Winter-UMO, Holzpilzler an Bord? *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen)

Hallo "Pilzler"!

Da die Pilz-Idendifizierungs-Quote (PIQ) hier im Forum ja doch ziemlich hoch ist, probier` ich doch auch einfach mal, ob mir geholfen werden kann. Ist zwar kein zeitgerechter, aber alle Jahre wieder kehrender, von mir immer noch nicht geknackter und deshalb nerviger Pilz.

[image]
BLICK AUF DIE UNTERSEITE (FRUCHTSCHICHT)

Beschreibung: Frk. kaum größer als 15 mm, resupinat an waagerecht liegenden Ästen (siehe Bild), häufiger aber mit mützenförmigen Hütchen an stehenden Stämmchen, Form und Konsistenz könnte man mit der von Trichaptum (Violettporling) umschreiben, zusätzlich auffällig dünnfleischig, Farbe weiß, vergehend ockerlich, Fruchtschicht besteht aus gleichfarbigen, oft ziemlich dünn gewalzten Zähnchen, welche in Draufsicht immer irgendwie konzentrisch angeordnet sind.

Vorkommen wohl hauptsächlich Winter und Frühjahr; gefunden zu 80% an stehenden, toten, noch berindeten Faulbaum-Stämmchen oder 20% an liegenden Birkenästen, Anfang (auf Rhamnus) bis Ende (auf Birke) der Optimalphase der Vermorschung.

Um die Mikromerkmale habe ich mich noch nicht bemüht, weil er erstens makroskopisch wiedererkennbar ist, und ich zweitens gar nicht wüsste, welcher Gattungsschlüssel für den Kollegen zutreffen würde (und um von ganz vorne anzufangen, fehlt mir das Know-how). Hyphodontia und Steccherinum wird´s nicht sein, oder gibt´s tatsächlich so eine weiche und hütchenbildende Hyphodontia? Mein Pilzkollege würde ihn am liebsten zu Schizopora stecken, aber von gespaltenen Poren dürfte hier ja wirklich nicht die Rede sein.

Gruß
Ingo W

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

Seraph, (vor 6981 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

schau mal bei Hyphoderma radula ;)

Gruß,
Seraph

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen) @ Seraph

Hallo Ingo,
schau mal bei Hyphoderma radula ;)
Gruß,
Seraph

Nein, meiner ist wirklich immer klein und weicher als H. radula und hat sehr plattgedrückte Zähnchen, und hat eine Vorliebe für Faulbaum.

Gruß Ingo W

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

Seraph, (vor 6981 Tagen) @ Ingo Wagner

Nein, meiner ist wirklich immer klein und weicher als H. radula und hat sehr
plattgedrückte Zähnchen, und hat eine Vorliebe für Faulbaum.
Gruß Ingo W

Hmm, seltsam, hast du auch an Grandinia gedacht? Da sind einige drin, die so aussehen könnten...leider gibts da nicht viel an Bestimmungsmaterial, außer PdS :(

Gruß,
Seraph

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen) @ Seraph

Hmm, seltsam, hast du auch an Grandinia gedacht? Da sind einige drin, die
so aussehen könnten...leider gibts da nicht viel an Bestimmungsmaterial,
außer PdS :(
Gruß,
Seraph

Hallo Seraph!

Nun Grandinia oder Hyphodontia, findet man ja allerhand in Wald und Flur, ich zwar meist nur als indet. Art, aber ich hab´ da halt das Gefühl, dass die Hüte gar nicht so mögen!??

Gruß
Ingo W

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

AK_CCM, (vor 6981 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

hast Du schon in JAHNs Westfälischen Pilzbriefen gestöbert?

Gruß, Andreas

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Re: Winter-UMO, Holzpilzler an Bord?

Ingo Wagner, (vor 6981 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Ingo,
hast Du schon in JAHNs Westfälischen Pilzbriefen gestöbert?
Gruß, Andreas

Hallo Andreas!

Hab´ ich leider nicht.
Gruß
Ingo W

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Milchweißer Eggenpilz

Schnuffel, (vor 6981 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo "Pilzler"!
Da die Pilz-Idendifizierungs-Quote (PIQ) hier im Forum ja doch ziemlich hoch
ist, probier` ich doch auch einfach mal, ob mir geholfen werden kann. Ist
zwar kein zeitgerechter, aber alle Jahre wieder kehrender, von mir immer
noch nicht geknackter und deshalb nerviger Pilz.

BLICK AUF DIE UNTERSEITE (FRUCHTSCHICHT)
Beschreibung: Frk. kaum größer als 15 mm, resupinat an waagerecht liegenden
Ästen (siehe Bild), häufiger aber mit mützenförmigen Hütchen an stehenden
Stämmchen, Form und Konsistenz könnte man mit der von Trichaptum
(Violettporling) umschreiben, zusätzlich auffällig dünnfleischig, Farbe
weiß, vergehend ockerlich, Fruchtschicht besteht aus gleichfarbigen, oft
ziemlich dünn gewalzten Zähnchen, welche in Draufsicht immer irgendwie
konzentrisch angeordnet sind.
Vorkommen wohl hauptsächlich Winter und Frühjahr; gefunden zu 80% an
stehenden, toten, noch berindeten Faulbaum-Stämmchen oder 20% an liegenden
Birkenästen, Anfang (auf Rhamnus) bis Ende (auf Birke) der Optimalphase
der Vermorschung.
Um die Mikromerkmale habe ich mich noch nicht bemüht, weil er erstens
makroskopisch wiedererkennbar ist, und ich zweitens gar nicht wüsste,
welcher Gattungsschlüssel für den Kollegen zutreffen würde (und um von
ganz vorne anzufangen, fehlt mir das Know-how). Hyphodontia und
Steccherinum wird´s nicht sein, oder gibt´s tatsächlich so eine weiche und
hütchenbildende Hyphodontia? Mein Pilzkollege würde ihn am liebsten zu
Schizopora stecken, aber von gespaltenen Poren dürfte hier ja wirklich
nicht die Rede sein.
Gruß
Ingo W

Hallo Ingo,

ich glaube, Dir kann geholfen werden: ich halte den Pilz für den Milchweißen Eggenpilz (Irpex lacteus).

Beschreibungen mit Abbildung finden sich in
Breitenbach/Kränzlin, Pilze der Schweiz, Band 2,
Ryman & Holmǻsen: Pilze

Beschreibung ohne Abbildung:
G.J.Krieglsteiner: Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 1

Dort sind als Substrat Birke, Buche, Esche, Faulbaum und Weide angegeben.

Ich habe den Pilz etwas weiter nördlich als üblich am 03.04.2003 im MTB 5018/4 in der Nähe eines Waldteiches in der von Dir beschriebenen Größe semipileat an einem dürren Weidenstämmchen gefunden. Seither habe ich ihn dort nicht mehr wiedergefunden.

Gruß
Schnuffel

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Irpex lacteus? *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6980 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Ingo,
ich glaube, Dir kann geholfen werden: ich halte den Pilz für den Milchweißen
Eggenpilz (Irpex lacteus).
Beschreibungen mit Abbildung finden sich in
Breitenbach/Kränzlin, Pilze der Schweiz, Band 2,
Ryman & Holmǻsen: Pilze
Beschreibung ohne Abbildung: G.J.Krieglsteiner: Die Großpilze
Baden-Württembergs, Band 1
Dort sind als Substrat Birke, Buche, Esche, Faulbaum und Weide angegeben.
Ich habe den Pilz etwas weiter nördlich als üblich am 03.04.2003 im MTB
5018/4 in der Nähe eines Waldteiches in der von Dir beschriebenen Größe
semipileat an einem dürren Weidenstämmchen gefunden. Seither habe ich ihn
dort nicht mehr wiedergefunden.
Gruß
Schnuffel

Hallo Schnuffel!

Ausgezeichnete Idee, die ökologischen Angaben und die Habitus-Beschreibungen treffen den Pilz sehr schön, wenngleich ich auf den Bildern (bes. bei Ryman....) den Pilz nicht wiedererkenne.
Die meiner Meinung nach auffällig radial angeordneten Zähnchen werden in der oben aufgeführten Lit. gar nicht erwähnt.
Ich habe mal noch ein altes Foto von fast pileat wachsenden Frk. eingescannt. Trifft das so ungefähr den Habitus deiner Aufsammlung?

[image]

Auf jeden Fall lohnt sich jetzt das Mikroskopieren!
Viele Grüße und vielen Dank!

Ingo W

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Re: Irpex lacteus?

Schnuffel, (vor 6980 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Schnuffel!
Ausgezeichnete Idee, die ökologischen Angaben und die Habitus-Beschreibungen
treffen den Pilz sehr schön, wenngleich ich auf den Bildern (bes. bei
Ryman....) den Pilz nicht wiedererkenne.
Die meiner Meinung nach auffällig radial angeordneten Zähnchen werden in der
oben aufgeführten Lit. gar nicht erwähnt.
Ich habe mal noch ein altes Foto von fast pileat wachsenden Frk. eingescannt.
Trifft das so ungefähr den Habitus deiner Aufsammlung?
Auf jeden Fall lohnt sich jetzt das Mikroskopieren!
Viele Grüße und vielen Dank!
Ingo W

Hallo Ingo,

über die Anordnung der Zähnchen bei meinem Fund ist mir nichts Besonderes aufgefallen; ich kann jedoch nicht ausschließen, dass sie ebenfalls mehr oder weniger halbkreisförmig (nicht radial!) angeordnet waren. Im Habitus waren die 3 kleinen Exemplare (10-15 mm) ähnlich dachziegelig und schwach herablaufend ausgebildet wie auf Deinem Foto.
Die Sporengröße stimmte mit den Literaturangaben überein, mit den Abbildungen bei Breitenbach/Kränzlin und Ryman&Holmǻsen bestand aber auch keine große Ähnlichkeit. Die Abbildung des Hängenden Eggenpilzes (Irpicodon pendulus) in R&H auf der gleichen Seite würde wesentlich besser passen; dieser Pilz ist aber wegen der völlig verschiedenen Ökologie auszuschließen. Nach Schnallen und Zystiden habe ich deshalb damals gar nicht geschaut.

Gruß
Schnuffel

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@Schnuffel

Ingo Wagner, (vor 6979 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Ingo,
über die Anordnung der Zähnchen bei meinem Fund ist mir nichts Besonderes
aufgefallen; ich kann jedoch nicht ausschließen, dass sie ebenfalls mehr
oder weniger halbkreisförmig (nicht radial!) angeordnet waren. Im Habitus
waren die 3 kleinen Exemplare (10-15 mm) ähnlich dachziegelig und schwach
herablaufend ausgebildet wie auf Deinem Foto.
Die Sporengröße stimmte mit den Literaturangaben überein, mit den Abbildungen
bei Breitenbach/Kränzlin und Ryman&Holmǻsen bestand aber auch keine
große Ähnlichkeit. Die Abbildung des Hängenden Eggenpilzes (Irpicodon
pendulus) in R&H auf der gleichen Seite würde wesentlich besser passen;
dieser Pilz ist aber wegen der völlig verschiedenen Ökologie
auszuschließen. Nach Schnallen und Zystiden habe ich deshalb damals gar
nicht geschaut.
Gruß
Schnuffel

Hallo Schnuffel!

Nochmal vielen Dank.
"Radial" ist natürlich Unsinn, gemeint war "konzentrisch".

Gruß
Ingo W