Funde vom Wochende *PIC*

blicki ⌂, (vor 6961 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
dieser Beitrag steht weiter unten schon einmal.
Ich habe nun die URL'S angepasst, so dass die Bilder auchangeziegt werden.
Auch die größe der Bilder habe ich verkleinert.

Hallo werte Pilzkenner,
seit langer Zeit schreibe ich auch mal wieder eine Frage hier rein.
Das sieht mir nach irgend einem Schleimpilz aus.
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Und den hier weiss ich überhaupt nicht zuzuordnen.
Diese Gattung saß am Fuße eine Eiche.
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Und dann habe ich noch einen explodierten Flocki gefunden. :-)
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Über die Schönheit der Natur habe ich mich dann wieder bei diesem Exemplar gefreut. Nehme an ein Igelstäubling oder so.
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Dann nehme ich mal an das hier ist der Nebelgraue Trichterling.
In meinem Pilzbuch steht drin, er würde nicht von allen vertragen.
Ich habe ihn deswegen noch nie probiert.
Wie stehts damit?
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Und das hier sieht mir nach der vielgestaltigen Holzkeule aus.
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Die schwarzen Dinger waren innen weiß.
Und wenn ich Kartoffelbowisten hätte suchen wollen, dann hätte ich heute wohl einen ganzen Zenter gehabt. Die scheinen in diesem Herbst förmlich zu explodieren.
Darüber hinaus wurden noch einige Maronen, die meisten waren bereits im Wald mit einem weissen Pelz besetzt, gefunden.
Auch hier war ich wohl etwas zu spät:
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Diese Flockis sind dann auch noch bei mir im Korb gelandet.
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Und dann habe ich noch, Asche über mein Haupt.... , einen Klapperschwamm mitgenommen. Davon gab es jedoch in diesem Wald reichlich. Ich wußte nur, dass er essbar ist, und schwupp lag er auch schon im Korb. Habe später erst gelesen, dass der auf der roten Liste steht.
Aber da das Ding nun mal nicht mehr am Stamm sitzt, hätte ich gerne einen Tip wie man den am besten zubereitet, oder ob man ihn besser trocknet und als Würze nimmt?

Schließlich und zuletzt ist mir dann noch ein süsses Kuschel-Räupchen über den Weg gekrochen.
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Vielen Dank Georg für die Hinweise, die du mir per Mail geschickt hast.
Werde mich künftig bessern.

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Raupe

bert, (vor 6961 Tagen) @ blicki

Hallo,
bei der Raupe handelt es sich um den Buchenstreckfuß oder auch Buchenrotschwanz genannt, ein nachtfalter.

gruß
bert

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Re: Funde vom Wochende

Gernot Friebes, (vor 6961 Tagen) @ blicki

Hallo blicki,

hier mal meine Einschätzungen:

Hallo werte Pilzkenner,
seit langer Zeit schreibe ich auch mal wieder eine Frage hier rein.
Das sieht mir nach irgend einem Schleimpilz aus.

Schleimpilz auf jeden Fall, vermutlich Tubulifera arachnoidea (= Tubifera ferruginosa).

Und den hier weiss ich überhaupt nicht zuzuordnen.
Diese Gattung saß am Fuße eine Eiche.

Da denke ich an Gymnopilus junonius (Beringter Flämmling).

Über die Schönheit der Natur habe ich mich dann wieder bei diesem Exemplar
gefreut. Nehme an ein Igelstäubling oder so.

Dürfte Lycoperdon umbrinum (Bräunlicher Stäubling) sein.

Dann nehme ich mal an das hier ist der Nebelgraue Trichterling.

Jep, das ist er auch.

Und das hier sieht mir nach der vielgestaltigen Holzkeule aus.

Auch das stimmt.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Funde vom Wochende

Hermann, (vor 6961 Tagen) @ blicki

Dann nehme ich mal an das hier ist der Nebelgraue Trichterling.
In meinem Pilzbuch steht drin, er würde nicht von allen vertragen.
Ich habe ihn deswegen noch nie probiert.
Wie stehts damit?

Die Nebelkappe ist seit Jahren umstritten. Zum einen, weil der Geschmack und Geruch viele abstößt und für manche Nase ungenießbar macht, zum anderen, weil es viele Menschen gibt, die die Nebelkappe nicht vertragen. Die Magen-Darmbeschwerden werden vermutlich durch Polyine ausgelöst, welche in vielen Pilzen enthalten sind, aber durch ausreichendes Erhitzen zerstört werden sollten. Die Nebelkappe enthält aber auch ein hitzestabiles Zellgift (9-(β-D-Ribofuranosyl)-Purin, Nebularin), welches zwar erfreuliche Eigenschaften gegen Bakterien, Pilze und Viren besitzt, aber als Adenosinanalogon bzw. Adenosinantagonist auch den menschlichen Zellstoffwechsel beeinträchtig und es nicht mal ausgeschlossen werden sollte, daß es krebsauslösend oder -promovierend wirkt. Es ist sicher nicht sonderlich ungesund, die Nebelkappe mal zu essen (gut abgekocht), in Frankreich wird sie als Speisepilze immer noch sehr geschätzt. Aber ich persönlich würde von häufigerem Genuß absehen. Der Nebelkappe am ähnlichsten im Geruch und Geschmack (aber bei weitem nicht so penetrant intensiv) ist meiner Meinung nach Lepista nuda. Wem der nicht schmeckt oder auch nicht verträgt, kann die Nebelkappe getrost im Nebel stehen lassen.

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Re: Funde vom Wochende

Boris71, (vor 6960 Tagen) @ Hermann

Hi,

Lepista nuda. Wem der nicht schmeckt
oder auch nicht verträgt, kann die Nebelkappe getrost im Nebel stehen
lassen.

L. Nuda ist für mich ein Traum, die Nebelkappe hingegen ein Albtraum. Ich habe sie einmal probiert. Vertragen hab ich sie - geschmeckt hat sie mir überhaupt nicht...

Grüße Boris

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Re: Funde vom Wochende

Der Juergen, (vor 6960 Tagen) @ Hermann

Hallo Hermann,

Es ist sicher
nicht sonderlich ungesund, die Nebelkappe mal zu essen (gut abgekocht), in
Frankreich wird sie als Speisepilze immer noch sehr geschätzt.

dein Bericht über die möglichen toxischen Komplikationen liest sich nicht angenehm. Da würde ich eher grundsätzlich vom Genuss der Nebelkappe abraten.

Grüßle
Juergen

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Re: Funde vom Wochende

Hermann, (vor 6960 Tagen) @ Der Juergen

dein Bericht über die möglichen toxischen Komplikationen liest sich nicht
angenehm. Da würde ich eher grundsätzlich vom Genuss der Nebelkappe
abraten.

Ich sag mal so: Wer lieber auf Nummer sicher geht..

Es ist halt bei vielen Pilzen in den letzten 30-40 Jahren so gewesen. Sekundäre Pflanzenwirkstoffe oder "hinterhältige" Toxine wie Orellanin oder der nebulöse Effekt der Grünlinge sind halt nicht so auffällig wie die "klassischen" Pilzgifte Muscarin, Amanitin und Co. Vor 100 Jahren hätte niemand die Wirkung von Lyophyllin (weißer Rasling, mutagen) verstehen können, auch wenn dieser Stoff als Azoxycarboxamid strukturell zumindest verdächtig sein sollte. Vermutlich hätte man ihn aber nicht mal nachweisen oder die Struktur aufklären können. Stirbt man erst Jahre später an Leberkrebs, ist die Verbindung zu einem Pilzgericht in der fernen Vergangenheit kausal nicht erkennbar.
Nebularin und seine Derivate ist in der medizinischen Forschung inzwischen ein häufig verwendeter Stoff, um gezielt den Zellstoffwechsel zu stören oder zu manipulieren. Das Positive: der Stoff ist auch wirksam gegen Tumorzellen oder Influenzaviren. Aber wie viele Virostatika oder ähnlich wirkende Mittel eben auch für den Menschen schädlich.
Es bleibt jetzt natürlich die Frage, inwieweit nun ein Stoff giftig ist. "Giftig" ist auch Kohlenmonoxid oder Zyanwasserstoff, aber in nur geringen Mengen aufgenommen für den Körper zwar eine Belastung, aber ohne dauerhafte Folgen (Zigarettenrauch). Hätte ein Pilz also "nur" eine geringe Menge an Blausäure, wäre er zwar in Massen gegessen giftig, aber trotzdem in geringerer Menge ohne Probleme eßbar. An Marzipan ist ja auch noch niemand gestorben, oder an Oxalsäurevergiftung durch rohe Tomaten. Schwieriger sieht es bei Stoffen aus, die keine direkte Giftwirkung haben (Benzo[a]pyren, Tabakrauch), aber durch Umwandlung (Giftung durch P450) mutagen werden können. Man bringt sich nicht sofort um, aber letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er das Risiko eingeht oder nicht. Bei Nebularin ist es auch so: Es kann "einfach nur ein bißchen giftig" sein aber mit Pech auch als Adenosinanalogon bei der Replikation von DNA dauerhafte Schädigungen (Mutationen) auslösen. Der alte Theophrastus Bombastus von Hohenheim hatte zwar schon Recht mit seinem "es kommt auf die Menge an" - aber er kannte noch kein Plutonium, keine Aflatoxine oder ähnlich hochmutagene Stoffe, bei denen die Menge eben doch nicht so egal ist. Bei den Mykotoxinen (vor allem der Schimmelpilze) ist die Natur da sehr erfinderisch, Aflatoxine, Citrinin, Ochratoxine, Patulin, Desoxynivalenol, Zearalenon, Fumonisine und T-2/HT2-Toxine sind nur eine kleine Auswahl karzinogener, teratogener oder mutagener Stoffe. Selbst wenn Nebularin nun nicht gerade in diese Hochrisikogruppe gehört, ist ein unbeschwerter Genuß der Nebelkappe denn doch eher .. Geschmacksache. Ein PSV'ler sollte aber IMHO auf die potentielle Giftigkeit solcher Pilze hinweisen, keine Ahnung, ob das so gehandhabt wird.

Weiterführende Literatur z.B. "Affinity of mismatch-binding protein MutS for heteroduplexes containing different mismatches" http://www.biochemj.org/bj/354/0627/3540627.pdf

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Re: Funde vom Wochende

Der Juergen, (vor 6960 Tagen) @ Hermann

Hallo Hermann,

vielen Dank für Deine umfangreiche Info zu Mycotoxinen und anderen schlimmen Sachen:-) Ich bin der Meinung, auch z.B. beim möglichen 'einmaligen' Genuss von Grünling oder Kahlem Krempling, dass man verdächtige Pilze generell meiden sollte; es gibt so viele sichere Speisepilzarten.

Grüßle
Juergen

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Re: Funde vom Wochende

blicki ⌂, (vor 6960 Tagen) @ Hermann

Die Nebelkappe ist seit Jahren umstritten. Zum einen, weil der Geschmack und
Geruch viele abstößt und für manche Nase ungenießbar macht, zum anderen,
weil es viele Menschen gibt, die die Nebelkappe nicht vertragen. Die
Magen-Darmbeschwerden werden vermutlich durch Polyine ausgelöst, welche in
vielen Pilzen enthalten sind, aber durch ausreichendes Erhitzen zerstört
werden sollten. Die Nebelkappe enthält aber auch ein hitzestabiles
Zellgift (9-(β-D-Ribofuranosyl)-Purin, Nebularin), welches zwar
erfreuliche Eigenschaften gegen Bakterien, Pilze und Viren besitzt, aber
als Adenosinanalogon bzw. Adenosinantagonist auch den menschlichen
Zellstoffwechsel beeinträchtig und es nicht mal ausgeschlossen werden
sollte, daß es krebsauslösend oder -promovierend wirkt. Es ist sicher
nicht sonderlich ungesund, die Nebelkappe mal zu essen (gut abgekocht), in
Frankreich wird sie als Speisepilze immer noch sehr geschätzt. Aber ich
persönlich würde von häufigerem Genuß absehen. Der Nebelkappe am
ähnlichsten im Geruch und Geschmack (aber bei weitem nicht so penetrant
intensiv) ist meiner Meinung nach Lepista nuda. Wem der nicht schmeckt
oder auch nicht verträgt, kann die Nebelkappe getrost im Nebel stehen
lassen.

Danke euch allen für die ausführliche Information.
Speziell, wie sich das so über den nebelgrauen Trichterling liest, lasse ich besser die Finger davon.
Schade eigentlich weil er meist in Massen auftritt und man damit schnell den Korb voll hätte.