Saftlings-Fahndung (4 Pics, 609 KB) *PIC*

AK_CCM, (vor 6948 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

gesucht wird die Identität eines einzeln oder gesellig fruktifizierenden Saftlings, den ich heuer ab Mitte August auf der Königsbrunner Heide erwischt habe. Hierzu hatte ich mir folgendes notiert:

Hut: 9-22 mm im Durchmesser, 2,5-10 mm hoch, lange halbkugelig, im Alter +/- ausgebreitet, zentral abgeflacht und +/- genabelt, Huthaut leicht überstehend, radialfaserig, fettig glänzend, weder schmierig noch schleimig, orange bis rotorange
Lamellen: ausgebuchtet und +/- mit Zahn herablaufend angewachsen, mit Lameletten untermischt, bauchig, wachsartig, dottergelb
Stiel: 21-45 mm hoch, 2-5 x 7 mm dick, verbogen, dezent knotig, bisweilen gerillt, sonst zylindrisch, basal minimal knotig verdickt, apikal feinschuppig, weder schmierig noch schleimig, dottergelb, an der Basis ausblassend
Fleisch: dünn, im Stiel hohl, hellgelb, nicht schwärzend
Geruch: unbedeutend
Standort: Halbtrockenrasen auf Kalkschotter, niedriger und krautreicher Bewuchs mit moosigen Stellen

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Bild 1: Gruppenfoto

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Bild 2: Erkennungsdienstliche Perspektive

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Bild 3: Hüte

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Bild 4: Lamellen

Über jeden Hinweis zur Klärung der Identität des farbenprächtigen Gesellen würde ich mich sehr freuen. Meine Mutmaßung geht in die Richtung H. miniata.

Gruß, Andreas

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Re: Saftlings-Fahndung (4 Pics, 609 KB)

Andreas ⌂, (vor 6948 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

den Bilder nach sagte ich gerade zu Tanja, die neben mir stand, dass ich so orangegelbe Kollektionen eigentlich nicht H. miniata zuordnen würde. Zumal Deine Pilze ja nicht irgendwie altersmäßig ausgeblasst wirken, sondern relativ jung und vor allem frisch. Diese nie tief roten sondern immer gelborangen Farben habe ich dafür sehr konstant bei H. calciphila beobachtet, die in meiner gegend nicht selten ist. Auch der relativ undeutlich schuppige Hut, der einen immer etwas an der Einordnung in die Gruppe miniata zweifeln lässt, passt gut dazu. Und letztlich gibst Du ja selbst als Standort "über Kalkschotter" an, so dass miniata eh rausfallen würde (als Pilz der sauren Böden).
Vorbehaltlich der mikroskopischen Überprüfung würde ich Deinen Pilz also zunächst mal als H. calciphila ansprechen. Ich würde mich wundern, wenn die Mikroskopie dagegen spräche.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Saftlings-Fahndung (4 Pics, 609 KB)

AK_CCM, (vor 6948 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Danke für den Fingerzeig - genau die Intensität des Rots ließ mich an H. miniata zweifeln. Das Unterscheidungskriterium auf Kalkböden hatte ich leider nicht berücksichtigt. Sehr schön - dann hat der Fund jetzt schon einmal einen Arbeitstitel. Zur mikroskopischen Absicherung muss ich aber keine Zellkerne anfärben?

Gruß, Andreas

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Klasse Bilder ;) *oT*

Andreas78, (vor 6948 Tagen) @ AK_CCM

- kein Text -

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Re: Saftlings-Fahndung (4 Pics, 609 KB) *PIC*

Karl-Heinz ⌂, (vor 6948 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

nee das nicht, aber Du musst weiter fahnden und zwar nach hyalinen, lichtbrechenden Kristallen in der Lamellentrama. Dann bleibt praktisch nur H. calciphila oder Du hast ihn "in Hochlagen der Westalpen" gefunden, dann könnte es auch noch H. glacialis sein. Das Fotografieren der Kristalle war nicht so einfach aber ich denke man sieht worauf es ankommt.

Gruß
Karl-Heinz

Hallo Andreas,
Danke für den Fingerzeig - genau die Intensität des Rots ließ mich an H.
miniata zweifeln. Das Unterscheidungskriterium auf Kalkböden hatte ich
leider nicht berücksichtigt. Sehr schön - dann hat der Fund jetzt schon
einmal einen Arbeitstitel. Zur mikroskopischen Absicherung muss ich aber
keine Zellkerne anfärben?
Gruß, Andreas

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