Chamaemyces und Ascocorynen (2 Bilder) *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 6969 Tagen)

Hallo

Gestern war ich auf Tour mit Sepp (Boletus).

Die Wälder sind leer.

Das hat auch Vorteile.
Man schaut viel konzentrierter in jedes Eckchen.
So kann man dann plötzlich an unwegsamer Stelle, am Fusse eines moosigen Strunkes, diesen hübschen Gesellen aufspüren:

Chamaemyces fracidus - Schwarzfleckender Schmierschirmling

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Eines meiner Lieblingspilzchen.
Die Gattung Schmierschirmling gehört ihm ganz allein.
Eigentlich erinnert es fast ein wenig an eine Tricholoma.
Dass es jedoch fast eine Lepiota ist, besagen seine alten Namen
Lepiota demisanulla und
Lepiota irrorata.

Die bernsteinfarbenen Guttationstropfen, die schwarz nachdunkeln, könnten einen auf die falsche Fährte locken, einen Dunkelsporer vor sich zu haben.
Chamaemyces fracidus hat aber cremeweisses, hyalines Sporenpulver und wartet unter dem Mikroskop mit einer höchst reizvollen, chaotisch-keuligen Hutdeckschicht auf.

Wenn man dann eine halbe Stunde lang keine weiteren Pilzchen findet
(was ist das für eine Pilzsaison?)
fängt man bald an, Aestchen umzudrehen und stösst auf diese roten Pünktchen:

Ascocoryne cylichnium - Grosssporiger Gallertbecher

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Diese Winzlinge trösten einen fast das ganze Jahr über, wenn sonst nichts zu finden ist.
Vorbedingung ist, dass man sich überhaupt für sie interessiert.
Vom Doppelgänger A. sarcoides, dem Fleischroten Gallertbecher, mit einem schnellen Blick durchs scharfe Glas (die Sporen sind fast doppelt so gross!)
gut zu unterscheiden.

Zu fotografieren sind sie mit ihrer strukturlosen Oberfläche extrem schwer.

Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Chamaemyces und Ascocorynen (2 Bilder)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6969 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald,

wie gewohnt schöne Fotos. Vor allem der Gallertbecher ist hervorragend, das schafft man sicher nicht mit einem Blitz:))

Nun noch etwas wegen des in einem der vorderen Beiträge diskutierten Problems der wechselnden Namen: Man muss da auch nicht jeden "Furz" mitmachen und kann durchaus warten, bis sich ein Name gefestigt hat. Ich benütze als Orientierung das Namensverzeichnis Bollmann/Gminder/Reil: Erstens ist dies hervorragend recherchiert und so kann man alle paar Jahre (gerade jetzt ist ja eine neue Auflage erschienen) alles nachführen.
Übrigens: wer einen älteren Namen mit dem exakten Autor benutzt, handelt durchaus korrekt.

Viele Grüsse, Markus