viel präsenter
sein.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

.. die einfach nur Rat oder Hilfe suchen???
Liebe Forumsteilnehmer,
ich habe gerade den Beitrag von Harzer und die diversen Antworten dazu
gelesen.
Eine Sache hat mich dabei *sehr* gestört, das ist die Art und Weise, wie
"wir" - ich verallgemeiner
hier einfach mal, ich könnte auch sagen, "das Forum" - immer wieder
auf Anfragen von Menschen
reagieren, die keine Pilzprofis sind, ein Problem haben und sich sich
hilfesuchen an uns wenden.
Es geht mir dabei nicht um den Inhalt, sondern die Zwischentöne.
Leute, die spätestens zu dem Zeitpunkt eh wissen, dass Sie einen Fehler
gemacht haben,
erstmal daraufhinzuweisen, dass sie sich mit solchen Anfragen (weil sie Pilze
gegessen haben,
die sie nicht genau kennen, etc.) bei uns "unbeliebt" machen, finde
ich überflüssig.
Und als Statement gegenüber jemandem, der sich - subjektiv - nicht sicher
sein kann, ober er nicht
möglicherweise doch einen Knollenblätterpilz oder ähnliches gegessen haben
mag (bestimmt kein
gutes Gefühl), finde ich das sogar ziemlich unpassend.
Genauso wie der Hinweis, dass derjenige offensichtlich keine oder wenig
Ahnung hat. Tolle Erkenntnis
- das ist bei Nicht-Experten schlicht und einfach nun mal so. Sonst wäre es
ja umgekehrt auch garnicht
erst zu dem Problem gekommen.
Was will man mit solchen Statements bezwecken? Polemisch könnte man sagen:
Den anderen erstmal
in Demutshaltung bringen, und gleichzeitig dezent den eigenen Expertenstatus
herausstellen.
Auch wenn's nicht so gemeint war, manchmal kommt's zwischen den Zeilen so
rüber - das finde ich
schade.
Worum's mir geht: Wenn hier jemand fragt und um Hilfe bittet, sollte man ihm
zuerst einfach nur die
Hilfe geben, die man geben kann / geben möchte. Dazu gehört auch, dass man
sagt, wo (via Internet,
mit zu allgemeinen Beschreibungen, etc. ) die Grenzen der Hilfsmöglichkeit
liegen.
*Danach* ein bisschen "pädagogisch" tätig zu werden, ist sicher
auch ok, aber nur, wenn es in einer
Form geschieht, die dem Fragesteller konkret was bringt und weiterhilft.
Ich weiss, dass die große Mehrheit der Leute hier ohne den berühmten
erhobenen Zeigefinger antworten
und helfen. Und auch die mit Zeigefinger sind letztlich hilfsbereit.
Alles nicht neu - aber heute hat es mich wirklich gestört.
Sorry, musste ich mal loswerden ...
Liebe Grüße,
Rainer.

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Seraph, (vor 6979 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo,

: die sie nicht genau kennen, etc.) bei uns "unbeliebt" machen, finde
[quote]ich überflüssig.
[/quote]

Diese Aussage habe auch ich nicht überlesen, dachte auch schon, ist das normal hier? Konnte ja nicht sein, weil ich bin seit 2001 hier "tätig" (mit einigen Zwischenpausen, wie ich zugeben muss:P ), und deshalb glaub ich schon beurteilen zu können, wann es hier +/- kritisch wird. Das hier war so ein Fall, der war aber auch vorherzusehen, weil die Aktion von dem Fragesteller mehr als nur fahrlässig, ja fast schon selbstmörderisch war, nur waren hier keine mordenden Pilzarten beteiligt, sondern lediglich ein "harmloser" Fliegenpilz, in einer noch harmlosen Dosierung.

Hätte ja schlimmer kommen können, und sicherlich lernt man auch hier draus, aber mit etwas gezügelten Kommentaren geht das sicherlich ganz genauso gut. Der Fragesteller wird sich dann auch Gedanken machen und sicherlich nicht mehr sooo direkt Fragen, weil er sich entweder schämt oder weil er Angst hat, wieder solche Töne von unsereins zu hören (zu lesen^^). Ist das unser Ziel? Bestimmt nicht...naja, geschehen ist geschehen, und hoffen wir, dass das nicht wieder vorkommt, möge passieren was wolle.

Gruß,
Seraph

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Re: Mal langsam Rainer. :-)

Shankara, (vor 6978 Tagen) @ Joachim

Lieber Joachim,
wenn ich Rainers Text richtig verstanden habe, ging es ihm erstrangig doch um Folgendes: Stell Dir vor, Dir ist seit 4 Tagen schwindelig, Du obendrein nicht genau klären kannst warum, Du eine Pilzvergiftung vermutest, weiterer Verlauf ungewiss. Was würdest Du Dir bitte für eine Reaktion von Fachkundigen erhoffen??

Es hätte nur eine aus meiner Sicht sachkundige Antwort in dieser Situation und in Anbetracht der doch komplexen Umstände gegeben, die wäre gewesen:
Bitte schnellstmöglichst erneut den Arzt aufsuchen, gute Besserung, hoffentlich bald alles wieder in Ordnung.

Das der Mann einen Fehler begannen hat, war ihm erstens spätestens am 2. Tag völlig klar- diesen wird er auch nicht wieder begehen. Völliger Blödsinn und zudem unsachlich ist es, ihm das noch 4Mal pädagogisch breit zu erklären in dieser Situation.
Liebe Grüße,
David

Ich wollte eigentlich "dem Harzer" antworten, hatte es mir aber
verkniffen.
Klar haben einige Polemisch geschrieben, aber andere auch weil sie entsetzt
waren ob solchem Leichtsinn. Man muss kein "Pilzprofi" sein um zu
wissen das man
einen Pilz nur essen darf wenn er zu 100% als Speisepilz erkannt wurde, 99%
ist schon zu wenig. Auf jeden Fall ist es spannend zu lesen das ein Pilz
nur vage bestimmt wurde und trotzdem in der Pfanne landet.

Das zeigt mir

aber wieder mal das Pilzseminare, gerade die für "Einsteiger" sehr
wichtig
sind. Auch müssten Pilzsachverständige in der Öffentlichkeit viel präsenter
sein.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Gernot Friebes, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

da gebe ich dir absolut recht, denn ich sehe das so: Was bereits geschehen ist, kann auch mit noch so "oberlehrerhaften" Getuhe nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ich meine auch, dass so eine Art dem Betroffenen nicht hilft, sondern ihn irgendwie "verlassen" da stehen lässt, wenn er zusäzlich zu seinen Sorgen noch vorwursvoll allerlei Dinge gesagt bekommt.
Weiters denke ich mir, dass harte Töne sich auch für die Zukunft des Betroffenen nicht unbedingt auswirken, denn entweder hat er selbst eine Lehre daraus gezogen oder ihm ist sowieso nicht mehr zu helfen. Deshalb wäre es meiner Meinung nach angebracht, wenn dem Betroffenen kompetent geholfen werden würde und ihm nicht noch zusätzlich Vorwürfe in seiner misslichen Lage gemacht werden.

Schöne Grüße
Gernot

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Das trifft's recht genau ...

Rainer_aus_AC, (vor 6978 Tagen) @ Shankara

Folgendes: Stell Dir vor, Dir ist seit 4 Tagen schwindelig, Du obendrein
nicht genau klären kannst warum, Du eine Pilzvergiftung vermutest,
weiterer Verlauf ungewiss. Was würdest Du Dir bitte für eine Reaktion von
Fachkundigen erhoffen??

Was bei Kommunikation zählt, ist immer das, was beim Empfänger ankommt - darum gings's mir.

Ich will auch keinen persönlich kritisieren - darum geht's mir gar nicht.
Zumal ich die Leute, die sich angesprochen fühlen könnten, sehr schätze (virtuell
gesehen, ich kenn sie ja nicht persönlich ;-).

Und ich fänd's auch schade, wenn Harzer jetzt das Gefühl hätte, er wäre
"schuld" an einer ausufernden Diskussion. Ds Thema ist hier ja nicht neu.

Die von Joachim betonte Wichtigkeit von Aufklärung, Teilnahme an Seminaren, Konsultation
von PSV's (sofern erreichbar) - das sehe ich genauso.

Wie gesagt, es ging mir nicht um den sachlichen Inhalt, sondern um die Zwischentöne.

LG,
Rainer.

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Brigitte Frank, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

hallo rainer,

ich bin ganz neu im forum hier und kann mich dem "wir" eigentlich nicht anschließen, auch weil ich keine pilzexpertin bin.
die töne, die in internetforen angeschlagen werden sind hier und da herb. ich bin moderatorin in einem hundeforum der von mir sehr geliebten rasse. frag nicht, wie leicht es in diesen foren zu streit kommt. gewöhnlich wird dies dort sehr schnell von der administration geschlichtet oder was auch immer.

die anleitung was man mit fliegenpilzen tun oder lassen kann würde ich persönlich hier entfernen - rein aus haftungsgründen. und ich überlege mir gerade, dass das wieder typisch deutscher regelungsdrang ist, den ich hier noch gar nicht bemerkt und auch nicht vermisst habe.

um es nochmal auf mein "heimatforum" zu übertragen - man klärt hundert mal über irgendwelche dinge auf. und dann kommt wieder ein neues mitglied, das genau das gegenteil tut ... zum glück nicht mit möglicherweise tödlichen folgen. und ich denke, da ist der hauchfeine unterschied. von daher kann ich die postings der mitglieder hier verstehen.

ich hab nichts geschrieben, mir aber auch gedacht - wie kann man sich dieses unbekannte ding in die pfanne hauen? wenn du ehrlich bist - dachtest du vermutlich genauso.

leidenschaft schafft manchmal leiden. das gilt für viele dinge und vor allem für die, die wir ganz besonders mögen oder sogar lieben. so sehe ich beide seiten und wünsche dem harzer schnell wieder einen klaren kopf!

beste grüße
brigitte

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Ingo, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

ich verstehe dein eigentliches Anliegen.
Allerdings war ich ein wenig erschrocken über die Tatsache, dass hier einige
Leute, auch anerkannte Sachverständige, das offensichtliche Problem übersehen
hatten. In besagtem Fall kam es vermutlich zu Vergiftungserscheinungen durch
eine Kombination von Pilzgiften, zusammen mit Anästhesie-Chemikalien.

Ich glaube kaum, dass solche Wirkungen von PSV's sachlich beurteilt
werden können. Der einzig brauchbare Rat hier im Forum wäre gewesen,
den Betroffenen schnellstens wieder zum Arzt zu schicken.

Eine Diskussion über die Form, ob und in welcher der Betroffene
zurechtgewiesen gehört, erübrigt sich in diesem Fall nach meiner Ansicht.

Einzig Harald Andres hat im Anschluß noch hilfreiche Ratschläge gegeben.
Eine Vergiftung durch einen einzelnen Fliegenpilz mag zwar harmlos sein,
aber in Teteinheit mit Medikamenten halte ich die Folgen für nicht
abschätzbar. Das Wichtigste ist daher, dass dem Betroffenen kein körperlicher
Schaden entsteht. Der Rest sollte erstmal vernachlässigbar sein.

In diesem Sinne - LG Ingo

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Theorie und Praxis

Rainer_aus_AC, (vor 6978 Tagen) @ Joachim

Man muss kein "Pilzprofi" sein um zu wissen das man einen Pilz nur essen
darf wenn er zu 100% als Speisepilz erkannt wurde, 99%
ist schon zu wenig.

Lieber Joachim,

eigentlich ist das vollkommen klar. Nur, im wirklichen Leben ist's leider nicht immer so einfach.

Ich kenne das übrigens aus eigener Erfahrung (peinlich, aber war):

Vor langer Zeit, zur Beginn meiner zweiten Pilzkarriere (meine erste war als Kind mit meinem Vater, der hat uns immer mit genommen) - damals kannte ich das Pilzforum noch nicht, ebenso wenig Begriffe wie "Hornberg" oder "PSV", ich habe damals nur die Klassiker rund um Steinpilz, Marone, Birkenpilz, Pfifferling und Perlpilz gesammelt - da habe ich im Wald mal ein paar Röhrlinge gefunden, die nicht so richtig in mein typisches Beuteschema passten, aber fast. Sie sahen halt irgendwie "ein bisschen anders" aus.

Da es keine Rotporer waren - an die hatte ich mich damals überhaupt nicht rangetraut, jeder Flocki war für mich noch ein potentieller Satanspilz - und ich irgendwie im Hinterkopf hatte, dass es keine giftigen Gelbpohrer gäbe, habe ich sie nach kurzer Risikoabwägung mit in die Pfanne getan. Zumal mein damaliges Pilzbuch (Erbstück von anno tobak, so vom Typ "Die 20 wichtigsten Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger") auch keinen Anlass zur Sorge gab.

Zum Glück merkte ich dann schon beim Abschmecken, dass irgendwas was nicht stimmte - heute weiss ich, dass es Schönfußröhrlinge waren.

Hätten die Pilze nicht bitter geschmeckt, hätte ich sie damals aufgegessen - und - jetzt wird's fiktiv - mich vielleicht kurze Zeit später hilfesuchend ans Forum gewandt. Natürlich wäre meine Beschreibung vollkommen ungenau gewesen, ein Schnittbild hätte ich auch nicht liefern können, und vermutlich hätte ich Tanne statt Fichte gesagt ....

(Vielleicht hätte ich dann in einer Phase, als ich gerade schon über mein Testament nachdachte, als erstes richtig einen übergebraten bekommmen, zwar anschliessend überlebt, das Forum aber möglicherweise danach gemieden, dadurch nie etwas von Hornberg erfahren, keinen Rainer Wald, Karl-Heinz, Jürgen aus D, mison und viele andere nette Leute kennengelernt -und würde heute immer noch Steinpilz und Co sammeln ... . Tragisch, oder?)

Aus heutiger Sicht ist mir das natürlich selber peinlich - aber es zeigt, was auch bei Leuten, die Russisch-Roulette eher wenig abgewinnen können, so alles möglich ist.

Das zeigt mir aber wieder mal das Pilzseminare, gerade die für "Einsteiger"
sehr wichtig sind. Auch müssten Pilzsachverständige in der Öffentlichkeit
viel präsenter sein.

Genau, das ist die Schlussfolgerung.

Mit freundlichen Grüßen
Joachim

Grüße zurück,
Rainer.

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

42, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer & ...,

Leute, die spätestens zu dem Zeitpunkt eh wissen, dass Sie einen Fehler
gemacht haben, erstmal daraufhinzuweisen, dass sie sich mit solchen Anfragen
(weil sie Pilze gegessen haben, die sie nicht genau kennen, etc.) bei
uns "unbeliebt" machen, finde ich überflüssig.

Das beziehe ich auf mich, also nur kurz zur Erklärung: ich war der erste
Anworter und mir war absolut klar, was noch kommen würde. Deshalb wollte
ich mit dem Satz: "Mit solchen Fragen machst Du Dich hier nicht gerade beliebt"
den Poster ob des Kommenden quasi vorwarnen. Von 'erhobenem Zeigefinger'
sehe ich bei meinem Posting keine Spur.

Was ich aber zugegebenermaßen fälschlicherweise unterlassen hatte, war der
Rat, einen Arzt aufzusuchen. Beim nächsten mal (ich nehme an, das wird nicht
lange dauern), werde ich gewiss daran denken.

Was mir persönlich ehrlich gesagt nicht gefällt, sind die heftigen Reaktionen,
sobald es um berauschende Pilze geht (nur um keine Zweifel aufkommen zu
lassen: ich habe solche Pilze noch nie zu mir genommen und beabsichtige das
auch nicht für die Zukunft). IMHO: wenn jemand das tun will (vor allem
im Zusammenhang mit Fliegenpilzen, deren Inhaltsstoffe laut Heinz ja noch
nicht mal unter das Betäubungsmittelgesetz fallen), dann soll er das tun
dürfen. Und wenn dieser beschreibt, wie eine solche 'Anwendung' bei
ihm abläuft, kann ich darin nichts Verwerfliches entdecken.

Ganz schlimm fände ich es, wenn Brigittes Zensur'vorschlag' bei 'uns' hier
im PilzePilze-Forum tatsächlich durchgeführt werden würde:
die anleitung was man mit fliegenpilzen tun oder lassen kann würde ich
persönlich hier entfernen - rein aus haftungsgründen. und ich überlege mir
gerade, dass das wieder typisch deutscher regelungsdrang ist, den ich hier noch
gar nicht bemerkt und auch nicht vermisst habe.

Genau, Brigitte, DAS wäre 'typisch deutscher Regelungsdrang'. Vielleicht würde
so etwas den 'Schäubles' bei uns gefallen - für mich ist's reine Zensur!

Beste Grüße (und wieder mal 'nix für ungut')
Thomas '42' Wallner

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Jürgen_1962, (vor 6978 Tagen) @ 42

Hallo Rainer & ...,

...

Was ich aber zugegebenermaßen fälschlicherweise unterlassen hatte, war der
Rat, einen Arzt aufzusuchen. Beim nächsten mal (ich nehme an, das wird nicht
lange dauern), werde ich gewiss daran denken.

Wie sogt der Schwoab: 's alles gschwätzt!
Deshalb möchte ich mich kurz fassen und mal daraufhinweißen, dass doch allein schon die Existenz dieses Eingangs-Threads "Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut" beweißt, dass die Kommunikations-Kultur hier im Forum eine qualitativ hochwertige ist. In der Regel wird hier jedem Ratsuchenden geholfen. Streit ist nunmal leider auch menschlich und es gäbe womöglich etwas weniger, wenn sich die Zweibeiner allgemein mehr auf das besännen, was sie eint, als auf das, was sie trennt. Aber schaut doch mal in andere Foren, was da abgeht, so frei nach dem Motto, denk doch erst mal nach, bevor Du hier eine (dumme) Frage stellst. Dass das hier, Gott sei Dank, anders gepflegt wird, war mir unlängst als Forenneuling gleich aufgefallen.
So ist jetzt doch länger geworden, sorry.

Gruß
Jürgen L.
...

Beste Grüße (und wieder mal 'nix für ungut')
Thomas '42' Wallner

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eigentlich noch viel zu nett!

bert, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo.
ich finde, man kann garnicht deutlich genug sagen, wie leichtsinnig und unsinnig das Verhalten des "Vergifteten" war.
Ich zitiere nochmal:
"Der Pilz, bzw. die "Knolle" hatte einen oben aufgesetzten Pilzhut (ähnlich eines Perlpilzes), der aber irgendwie noch miteinander verwachsen und nicht als Hut zu erkennen war. "

Wer hier meint, es wäre doch wohl ein Bovist mit Hut und sich den Pilz munter in die Pfanne haut, hat keine Ahnung und sollte das auch gesagt kriegen.

Schließlich haben wir ja keine Hungesnot, wo man alles essen muss was man irgendwie kriegen kann. Wenn ich Durst habe, trinke ich auch kein Domestos, nach dem Motto ist ja flüssig und klar, wahrscheinlich Wasser, mal probieren..

Ich habe jedenfalls kein Verständniss für solchen Leichtsinn und bin für ganz energische Antworten auf solche Beiträge!

Dem Patienten wünsche ich natürlich gut Besserung und hoffe, das alles glimpflich verläuft.

Gruß
bert

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Sehe ich auch so

Werner Stangl, (vor 6978 Tagen) @ Seraph

Wenn man sofort angeflogen wird, dann stellen manche die Frage vielleicht lieber gar nicht. Dabei kann es nur gut sein, wenn jemand seine Bedenken äußert, denn Leichtsinn und Pilzvergiftungen wird es mit oder ohne Forum immer geben, und mir ist einer lieber, der sich an uns wendet, als wenn er aus Scham schweigt, daheim "schwitzt" und dann vielleicht wirklich was passiert.

Allerdings kann ich mich an einen Fall erinnern, wo eine Hilfesuchende nicht nur das Vergiftungen verursacht habende Pilzgericht am nächsten Tag aufgeputzt hatte, sondern auch zu verstehen gab, dass mit der Einstellung fröhlich weiter machen wird. Da kann ich dann auch verstehen, wenn einem einmal die Galle hochkommt.

Hallo,

die sie nicht genau kennen, etc.) bei uns "unbeliebt" machen,

finde
Diese Aussage habe auch ich nicht überlesen, dachte auch schon, ist das
normal hier? Konnte ja nicht sein, weil ich bin seit 2001 hier
"tätig" (mit einigen Zwischenpausen, wie ich zugeben muss:P ),
und deshalb glaub ich schon beurteilen zu können, wann es hier +/-
kritisch wird. Das hier war so ein Fall, der war aber auch vorherzusehen,
weil die Aktion von dem Fragesteller mehr als nur fahrlässig, ja fast
schon selbstmörderisch war, nur waren hier keine mordenden Pilzarten
beteiligt, sondern lediglich ein "harmloser" Fliegenpilz, in
einer noch harmlosen Dosierung.
Hätte ja schlimmer kommen können, und sicherlich lernt man auch hier draus,
aber mit etwas gezügelten Kommentaren geht das sicherlich ganz genauso
gut. Der Fragesteller wird sich dann auch Gedanken machen und sicherlich
nicht mehr sooo direkt Fragen, weil er sich entweder schämt oder weil er
Angst hat, wieder solche Töne von unsereins zu hören (zu lesen^^). Ist das
unser Ziel? Bestimmt nicht...naja, geschehen ist geschehen, und hoffen
wir, dass das nicht wieder vorkommt, möge passieren was wolle.
Gruß,
Seraph

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Re: Wie kommunizieren wir hier eigentlich mit Leut

Heinz Ebert ⌂, (vor 6978 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,
Du hast zwar Deine Vorwürfe "allgemein" geschrieben, aber ich denke, dass auch ich angesprochen bin; und den Schuh ziehe ich mir einfach nicht an! Hier meine Antwort in dem Thread, den Du angesprochen hast:
"Hallo Harzer (und alle anderen),
ich bin froh, dass es Dir wieder gut geht!
Die kontroverse Diskussion, die Du mit Deinem Posting ausgelöst hast, die war mit Sicherheit konstruktiv, denn es kamen verschiedenste Meinungen zur Geltung, wenn auch nicht alle von jedem "Meinungsträger" anerkannt wurden (mir wurde zB vorgeworfen ich würde mich als "Richter" aufspielen, was natürlich völliger Unsinn ist, denn ich habe nur auf die gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen).
Darüberhinaus wurde doch der Unterschied klar zwischen Deiner Vergiftung, die ja völlig unbeabsichtigt und nur nur aus Unkenntnis erfolgt war, und aus solchen Vergiftungen, die ganz gezielt herbeigeführt werden (Drogen). Und nur diese letztgenannte Variante hat in diesen ganzen Schriftverkehr nicht reingepasst.
Und deshalb habe ich so klar und nicht richterhaft (!) meine Meinung hier geäußert.
Wer Giftpilze als Drogen nutzen will, der soll es von mir aus tun (und alle Folgen in Kauf nehmen), aber er soll gefälligst nicht auch noch andere Mitmenschen dazu verleiten, sich in diese Gefahren zu begeben, dies ist nicht ohne Grund mit Strafe bedroht."

Mir missfällt in diesem Fall einfach, dass eine unbeabsichtigte Vergiftung zum Anlass genommen wird, eine Handlungsanleitung für beabsichtigte (Drogen-) Vergiftungen zu publizieren. PUNKT.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

.. die einfach nur Rat oder Hilfe suchen???
Liebe Forumsteilnehmer,
ich habe gerade den Beitrag von Harzer und die diversen Antworten dazu
gelesen.
Eine Sache hat mich dabei *sehr* gestört, das ist die Art und Weise, wie
"wir" - ich verallgemeiner
hier einfach mal, ich könnte auch sagen, "das Forum" - immer wieder
auf Anfragen von Menschen
reagieren, die keine Pilzprofis sind, ein Problem haben und sich sich
hilfesuchen an uns wenden.
Es geht mir dabei nicht um den Inhalt, sondern die Zwischentöne.
Leute, die spätestens zu dem Zeitpunkt eh wissen, dass Sie einen Fehler
gemacht haben,
erstmal daraufhinzuweisen, dass sie sich mit solchen Anfragen (weil sie Pilze
gegessen haben,
die sie nicht genau kennen, etc.) bei uns "unbeliebt" machen, finde
ich überflüssig.
Und als Statement gegenüber jemandem, der sich - subjektiv - nicht sicher
sein kann, ober er nicht
möglicherweise doch einen Knollenblätterpilz oder ähnliches gegessen haben
mag (bestimmt kein
gutes Gefühl), finde ich das sogar ziemlich unpassend.
Genauso wie der Hinweis, dass derjenige offensichtlich keine oder wenig
Ahnung hat. Tolle Erkenntnis
- das ist bei Nicht-Experten schlicht und einfach nun mal so. Sonst wäre es
ja umgekehrt auch garnicht
erst zu dem Problem gekommen.
Was will man mit solchen Statements bezwecken? Polemisch könnte man sagen:
Den anderen erstmal
in Demutshaltung bringen, und gleichzeitig dezent den eigenen Expertenstatus
herausstellen.
Auch wenn's nicht so gemeint war, manchmal kommt's zwischen den Zeilen so
rüber - das finde ich
schade.
Worum's mir geht: Wenn hier jemand fragt und um Hilfe bittet, sollte man ihm
zuerst einfach nur die
Hilfe geben, die man geben kann / geben möchte. Dazu gehört auch, dass man
sagt, wo (via Internet,
mit zu allgemeinen Beschreibungen, etc. ) die Grenzen der Hilfsmöglichkeit
liegen.
*Danach* ein bisschen "pädagogisch" tätig zu werden, ist sicher
auch ok, aber nur, wenn es in einer
Form geschieht, die dem Fragesteller konkret was bringt und weiterhilft.
Ich weiss, dass die große Mehrheit der Leute hier ohne den berühmten
erhobenen Zeigefinger antworten
und helfen. Und auch die mit Zeigefinger sind letztlich hilfsbereit.
Alles nicht neu - aber heute hat es mich wirklich gestört.
Sorry, musste ich mal loswerden ...
Liebe Grüße,
Rainer.

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... alles ist gesagt, die Pilze warten ;-) *PIC*

Rainer_aus_AC, (vor 6977 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo zusammen,

ich denke/hoffe mal, dass die Diskussion, die ich mit meinem Beitrag angezettelt habe, nicht geschadet hat ... .

Und dass es bei uns - im Vergleich zu anderen Foren - insgesamt noch recht zivil zugeht, stimmt auch.
(Allerdings möchte ich mir einige andere Foren auch nicht zum Massstab nehmen.)

Also, die Pilze warten (Bild von heute abend) - back to business ...

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Liebe Grüße,
Rainer.