Röhrlinge - Amylonreaktion ?? *PIC*

Jochen Girwert, (vor 6973 Tagen)

Hallo,

im Zusammenhang mit einem wahrscheinlich abartigen Flockenstieligen Hexenpilz kam die Frage nach der sog. Amylonreaktion auf. Mit einer (wo genau beschriebenen?) blaugrauen (?) Reaktion mit Melzer bzw. Lugol soll man eine Arte/Varietät discolor festnageln können. Nun, in der Huthaut tut sich sichtlich etwas, im Stielfleisch ist es eine sehr dezente Färbung. Kann man dieses alles als positive Amylonreaktion durchgehen lassen???

Grüße, Jochen.

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Re: Röhrlinge - Amylonreaktion ??

Jürgen, (vor 6973 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo Jochen,

die Vorgehensweise ist z.B. bei Singer (Pilze Mitteleuropas 5 , S. 22f.) beschrieben ist. Es ist eine mikrochemische Reaktion, bei der Tramazellen der Stielbasis untersucht werden. Das Jod färbt die Zellwände im positiven Fall violett.

Ich habe die Reaktion nur vor längerer Zeit sporadisch mal angewendet und sie ehrlich gesagt seither nicht mehr gebraucht... Es gibt stets noch andere, "einfachere" Merkmale, um eine Bestimmung abzusichern. Anders sieht es freilich aus, wenn man über die Reaktion chemotaxonomische Aussagen treffen will.

"ssp. discolor" ist letztlich nur eine gelbhütige Farbvariante von B. erythropus, die wohl zwischen diesem un "junquilleus" vermittelt und wie diese Jod-negativ ist. Wobei ich deinen Fund ruhigen Gewissens noch in der normalen Variationsbreite der Hauptart verbuchen würde. Es wurde aber auch von B. queletii eine var. discolor beschrieben - die dann freilich Jod-positiv ist. Man kan also letztlich nur queletii und erythropus anhand der Jod-Reaktion trennen.

Grüße, Jürgen