Becherlinge: Eine extreme Makro-Spielerei *PIC*
Hallo
Das Bild sieht im Endeffekt harmlos aus:
Hymenoscyphus calyculus - Kelchförmiger Stengelbecherling
![[image]](http://www.pilz-baden.ch/harald/Forum/Stengelbecherling/10414980.jpg)
Allerdings sieht das von blossem Auge (wenn man gute Augen hat!) so aus:
![[image]](http://www.pilz-baden.ch/harald/Forum/Stengelbecherling/10414934.jpg)
Das rote Rechteck ist einmontiert.
Es zeigt den Ausschnitt des obigen Bildes.
Da geht mit normaler Makro-Technik nichts mehr.
Aufgrund der fehlenden Tiefenschärfe bei so extremer Vergrösserung.
Man bekommt nicht mal ein einzelnes Becherchen ganz scharf.
Ich habe darum zu sogenannter dff (Deep focus fusion) gegriffen.
Das geht so:
Ich habe 34 deckungsgleiche Bilder geschossen.
Alle identisch mit dem obigen.
Nur:
Dabei immer den Focuspunkt etwas verschoben.
Die Schärfeebenen sind bei der Vergrösserung so dünn, dass sie, zusammenmontiert, gerade etwa den Ausschnitt des Stengels oben abdecken.
Diese 34 Bilder habe ich dann am Computer zu einem einzigen zusammengerechnet.
Das Ergebnis ist zwar etwas unwirklich, aber eindrücklich.
So gut sieht man das nicht mal unter einer guten Stereolupe.
Auch dort hat man das Problem mit der dünnen Schärfeebene.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
Man kann die wesentlichen Dinge so gut beobachten.
Von blossem Auge sieht man die Stengel der Pilzchen nicht.
Gerade dieses Merkmal unterscheidet den Pilz aber makroskopisch von
Bisporella citrina, Zitronengelbes Holzbecherchen.
Wenn man das nicht mit der Lupe hinkriegt, muss man unters Mikroskop.
Und nach den lustig bananenförmigen, grossen Sporen Ausschau halten.
Danke, Sepp, für die Ueberlassung des Stengelchens!
Gruss, Harald Andres
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic127834.jpg)