Frage zu Pulveroboletus gentilis

Tino, (vor 6977 Tagen)

Ich hatte am Freitag einen wahnsinnig erfolgreichen "Pilztag" unter meinen Funden waren unter anderem: Nadelholz-Röhrling, Stattlicher Rotfuß, Rotfuß, Steinpilz, Maronenröhrling, Sandröhrling, Goldgelber Lärchenröhrling und eben der Goldporiger Röhrling (Pulveroboletus gentilis)

Ist dieser Pilz nun essbar oder nicht? Habe solch einen allerhöchstwahrscheinlich in meinem Pilzschnitt drin und bin mir nun unsicher. Auffallend waren die leuchtend gelben Poren. Leider habe ich zu spät nachgeforscht.

Als allgemeine Frage: Was gibt es in unseren Breiten (Sachsen) für ungeniesbare und/oder giftige Röhrlinge?

Mir fällt nur Satanspilz und Gallenröhrling ein. Was gibt es sonst noch.

Wäre dankbar für Aufklärung.

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Re: Frage zu Pulveroboletus gentilis

Seraph, (vor 6977 Tagen) @ Tino

hallo,

Giftige Röhrlinge:
Boletus satanas (Satanspilz)
Boletus lupinus
Boletus splendidus

Ungenießbare bis leicht giftige Röhrlinge:
Boletus calopus (Schönfuß-Röhrling)
Boletus impolitus
Boletus rhodoxanthus

Strobilomyces strobilaceus
Porphyrellus porphyrosporus
Tylopilus felleus (Gallenröhrling)

Bedenklich ist der Speisewert bei folgenden Arten:
Boletus luridus (Netzstieliger Hexenröhrling, roh und mit Alkohol? giftig)
Suillus mediterraneensis (im "Der große Kosmos-Pilzführer" als [Zitat: "schwach giftig"] aufgeführt)

Der Goldporige Röhrling ist essbar, es gibt keine Literaturangaben, die das Gegenteil besagen. Er ist wohl selten und sollte daher geschützt, ergo nicht gesammelt werden (für Speisezwecke).

Gruß,
Seraph

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Nachtrag

Seraph, (vor 6977 Tagen) @ Seraph

Boletus radicans (=Wurzelnder Bitterröhrling) ist wegen seines stark bitteren Geschmacks natürlich ebenso ungenießbar.

Gruß,
Seraph

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Re: Nachtrag *PIC*

Tino, (vor 6977 Tagen) @ Seraph

Danke erstmal... Wusste nicht, das die Liste so lang ist.

Trotzdem bin ich mir unsicher. Habe deswegen den Pilz aus meinem Schnitt aussortiert und bemerkt, das dieser stark seifig riecht. Habe mal 2 (sicher schlechte) Fotos vom Schnitt gemacht. Auffallend, wie gesagt die gelben Röhren. Hut dunkleres Braun. Nicht blauend und eben stark seifiger Geruch.

Was kann das sein??? Kann meine erste Einschätzung vom Pulveroboletus gentilis richtig sein?

[image]

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Re: Nachtrag

Seraph, (vor 6977 Tagen) @ Tino

Danke erstmal... Wusste nicht, das die Liste so lang ist.
Trotzdem bin ich mir unsicher. Habe deswegen den Pilz aus meinem Schnitt
aussortiert und bemerkt, das dieser stark seifig riecht. Habe mal 2
(sicher schlechte) Fotos vom Schnitt gemacht. Auffallend, wie gesagt die
gelben Röhren. Hut dunkleres Braun. Nicht blauend und eben stark seifiger
Geruch.
Was kann das sein??? Kann meine erste Einschätzung vom Pulveroboletus
gentilis richtig sein?

könnte hinkommen, wäre aber schön gewesen, wenn du uns den Pilz mal als Ganzes präsentiert hättest, dann wäre die Bestimmung um einiges leichter gewesen. So sind die schön gelben Röhren leider "nur" ein guter Hinweis auf besagte Art.

Gruß,
Seraph

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Re: Nachtrag

Tino, (vor 6977 Tagen) @ Seraph

könnte hinkommen, wäre aber schön gewesen, wenn du uns den Pilz mal als
Ganzes präsentiert hättest, dann wäre die Bestimmung um einiges leichter
gewesen. So sind die schön gelben Röhren leider "nur" ein guter
Hinweis auf besagte Art.

Normal mache sich es so, das ich den Pilz vorher im Ganzen präsentiere. Leider habe ich zu spät die Außergewöhnlichkeit des Pilzes bemerkt. Deshalb nur die Schnittbilder. Ist der Geruch typisch für den Pulveroboletus gentilis??? Ist echt etwas unangenehm. Riecht von blumig bis seifig.

Als weiteres Merkmal: Röhren sind recht groß.

Werde den auf jeden Fall aussortiert lassen. Das mit dem Geruch täte mich aber schon interessieren.

Grüße

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Re: Frage zu Pulveroboletus gentilis

Jürgen, (vor 6977 Tagen) @ Tino

Bei deinem Fund handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling). Der passt auch viel besser in den Fundzusammenhang kalkmeidender Arten wie Herbstrotfuß, Steinpilz, Marone und Sandröhrling als P. gentilis (hat rosafarbenen, schmierigen Hut).

Der "Nadelholzröhrling" (P. lignicola) würde zwar auch von der Ökologie her passen - aber als richtig bestimmt kann man ihn dir erst abkaufen, wenn du ihn im Bild gezeigt hast (Schnipsel mit Huthaut von oben reichen). Denn auch andere Röhrlingsarten, z.B. Marone, wachsen gelegentlich auf Holz.

Grüße, Jürgen

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Re: Frage zu Pulveroboletus gentilis

Heinz Ebert ⌂, (vor 6976 Tagen) @ Jürgen

Zusätzliches Merkmal von Pulveroboletus gentilis wäre die leicht schmierig-klebrige Huthaut, die salzig schmeckt (fast wie eine Laugenbrezel, das steht in keinem Pilzbuch); die Art ist jedenfalls wegen ihrer Seltenheit als Speisepilz zu meiden, und die hier gezeigten Abbildungen scheinen mir eher auch auf etwas anderes hinzudeuten. Röhrlinge sind halt doch nicht so einfach wie man allgemein meint.
Den Kommentaren von Jürgen Schreiner möchte ich wirklich nicht mehr hinzufügen.
Beste Grüße aus der Vulkaneifel,
Heinz Ebert

Bei deinem Fund handelt es sich mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit um Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling). Der
passt auch viel besser in den Fundzusammenhang kalkmeidender Arten wie
Herbstrotfuß, Steinpilz, Marone und Sandröhrling als P. gentilis (hat
rosafarbenen, schmierigen Hut).
Der "Nadelholzröhrling" (P. lignicola) würde zwar auch von der
Ökologie her passen - aber als richtig bestimmt kann man ihn dir erst
abkaufen, wenn du ihn im Bild gezeigt hast (Schnipsel mit Huthaut von oben
reichen). Denn auch andere Röhrlingsarten, z.B. Marone, wachsen
gelegentlich auf Holz.
Grüße, Jürgen