stadtchampignons essen?

tari, (vor 6966 Tagen)

guten morgen!

eine kurze frage: ich hab gestern auf einem ca. 20 m breiten grünstreifen zwischen bäumen ein paar champignons gefunden und hätte lust, sie mir in die pfanne zu hauen. das problem: neben dem grünstreifen sind beiderseits straßen und einseitig eine straßenbahnlinie.

einer der pilze wuchs quasi direkt neben den gleisen am rand der wiese, die anderen mehr mittig und geschützter unter einem baum mit tiefhängenden ästen.

ich weiß, dass man keine pilze essen sollte, die neben stark befahrenen straßen wachsen, aber mich würde trotzdem interessieren, WIE schädlich es ist, einen oder zwei pilze aus einer solchen umgebung zu essen.

sollte man das überhaupt nicht tun, oder ist es nicht schlimm, wenn man sowas z.b. nur einmal im jahr macht?

wie weit müssen straßen allgemein eurer meinung nach vom fundort entfernt sein, damit ihr die gefundenen pilze guten gewissens essen könnt? ..auch wenns nur wenige sind?

viele grüße,
rita

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Re: stadtchampignons essen?

Hermann, (vor 6966 Tagen) @ tari

wie weit müssen straßen allgemein eurer meinung nach vom fundort entfernt
sein, damit ihr die gefundenen pilze guten gewissens essen könnt?

Seeehr weit. Solche Champignons sind i.d.R. wohl ungesund hoch belastet mit Schwermetallen und aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen. Zum einen nehmen viele Pilze Schadstoffe (vor allem Schwermetalle) aus dem Boden auf, zum anderen ist bei so exponierten Lagen die Verunreinigung durch Luftschadstoffe aus den Abgasen garantiert sehr hoch. Auch wenn es wohl kein verbleites Benzin mehr geben dürfte, kommt von Autos genug anderer Müll (organ. Manganverbindungen, Platin, Rhodium, Palladium, Ruß) und aus den Autos ohne Katalysator ein Schwung hochgiftiger Kohlenwasserstoffe, vom Spritzwasser mit Ölresten mal ganz abgesehen.

Ich würde die stehen lassen.

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Re: stadtchampignons essen?

tari, (vor 6966 Tagen) @ Hermann

Ich würde die stehen lassen.

vernünftiger wärs auf alle fälle.... danke für deine antwort!

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Re: stadtchampignons essen?

Michael Benz, (vor 6966 Tagen) @ tari

Guten Morgen,

Zuallererst kann ich nur wiederholen was ich nun schon oft gehört habe -
Stadtchampignons einfach nicht essen wegen der höheren Belastung in der Umgebung. Der Mensch braucht ja angeblich jährlich 7 kg an Dreck, um überleben zu können, aber damit meint man keine Schadstoffe.

eine kurze frage: ich hab gestern auf einem ca. 20 m breiten grünstreifen
zwischen bäumen ein paar champignons gefunden und hätte lust, sie mir in
die pfanne zu hauen. das problem: neben dem grünstreifen sind beiderseits
straßen und einseitig eine straßenbahnlinie.

Alleine schon aus der Beschreibung der Umgebung würde ich von dort nicht unbedingt Pilze verzehren wollen. So ein Standort wirkt sich eventuell sogar auf den Geschmack der Pilze aus kann ich mir vorstellen.

ich weiß, dass man keine pilze essen sollte, die neben stark befahrenen
straßen wachsen, aber mich würde trotzdem interessieren, WIE schädlich es
ist, einen oder zwei pilze aus einer solchen umgebung zu essen.

Da kommt es definitiv auf die Häufigkeit an.

sollte man das überhaupt nicht tun, oder ist es nicht schlimm, wenn man sowas
z.b. nur einmal im jahr macht?

Wie oft man soetwas machen möchte hängt davon ab wieviele Schadstoffe man gerne zu sich nehmen möchte. Richtwerte oder Angaben dazu gibt es natürlich nicht, da man die Dosen ja durch Ansehen oder Standort nicht schätzen kann.
http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/pilze/pilze-schadstoffe.xml

wie weit müssen straßen allgemein eurer meinung nach vom fundort entfernt
sein, damit ihr die gefundenen pilze guten gewissens essen könnt? ..auch
wenns nur wenige sind?

Sehr weit meiner Meinung nach, denn nicht umonst geht man zum Pilzesammeln normalerweise in den Wald, wo die Bäume ja auch teilweise den Filter oder Schutzmantel vor den Umweltgiften übernehmen.

Mahlzeit,
Michael

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sehr guter kommentar...

tari, (vor 6966 Tagen) @ Michael Benz

...da musste ich schmunzeln ("Mahlzeit") :)

Sehr weit meiner Meinung nach, denn nicht umonst geht man zum Pilzesammeln
normalerweise in den Wald, wo die Bäume ja auch teilweise den Filter oder
Schutzmantel vor den Umweltgiften übernehmen.

das ist natürlich ein argument und auch wenn man das jetzt nicht unbedingt für möglich hält: ich geh auch normalerweise in den wald zum pilze sammeln, bin ja nicht blöd! :p

das war jetzt hier eine von appetit, neugierde (da erste frisch-champis) und - man nenne es mal - risikofreude geprägte ausnahmesituation, aber du hast die meinung bestätigt, die mir mein gesunder menschenverstand auch schon nahegelegt hat... wozu pilze in der stadt sammeln, wenn man vielleicht auch einmal im jahr schadstofffreie champignons im wald findet oder sie im laden kaufen kann ;)

ich glaub ich lege meine spontanen brat-überlegungen wohl erstmal ad acta und führe die drei kerle hier dem entsorgungs-kreislauf zu!

liebe grüße,
rita

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Genereller Gedanke dazu:

Harald Andres Schmid, (vor 6966 Tagen) @ tari

Hallo

Eigentlich könntest Du die Frage selbst beantworten.
Es ist immer erstaunlich, wie bei Pilzen das natürliche Empfinden abschaltet.
Stelle es Dir so vor:
Du legst Dein Sandwich einen Nachmittag offen auf einen Grünstreifen neben eine stark befahrene Strasse, (oder neben einen Fussweg mit pissenden Hunden, usw.) holst es abends wieder ab und isst es.

*würg* ???

Alles klar?

Ich sage den Leuten auf der Kontrolle oft:
"Wenn diese vergammelte Schlappe, die sie mir hier vorlegen, ein Gemüse im Supermarktregal wäre, würden sie es kaufen oder empört den Geschäftsführer rufen?
Meistens schauen sie dann ihre Pilze erstaunt an, als ob sie sie das erste Mal sähen.
(Mit der Frage scheint das natürliche Empfinden, dass beim Pilzejagen offensichtlich "abschaltet" wieder "eingeschaltet" zu werden...)

Gruss, Harald Andres

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Re: Genereller Gedanke dazu:

tari, (vor 6966 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo
Eigentlich könntest Du die Frage selbst beantworten.
Es ist immer erstaunlich, wie bei Pilzen das natürliche Empfinden abschaltet.
Stelle es Dir so vor: Du legst Dein Sandwich einen Nachmittag offen auf einen
Grünstreifen neben eine stark befahrene Strasse, (oder neben einen Fussweg
mit pissenden Hunden, usw.) holst es abends wieder ab und isst es.
*würg* ???
Alles klar?

ja harald, alles klar :)

es ist ja nun nicht so, als würde ich keinerlei bedenken oder abneigung hegen gegen den gedanken, champignons "von der straße" zu essen...! aber abgesehen von einem nicht unbedingt lobenswerten gedanken hat mich vor allem auch einfach die frage interessiert, wie andere pilzler mit sowas umgehen, oder wie weit eine straße mindestens von einem fundort entfernt sein sollte, bevor man die pilze guten gewissens essen kann. wobei das ja auch wieder von mehreren faktoren abhängig ist...

viele grüße,

rita

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Re: Genereller Gedanke dazu:

Brigitte Frank, (vor 6966 Tagen) @ Harald Andres Schmid

harald, wie recht du hast!
aber möglicherweise bricht im wald der alte jagdtrieb im menschen aus ;-)
ich werde jedenfalls drandenken, wenn ich nachher losziehe!
schmunzelnde grüße, brigitte

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Für mich auch eine Frage der Ästhetik :-)

Gábor, (vor 6966 Tagen) @ tari

Hallo,

grundsätzlich bin ich schon mal der Meinung, dass ich nicht wirklich alles essen muss, was ich THEORETISCH auch essen könnte, ohne nennenswerten Schaden zu nehmen.

Dazu gehört natürlich u.a. dass ich keine Fk. sammle, die zu jung, zu alt, zu matschig, bereits schimmelig oder sonstwie unansehnlich sind.

Und was bei mir schon mal gar nicht in die Pfanne kommt, sind Pilze auf Grünstreifen neben einer Autobahn oder aber in Grünanlagen in der Stadt, wo regelmäßig Hunde Gassi geführt werden.

Ich wohne z.B. in Köln und ich konnte mich bislang nicht dazu überwinden, Pilze aus dem Königsforst zu sammeln, da ich weiss, dass der Königsforst am Wochenende Ausflugsziel Nr.1 für die Kölner ist.

Da fahre ich lieber die doppelte Strecke in das Bergische Land.
Vielleicht ein ganz persönliche Marotte von mir?

LG, Gábor

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Re: Für mich auch eine Frage der Ästhetik :-)

Gábor, (vor 6966 Tagen) @ Gábor

Hallo,
grundsätzlich bin ich schon mal der Meinung, dass ich nicht wirklich alles
essen muss, was ich THEORETISCH auch essen könnte, ohne nennenswerten
Schaden zu nehmen.
Dazu gehört natürlich u.a. dass ich keine Fk. sammle, die zu jung, zu alt, zu
matschig, bereits schimmelig oder sonstwie unansehnlich sind.
Und was bei mir schon mal gar nicht in die Pfanne kommt, sind Pilze auf
Grünstreifen neben einer Autobahn oder aber in Grünanlagen in der Stadt,
wo regelmäßig Hunde Gassi geführt werden.
Ich wohne z.B. in Köln und ich konnte mich bislang nicht dazu überwinden,
Pilze aus dem Königsforst zu sammeln, da ich weiss, dass der Königsforst
am Wochenende Ausflugsziel Nr.1 für die Kölner ist.
Da fahre ich lieber die doppelte Strecke in das Bergische Land.
Vielleicht ein ganz persönliche Marotte von mir?
LG, Gábor

ein(e) sollte das natürlich heissen!